Fenster im Geschosswohnungsbau: Anforderungen, Normen und Ausschreibung für Bauträger
Fenster im Geschosswohnungsbau müssen gleichzeitig Energie-, Schall- und Einbruchschutzanforderungen erfüllen – und in eine rechtssichere Ausschreibung übersetzt werden. Kein anderer Artikel im deutschen SERP liefert bisher eine vollständige Normtabelle, eine Schallschutz-Matrix nach Raumtyp und eine Muster-Leistungsbeschreibung mit CPV-Code 45421132-8 in einem Dokument. Dieser Artikel tut das.
Was Bauträger und Planer in diesem Artikel finden:
- Vollständiger Normrahmen für Fenster im GWB – DIN 4109, DIN 18040, DIN 1946-6, GEG, VOB/B und RAL-GZ 695 in einer Tabelle
- Schallschutz-Matrix nach Raumtyp und Außenlärmpegel – SSK 1 bis SSK 5 nach VDI 2719 mit konkreten Rw-Werten
- RC-2 im EG: wann Pflicht, was es kostet, was es für die Vermarktung bringt
- Energetische Anforderungen 2026 – GEG, KfW EH 55 und KfW EH 40 mit OKNOPLAST-Produkttabelle
- Muster-Leistungsbeschreibung mit CPV-Code 45421132-8 – direkt verwertbar für Ausschreibungsunterlagen
- Planungsregeln: Fenster vor WDVS, Fenstergröße, Lüftungskonzept, Lochfenster vs. Fensterbänder

Was ist Geschosswohnungsbau – und warum sind Fenster darin planungskritisch?
Geschosswohnungsbau bezeichnet Wohngebäude mit drei oder mehr übereinanderliegenden Wohneinheiten. In Deutschland entstanden 2024 rund 60 Prozent aller neu gebauten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Fenster sind im GWB planungskritisch: Sie müssen gleichzeitig Energiebilanz, Schallschutz, Einbruchschutz und Barrierefreiheit erfüllen – und rechtssicher ausgeschrieben werden.
Geschosswohnungsbau – Definition und Marktbedeutung
Als Geschosswohnungsbau (GWB) gelten Wohngebäude ab drei Vollgeschossen mit mehreren Wohneinheiten, die über Treppenhäuser oder Aufzüge erschlossen werden. In Deutschland umfasst der GWB-Sektor rund 2.800 aktive Bauträger und Projektentwickler. Ein typisches Neubauprojekt mit 8 Wohneinheiten benötigt 60 bis 100 Fensterelemente – ein wirtschaftlich und planerisch relevantes Bauteil.
Warum Fenster im GWB andere Anforderungen stellen als im Einfamilienhaus
Im GWB sind DIN 4109, DIN 18040 und DIN 1946-6 über Landesbauordnungen verbindlich – im Einfamilienhaus gelten sie meist als Empfehlung. Dazu kommen Versicherungsanforderungen (RC-2 EG) und VOB/A-Ausschreibungspflicht bei geförderten Projekten – Regelwerke, die im privaten Hausbau keine Rolle spielen.
| Anforderung | Einfamilienhaus | Geschosswohnungsbau |
| Schallschutz DIN 4109 | Empfehlung | Verbindlich (BauO) |
| Barrierefreiheit DIN 18040 | Optional | Pflicht (EG + Aufzug, LBO) |
| RC-2 Einbruchschutz | Optional | EG-Standard empfohlen / Versicherung |
| Lüftungskonzept DIN 1946-6 | Empfehlung | Verbindlich bei dichter Hülle |
| VOB/A-Ausschreibung | Nicht relevant | Ab 20.000 € netto (geförderte Projekte) |
| Fensterfläche Richtwert | 20-25 % Raumgrundfläche | 20-25 % Raumgrundfläche (DIN 5034) |
| Energieausweis Fensternachweis | Einfach | Komplex (mehrere Orientierungen, WE) |
Tabelle 1: Fensteranforderungen im Vergleich – Einfamilienhaus vs. Geschosswohnungsbau (Stand: März 2026)
Welche Normen gelten verbindlich für Fenster im Geschosswohnungsbau?
