Terrassentür bei Überdachung: Wann muss ich tauschen?
Was Sie in diesem Artikel erfahren
- Wann ein Türtausch beim Überdachen zwingend wird – und wann nicht
- Planungsreihenfolge: warum das Türmaß vor der Überdachung stehen muss
- Lichtmaß und Sturzhöhe: konkrete Mindestwerte für HST, PSK und Balkontür
- HST vs. PSK vs. Balkontür: welche Lösung zu welcher Konstruktion passt
- GEG §10: was sich am Uw-Wert durch die Überdachung ändert
- Barrierefreiheit nach DIN 18040 unter überdachter Terrasse
- BAFA-Förderung: bis zu 20 % Zuschuss für die neue Terrassentür
Wer eine Terrassenüberdachung plant, stellt früh dieselbe Frage: Muss die Terrassentür dazu gewechselt werden? Die Antwort hängt von vier konkreten Faktoren ab – Türmaß, Uw-Wert, Türtyp und Barrierefreiheit. Dieser Artikel liefert die Entscheidungsgrundlagen, die in Handwerkerangeboten und Planungsunterlagen fehlen.

Muss ich beim Überdachen der Terrasse meine Tür wechseln?
Ob ein Türtausch beim Bau einer Terrassenüberdachung nötig ist, hängt von vier Faktoren ab: Uw-Wert der bestehenden Tür, Rohbaumaß der Öffnung, geplanter Türtyp und Barrierefreiheitsanforderungen.
In vielen Fällen passt die vorhandene Balkontür nicht mehr in die neue Konstruktion. Wer eine Überdachung plant, muss zuerst prüfen: Reicht das Rohbaumaß für den geplanten Türtyp? Stimmt die Sturzhöhe mit dem Überdachungsträger überein? Trifft GEG §47 auf die Bestandstür zu?
Tabelle 1: Entscheidungsmatrix – Tür tauschen oder nicht?
| Situation | Tür tauschen? | Begründung | OKNOPLAST-Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Bestehende Tür: Uw > 1,3 W/(m²K) | Ja – Pflicht | GEG §47 schreibt Uw ≤ 1,3 W/(m²K) vor | PAVA oder Winergetic Premium Passiv |
| Rohbaumaß zu klein für geplanten Türtyp | Ja – Umbau nötig | Mauerwerk muss geöffnet werden | Planung zuerst, dann Tür wählen |
| Schwelle höher als 20 mm (Barrierefreiheit) | Ja – DIN 18040 | Stolperschwelle unzulässig bei Barrierefreiheit | HST MOTION 82 Vista (< 20 mm) |
| Tür nach 2015, Uw ≤ 1,3 W/(m²K), Maß unverändert | Nein – behalten | GEG-konform, kein Umbau notwendig | Überdachung ohne Türtausch realisierbar |
| Wechsel Balkontür → Schiebetür geplant | Ja – vollständig | Neues Rohbaumaß, Bodenschiene, Sturzanpassung | HST MOTION 82 Vista oder SLIDE (PSK) |
Vier Situationen, in denen ein Tausch technisch unvermeidlich ist
Ein Türtausch ist in vier Fällen nicht vermeidbar: Uw-Wert über 1,3 W/(m²K), Rohbaumaß zu klein, Schwelle über 20 mm oder geplanter Wechsel des Türsystems.
- Das vorhandene Rohbaumaß reicht nicht für den geplanten Türtyp. Eine zweiflügelige HST benötigt mindestens 2.970 mm Rohbaubreite und 2.150 mm Rohbauhöhe – Werte, die eine alte Balkontüröffnung nicht erreicht.
- Der Uw-Wert der alten Tür liegt über 1,3 W/(m²K). Damit verfehlt sie die Anforderung nach GEG §47 – auch nach dem Einbau einer Überdachung bleibt die Pflicht bestehen.
- Die vorhandene Schwelle ist höher als 20 mm. Bei einer geplanten barrierefreien Nutzung nach DIN 18040-2 ist das nicht zulässig. Die Überdachung ändert daran nichts.
