Bodentiefe Fenster im Einfamilienhaus: Systeme, Kosten & GEG
Bodentiefe Fenster verändern die Wirkung eines Wohnraums grundlegend: mehr Tageslicht, direkter Gartenausgang, größeres Raumgefühl. Hinter der einfachen Idee steckt jedoch eine Planungsaufgabe mit sieben messbaren Einzelentscheidungen – von der Systemwahl über den g-Wert bis zur Einbaureihenfolge vor der WDVS-Montage.
Das erfahren Sie in diesem Artikel:
- Ab welcher Höhe ein Fenster als bodentief gilt (ab 2,00 m lichte Höhe) – und worin sich die vier Systemtypen Festverglasung, Dreh-Kipp, PSK und HST in Format, Schwellenhöhe und Preis konkret unterscheiden
- Welches System zu Ihrem Einfamilienhaus passt: ein direkter Vergleich von HST MOTION 82 Vista (bis 6.000 × 2.700 mm), SLIDE PSK (Uw ab 0,72 W/(m²K)) und PAVA Dreh-Kipp – mit allen entscheidungsrelevanten Kriterien in einer Tabelle
- Was der g-Wert bei Großverglasungen praktisch bedeutet: Eine 10 m² große Südverglasung mit g = 0,60 lässt zur Mittagszeit bis zu 3.000 W Wärme in den Raum – und wie Raffstore, Sonnenschutzglas und Markise im Vergleich abschneiden
- Welche GEG-Anforderungen beim Fenstertausch im Bestandsgebäude gelten (Uw ≤ 1,3 W/(m²K) nach §48) – und warum BAFA-Förderung mit 15 % (20 % mit iSFP) auch für Hebe-Schiebe-Türen und PSK-Türen gilt
- Was RC2-Einbruchschutz im Erdgeschoss tatsächlich erfordert – und wann DIN 18008-4 im Obergeschoss eine Absturzsicherung vorschreibt (unter 90 cm Brüstungshöhe)
- Die Einbauregel, die die meisten Ratgeber verschweigen: Warum bodentiefe Fenster zwingend vor der WDVS-Montage eingebaut werden müssen – und welche Folgen eine falsche Reihenfolge hat (ψ-Verlust bis 0,05 W/(mK), Schimmelgefahr)
- Was bodentiefe Fenster kosten: Aufpreise von 20-150 % je nach System, ab wann ein Statiker erforderlich ist – und warum sich die Investition mit 5-8 % höherem Immobilienwert langfristig rechnet

Ab wann gilt ein Fenster als bodentief – und welche Systemtypen gibt es?
Bodentiefe Fenster beginnen ab einer lichten Höhe von 2,00 Metern – und stehen in vier Systemvarianten zur Verfügung, die sich in maximalem Format, Öffnungsprinzip und Schwellenhöhe grundlegend unterscheiden.
Definition und Mindestmaße: Ab welcher Höhe spricht man von bodentief?
Als bodentief gilt ein Fensterelement ab einer lichten Höhe von 2,00 m, wenn die Unterkante auf oder maximal 10 cm über dem Fertigfußbodenniveau liegt und die Oberkante nahe der Raumdecke endet. Standard-Dreh-Kipp-Fenster erreichen in Deutschland typisch 1,20-1,50 m Höhe; bodentiefe Elemente übertreffen das um 30-60 %.
Das Rohbaumaß weicht vom Lichtmaß ab: Bei einem bodentiefen Element mit 2,10 m Lichtmaß beträgt das Rohbaumaß typisch 2,13-2,15 m – die Differenz entsteht durch Blendrahmen und Montagetoleranz. Diese Maßdifferenz muss beim Sturzeinbau berücksichtigt werden, bevor die Fensterbestellung erfolgt.
Festverglasung, Dreh-Kipp, HST, PSK – die vier Systemtypen im Kurzüberblick
Vier Systemtypen decken bodentiefe Verglasungen im EFH ab: Festverglasung (kein Öffnungsflügel, kein Einbruchrisiko, keine Lüftung), Dreh-Kipp (Standardfunktion bis ca. 1.600 mm Breite), PSK (Parallel-Schiebe-Kipp bis ca. 3.000 mm) und HST (Hebe-Schiebe-Tür bis 6.000 mm). Jedes System hat andere Stärken – und einen anderen Preispunkt. Die Wahl hängt von drei Faktoren ab: gewünschte Öffnungsbreite, barrierefreier Zugang und Sonnenschutzbedarf.
