Kondenswasser am Fenster: Ursachen und was wirklich hilft
Morgens aufstehen, aus dem Fenster schauen wollen – und die Scheibe ist beschlagen. Kleine Wassertropfen, die die Sicht versperren, manchmal eine Pfütze auf der Fensterbank. Besonders in den Herbst- und Wintermonaten kennen das viele Haushalte in Deutschland. Doch nicht jedes Kondenswasser ist gleich: Wo es sich bildet, entscheidet, ob Sie handeln müssen oder gar nichts tun sollten.
Wo genau die Feuchtigkeit sitzt – innen, außen oder zwischen den Scheiben – entscheidet, was zu tun ist. Dieser Ratgeber erklärt die Physik dahinter, zeigt die raum- und fensterspezifischen Ursachen, benennt Maßnahmen die wirklich helfen, und sagt ehrlich, wann auch konsequentes Lüften an seine Grenzen stößt.
Was Sie in diesem Ratgeber erfahren:
- Warum Kondenswasser innen immer auf drei Ursachen zurückgeht und welche davon Sie selbst beheben können
- Was Beschlag auf der Außenscheibe bedeutet: ein Mangel ist es nicht, sondern das Gegenteil
- Welche Rolle der Abstandhalter spielt – Aluminium-Spacer kühlen den Scheibenrand auf 5-8 °C, Warmkante-Spacer beheben das Problem
- Warum Stoßlüften 3-5-mal täglich die einzige Maßnahme ist, die dauerhaft greift und warum Kippstellung kaum hilft
- Ab wann konsequentes Lüften nicht mehr reicht und neue Dreifachverglasung (Uw ab 0,73 W/(m²K)) die Ursache beseitigt – inklusive BAFA-Förderung
- Wie Sie Schimmelbefall unter 0,5 m² selbst mit Isopropylalkohol (70 %) entfernen und wann ein Sachverständiger nach VDI 6202 nötig ist

Wie entsteht Kondenswasser am Fenster? Die Physik in zwei Minuten
Sobald die Scheibenoberfläche unter den Taupunkt fällt, kondensiert Feuchtigkeit – welche Temperatur die Scheibe annimmt, entscheidet der Uw-Wert der Verglasung. Dreifachverglasung hält die Innenscheibe bei −10 °C außen auf 17–19 °C; Einscheibenglas auf 0–3 °C.
Kondenswasser – auch Schwitzwasser oder Tauwasser genannt – entsteht immer dann, wenn warme, feuchte Luft auf eine kalte Oberfläche trifft. Das Phänomen dahinter heißt Taupunkt: Jede Luft kann nur eine bestimmte Menge Feuchtigkeit aufnehmen. Kühlt sie sich ab – zum Beispiel, weil sie eine kalte Fensterscheibe berührt –, gibt sie diese Feuchtigkeit als sichtbares Kondensat ab.
In einem geheizten Wohnraum ist die Fensterscheibe in der Regel die kälteste Oberfläche. Je kälter sie ist, desto mehr kondensiert. Genau hier macht die Art der Verglasung den entscheidenden Unterschied:
| Verglasung | Innenscheibe bei −10 °C außen | Uw-Wert | Kondensat-Risiko innen |
|---|---|---|---|
| Einscheibenglas | ca. 0–3 °C | ca. 5,8 W/(m²K) | Sehr hoch |
| Zweifachverglasung (Standard) | ca. 11–14 °C | ca. 1,0–1,3 W/(m²K) | Moderat |
| Dreifachverglasung | ca. 17–19 °C | ca. 0,7–0,9 W/(m²K) | Gering |
Dazu zwei Schlüsselbegriffe, die in diesem Zusammenhang immer wieder auftauchen: Wärmebrücke bezeichnet eine Stelle in der Gebäudehülle, an der Wärme besonders schnell entweicht – Fensterrahmen und Verglasung gehören dazu. Der Uw-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) gibt an, wie gut ein Fenster insgesamt dämmt: Je niedriger der Wert, desto weniger Wärme entweicht – und desto wärmer bleibt die Innenscheibe.
Ein häufig übersehener Faktor: Der Taupunkt verschiebt sich mit der Raumtemperatur. Bei 20 °C Raumluft und 60 % relativer Luftfeuchtigkeit liegt der Taupunkt bei etwa 12 °C – fällt die Scheibeoberfläche darunter, beschlägt sie. Bei 65 % Luftfeuchtigkeit genügt bereits eine Oberflächentemperatur von 13,5 °C.