- Ein Wechsel vom Dreh-Kipp-System zur Schiebetür ist geplant. Mauerwerk, Sturz und Bodenaufbau müssen dann vollständig neu geplant werden – ein Tausch des Rahmens allein reicht nicht.
Wann die alte Tür behalten werden kann
Eine bestehende Balkontür kann bleiben, wenn sie einen Uw-Wert ≤ 1,3 W/(m²K) hat, das Rohbaumaß unverändert bleibt und keine Barrierefreiheitsanforderungen gelten.
Konkret: Wer nur eine Anlehnkonstruktion aufstellt, ohne den Türsturz zu berühren, und dessen Tür nach 2015 eingebaut wurde, braucht in der Regel keine neue Tür. Voraussetzung ist, dass der bestehende Uw-Wert die GEG-Anforderung erfüllt und keine Umbauarbeiten am Rohbaumaß geplant sind. Den Uw-Wert der vorhandenen Tür finden Sie im Energieausweis oder auf dem Typenschild des Rahmens.
Was zuerst – Terrassenüberdachung oder neue Tür?
Die Tür muss vor der Überdachung geplant werden – das Rohbaumaß der Tür bestimmt die Trägerhöhe der Konstruktion, nicht umgekehrt.
Wer diesen Schritt überspringt, riskiert eine kostspielige Nachkorrektur. Liegt der Überdachungsträger nur 30 mm zu tief, passt weder die HST-Schiene noch ein späteres Oberlicht in den Sturzbereich. Professionelle Planer nehmen deshalb immer zuerst das Rohbaumaß der Tür auf – bevor das Angebot für die Überdachung erstellt wird.
Schritt 1 und 2 – Maße aufnehmen, bevor der Planer kommt
Bevor ein Überdachungsplaner das Angebot erstellt, müssen zwei Maße feststehen: Rohbaubreite der Türöffnung und Sturzhöhe vom Rohfußboden bis Betondecke.
- Rohbauöffnung vermessen. Breite und Höhe des Mauerwerks aufnehmen – nicht des Rahmens. Für eine zweiflügelige HST MOTION 82 Vista sind mindestens 2.800 mm Breite und 2.100 mm Höhe erforderlich.
- Sturzhöhe prüfen. Der Überdachungsträger sitzt direkt über dem Türsturz. Für die HST MOTION 82 Vista mit integriertem Vorbaukasten werden zusätzlich 200-300 mm über dem Türrahmen benötigt – für Befestigung und Dämmung.
Schritt 3 und 4 – Montagereihenfolge und Übergabepunkt
Terrassentür und Überdachung werden in fester Reihenfolge montiert: erst der Türrahmen mit Bodenführungsschiene, dann die Überdachungskonstruktion.
- Türmontage gemäß RAL-Leitfaden (warmer Einbau). Die Bodenführungsschiene der HST wird in den Estrich eingelassen – das muss vor dem Terrassenbelag erfolgen, nicht danach.
- Überdachungsmontage. Der Wandbefestigungsträger wird nach Abschluss der Türmontage gesetzt. Abstand zwischen Türoberkante und Trägeroberkante: mindestens 50 mm für Dichtung und Wärmedämmung.

Welches Lichtmaß und welche Sturzhöhe brauche ich?
Das Mindest-Lichtmaß für eine einflügelige Balkontür liegt bei 875 × 2.000 mm, für eine zweiflügelige HST bei einem Rohbaumaß von 2.970 × 2.150 mm.
Die Unterschiede zwischen den Türtypen sind erheblich. Wer mit einem falschen Maß plant, muss Mauerwerk öffnen oder auf einen anderen Türtyp wechseln – beides erhöht die Gesamtkosten um 1.500-5.000 €.