Für Fenster im Geschosswohnungsbau gelten neun verbindliche oder planungsrelevante Regelwerke gleichzeitig. DIN 4109-1 regelt den Schallschutz, DIN 18040 die Barrierefreiheit, DIN 1946-6 das Lüftungskonzept, das GEG 2024 die Energetik und VOB/B den Bauvertrag. Keines dieser Regelwerke kann isoliert betrachtet werden – sie bedingen einander.
DIN 4109 – Schallschutz im Hochbau
DIN 4109-1:2018 legt Mindestanforderungen an den Schallschutz von Baukonstruktionen fest. Für Fenster im Geschosswohnungsbau ist das bewertete Schalldämmmaß Rw maßgeblich – es wird anhand des maßgeblichen Außenlärmpegels berechnet. DIN 4109-2:2018 regelt den rechnerischen Nachweis.
DIN 18040 – Barrierefreiheit im Wohnungsbau
DIN 18040-1 gilt für öffentlich zugängliche Gebäude (verbindlich), DIN 18040-2 für Wohnungsneubau als R-Standard (planungsrelevant). Für Fenster bedeutet das: lichte Durchgangsbreite mindestens 900 mm, Bedienelemente auf maximal 85 cm Höhe, Schwelle höchstens 20 mm.
DIN 1946-6 – Lüftung und Fensterplanung
DIN 1946-6:2019 ist verbindlich, sobald eine Gebäudehülle luftdicht ausgeführt wird. Sie schreibt vor, dass ein Lüftungskonzept erstellt werden muss, bevor PVC-Fenster endgültig dimensioniert werden. Spätlüftung über Fensterkippen ist nach DIN 1946-6 keine planungsfähige Lösung – kontrollierte Lüftungsanlagen oder fensterintegrierte Zuluftelemente sind erforderlich.
GEG 2024 und RAL-Montage
Das GEG 2024 schreibt im Neubau keinen Einzel-Uw-Wert für Fenster vor, sondern den Gesamtenergiebedarf des Gebäudes. Für KfW-geförderte GWB-Projekte ist Uw ≤ 0,95 W/(m²K) (KfW EH 55) bzw. ≤ 0,80 W/(m²K) (KfW EH 40) typisch erforderlich. Der Einbau muss nach RAL-GZ 695 erfolgen, um Anschluss-Wärmebrücken zu vermeiden.
| Norm / Regelwerk | Inhalt | Verbindlichkeit GWB | Fenster-Relevanz |
| DIN 4109-1:2018 | Schallschutz Hochbau – Mindestanforderungen | Verbindlich (LBO) | Rw ≥ 30-45 dB je Lage |
| DIN 4109-2:2018 | Schallschutz – Rechnerische Nachweise | Verbindlich | Nachweis Schallschutzklasse |
| DIN 18040-1:2010 | Barrierefreiheit öffentl. zugängl. Gebäude | Verbindlich (LBO) | Lichte Breite ≥ 900 mm, Schwelle ≤ 20 mm |
| DIN 18040-2:2011 | Barrierefreiheit Wohnungsbau | R-Standard (LBO) | Bedienelemente ≤ 85 cm Höhe |
| DIN 1946-6:2019 | Lüftung von Wohngebäuden | Verbindlich (luftdichte Hülle) | Lüftungskonzept vor Fensterdimensionierung |
| GEG 2024 § 14-16 | EH-55-EE-Standard Neubau | Verbindlich | Uw ≤ 0,95 W/(m²K) typisch KfW |
| GEG 2024 § 48 | Fenstertausch Bestand | Bei Sanierung GWB | Uw ≤ 1,3 W/(m²K) |
| RAL-GZ 695 | Normgerechter Fenstereinbau | Stand der Technik | Anschluss, Abdichtung, Montageebene |
| DIN EN 1627:2021 | Einbruchhemmung – RC-Klassen | Bei RC-2-Anforderung | RC-2 im EG GWB empfohlen |
| VOB/B | Bauvertragsnormen | GWB-Projekte Standard | Mängelrecht, Gewährleistung 4 Jahre |
Tabelle 2: Vollständiger Normrahmen Fenster im Geschosswohnungsbau 2026 – alle relevanten Regelwerke in einer Übersicht

Welchen Schallschutz müssen Fenster im Geschosswohnungsbau erfüllen?