Kondenswasser innen am Fenster: Ursachen und Risiken
Kondensat innen ist immer ein Signal: zu viel Raumfeuchtigkeit, zu kalte Scheibe oder zu wenig Lüftung — oft wirken alle drei gleichzeitig. Handeln Sie früh: Stehende Feuchtigkeit an Rahmen und Dichtungen bereitet Schimmel den Boden.
Kondensat auf der raumseitigen Scheibenkläche – das ist, was die meisten meinen, wenn sie über nasse Fenster klagen. Drei Faktoren spielen die größte Rolle:
Zu hohe Luftfeuchtigkeit im Raum
Ein erwachsener Mensch gibt beim Atmen und Schwitzen täglich 1–2 Liter Feuchtigkeit an die Raumluft ab. Kochen, Duschen, Wäschetrocknen und Zimmerpflanzen kommen hinzu. Ohne ausreichende Lüftung staut sich diese Feuchtigkeit – und kondensiert schließlich an der kältesten verfügbaren Oberfläche.
Zu kalte Fensterscheiben
Ältere Fenster mit Einfach- oder früher Zweifachverglasung haben eine verhältnismäßig kalte Innenscheibe. Die Differenz zwischen warmer Raumluft (etwa 21 °C bei 60 % relativer Luftfeuchtigkeit) und der Scheibeoberfläche reicht aus, um den Taupunkt zu unterschreiten.
Unzureichende oder falsche Lüftung
Wer zu selten oder ausschließlich in Kippstellung lüftet, transportiert kaum feuchte Luft ab. Die Raumluftfeuchtigkeit steigt, bis das nächste Kondensat unvermeidlich ist.
Das Risiko: Schimmel. Kondenswasser, das regelmäßig an Fensterrahmen, Silikondichtungen und angrenzenden Wandbereichen steht, ist ein idealer Nährboden für Schimmelpilze. Erste Warnsignale: dunkle Flecken an den Fensterecken, ein muffiger Geruch, Verfärbungen am Übergang Rahmen/Wand. Wie Sie Schimmel sicher entfernen, lesen Sie im Abschnitt weiter unten.
Kondenswasser außen am Fenster: Warum das ein gutes Zeichen ist
Beschlag auf der Außenscheibe ist kein Mangel – er beweist, dass Ihre Verglasung so gut dämmt, dass die Außenscheibe kaum Raumwärme aufnimmt. Handlungsbedarf besteht nicht: Der Beschlag verdunstet mit dem ersten Sonnenlicht.
Wenn Sie morgens Kondensat auf der Außenseite Ihrer Fensterscheibe entdecken, müssen Sie sich keine Sorgen machen – es belegt im Gegenteil die Dämmqualität Ihrer Fenster.
Bei modernen Fenstern mit Dreifachverglasung ist die Außenscheibe so gut thermisch entkoppelt, dass sie kaum Wärme aus dem Rauminneren aufnimmt. Sie bleibt dadurch kalt – manchmal sogar kälter als die Umgebungsluft. Trifft feuchte Außenluft auf diese kalte Außenscheibe, kondensiert sie.
Kondensat außen = hervorragende Wärmedämmung. Die Außenscheibe bleibt kalt, weil die Verglasung die Raumwärme hält. Handlungsbedarf besteht nicht – der Beschlag verdunstet mit dem ersten Sonnenlicht.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob die Feuchtigkeit innen oder außen sitzt: Wischen Sie mit einem sauberen Tuch über die Innenseite. Ist die Scheibe innen trocken, sitzt das Kondensat außen.
Sonderfall: Kondenswasser zwischen den Scheiben. Sitzt die Feuchtigkeit sichtbar zwischen den Glasscheiben – erkennbar an einem dauerhaften milchigen Beschlag, der sich nicht abwischen lässt –, ist der Randverbund der Isolierglaseinheit defekt. Einzige Lösung: Austausch der betroffenen Glaseinheit durch einen Fachbetrieb.