HST, PSK oder Dreh-Kipp: Welches System passt zu Ihrem Einfamilienhaus?
HST, PSK und Dreh-Kipp unterscheiden sich in drei Kernkriterien: maximalem Format, barrierefreier Schwellenhöhe und Bedienkomfort – der Preisunterschied zwischen Dreh-Kipp und HST-Großformat beträgt bis zu 150 %. Die folgende Tabelle fasst alle entscheidungsrelevanten Kriterien zusammen.
| Kriterium | HST MOTION 82 Vista | SLIDE PSK | PAVA Dreh-Kipp |
| Max. Format (B × H) | 6.000 × 2.700 mm | ca. 3.000 × 2.400 mm | ca. 1.600 × 2.400 mm |
| Uw-Wert ab | 0,76 W/(m²K) | 0,72 W/(m²K) | 0,76 W/(m²K) |
| Öffnungsprinzip | Heben + Schieben | Parallel-Schieben + Kippen | Drehen + Kippen |
| Barrierefreie Schwelle | Ja (< 20 mm) | Ja (< 20 mm) | Nein |
| RC2-fähig | Ja | Ja | Ja |
| Raffstore integrierbar | Ja – Vorbaukasten | Ja – extern | Ja – extern |
| Aufpreis ggü. Standard | +80-150 % | +30-60 % | +20-40 % |
Hebe-Schiebe-Tür (HST): Maximale Formate, minimale Schwelle
Die Hebe-Schiebe-Tür ist das System für maximale Öffnungsbreiten: OKNOPLAST HST MOTION 82 Vista erreicht Formate bis 6.000 × 2.700 mm bei einem Uw-Wert ab 0,76 W/(m²K). Das Öffnungsprinzip – Flügel hebt sich beim Öffnen leicht an, gleitet dann seitlich – ermöglicht Schwellenkonstruktionen unter 20 mm und damit barrierefreien Zugang nach DIN 18040.
Das abgesenkte Flügelprofil des MOTION 82 Vista reduziert den Rahmenschatten um ca. 10 % gegenüber konventionellen HST-Systemen – bei bodentiefen Elementen mit großem Glasanteil ein messbarer Gewinn an Tageslicht. Der integrierte Raffstore-Vorbaukasten vereint Verglasung und Sonnenschutz in einem Bauteil.
Parallel-Schiebe-Kipp (PSK): Komfortlösung für mittlere Öffnungsbreiten
OKNOPLAST SLIDE PSK erreicht Uw ab 0,72 W/(m²K) – den niedrigsten Wert im OKNOPLAST-Terrassentüren-Portfolio – bei Formaten bis ca. 3.000 × 2.400 mm. Die PSK-Tür öffnet parallel zur Wandebene und schließt damit die Lücke zwischen Dreh-Kipp und HST in Funktion und Preis.
RC2-Einbruchschutz ist bei SLIDE PSK serienmäßig integrierbar – ein entscheidender Vorteil für bodentiefe Elemente im Erdgeschoss. Die barrierefreie Schwelle unter 20 mm erfüllt DIN 18040.
Bodentiefer Dreh-Kipp: Fensterfunktion mit Terrassengefühl
OKNOPLAST PAVA als bodentiefer Dreh-Kipp bietet dank STV-Technologie (Statische Trockenverglasung) eine um 10 % erhöhte Flügelsteifigkeit – entscheidend bei Einzelelementen ab 1.200 mm Breite, wo konventionelle Fenster unter Beschlagsbelastung nachlassen. Uw ab 0,76 W/(m²K), RC2-fähig, Einzelbreiten bis ca. 1.600 mm.
Dreh-Kipp bodentief ist die kostengünstigste Option und eignet sich für Öffnungen ohne Terrassenfunktion – zum Beispiel an Südfassaden als Lichtquelle mit Kippfunktion zur Stoßlüftung.

Wie vermeide ich Überhitzung bei großen Fensterfronten – und was steckt hinter dem g-Wert?
Eine 10 m² große Südverglasung mit g-Wert 0,60 lässt zur Mittagszeit bis zu 3.000 W Wärme in den Raum – das entspricht dem Heizoutput von 15 Heizkörpern mit je 200 W Leistung. Sommerwärme bei bodentiefen Fenstern ist kein Stilproblem, sondern ein physikalisches – und lösbar mit dem richtigen g-Wert und dem richtigen Außenschutz.