Tabelle 2: Lichtmaß, Rohbaumaß und Sturzhöhe nach Türtyp
| Türtyp | Mindest-Lichtbreite | Mindest-Lichthöhe | Rohbaumaß (Breite) | Sturzhöhe Überdachung |
|---|---|---|---|---|
| Balkontür (einflügelig) | 875 mm | 2.000 mm | 1.010 mm | ab 2.250 mm |
| Balkontür (zweiflügelig) | 1.350 mm | 2.000 mm | 1.550 mm | ab 2.250 mm |
| PSK (SLIDE) | 1.500 mm | 2.000 mm | 1.650 mm | ab 2.300 mm |
| HST (zweiflügelig) | 2.700 mm | 2.050 mm | 2.970 mm | ab 2.400 mm |
| HST (dreiflügelig) | 4.100 mm | 2.050 mm | 4.370 mm | ab 2.400 mm |
So berechnen Sie das Rohbaumaß für Ihre neue Tür
Das Rohbaumaß ergibt sich aus: Türflügelbreite + Rahmenprofil × 2 + Einbauluft je 20 mm pro Seite.
Beispiel für eine zweiflügelige HST mit zwei 1.400 mm breiten Flügeln: 2 × 1.400 mm + 2 × 65 mm Rahmenprofil + 2 × 20 mm Einbauluft = 2.970 mm Mindest-Rohbaubreite. Dieses Maß gilt für das Mauerwerk – nicht für die fertige Öffnung nach dem Verputzen.
Standardmaße und Sonderformate
Standardbreiten für Terrassentüren liegen zwischen 875 mm (einflügelig) und 4.500 mm (zweiflügelige HST) – OKNOPLAST fertigt HST-Sonderformate bis 6.000 mm Breite.
Sonderformate erfordern eine statische Prüfung des Sturzträgers. Ab 3.000 mm Breite ist in der Regel ein Stahlträger im Sturz erforderlich – das klärt der Tragwerksplaner vor der Bestellung. Lieferzeiten für Sonderformate liegen typischerweise 2-3 Wochen über dem Standardlieferprogramm.
HST, PSK oder Balkontür – was passt zur Terrassenüberdachung?
Bei großformatigen Terrassenzugängen ist die Hebeschiebetür die technisch überlegene Lösung – sie bietet die größte Öffnungsbreite, die niedrigste Schwelle und erfüllt DIN 18040-2 ohne Sonderlösung.
Die Wahl des Türtyps bestimmt nicht nur den Komfort, sondern auch die Konstruktion der Überdachung. Wer nachträglich von einer Balkontür auf eine HST wechseln möchte, benötigt in der Regel eine neue Rohbauöffnung und einen veränderten Bodenaufbau.
Tabelle 3: HST vs. PSK vs. Balkontür im Vergleich
| Kriterium | HST MOTION 82 Vista | PSK SLIDE | Balkontür |
|---|---|---|---|
| Maximale Breite | bis 6.000 mm | bis 3.000 mm | bis 1.400 mm |
| Schwellenhöhe | < 20 mm ✓ DIN 18040 | 15-25 mm | 30-50 mm |
| Öffnungsbreite (nutzbar) | bis 100 % der Gesamtbreite | 50 % der Gesamtbreite | 100 % (schwingt innen) |
| Uw-Wert (OKNOPLAST) | ab 0,8 W/(m²K) | ab 0,9 W/(m²K) | ab 0,76 W/(m²K) |
| Einbruchschutz | RC-2 möglich | RC-2 möglich | RC-2 möglich |
| Eignung unter Anlehnkonstruktion | Sehr gut (bis 4.000 mm) | Gut (bis 3.000 mm) | Gut (bis 1.400 mm) |
| Preisniveau (relativ) | Hoch | Mittel (-30-40 %) | Niedrig (-50-60 %) |
Hebeschiebetür unter der Überdachung – Stärken und Grenzen
Die HST MOTION 82 Vista von OKNOPLAST erreicht eine Öffnungsbreite von bis zu 6.000 mm bei einer Schwellenhöhe unter 20 mm – und erfüllt damit DIN 18040-2 für barrierefreie Übergänge.