Der Abstandhalter: Warmkante oder Kaltrand – warum der Rand entscheidet
Wenn Ihr Fenster ausschließlich am Rand beschlägt, liegt das am Abstandhalter — nicht an der Verglasung. Aluminium-Spacer (Kaltrand) kühlen den Scheibenrand auf 5–8 °C ab; Warmkante-Spacer halten ihn 4 °C wärmer und beseitigen das Problem an der Quelle.
Beim Thema Kondenswasser am Fensterrand wird ein technisches Detail häufig übersehen: der Abstandhalter (Spacer). Das ist das Profil zwischen den Glasscheiben einer Isolierglaseinheit, das die Scheiben auf Abstand hält und den Randverbund abdichtet.
Ältere und günstige Fenster verwenden Abstandhalter aus Aluminium. Der Aluminiumstreifen zieht Wärme aus der Innenscheibe und kühlt den Scheibenrand ab. Bei −10 °C Außentemperatur kann der Randbereich auf 5–8 °C absinken, obwohl die Scheibeoberfläche in der Mitte noch 14 °C warm ist. Kondensat bildet sich also bevorzugt am unteren Scheibenrand.
Die Alternative heißt Warmkante: Abstandhalter aus thermoplastischen Kunststoffen (z. B. Swisspacer oder TGI-Spacer). Ihr Psi-Wert (Ψ-Wert) liegt bei 0,030–0,040 W/(mK), verglichen mit 0,060–0,080 W/(mK) beim Aluminiumspacer. Der Randbereich bleibt dadurch 2–4 °C wärmer.
| Abstandhalter-Typ | Psi-Wert (Ψ) | Randtemperatur bei −10 °C | Kondensat am Rand |
|---|---|---|---|
| Aluminium (Kaltrand) | 0,060–0,080 W/(mK) | ca. 5–8 °C | Häufig |
| Warmkante (Thermoplast) | 0,030–0,040 W/(mK) | ca. 9–12 °C | Selten |
Wenn Ihre Fenster ausschließlich am unteren Rand oder in den Ecken beschlagen, ist das ein klares Zeichen für einen Kaltrand-Abstandhalter. Ein Fenstertausch auf Dreifachverglasung mit Warmkante-Spacer beseitigt dieses Problem an der Quelle.
Kondenswasser nach dem Fenstertausch: Warum neue Fenster zunächst mehr beschlagen können
Neue Fenster beschlagen anfangs mehr als alte – weil sie endlich luftdicht sind. Die Feuchtigkeit, die vorher unkontrolliert durch Fugen entwich, bleibt jetzt im Raum. Das normalisiert sich nach 6–8 Wochen, wenn Sie die Lüftungsfrequenz auf 4–5-mal täglich erhöhen.
Dichtigkeit verändert die Raumluft
Alte Fenster sind undicht. Feuchtigkeit entweicht durch Fugen und Falze – unkontrolliert, aber kontinuierlich. Neue Fenster schließen luftdicht ab. Die Feuchtigkeit, die vorher unbemerkt abzog, bleibt jetzt im Raum – und kondensiert an den Scheiben.
Baufeuchte nach der Montage
Beim Einbau neuer Fenster wird das Mauerwerk geöffnet, Montageschaum und Dichtmassen aufgetragen – all das enthält Restfeuchte, die über Wochen austrocknet. In Neubauten gibt das Mauerwerk über Monate hinweg Baufeuchte an die Raumluft ab.
Was Sie tun sollten
- Lüftungsintervall erhöhen: statt 3-mal täglich nun 4–5-mal täglich je 5–10 Minuten stoßlüften.
- Für 4–6 Wochen nach dem Einbau: Raumtemperatur auf mindestens 20 °C halten, damit die Baufeuchte schneller austrocknet.
- Hygrometer aufstellen – wenn die Luftfeuchtigkeit nach 6–8 Wochen konsequenten Lüftens dauerhaft über 60 % bleibt, liegt ein anderes Problem vor.
Nach 6 Monaten sollte Normalbetrieb herrschen. Wenn neue Fenster nach einem halben Jahr weiterhin stark beschlagen, ist der Einbau auf Wärmebrücken zu prüfen – typischerweise am Sturz oder an der Fensterleibung.
Wie viel Kondenswasser am Fenster ist normal?
Leichter Morgenbeschlag, der beim Lüften sofort verschwindet, ist normal. Sobald Kondenswasser in Rinnsalen läuft, Flecken nach dem Lüften stundenlang bleiben oder Schimmelansätze sichtbar werden — müssen Sie handeln.