Was der g-Wert bedeutet – und warum 0,60 bei Südverglasung ein Problem ist
Der g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) gibt an, welcher Anteil der Sonneneinstrahlung als Wärme in den Raum gelangt: g = 0,60 bedeutet 60 % Wärmeeintrag, g = 0,35 bedeutet 35 %. Bei 10 m² Südverglasung und 500 W/m² Einstrahlung ergibt sich: g = 0,60 → 3.000 W; g = 0,35 → 1.750 W. Die Differenz von 1.250 W entspricht einer dauerhaft laufenden Elektroheizung.
Standard-Dreifachverglasung hat typisch g = 0,50-0,60 – optimal für solare Wärmegewinne im Winter, aber kritisch bei Südausrichtung im Sommer. Sonnenschutz-Dreifachverglasung (g = 0,30-0,40) reduziert den Wärmeeintrag um 30-50 %. Die wirksamste Lösung bleibt der außenliegende Raffstore in Kombination mit Dreifachverglasung.
| Verglasungstyp | g-Wert | Wärmeeintrag 10 m² Süd (500 W/m²) | Empfehlung |
| Standard-Dreifachverglasung | 0,50-0,60 | 2.500-3.000 W | Nord- / Ostfassade |
| Sonnenschutz-Dreifachverglasung | 0,30-0,40 | 1.500-2.000 W | Süd/West + Raffstore |
| Sonnenschutz-VSG | 0,25-0,35 | 1.250-1.750 W | Süd/West ohne Außenschutz |
| Dreifach + außenlieg. Raffstore | effektiv < 0,10 | < 500 W | Optimale Lösung Süd/West |
Raffstore, Sonnenschutzglas oder Markise – was wann die richtige Wahl ist
Außenliegender Raffstore reduziert den solaren Wärmeeintrag um bis zu 80 % – deutlich mehr als Sonnenschutzglas allein (-40-50 %) oder Innenjalousien (-20-30 %). Für bodentiefe HST- oder PSK-Fronten an Süd- und Westfassaden ist der außenliegende Raffstore die erste Wahl.
Markisen sind bei bodentiefen Fenstern nur bedingt geeignet: Sie schützen bei flachem Sonneneinfall wirkungsvoll, versagen aber bei steil einfallendem Mittagslicht. Für vollverglaste Südfronten ohne Dachvorsprung ist die Markise allein keine ausreichende Lösung.
HST MOTION 82 Vista: Integrierter Raffstore-Vorbaukasten als Systemlösung
Der OKNOPLAST HST MOTION 82 Vista integriert einen Raffstore-Vorbaukasten baulich in das Fensterelement – der einzige Kunststoff-HST im deutschen Markt mit ab Werk integriertem Raffstore-Vorbaukasten, der Verglasung und Sonnenschutz ohne nachträgliche Fassadenaufbauten in einem Bauteil vereint. Sonnenschutz, Sichtschutz und Wärmeregulation sind damit ab Rohbau geplant, nicht nachgerüstet.
Der integrierte Raffstore ist kompatibel mit SMART OKNOPLAST Voice (Alexa, Google Home) und Professional (KNX) – damit ist eine automatische Beschattungssteuerung per Sonnensensor oder Gebäudeleittechnik möglich.
Uw-Wert, GEG 2026 und BAFA: Was gilt für bodentiefe Fenster im Bestandsgebäude?
GEG §48 schreibt beim Fenstertausch im Bestandsgebäude einen Uw-Wert von maximal 1,3 W/(m²K) vor – OKNOPLAST SLIDE PSK erreicht ab 0,72 W/(m²K) und liegt damit 45 % unter diesem Grenzwert. BAFA BEG EM fördert auch Hebe-Schiebe-Türen und PSK-Türen, sofern der Uw-Wert eingehalten wird.
GEG §48: Welcher Uw-Wert gilt bei Fenstertausch im Bestandsgebäude?
GEG §48 gilt ausschließlich für Bestandsgebäude bei Fenstertausch (energetische Sanierung) – nicht für den Neubau, der nach §14-16 GEG einem Gesamtgebäudestandard folgt. Der Grenzwert: Uw ≤ 1,3 W/(m²K) für jedes Fensterelement. Alle drei OKNOPLAST-Systeme für bodentiefe Verglasungen unterschreiten diesen Grenzwert erheblich: PAVA ab 0,76 W/(m²K), SLIDE PSK ab 0,72 W/(m²K).