Unter einer Anlehn-Überdachung hat die HST einen weiteren Vorteil: Der integrierte Vorbaurollladen lässt sich direkt in den Überdachungsbereich einbinden. Damit entfällt ein separater Sonnenschutz über der Terrasse.
Die Bodenführungsschiene muss vor dem Terrassenbelag in den Rohboden eingelassen werden – wer diese Reihenfolge umdreht, muss den Belag nachträglich aufbrechen.
PSK-Tür bei begrenztem Budget – was Sie akzeptieren müssen
Die PSK-Tür ist gegenüber der HST rund 30-40 % günstiger, bietet aber nur 50 % der Gesamtbreite als nutzbare Schiebeöffnung und hat eine Schwellenhöhe von 15-25 mm.
Die OKNOPLAST SLIDE PSK eignet sich für überdachte Terrassen bis ca. 10 m² Glasfläche. Ein praktischer Vorteil: Sie lässt sich kippen – das ermöglicht Lüftung auch bei geschlossener Überdachung ohne vollständiges Öffnen. Für barrierefreie Zugänge nach DIN 18040-2 reicht die PSK nur mit zusätzlicher Schwellenabsenkung.
Wann eine klassische Balkontür die richtige Wahl bleibt
Eine Dreh-Kipp-Balkontür ist sinnvoll für schmale Terrassenzugänge bis 1.200 mm Breite – und bleibt die richtige Lösung, wenn kein Umbau des Rohbaumaßes geplant ist.
Die Balkontür öffnet nach innen und benötigt freien Schwenkbereich im Raum. Bei Terrassen unter einer Anlehnkonstruktion ist das unproblematisch – es sei denn, das Möblierungskonzept schränkt den Innenraum bereits ein. OKNOPLAST bietet Balkontüren in allen Fenstersystemen an, darunter PAVA (Uw ab 0,76 W/(m²K)) und Winergetic Premium Passiv (Uw ab 0,67 W/(m²K)).

Was ändert sich am Uw-Wert, wenn die Terrasse überdacht wird?
GEG §10 schreibt für Terrassentüren einen Uw-Wert von maximal 1,3 W/(m²K) vor – unabhängig davon, ob die Tür überdacht ist oder nicht.
Die Überdachung ändert die GEG-Pflicht nicht. Sie beeinflusst aber die praktische Belastung: Unter einem Dach ist die Tür vor direktem Schlagregen geschützt, was die Beanspruchung der Dichtungsebene reduziert. Für die Förderung über BAFA gilt jedoch weiterhin ausschließlich der Uw-Wert der Tür.
Tabelle 4: Uw-Wert-Anforderungen nach GEG und BAFA im Vergleich
| Anforderung | Uw-Wert Grenzwert | Gilt für |
|---|---|---|
| GEG §10 (Neubau) | ≤ 1,3 W/(m²K) | Alle Außentüren, unabhängig von Überdachung |
| GEG §47 (Bestandssanierung) | ≤ 1,3 W/(m²K) | Türtausch im Bestandsgebäude |
| BAFA BEG EM (Basisförderung) | ≤ 1,3 W/(m²K) | Terrassentüren als Einzelmaßnahme |
| OKNOPLAST HST MOTION 82 Vista | ab 0,8 W/(m²K) | 38 % unter GEG-Grenzwert |
Was GEG §10 bei überdachten Bauteilen verlangt
GEG §47 verpflichtet Eigentümer beim Türtausch im Bestand zu Uw ≤ 1,3 W/(m²K) – unabhängig davon, ob eine Terrassenüberdachung vorhanden ist oder geplant wird.
Bei einer energetischen Sanierung gilt zusätzlich §47 GEG: Wer eine Terrassentür im Bestandsgebäude austauscht, muss den Uw-Wert von 1,3 W/(m²K) einhalten. Die OKNOPLAST HST MOTION 82 Vista erreicht Uw-Werte ab 0,8 W/(m²K) – das entspricht einem Puffer von 38 % unter dem GEG-Grenzwert.
Welcher Uw-Wert reicht für BAFA – und wo liegt der Unterschied?