Leichter, gelegentlicher Beschlag auf der Innenscheibe morgens nach einer besonders kalten Nacht ist normal. Sobald Sie lüften, verschwindet der Beschlag vollständig.
Handeln Sie, wenn:
- täglich starkes Kondensat in Rinnsalen auf die Fensterbank läuft,
- Feuchtigkeitsflecken auch nach dem Lüften mehrere Stunden bestehen bleiben,
- sich Schimmelansätze an Rahmen, Ecken oder der angrenzenden Wand zeigen.
Die entscheidende Kenngröße ist die relative Luftfeuchtigkeit im Raum. Ein günstiges Hygrometer (unter 10 Euro) zeigt Ihnen in Echtzeit, wo Sie stehen:
| Bewertung | Relative Luftfeuchtigkeit |
|---|---|
| Optimal | 40–55 % |
| Erhöht | 56–65 % |
| Kritisch | > 65 % |
Liegt die Luftfeuchtigkeit dauerhaft über 60 %, führt das bei typischer Raumtemperatur und älteren Fenstern fast zwangsläufig zu Kondensat.

Was wirklich hilft: Maßnahmen gegen Kondenswasser im Winter
Stoßlüften 3–5-mal täglich je 5–10 Minuten ist die einzige Maßnahme, die Raumfeuchtigkeit zuverlässig unter 60 % hält. Kippstellung und Hausmittel wie der 3-Euro-Trick helfen kaum — sie behandeln das Symptom, nicht die Ursache.
Konsequentes Lüften plus einige gezielte Maßnahmen reichen in den meisten Fällen aus, um die Raumfeuchtigkeit dauerhaft unter 60 % zu halten.
1. Stoßlüften statt Kipplüften
Ein gekipptes Fenster lüftet zu langsam und kühlt dabei den Raum unnötig aus. Besser: 3–5 Mal täglich für jeweils 5–10 Minuten alle Fenster weit öffnen. Wenn möglich: Querlüften über gegenüberliegende Fenster für maximalen Luftwechsel.
2. Raumtemperatur konstant halten
Stark auskühlen lassen und dann schnell wieder aufheizen begünstigt Kondensation. Empfehlenswerte Zielwerte: Wohnräume 19–21 °C, Schlafzimmer mindestens 16 °C, auch nachts.
3. Luftfeuchtigkeit messen und regulieren
Kaufen Sie ein günstiges Hygrometer. Liegt der Wert dauerhaft über 60 %, helfen: häufigeres Lüften nach dem Duschen und Kochen, Wäsche nicht in geschlossenen Räumen trocknen, in dauerhaft feuchten Räumen ein Luftentfeuchter.
4. Feuchtigkeitsquellen kontrollieren
Dunstabzugshaube beim Kochen immer nutzen, Bad nach dem Duschen sofort und kurz kräftig lüften, Wäsche nicht in bewohnten Räumen aufhängen.
5. Hausmittel – begrenzt, aber ergänzend nützlich
Der so genannte „3-Euro-Trick“ – Katzenstreu in einem Söckchen auf dem Fensterbrett – ist kein Wundermittel und ersetzt kein Lüften, kann aber ergänzend helfen.
6. Kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) als systemische Lösung
Bei dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit trotz konsequenten Lüftens empfiehlt sich der Einbau einer KWL-Anlage. Moderne Geräte mit Wärmerdckgewinnung (Effizienzgrad > 80 %) transportieren Feuchte ab, ohne nennenswert Heizenergie zu verlieren.
Grenzen dieser Maßnahmen: Lüften und Hausmittel beheben das Symptom, nicht die Ursache bei baulich unzureichenden Fenstern.
Raumspezifische Tipps: Küche, Bad, Schlafzimmer und Keller
Küche und Bad sind die größten Feuchtigkeitsquellen im Haushalt — und brauchen andere Maßnahmen als Schlafzimmer oder Keller. Der häufigste Fehler im Keller: Im Sommer Fenster öffnen. Warme Außenluft kondensiert an kalten Kellerwänden — das verschlimmert die Lage.