Schlafzimmerfenster im GWB müssen je nach Lage Rw 30 bis 45 dB erreichen – die Anforderung ergibt sich aus dem Außenlärmpegel und dem Raumtyp nach DIN 4109-1. Dreifachverglasung in der Basisausführung erreicht Rw 34-36 dB – für Hauptstraßenlagen (> 55 dB) reicht das nicht aus.
DIN 4109 – Mindestanforderungen nach Außenlärmpegel und Raumtyp
DIN 4109-1:2018 schreibt für Schlafzimmer an Straßen mit 55-70 dB Außenlärm mindestens Rw 40-45 dB vor – Standard-Dreifachverglasung mit Rw 34-36 dB reicht dort nicht aus. Die Anforderung ergibt sich aus dem maßgeblichen Außenlärmpegel und dem Raumtyp; für Schlafräume ist der zulässige Innenpegel auf 30 dB(A) begrenzt.
| Raumtyp | Maßgeblicher Außenlärm | Mindest-Rw (DIN 4109) | Empfehlung GWB |
| Schlafzimmer, ruhige Lage (< 41 dB) | Gering | Rw ≥ 30 dB (SSK 1) | Dreifachverglasung Standard |
| Schlafzimmer, Wohngebiet (41-55 dB) | Mittel | Rw ≥ 35 dB (SSK 2-3) | Schallschutzglas, dichte Dichtungsebene |
| Schlafzimmer, Hauptstraße (55-70 dB) | Hoch | Rw ≥ 40-45 dB (SSK 3-4) | Spezialverglasung + Schallschutzrollladen |
| Wohnzimmer, ruhige Lage | Gering | Rw ≥ 25 dB | Dreifachverglasung ausreichend |
| Wohnzimmer, Innenstadtlage | Mittel-hoch | Rw ≥ 35 dB | SSK 3 empfohlen |
| Treppenhaus / Nebenräume | Intern | Rw ≥ 27 dB | Zweifachverglasung möglich |
Tabelle 3: Schallschutz-Matrix Fenster im GWB nach Raumtyp und Außenlärmpegel (Quelle: DIN 4109-1:2018; Empfehlungen für Neubau GWB)
Schallschutzklassen SSK 1 bis SSK 5 nach VDI 2719
Die VDI-Richtlinie 2719 fasst die Anforderungen in fünf Schallschutzklassen (SSK) zusammen. Für die Mehrzahl der Geschosswohnungsbauprojekte in deutschen Städten ist SSK 2 bis SSK 3 relevant. SSK 4 und SSK 5 sind Sonderfälle für extreme Belastungslagen.
| Schallschutzklasse | Schalldämmmaß Rw | Anwendung im GWB |
| SSK 1 | 25-29 dB | Ruhige Lagen, Innenhöfe, Gartenseite |
| SSK 2 | 30-34 dB | Wohngebiete, Außenlärm < 55 dB |
| SSK 3 | 35-39 dB | Stadtlagen, Hauptstraßen, Mischgebiete |
| SSK 4 | 40-44 dB | Stark belastete Lagen, Gewerbe angrenzend |
| SSK 5 | ≥ 45 dB | Ausnahme: Flughafen, Autobahn, Bahnlinie |
Tabelle 4: Schallschutzklassen nach VDI 2719 – Rw-Werte und Anwendungsbereiche im Geschosswohnungsbau
Erhöhter Schallschutz – wann er sinnvoll und vermarktbar ist
Erhöhter Schallschutz (SSK 3 und SSK 4) ist kein Luxus: Studien zeigen, dass Wohnungen mit nachgewiesenem Schallschutz über SSK 3 in innerstädtischen Lagen 5 bis 12 Prozent höhere Mietpreise erzielen. Für Bauträger bedeutet das: Die Mehrkosten für Schallschutzglas (10 bis 20 Prozent Aufpreis pro Fenster) amortisieren sich über den Projektzeitraum.
Welchen Uw-Wert und welche KfW-Stufe brauchen Fenster im GWB?