BAFA BEG EM fördert Terrassentüren bei einem Uw-Wert ≤ 1,3 W/(m²K) – mit iSFP-Bonus steigt der Fördersatz von 15 % auf 20 %, ohne dass strengere Türanforderungen gelten.
In der Praxis erfüllt jede GEG-konforme Tür auch die BAFA-Fördervoraussetzung. Der Unterschied liegt nicht im Uw-Wert, sondern im Fördersatz: 20 % setzen einen gültigen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) voraus, der vorab durch einen Energieberater der Dena-Expertenliste erstellt werden muss.
Barrierefreier Zugang – was muss die Terrassentür unter einem Dach leisten?
DIN 18040-2 verlangt für barrierefreie Außentüren eine maximale Schwellenhöhe von 20 mm und eine lichte Durchgangsbreite von mindestens 900 mm.
Unter einer Überdachung entfällt der direkte Regenaufprall auf die Schwelle. Das erleichtert den Einbau einer besonders niedrigen Schwelle – weil die Entwässerungsanforderungen geringer sind als bei einer ungeschützten Außentür. Die Norm selbst unterscheidet dabei nicht zwischen überdachten und ungeschützten Positionen.
Tabelle 5: Schwellenhöhen und DIN 18040-2 Konformität
| Türtyp | Schwellenhöhe | DIN 18040-2 | Besonderheit unter Überdachung |
|---|---|---|---|
| HST MOTION 82 Vista | < 20 mm | ✓ Erfüllt | Bodenführungsschiene: vor Terrassenbelag einlassen |
| PSK SLIDE | 15-25 mm | Grenzwertig | Absenkung möglich, erhöhter Montageaufwand |
| Balkontür (Standard) | 30-50 mm | ✗ Nicht erfüllt | Nicht geeignet für barrierefreien Zugang |
Schwellenhöhen im Vergleich
Die HST MOTION 82 Vista hat eine Schwellenhöhe unter 20 mm – PSK-Türen kommen auf 15-25 mm, klassische Balkontüren auf 30-50 mm.
Nur die HST erfüllt DIN 18040-2 zuverlässig ohne Sonderlösung. Bei PSK-Türen ist eine nachträgliche Schwellenabsenkung durch Fräsarbeiten möglich, erhöht aber den Montageaufwand um 300-600 €. Balkontüren sind für barrierefreie Zugänge nach DIN 18040-2 grundsätzlich nicht geeignet.
Bodengleicher Übergang – technische Voraussetzungen
Ein bodengleicher Übergang erfordert eine Entwässerungsrinne vor der Schwelle, einen frostfreien Unterbau und ein Terrassengefälle von mindestens 2 %.
Unter einer Überdachung reduziert sich der Wasseranfall erheblich. Eine Entwässerungsrinne bleibt trotzdem empfehlenswert – für Kondenswasser und Schlagregen bei Wind. Der Bodenbelag muss vor der Türmontage abgestimmt sein: Die HST-Führungsschiene wird in den Rohboden eingelassen und muss bündig mit dem fertigen Belag abschließen.

Freistehend oder Anlehnkonstruktion – welchen Unterschied macht das für die Tür?
Bei einer Anlehnkonstruktion begrenzt der Wandträger über der Tür die maximale Türbreite auf die Sturzspannweite – typisch 3.500-4.000 mm ohne Stahlträger.
Eine freistehende Überdachung hat keine direkte Verbindung zur Hauswand und schränkt die Türbreite nicht ein. Wer eine großformatige HST mit über 4.000 mm Breite plant, ist mit einer freistehenden Konstruktion besser beraten – spart aber die höheren Konstruktionskosten nicht.