Jeder Raum produziert Feuchtigkeit auf andere Weise – und braucht deshalb eine eigene Strategie.
| KÜCHEBeim Kochen entstehen 3–4 Liter Wasserdampf pro Tag.Dunstabzugshaube beim Kochen immer einschalten. Töpfe mit Deckel kochen. Direkt nach dem Kochen 5–10 Min. stoßlüften. Keine Wäsche im Küchenbereich aufhängen. | BADEZIMMERNach dem Duschen steigt die Luftfeuchtigkeit auf über 80 %.Sofort nach dem Duschen 5 Min. kräftig stoßlüften – dann Tür schließen, damit Feuchte nicht in die Wohnung zieht. Handtuch draussen trocknen. |
| SCHLAFZIMMERZwei schlafende Personen geben pro Nacht ca. 800 ml Feuchtigkeit ab.Vor dem Zubettgehen 5 Min. stoßlüften. Raumtemperatur mindestens 16 °C halten. Bettzeug tagsüber ausreichend lüften. | KELLER & HOBBYRAUMKondenswasser hier hat oft andere Ursachen: Erdfeuchte, kapillarer Aufstieg.Im Sommer Kellerfenster nicht öffnen: warme Außenluft kondensiert an kalten Kellerwänden. Bei dauerhafter Nässe Fachbetrieb hinzuziehen. |
Besonderheit Schlafzimmer: Eine Federbettdecke nimmt pro Nacht bis zu 1 Liter Schweiß auf – beim Lüften des Betts am Morgen gelangt dieser Dampf direkt in die Raumluft. Deshalb: Bettzeug aufschlagen und das Fenster für mindestens 20 Minuten weit öffnen.

Schimmel am Fenster: Erkennen, entfernen, dauerhaft vorbeugen
Kleinen Schimmelbefall (unter 0,5 m²) an Dichtungen und Fugen entfernen Sie selbst mit Isopropylalkohol (70 %) und FFP2-Maske. Ohne Verbesserung beim Lüften und Reduzierung der Raumfeuchtigkeit kehrt der Schimmel innerhalb weniger Wochen zurück. Wandschimmel über 0,5 m² gehört zum zertifizierten Sachverständigen nach VDI 6202.
Regelmäßiges Kondenswasser, das nicht täglich abgewischt wird, hinterlässt Spuren – früher oder später in Form von Schimmel. Schwärzliche oder grünliche Flecken an den Dichtungen, Silikonfugen und den unteren Fensterecken sind das typische Bild.
Wie Sie kleinen Schimmelbefall selbst entfernen
Bei oberflächlichem Schimmelbefall auf Dichtungen und Silikonfugen, der kleiner als 0,5 m² ist:
- Schutzmaßnahmen: Handschuhe und Atemschutz (FFP2) anlegen. Keine Sporen aufwirbeln – niemals trocken abwischen.
- Mittel auftragen: Isopropylalkohol (70 %) auf die Stelle geben, 10 Minuten einwirken lassen.
- Feucht abwischen: Mit einem feuchten Tuch abreiben. Tuch in einem verschlossenen Beutel entsorgen.
- Dichtung prüfen: Ist die Silikonfuge durchgehend befallen oder rissig – Fuge vollständig entfernen und mit schimmelschutzhaltiger Sanitärsilikon neu verfügen.
- Lüftungsverhalten anpassen: Den Raum danach täglich lüften und Luftfeuchtigkeit unter 60 % halten.
Wandschimmel an der Fensterleibung? Flächen über 0,5 m² sollte ein zertifizierter Schimmelsachverständiger nach VDI 6202 beurteilen.
Dauerhaft vorbeugen
Raumluftfeuchtigkeit dauerhaft unter 60 % halten, Kondenswasser morgens sofort abwischen, Dichtungen einmal jährlich mit Gummipflegemittel behandeln, damit sie elastisch bleiben und keine Risse bekommen, in denen Sporen keimen.
Wenn Lüften nicht reicht: Wann neue Fenster die Lösung sind
Wenn Sie konsequent stoßlüften und die Scheiben trotzdem jeden Morgen nass sind, liegt das Problem bei den Fenstern selbst — nicht bei Ihrem Verhalten. Dreifachverglasung mit Warmkante-Spacer beseitigt die Ursache. BAFA BEG EM fördert den Tausch mit 15 % bei Uw ≤ 0,95 W/(m²K) — Antrag muss vor Auftragserteilung gestellt werden.