Das GEG 2024 schreibt im GWB-Neubau keinen Einzel-Uw-Wert für Fenster vor, sondern den Gesamtenergiebedarf des Gebäudes. In der Praxis bedeutet KfW EH 55 einen Uw ≤ 0,95 W/(m²K), KfW EH 40 einen Uw ≤ 0,80 W/(m²K) – jeweils mit Dreifachverglasung und Warme-Kante-Glasrandverbund.
GEG 2024 im GWB – Gesamtgebäudestandard, kein Fenster-Einzelwert
Das GEG 2024 § 14-16 schreibt den EH-55-EE-Standard als Neubau-Mindeststandard vor: maximal 55 Prozent des Primärenergiebedarfs eines Referenzgebäudes und mindestens 65 Prozent EE-Anteil. Der Uw-Wert des einzelnen Fensters ist Teil des Gesamt-Energienachweises, den ein Energieberater erstellt. Wer KfW-Förderung anstrebt, plant von Anfang an mit Dreifachverglasung.
KfW EH 55 und KfW EH 40 im Geschosswohnungsbau 2026
KfW EH 55 wurde am 16. Dezember 2025 für bereits genehmigte GWB-Projekte reaktiviert – befristet, Kreditvolumen bis 100.000 Euro je Wohneinheit. KfW EH 40 ist der aktuelle Goldstandard ohne Befristung. Für GWB mit mehreren Wohneinheiten kann die Kreditobergrenze pro Projekt erheblich höher liegen als beim Einzelhaus.
| Standard | Primärenergiebedarf | Uw Fenster empfohlen | KfW-Förderung 2026 |
| GEG-Mindest (EH 55 EE) | ≤ 55 % Referenz + 65 % EE | ≤ 0,95 W/(m²K) | KfW 261 befristet (Stand 03/2026) |
| KfW EH 40 (Goldstandard) | ≤ 40 % Referenz + 65 % EE | ≤ 0,80 W/(m²K) | KfW 261 aktiv |
| Passivhaus PHI | ≤ 15 kWh/(m²a) Heizwärme | ≤ 0,80 W/(m²K) | KfW 261 EH 40 EE |
Tabelle 5: Energetische Anforderungen GWB-Fenster 2026 – GEG, KfW EH 55 und KfW EH 40 (Stand: März 2026; KfW-Konditionen können sich ändern)
OKNOPLAST-Fenstersysteme für den Geschosswohnungsbau
OKNOPLAST bietet für jeden GWB-Energiestandard ein passendes System – von GEG-Mindest (Konzept, Uw 0,92) über KfW EH 55 (ECOFUSION 76, Uw 0,78) bis KfW EH 40 (PAVA, Uw 0,76, RC-2-zertifiziert). Alle Systeme tragen RAL-Güteklasse A und 10 Jahre Garantie – direkt referenzierbar in Leistungsbeschreibungen.
| System | Uw-Wert | Rw | RC | Eignung GWB | Besonderheit |
| Konzept | ab 0,92 W/(m²K) | 32 dB | optional | GEG-Mindest | Kostenoptimiert, Einstieg |
| ECOFUSION 76 | ab 0,78 W/(m²K) | 34 dB | optional | KfW EH 55 ✅ | Neubau-System, effizient |
| Grande Classic | ab 0,83 W/(m²K) | 37 dB | optional | KfW EH 55 ✅ | +22 % Tageslicht, MFH-Design |
| PAVA | ab 0,76 W/(m²K) | 36 dB | RC-2 ✅ | KfW EH 40 ✅ | STV-Technologie, ift Rosenheim |
| Winergetic Premium Passiv | ab 0,67 W/(m²K) | 38 dB | optional | KfW EH 40 / PH ✅ | Vierfachverglasung möglich |
Tabelle 6: OKNOPLAST-Fenstersysteme für GWB-Neubau 2026 – alle Angaben Dreifachverglasung Ug = 0,5 W/(m²K) mit Warmatec, ift Rosenheim zertifiziert

Wann ist RC-2 im Geschosswohnungsbau Pflicht?
RC-2 (Widerstandsklasse 2 nach DIN EN 1627) ist im Geschosswohnungsbau bundesweit nicht gesetzlich verpflichtend – wird aber von Versicherern als Standard für Erdgeschosswohnungen empfohlen und in vielen Projektfinanzierungen vorausgesetzt. OKNOPLAST PAVA ist RC-2-zertifiziert durch das ift Rosenheim – der Nachweis ist direkt in Ausschreibungsunterlagen einbringbar.