Der Uw-Wert bezieht sich auf das eingebaute Element inklusive Verglasung und Rahmen – nicht auf Ug (Glas) oder Uf (Rahmen) allein. Fordern Sie beim OKNOPLAST-Fachhandelspartner das Berechnungsprotokoll nach EN ISO 10077 an; dieses Dokument ist Pflichtbestandteil des BAFA-Antrags.
BAFA BEG EM: 15 % Grundförderung, 20 % mit iSFP – auch für HST und PSK?
BAFA BEG EM fördert Hebe-Schiebe-Türen und PSK-Türen mit 15 % Grundförderung (20 % mit iSFP), sofern der Uw-Wert ≤ 1,3 W/(m²K) beträgt. Die Förderung ist produktneutral – entscheidend ist der Uw-Wert, nicht das Öffnungsprinzip oder das Material des Rahmens.
Wichtig: Der BAFA-Antrag muss vor Vertragsabschluss mit dem Fachhandelspartner gestellt werden. Die Förderung gilt für Bestandsgebäude; für Neubau gelten separate KfW-Programme.
| Förderart | Fördersatz | Uw-Voraussetzung / Hinweis |
| BAFA BEG EM – Grundförderung | 15 % | ≤ 1,3 W/(m²K) – auch HST und PSK |
| BAFA BEG EM + iSFP-Bonus | 20 % | ≤ 1,3 W/(m²K) + gültiger iSFP |
| Max. förderfähige Kosten (mit iSFP) | 60.000 € | Antrag VOR Auftragserteilung – gilt pro WE |

Einbruchschutz im EG und Absturzsicherung im OG: Was genau ist vorgeschrieben?
Im Erdgeschoss empfiehlt die Polizeiliche Kriminalprävention RC2-Einbruchschutz für bodentiefe Elemente – im Obergeschoss schreiben die Landesbauordnungen eine Absturzsicherung vor, wenn die Fensterunterkante weniger als 90 cm über dem Fertigfußboden liegt. Beide Anforderungen lassen sich mit OKNOPLAST-Systemen ohne Kompromiss bei Uw-Wert oder Optik erfüllen.
RC2 im Erdgeschoss: Was ist der Unterschied zwischen ESG, VSG und RC2?
RC2-Einbruchschutz nach DIN EN 1627 erfordert bei bodentiefen Fenstern Verbundsicherheitsglas (VSG) mit mindestens zwei Glasschichten plus PVB-Folie sowie geprüfte Pilzkopfverriegelungen in der Stahlverstärkung des Rahmens. ESG (Einscheiben-Sicherheitsglas) ist kein Einbruchschutz – es splittert sicher bei Bruch, hält aber keinem Werkzeugangriff stand.
Laut Polizeilicher Kriminalprävention gilt: Wer das Aufhebeln innerhalb von 3 Minuten verhindert, schreckt 90 % der Gelegenheitstäter ab. RC2 nach DIN EN 1627 ist auf genau diese 3-Minuten-Widerstandszeit ausgelegt. OKNOPLAST SafetyPlus-Beschläge mit Pilzkopfverriegelung erfüllen RC2 serienmäßig.
DIN 18008-4 im Obergeschoss: Wann ist eine Absturzsicherung Pflicht?
DIN 18008-4 greift bei bodentiefen Fenstern im Obergeschoss, sobald die Fensterunterkante weniger als 90 cm über dem Fertigfußbodenniveau liegt – dann ist eine absturzsichernde Konstruktion gesetzlich vorgeschrieben. Bei bodentiefen Fenstern im OG ohne externe Brüstung sind drei Lösungen zulässig: Festverglasung des Unterteils (kein Öffnungsflügel), außen angebrachtes Geländer oder Öffnungsbegrenzung auf Kippfunktion mit maximal 10-12 cm Spaltmaß.
Die genauen Schwellenwerte variieren je Bundesland – in Bayern, NRW und den meisten weiteren Bundesländern gilt 90 cm als etablierter Standard. Lassen Sie die Anforderung Ihres Bundeslandes vor der Planung durch den OKNOPLAST-Fachhandelspartner prüfen.