Tabelle 6: Anlehnkonstruktion vs. freistehende Überdachung für die Türplanung
| Kriterium | Anlehnkonstruktion | Freistehende Konstruktion |
|---|---|---|
| Max. HST-Breite (ohne Stahlträger) | bis 3.500 mm | bis 6.000 mm |
| Max. HST-Breite (mit Stahlträger) | bis 5.000 mm | bis 6.000 mm |
| Tragwerksberechnung ab Breite | ab 3.500 mm Pflicht | Nicht durch Wandlast begrenzt |
| Mehrkosten Konstruktion (ca.) | Referenz | +20-40 % gegenüber Anlehnung |
Anlehnkonstruktion – Sturz, Träger und maximale Türbreite
Ab einer HST-Breite von 3.500 mm ist bei der Anlehnkonstruktion eine Tragwerksberechnung Pflicht – ohne diese Prüfung darf kein Handwerker die Tür bestellen oder einbauen.
Der Wandbefestigungsträger überträgt Lasten direkt auf das Mauerwerk. Wer über 3.500 mm Türbreite plant, benötigt eine Tragwerksberechnung für den Sturz. Diese muss vor der Türbestellung vorliegen – nachträgliche Änderungen sind aufwendig und teuer. OKNOPLAST-Fachhandelspartner koordinieren diese Prüfung auf Anfrage.
Freistehende Überdachung – mehr Spielraum für große Schiebetüren
Bei einer freistehenden Terrassenüberdachung entfällt die Sturzlastproblematik – die HST MOTION 82 Vista kann bis zur baulichen Maximalbreite von 6.000 mm geplant werden.
Freistehende Konstruktionen kosten 20-40 % mehr als Anlehnkonstruktionen gleicher Fläche. Dafür ermöglichen sie großformatige Schiebetüren ohne statische Einschränkung und sind flexibler in der späteren Erweiterung der Terrassenfläche.
Kann ich die neue Terrassentür über BAFA fördern lassen?
Ja – wer beim Tausch der Terrassentür einen Uw-Wert ≤ 1,3 W/(m²K) erreicht, erhält 15 % Förderung über BAFA BEG EM; mit iSFP-Bonus steigt der Satz auf 20 %.
Die Förderung ist unabhängig davon, ob die neue Tür im Zusammenhang mit einer Überdachung eingebaut wird. Entscheidend ist der Uw-Wert der neuen Tür – und dass der Förderantrag vor Beauftragung des Handwerkers bei bafa.de gestellt wird.
Tabelle 7: BAFA BEG EM – Förderkonditionen auf einen Blick (Stand 2025)
| BAFA BEG EM – Parameter | Konditionen (Stand 2025) |
|---|---|
| Fördersatz Basis | 15 % der förderfähigen Kosten |
| Fördersatz mit iSFP-Bonus | 20 % (gültiger Sanierungsfahrplan erforderlich) |
| Förderfähige Kosten (Basis) | bis 30.000 € pro Wohneinheit |
| Förderfähige Kosten (mit iSFP) | bis 60.000 € pro Wohneinheit |
| Uw-Wert-Anforderung Terrassentür | ≤ 1,3 W/(m²K) nach GEG |
| Antrag | VOR Beauftragung des Handwerkers bei bafa.de |
| Auszahlung | Nach Einreichung Verwendungsnachweis (Rechnung) |
Voraussetzungen für die Förderung der Terrassentür
Vier Voraussetzungen müssen erfüllt sein: Antrag vor Beauftragung, Uw ≤ 1,3 W/(m²K), Einbau durch Fachbetrieb, Verwendung förderfähiger Produkte.
- Antrag zuerst stellen – erst nach Bewilligung darf der Auftrag vergeben werden. Keine Ausnahmen.
- Uw-Wert der neuen Tür: maximal 1,3 W/(m²K) nach GEG. Alle OKNOPLAST-Terrassentüren erfüllen diesen Wert.
- Einbau durch zugelassenen Fachbetrieb – Selbstmontage ist nicht förderfähig.
- Für den iSFP-Bonus (20 %): gültiger individueller Sanierungsfahrplan muss vor der Maßnahme vorliegen.
OKNOPLAST bietet einen BAFA-Fördermittelservice an – der zertifizierte Energieberater übernimmt Antragstellung und Dokumentation für Sie.