RC-2 im Erdgeschoss – gesetzliche Lage und Empfehlungsstandard
RC-2 gilt als Mindeststandard für alle Erdgeschosswohnungen im GWB – von Versicherern empfohlen, bei mehreren Landesförderprogrammen regional Pflicht. DIN EN 1627:2021 definiert sechs Widerstandsklassen RC 1 bis RC 6; RC-2 widersteht einem Angriff mit einfachen Werkzeugen bis zu 3 Minuten. Landesförderprogramme in NRW und Bayern knüpfen Wohnraumförderung explizit an RC-2 im EG.
Was kostet RC-2 mehr – und was bringt es dem Bauträger?
RC-2 kostet pro Fenster rund 80 bis 150 Euro mehr – bei 20 EG-Fenstern rund 1.600 bis 3.000 Euro Mehraufwand, der sich über Versicherungsvorteile und den Vermarktungsvorteil „RC-2 zertifiziert“ für Bauträger relativiert.
| Kriterium | Ohne RC-2 | Mit RC-2 |
| Aufpreis pro Fenster | — | ca. 80-150 € |
| Aufpreis 20-Fenster-Projekt EG | — | ca. 1.600-3.000 € |
| Versicherungsersparnis Mieter | Kein Argument | 5-15 % Prämienreduktion möglich |
| Vermarktungsvorteil | Keiner | „RC-2 zertifiziert“ als Verkaufsargument |
| Haftungsrisiko Einbruch EG | Vorhanden | Deutlich reduziert |
| ift Rosenheim Nachweis | Nicht verfügbar | ✅ Für Ausschreibung nutzbar |
Tabelle 7: RC-2 im GWB – Mehrkosten vs. Nutzen für Bauträger und Projektentwickler (Richtwerte 2026)
Wie schreibt man Fenster im GWB rechtssicher aus?
Eine rechtssichere Ausschreibung für GWB-Fenster enthält acht Pflichtpositionen: Profilsystem, Wärmeschutz, Schallschutz, Einbruchschutz, Barrierefreiheit, Lüftung, Einbaustandard und Garantie. Dazu kommt der CPV-Code 45421132-8 für öffentliche Vergabeverfahren. Fehlende Positionen führen zu Nachforderungen, Nachtragspotenzial und im schlimmsten Fall zu Rügenmöglichkeiten durch Bieter.
Welche Vergabeform gilt – VOB/A, UVgO oder freie Vergabe?
Private Bauträger sind grundsätzlich nicht an VOB/A gebunden. Bei geförderten Projekten (KfW, Länderförderung, kommunale Zuschüsse) wird VOB/A-konforme Vergabe häufig als Förderbedingung vorgeschrieben. Öffentliche Auftraggeber und kommunale Wohnungsgesellschaften (KWG) unterliegen ab den EU-Schwellenwerten der VgV.
| Auftraggeber | Vergabeform | Schwellenwert Fenster | Plattform |
| Privater Bauträger | Freie Vergabe | Keine Pflicht | Direkte Anfrage |
| Privater BT gefördert | Beschränkte Ausschreibung | Ab 20.000 € netto (VOB/A § 3a) | Empfohlen |
| Öffentlicher AG / WBG | Öffentliche Ausschreibung | Ab 215.000 € netto (VgV) | evergabe.de, dtvp.de |
| Kommunale Wohnungsges. (KWG) | UVgO / VOB/A | Ab 20.000 € | vergabe.nrw.de u. a. |
Tabelle 8: Vergabeformen für GWB-Fenster 2026 nach Auftraggeber und Schwellenwert (Quelle: VOB/A, VgV, UVgO; Stand: März 2026)
Was muss die Leistungsbeschreibung für GWB-Fenster enthalten?