Fenster vor WDVS: Die Einbauregel, die viele Bauherren zu spät erfahren
Bodentiefe Fenster müssen vor der Montage des Wärmedämmverbundsystems (WDVS) eingebaut werden – wer die Reihenfolge umdreht, riskiert undichte Anschlüsse, Wärmebrücken und Schimmelbildung hinter der Dämmung. Diese Planungsregel fehlt in allen zugänglichen deutschen Ratgeberartikeln zum Thema bodentiefe Fenster.
Warum bodentiefe Fenster immer vor der Fassadendämmung montiert werden müssen
Der Fensterrahmen muss um die Dämmstärke (typisch 14-20 cm) vor der Außenwandebene positioniert werden – nur so kann die WDVS-Platte bündig an den Rahmen anschließen und die Abdichtung lückenlos hergestellt werden. Die Vorkompressionsband-Abdichtung außen und die Dampfbremsfolie innen müssen direkt am Rohbaurahmen angebracht werden.
Warmatec-Abstandhalter (ψ = 0,03 W/(mK)) minimieren die Wärmebrücke am Glasrand – bei bodentiefen Elementen mit großem Glasanteil ist dieser Wert entscheidend für die energetische Gesamtbilanz. Das Vorhaltemaß entspricht der Dämmstärke: Bei 16 cm Dämmung liegt der Außenrand des Fensterrahmens 16 cm vor der Rohbauaußenwand.
| Schritt | Maßnahme | Zeitpunkt / Verantwortung |
| 1 – Rohbauöffnung | Wandöffnung herstellen, Sturz einbauen, statische Abnahme | Vor Fensterlieferung – Bauunternehmer + Statiker |
| 2 – Fenstereinbau | Rahmen mit Vorhaltemaß (= Dämmstärke) vor Außenwandebene einbauen, RAL-Montage | Vor WDVS – OKNOPLAST-Fachhandelspartner |
| 3 – Anschlussabdichtung | Dampfbremsfolie innen, Vorkompressionsband außen – luft- und schlagregendicht | Direkt nach Fenstereinbau – Monteur |
| 4 – WDVS-Montage | Dämmplatten bündig an Fensterrahmen führen, Anschlussprofile setzen | Nach Fenstereinbau – WDVS-Unternehmer |
| 5 – Putz + Abschluss | Armierungsputz, Deckputz, Anschlussprofil verputzen | Abschluss Rohbau – WDVS-Unternehmer |
Was passiert, wenn die Reihenfolge falsch ist – und wie man es richtig plant
Wird die WDVS-Montage vor dem Fenstereinbau abgeschlossen, entsteht zwangsläufig eine Wärmebrücke am Rahmenanschluss – mit einem ψ-Wert-Verlust von bis zu 0,05 W/(mK) gegenüber der korrekten RAL-Montage. Zusätzlich ist der Anschluss an die Bauwerksabdichtung bei barrierefreier Schwelle ohne freiliegenden Rohbauanschluss nicht normgerecht herstellbar.
Die Lösung für die Praxis: Fensterlieferung und WDVS-Beauftragung im Bauablaufplan koordinieren. OKNOPLAST-Fachhandelspartner liefern auf Abruf – ein Vorlauf von 6-10 Wochen ab Bestellung ist realistisch einzuplanen. Planen Sie den Fenstereinbau als Meilenstein vor dem WDVS-Start.

Was kosten bodentiefe Fenster – und lohnt sich die Investition wirklich?
Bodentiefe Fenster kosten je nach System 20-150 % mehr als Standardfenster gleicher Breite – BAFA-Förderung deckt bis zu 20 % der förderfähigen Kosten ab. Wer Statik und Sturz einkalkuliert, kommt auf einen realistischen Gesamtaufwand, der sich über den Immobilienwert langfristig amortisiert.