So beantragen Sie die Förderung – Schritt für Schritt
Der BAFA-Antrag läuft über bafa.de und dauert nach Einreichung 4-8 Wochen bis zur Bewilligung – dieser Zeitraum muss vor dem Handwerkerauftrag eingeplant werden.
- Energieberater (Dena-Expertenliste) beauftragen.
- BAFA-Antrag online stellen unter bafa.de – vor Beauftragung des Handwerkers.
- Bewilligungsbescheid abwarten (4-8 Wochen).
- Handwerker beauftragen und Einbau durchführen.
- Verwendungsnachweis und Rechnung bei BAFA einreichen.
Maßnahmen aus einem iSFP erhöhen den Fördersatz auf 20 %. Die förderfähigen Kosten steigen von 30.000 € auf bis zu 60.000 € pro Wohneinheit. Eine kombinierte Planung – Terrassentür plus weitere Gebäudehüllensanierung – maximiert den Gesamtzuschuss.
Häufige Fragen zur Terrassentür bei Überdachung – FAQ
Nicht zwingend – wenn die bestehende Tür einen Uw-Wert ≤ 1,3 W/(m²K) hat, das Rohbaumaß unverändert bleibt und keine Barrierefreiheitsanforderungen gelten, kann die alte Tür bleiben. Ein Tausch wird nötig, wenn Sturzmaß, Türtyp oder Energieeffizienz nicht mehr passen.
Für eine zweiflügelige HST sind mindestens 2.800 mm Breite und 2.100 mm Höhe als Rohbaumaß erforderlich. Das Lichtmaß (fertige Öffnung nach Einbau) beträgt dann ca. 2.700 × 2.050 mm.
Ja, wenn der Sturzbereich ausreichend Höhe bietet und die Bodenführungsschiene in den Estrich eingelassen werden kann. Ist der Überdachungsträger zu tief gesetzt, muss er angehoben werden – das ist aufwendig und verursacht erhebliche Mehrkosten.
Die HST bietet größere Öffnungsbreite, niedrigere Schwelle und höheren Komfort – ist aber 30-40 % teurer. Die PSK lässt sich kippen, hat aber eine Schwellenhöhe von 15-25 mm und eine maximale Breite von ca. 3.000 mm.
Die HST MOTION 82 Vista erfüllt DIN 18040-2 mit einer Schwellenhöhe unter 20 mm und einer lichten Durchgangsbreite von mindestens 900 mm. Standard-Balkontüren kommen auf Schwellenhöhen von 30-50 mm und erfüllen DIN 18040-2 damit nicht.
Nein – GEG §10 schreibt für Terrassentüren einen Uw-Wert von maximal 1,3 W/(m²K) vor, unabhängig von der Überdachung. Die Fördervoraussetzungen für BAFA BEG EM bleiben ebenfalls unverändert.
Das hängt vom Bundesland ab. In den meisten Bundesländern ist eine Anlehnkonstruktion bis 30 m² Grundfläche genehmigungsfrei. Der Türtausch selbst ist in der Regel keine genehmigungspflichtige Maßnahme – prüfen Sie die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes.
Ja – bei einem Uw-Wert ≤ 1,3 W/(m²K) und Einbau durch einen Fachbetrieb erhalten Sie 15 % Zuschuss über BAFA BEG EM, mit iSFP-Bonus 20 %. Voraussetzung: Förderantrag vor Beauftragung des Handwerkers bei bafa.de stellen.
Bei der Anlehnkonstruktion begrenzt die Sturzspannweite die maximale Türbreite (typisch 3.500-4.000 mm ohne Stahlträger). Bei einer freistehenden Konstruktion entfällt diese Einschränkung – Türen bis 6.000 mm Breite sind realisierbar.
Ohne zusätzlichen Stahlträger im Sturz sind typischerweise 3.500 mm realisierbar. Mit statischer Verstärkung durch einen Stahlträger sind bis 5.000 mm möglich – eine Tragwerksberechnung ist dann Pflicht.
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