Eine GWB-Fenster-Leistungsbeschreibung muss acht Positionen abdecken – von Profilsystem bis Garantie – damit Bieter keine Nachforderungen stellen und Auftraggeber kein Nachtragspotenzial eröffnen.
| Position | Inhalt | Nachweis / Dokument |
| Profilsystem | Hersteller, Kammerzahl, Bautiefe, RAL-Güteklasse A | Herstellerzertifikat |
| Wärmeschutz | Uw-Wert, Ug-Wert, Glasaufbau, Glasrandverbund | CE-Kennzeichnung, ift-Prüfzeugnis |
| Schallschutz | Rw-Wert, SSK-Klasse nach VDI 2719 | Prüfzeugnis ift Rosenheim |
| Einbruchschutz | RC-Klasse nach DIN EN 1627 (EG: RC-2) | ift-Zertifikat RC-2 |
| Barrierefreiheit | DIN 18040 Konformität, Schwellenhöhe, Bedienbarkeit | Herstellererklärung |
| Lüftung | Lüftungsöffnungen / Zuluftelemente nach DIN 1946-6 | Lüftungskonzept Planer |
| Einbau | RAL-GZ 695, Montageebene, Anschlusstyp, Luftdichtheit | RAL-Gütenachweis Montage |
| Garantie | Mindestlaufzeit, Gewährleistung nach BGB § 634a | Herstellererklärung ≥ 10 Jahre |
Tabelle 9: Pflichtinhalte Leistungsbeschreibung GWB-Fenster – alle acht Positionen für rechtssichere Ausschreibung
Muster-Leistungsbeschreibung mit CPV-Code 45421132-8
Die Muster-LB unten enthält alle acht Pflichtpositionen nach RAL-GZ 695, DIN 4109 und DIN EN 1627 – direkt einsetzbar für Ausschreibungen mit CPV-Code 45421132-8. Sie basiert auf OKNOPLAST ECOFUSION 76 / PAVA und muss projektspezifisch angepasst werden.
| CPV-Code: 45421132-8 (Einbau von Fenstern) |
| Position: Kunststoff-Dreh-Kipp-Fenster, Dreifachverglasung |
| Profilsystem: 5-Kammer-Kunststoff, RAL-Güteklasse A, Bautiefe mind. 76 mm |
| Verglasung: Dreifach-Wärmeschutzglas Ug ≤ 0,6 W/(m²K), Uw ≤ 0,85 W/(m²K) |
| Glasrandverbund: Warme Kante (ψ ≤ 0,04 W/(mK)) |
| Schallschutz: Rw ≥ 34 dB, Klasse SSK 2 nach VDI 2719 |
| Einbruchschutz EG: RC-2 nach DIN EN 1627, ift Rosenheim zertifiziert |
| Einbau: nach RAL-GZ 695, warmer Einbau, Anschluss luft- und schlagregendicht |
| Nachweis: CE-Kennzeichnung, ift-Prüfzeugnis, Herstellergarantie ≥ 10 Jahre |
Hinweis: Musterposition ohne Gewähr – projektspezifische Anpassung durch Fachplaner erforderlich. LV-Vorlagen in GAEB-Format sind über OKNOPLAST auf Anfrage verfügbar.

Was müssen Bauträger bei Fensterplanung und -einbau im GWB beachten?
Fünf Planungsregeln sind im GWB nicht verhandelbar: Fenster müssen vor dem WDVS eingebaut werden, die Fensterfläche soll 20 bis 25 Prozent der Raumgrundfläche erreichen, das Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 muss vor der Fensterdimensionierung vorliegen, und die Wahl zwischen Lochfenster und Fensterband entscheidet über Statik, Kosten und Tageslicht.
Fenster vor WDVS – die kritische Montagereihenfolge im GWB
| Kritische Montageregel: Fenster müssen im Geschosswohnungsbau vor dem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) eingebaut werden. Nur so ist die normgerechte Dämmung des Leibungsanschlusses möglich. Wer die Reihenfolge umkehrt, riskiert Wärmebrücken an der Laibung, Feuchteschäden und Nachbesserungskosten – die im GWB bei mehreren Etagen erheblich sein können. |
Die Montageebene des Fensters bestimmt, wie tief die Dämmung an der Laibung geführt werden kann. Nach RAL-GZ 695 (warmer Einbau) wird das Fenster in der Dämmebene positioniert – das erfordert eine koordinierte Bauzeitenplanung zwischen Rohbau, Fenstereinbau und Fassadenarbeiten.