Aufpreis gegenüber Standardfenstern: Was Bauherren realistisch einkalkulieren sollten
Der Aufpreis für bodentiefe Elemente gegenüber Standardfenstern beträgt beim Dreh-Kipp ca. 20-40 %, bei PSK ca. 30-60 % und bei HST-Großformaten bis zu 150 % – zuzüglich Statik- und Einbaukosten. Bei Wandöffnungen über 1,25 m Breite im Mauerwerk sollte ein Statiker einbezogen werden; ab 2,50 m Öffnungsbreite ist die statische Berechnung für den Sturz in allen Bundesländern obligatorisch.
| Systemtyp | Aufpreis ggü. Standard | Richtwert inkl. Einbau (ca.) | BAFA-förderbar? |
| Bodentiefer Dreh-Kipp (PAVA) | +20-40 % | ab 1.200 € pro Element | Ja |
| PSK-Tür (SLIDE PSK) | +30-60 % | ab 2.800 € montiert | Ja |
| HST mittelgroß (bis 3.000 mm B) | +50-80 % | ab 4.500 € montiert | Ja |
| HST großformat (bis 6.000 mm B) | +80-150 % | ab 8.000 € montiert | Ja |
| Statik + Sturz (Zusatz) | — | 500-2.000 € je nach Öffnungsbreite | Nein |
Immobilienwert und ROI: Was bodentiefe Fenster für den Wiederverkaufspreis bedeuten
Bodentiefe Fenster steigern den Immobilienwert nachweislich: Marktanalysen führender Immobilienportale (u. a. Immoscout24, Immowelt, Stand 2025/2026) zeigen, dass Objekte mit erhöhtem Tageslichtanteil und direktem Gartenausgang im Schnitt 5-8 % höhere Angebotspreise erzielen als vergleichbare Objekte ohne diese Merkmale. Bei einem EFH-Marktwert von 500.000 € entspricht das 25.000-40.000 € Wertvorteil.
Energetisch rechnen sich südorientierte Großverglasungen bei korrekter Sonnenschutzplanung auch: Solare Wärmegewinne im Winter können den Heizbedarf eines EFH um 5-10 % reduzieren – bei gleichzeitig erhöhtem Wohnkomfort ohne Mehrverbrauch.
Bodentiefe Fenster von OKNOPLAST: HST MOTION 82 Vista, SLIDE PSK und PAVA im Überblick
OKNOPLAST bietet drei Systeme für bodentiefe Verglasungen im EFH: HST MOTION 82 Vista (bis 6.000 × 2.700 mm, Raffstore integriert), SLIDE PSK (Uw ab 0,72 W/(m²K), RC2 serienmäßig) und PAVA Dreh-Kipp (STV-Technologie, Einzelbreiten bis 1.600 mm) – alle GEG-konform, RC2-fähig und BAFA-fähig.
HST MOTION 82 Vista: bis 6.000 × 2.700 mm, Uw ab 0,76 W/(m²K), Raffstore integriert
Der OKNOPLAST HST MOTION 82 Vista erreicht als Kunststoff-Hebe-Schiebe-Tür Formate bis 6.000 × 2.700 mm bei einem Uw-Wert ab 0,76 W/(m²K). Das abgesenkte Flügelprofil erhöht den Glasanteil um ca. 10 % gegenüber konventionellen HST-Systemen – messbar mehr Tageslicht bei gleicher Elementgröße.
Der integrierte Raffstore-Vorbaukasten ist das Alleinstellungsmerkmal: Verglasung, Einbruchschutz (RC2) und Sonnenschutz bilden ein Bauteil. Steuerbar via SMART OKNOPLAST Basic bis Professional (KNX).
OKNOPLAST SLIDE PSK: Uw ab 0,72 W/(m²K), RC2 serienmäßig, barrierefreie Schwelle
OKNOPLAST SLIDE PSK erreicht Uw ab 0,72 W/(m²K) – 45 % unter dem BAFA-Grenzwert von 1,3 W/(m²K). Die barrierefreie Schwelle unter 20 mm erfüllt DIN 18040. RC2-Einbruchschutz ist serienmäßig integrierbar – kein Nachrüsten, kein Aufpreis für Grundeinbruchschutz.
SLIDE PSK eignet sich besonders für Bestandssanierungen mit Öffnungsbreiten bis 3,00 m und für alle Situationen, in denen ein Kompromiss aus Komfort, Einbruchschutz und Wärmedämmung gesucht wird.
OKNOPLAST PAVA als bodentiefer Dreh-Kipp: STV-Technologie für Großelemente
OKNOPLAST PAVA bietet als bodentiefer Dreh-Kipp dank STV-Technologie (Statische Trockenverglasung) eine um 10 % erhöhte Elementsteifigkeit – entscheidend bei Einzelbreiten ab 1.200 mm, wo konventionelle Dreh-Kipp-Fenster unter Beschlagsbelastung nachlassen. Uw ab 0,76 W/(m²K), RC2-fähig, Einzelbreiten bis ca. 1.600 mm.