Kondensat trotz richtiger Lüftung
Alte Fenster mit einfacher oder früher Zweifachverglasung haben eine Innenscheibe, die schlicht zu kalt bleibt. Typische Uw-Werte älterer Fenster liegen bei 2,5–3,0 W/(m²K), dreimal schlechter als heutige Standards.
Was moderne Fenster konkret ändern
Aktuelle Dreifachverglasung mit Warmkante-Abstandhalter erreicht Uw-Werte von 0,7–0,9 W/(m²K). Die Innenscheibe bleibt dadurch erheblich wärmer. Gleichzeitig sinkt der Heizenergiebedarf, und lästige Kälteabstrahlung in Fensternähe entfällt.
Förderung beim Fenstertausch
Der Austausch veralteter Fenster kann über BAFA BEG EM bezuschusst werden. Für Wohngebäude (EBW) liegt die Förderquote bei 15 %; Voraussetzung ist u. a. ein Uw-Wert ≤ 0,95 W/(m²K). Den Förderantrag müssen Sie zwingend vor der Auftragserteilung stellen.
Hinweis zur Förderung: Die Förderbedingungen können sich ändern – aktuelle Informationen unter bafa.de bzw. kfw.de.
OKNOPLAST-Fenster für den Fenstertausch: Das PAVA mit Uw ab 0,73 W/(m²K) oder das Winergetic Premium Passiv mit Uw ab 0,57 W/(m²K) liegen deutlich unter dem BAFA-Schwellenwert von Uw ≤ 0,95 W/(m²K) und entsprechen den Anforderungen des GEG 2024. OKNOPLAST ist in 21 Märkten vertreten – in der DACH-Region über 720 Fachhandelspartner.
FAQ – Die häufigsten Fragen zu Kondenswasser am Fenster
Nachts sinkt die Außentemperatur, die Fensterscheibe wird kälter. Gleichzeitig gibt die Atemluft von zwei schlafenden Personen pro Stunde etwa 60–80 ml Feuchtigkeit ab. Abhilfe: Schlafzimmerfenster vor dem Zubettgehen kurz kräftig lüften und leicht auf Kipp stellen, sofern die Außentemperatur nicht zu weit unter 0 °C liegt.
Ja, unbedingt. Stehende Feuchtigkeit an Rahmen, Dichtungen und Fensterbänken fördert Schimmelbildung. Wischen Sie Kondenswasser täglich mit einem saugfähigen Tuch ab. Danach sofort lüften.
Typische Ursachen: Das betroffene Fenster liegt an einer Nordseite oder hat noch eine ältere Verglasung (z. B. nach einem Bruch ausgetauscht) oder einen Aluminium-Abstandhalter, während die anderen bereits Warmkante haben.
Katzenstreu in einem sauberen Söckchen oder einer offenen Schale auf der Fensterbank platzieren. Das Granulat bindet Feuchtigkeit aus der unmittelbaren Umgebung. Kein Ersatz für ausreichendes Lüften.
Sitzt die Feuchtigkeit dauerhaft zwischen den Glasscheiben (milchiger Beschlag, nicht abwischbar), ist der Randverbund defekt. Einzige Lösung: Austausch der betroffenen Glaseinheit.
Nein. Kondenswasser auf der Außenseite moderner Fenster belegt, dass die Verglasung so gut dämmt, dass die Außenscheibe kaum Wärme aufnimmt. Der Beschlag verdunstet bei Sonneneinstrahlung.
Ja, in den ersten Wochen normal. Neue Fenster sind luftdicht – die Feuchtigkeit, die vorher unkontrolliert durch Fugen entwich, bleibt jetzt im Raum. Lüftungsfrequenz auf 4–5 Mal täglich erhöhen. Nach 6–8 Wochen sollte sich die Situation normalisieren.
Handschuhe und FFP2-Maske anlegen. Isopropylalkohol (70 %) auf die Dichtung geben, 10 Minuten einwirken, feucht abwischen – nie trocken. Ist die Silikondichtung durchgehend befallen, vollständig entfernen und mit schimmelschutzhaltiger Sanitärsilikon erneuern.
Temperatur allein löst das Problem nicht – Verglasung und Lüftung müssen zusammenspielen. Bei 20 °C Raumtemperatur und 55 % Luftfeuchtigkeit liegt der Taupunkt bei etwa 10 °C. Dreifachverglasung hält die Innenscheibe bei 17–19 °C – deutlich über dem Taupunkt.
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