Fensterfläche und Tageslicht – Planungsrichtwerte für MFH
DIN 5034-1 empfiehlt für Wohnräume eine Glasfläche von mindestens 10 Prozent der Raumgrundfläche, als Optimum gelten 20 bis 25 Prozent. Ein 20-m²-Schlafzimmer benötigt demnach 2,0 bis 5,0 m² Fensterfläche. Bei der Planung bodentiefer Fenster im GWB sind VSG-Sicherheitsglas, Absturzsicherung und Reinigungsmöglichkeit von außen zusätzlich zu berücksichtigen.
Lüftungsplanung nach DIN 1946-6 – was Fenster leisten müssen
Bei luftdichter GWB-Gebäudehülle schreibt DIN 1946-6:2019 ein Planungs-Lüftungskonzept vor – Fensterkippen reicht als planungsfähige Lösung nicht aus. Entweder werden fensterintegrierte Zuluftelemente eingeplant oder eine zentrale bzw. dezentrale Lüftungsanlage vorgesehen. Die Entscheidung beeinflusst direkt das Fenster-Falzmaß und die Fenstergröße.
Lochfenster vs. Fensterbänder – Fensterformate im GWB im Vergleich
Lochfenster sind im Standard-MFH die wirtschaftlichere Wahl; Fensterbänder kosten 20 bis 40 Prozent mehr und stellen höhere Anforderungen an Statik, Schallschutz und Wärmebrückenfreiheit – lohnen sich aber bei Premium-MFH mit maximaler Tageslichtausbeute.
| Merkmal | Lochfenster | Fensterbänder |
| Definition | Einzelnes Fenster in geschlossener Fassade | Durchlaufende horizontale Verglasung |
| Tageslicht | Begrenzt (20-25 % Raumfläche) | Maximiert |
| Schallschutz | Einfacher zu optimieren | Aufwendiger (größere Fläche = mehr Lärmeintrag) |
| Statik | Standard (Sturz üblich) | Zusätzliche Pfetten- / Sturzkonstruktion |
| Wärmebrückenrisiko | Beherrschbar | Erhöht (größere Glasfläche) |
| Kosten (Richtwert) | Basis | +20-40 % gegenüber Lochfenster |
| Typischer Einsatz GWB | Standard-MFH, sozialer Wohnungsbau | Premium-MFH, gemischte Nutzung |
Tabelle 10: Lochfenster vs. Fensterbänder im Geschosswohnungsbau – Planung, Kosten und Schallschutz im Vergleich
Welche Fenstersysteme empfehlen sich für den Geschosswohnungsbau?
OKNOPLAST liefert aus einer Produktion mit 7.000 Einheiten täglich – ausreichend für GWB-Projekte mit 50 bis 500 Fenstern ohne Lieferverzug. Alle GWB-relevanten Systeme sind RC-2-zertifiziert (über PAVA), tragen RAL-Güteklasse A und kommen mit 10 Jahren Garantie. Das macht sie direkt referenzierbar in Leistungsbeschreibungen und Ausschreibungsunterlagen.
Auswahlkriterien für Bauträger – Preis, Lieferzeit, Zertifizierung
Für Bauträger im GWB sind drei Kriterien entscheidend: Nachweisfähigkeit (ift Rosenheim, CE, RC-2), Liefersicherheit für 50 bis 500 Einheiten im Projektzeitraum und Planungsunterstützung (LV-Vorlagen, GAEB-Format).
OKNOPLAST im GWB – B2B-Vorteile
Fünf Strukturvorteile machen OKNOPLAST zur verlässlichen Wahl für GWB-Projekte mit 50 bis 500 Fenstereinheiten: Produktionskapazität, Zertifizierungstiefe, Flächendeckung, Nachhaltigkeitsnachweis und Gewährleistungssicherheit.
- 720+ Fachhandelspartner in DACH – lokale Montage für räumlich verteilte GWB-Projekte
- OKNOPLAST 360 Partnerprogramm – Schulungen, Endkundenweiterleitung, Projektbegleitung
- Rewindo-zertifiziertes Recyclingsystem – Nachhaltigkeitsnachweis für ESG-Reporting
- 10 Jahre Garantie auf alle PVC-Fenstersysteme – Planungssicherheit für Bauträgerhaftung
Welche Fragen stellen Bauträger zu Fenstern im GWB am häufigsten?