Für EFH-Bauherren, die an einer oder zwei Fassadenseiten bodentiefe Einzelelemente ohne Terrassenfunktion wünschen, ist PAVA die kosteneffizienteste Lösung – mit BAFA-fähigen Uw-Werten und vollständiger SMART OKNOPLAST-Kompatibilität.
Häufige Fragen zu bodentiefen Fenstern im Einfamilienhaus – FAQ
Als bodentief gilt ein Fensterelement ab einer lichten Höhe von 2,00 m, wenn die Unterkante auf oder nahe dem Fertigfußbodenniveau liegt. Standard-Dreh-Kipp-Fenster erreichen in Deutschland typisch 1,20-1,50 m Höhe.
Bei Neubauten ist die bodentiefe Verglasung in der Regel im Baugenehmigungsverfahren enthalten. Bei nachträglichem Einbau im Bestandsgebäude ist eine Baugenehmigung erforderlich, wenn tragende Wände geöffnet werden. Die Anforderungen variieren je Bundesland.
ESG (Einscheiben-Sicherheitsglas) splittert bei Bruch in kleine Würfel – es bietet keinen Einbruchschutz. VSG (Verbund-Sicherheitsglas) hält Splitter durch eine PVB-Folie zusammen und widersteht weiteren Angriffen nach Bruch – Voraussetzung für RC2 nach DIN EN 1627.
Ja – mit statischer Prüfung und, je nach Bundesland, Baugenehmigung. Ab einer Öffnungsbreite von 1,25 m sollte ein Statiker einbezogen werden; ab 2,50 m ist eine statische Berechnung für den Sturz obligatorisch. Kosten: typisch 500-2.000 €.
g = 0,50 bedeutet: 50 % der Sonneneinstrahlung gelangen als Wärme in den Raum. Bei 10 m² Südverglasung und 500 W/m² Einstrahlung sind das 2.500 W Wärmeeintrag zur Mittagszeit – entsprechend ca. 12 elektrischen Heizkörpern mit je 200 W Leistung.
Ja – BAFA BEG EM fördert HST-Türen und PSK-Türen mit 15 % Grundförderung (20 % mit iSFP), sofern der Uw-Wert ≤ 1,3 W/(m²K) beträgt. Der Antrag muss vor Vertragsabschluss gestellt werden. Alle drei OKNOPLAST-Systeme erfüllen den Grenzwert.
Ab einer Öffnungsbreite von 1,25 m im Mauerwerk sollte ein Statiker einbezogen werden. Ab 2,50 m Öffnungsbreite ist die statische Berechnung für Sturz und Ringbalken in allen Bundesländern obligatorisch. Holzrahmenbau und Fertighauskonstruktionen folgen herstellerspezifischen Regeln.
Die Abdichtung zwischen Fensterrahmen und Rohbau (Vorkompressionsband außen, Dampfbremsfolie innen) muss am freiliegenden Rohbauanschluss angebracht werden. Ist das WDVS bereits montiert, ist dieser Anschluss nicht mehr zugänglich – das Ergebnis sind undichte Fugen, Wärmebrücken und Schimmelgefahr.
Die Landesbauordnungen schreiben eine Brüstungshöhe von mindestens 90 cm vor, wenn die Absturzhöhe mehr als 1,00 m beträgt. Bei bodentiefen Fenstern im OG sind drei Lösungen zulässig: Festverglasung des Unterteils, außen angebrachtes Geländer oder Öffnungsbegrenzung auf Kippfunktion (max. 10-12 cm Spaltmaß).
OKNOPLAST HST MOTION 82 Vista erreicht Formate bis 6.000 × 2.700 mm. Bei Breiten über 4.000 mm empfiehlt sich eine mehrflügelige Aufteilung, um Bedienkomfort und dauerhaft dichte Funktion zu gewährleisten.
Eine HST-Tür bis 3.000 mm Breite kostet montiert ab ca. 4.500 €; HST-Großformate ab ca. 8.000 €. Standardfenster gleicher Breite liegen typisch bei 800-1.500 € montiert. Der Aufpreis beträgt 50-150 %. BAFA-Förderung reduziert den Nettobetrag um 15-20 %.
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