Für Fenster im GWB gelten verbindlich: DIN 4109-1/2 (Schallschutz), DIN 18040-1/2 (Barrierefreiheit), DIN 1946-6 (Lüftung), GEG 2024 § 14-16 (Energetik), RAL-GZ 695 (Einbau) und DIN EN 1627 (Einbruchschutz). VOB/B regelt den Bauvertrag bei geförderten Projekten.
DIN 4109-1 schreibt für Schlafzimmer in Wohngebieten (Außenlärm 41-55 dB) ein Schalldämmmaß von mindestens Rw = 35 dB vor – das entspricht SSK 2 bis SSK 3 nach VDI 2719. In Innenstadtlagen oder an Hauptstraßen (> 55 dB) sind SSK 3 bis SSK 4 mit Rw ≥ 40 dB erforderlich.
RC-2 ist bundesweit nicht gesetzlich verpflichtend, wird aber von Versicherern als Standard für Erdgeschosswohnungen empfohlen. Mehrere Landesförderprogramme knüpfen Wohnraumförderung an RC-2 im EG. Der Aufpreis beträgt ca. 80-150 Euro pro Fenster – bei 20 EG-Fenstern rund 1.600-3.000 Euro Mehrkosten.
Das GEG 2024 schreibt im GWB-Neubau keinen Einzel-Uw-Wert für Fenster vor. Für KfW EH 55 sind Uw ≤ 0,95 W/(m²K), für KfW EH 40 Uw ≤ 0,80 W/(m²K) typisch erforderlich. Beide Werte werden mit Dreifachverglasung und Warme-Kante-Glasrandverbund (Warmatec) erreicht.
Der CPV-Code für den Einbau von Fenstern lautet 45421132-8. Er ist verpflichtend bei öffentlichen Vergabeverfahren nach VgV (öffentliche Auftraggeber ab 215.000 Euro Auftragswert) und sollte auch bei UVgO-Vergaben kommunaler Wohnungsgesellschaften verwendet werden.
Eine rechtssichere Leistungsbeschreibung enthält acht Positionen: Profilsystem (RAL-Güteklasse A, Bautiefe), Wärmeschutz (Uw, Ug, Glasaufbau), Schallschutz (Rw, SSK-Klasse), Einbruchschutz (RC-Klasse), Barrierefreiheit (DIN 18040), Lüftung (DIN 1946-6), Einbau (RAL-GZ 695) und Garantie.
Fenster müssen vor dem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) eingebaut werden, damit der Leibungsanschluss normgerecht gedämmt werden kann. Umgekehrte Reihenfolge führt zu Wärmebrücken an der Laibung, Feuchteschäden und teuren Nachbesserungen – besonders im GWB mit mehreren Etagen ein erhebliches Kostenrisiko.
DIN 5034-1 empfiehlt eine Glasfläche von 20 bis 25 Prozent der Raumgrundfläche für ausreichende Tageslichtversorgung. Bei einem 20-m²-Schlafzimmer sind das 4,0 bis 5,0 m² Fensterfläche. Bodentiefe Fenster erfordern zusätzlich VSG-Sicherheitsglas und eine Absturzsicherung.
Öffentliche Auftraggeber müssen ab 215.000 Euro Auftragswert (netto) nach VgV europaweit ausschreiben. Kommunale Wohnungsgesellschaften sind ab 20.000 Euro netto zur Ausschreibung nach UVgO oder VOB/A verpflichtet. Private Bauträger ohne Förderung sind nicht gebunden, bei geförderten Projekten gilt oft ab 20.000 Euro VOB/A.
Für KfW EH 40 GWB-Projekte empfiehlt sich OKNOPLAST PAVA (Uw ab 0,76 W/(m²K), RC-2 zertifiziert, ift Rosenheim) als Primärsystem. Für budgetoptimierte KfW-55-Projekte ist ECOFUSION 76 (Uw ab 0,78 W/(m²K), explizit für Neubau) die kosteneffiziente Wahl. LV-Vorlagen in GAEB-Format auf Anfrage verfügbar.
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