Haustürschloss: Welche Sicherheitsklasse schützt wirklich – und was fordert die Versicherung?
Was Sie in diesem Artikel erfahren
- Warum 80 % aller Einbrecher nach 3-5 Minuten aufgeben – und welche Klasse diese Zeit sichert
- Alle sieben RC-Klassen (RC 1N bis RC 6) nach DIN EN 1627 mit Widerstandszeiten und Werkzeugen
- Was die Polizei wirklich empfiehlt – und was Hausratversicherungen im Schadensfall prüfen
- Den häufigsten Irrtum: DIN EN 1627 (ganze Tür) und DIN EN 1303 (nur Schließzylinder) sind zwei verschiedene Normen
- Fünf Schutzmerkmale, auf die es beim Schließzylinder wirklich ankommt
- Wie das SafetyPlus-System bei OKNOPLAST-Haustüren RC-2-Schutz serienmäßig gewährleistet
Ein Haustürschloss mit RC-2-Zertifizierung hält einem Einbruchsversuch mindestens 3 Minuten stand – lange genug, dass rund 80 % aller Einbrecher aufgeben. Welche Sicherheitsklasse das eigene Schloss hat, wissen die wenigsten Hausbesitzer. Noch weniger wissen, dass ein RC-2-Schließzylinder allein noch keine RC-2-Tür macht. Dieser Artikel klärt die Unterschiede, Normen und Konsequenzen für Versicherungsschutz.

Warum die Sicherheitsklasse des Schlosses über Einbruch oder Schutz entscheidet
80 % aller Einbrüche werden von Gelegenheitstätern unternommen, die aufgeben, wenn ein Einbruch nicht innerhalb von 3 bis 5 Minuten gelingt – und genau in diesem Zeitfenster entscheidet die Sicherheitsklasse des Schlosses, ob sie bestehen oder scheitern. Diese Zahl stammt aus der Polizeilichen Kriminalstatistik und ist die wichtigste Grundlage für die RC-Klassifikation nach DIN EN 1627.
80 Prozent aller Einbrüche: Was Gelegenheitstäter über Schlösser entscheiden
Gelegenheitstäter handeln spontan, arbeiten mit einfachen Werkzeugen – Schraubendreher, Stemmeisen, Zange – und suchen sich ungesicherte Ziele. Erkennen sie, dass eine Tür zu einem längeren Kampf wird, wechseln sie das Ziel. Ein Einfachschloss ohne RC-Zertifizierung ist in weniger als 60 Sekunden aufzuhebeln; eine RC-2-Tür hält mindestens 3 Minuten, eine RC-3-Tür mindestens 5 Minuten – das ist der Unterschied zwischen einem realisierten und einem abgebrochenen Einbruch.
Professionelle Täter – die verbleibenden 20 % – planen gezielt, nutzen leistungsstarkes Werkzeug und kommen auch an RC-3-Türen heran. Für sie sind RC-4 bis RC-6 konzipiert, die im privaten Wohnbereich jedoch praktisch keine Rolle spielen. Der Fokus im Eigenheim liegt deshalb auf RC-2 als Mindeststandard und RC-3 bei erhöhtem Risiko.
Türschloss vs. Schließzylinder: Was schützt die Haustür wirklich?
Die Sicherheitsklasse der Haustür bestimmt sich nach dem schwächsten Bauteil im Gesamtsystem – und dieses schwächste Bauteil ist häufig weder das Schloss noch der Zylinder, sondern das Schließblech oder der Rahmen. Eine RC-2-Haustür muss als Gesamtkonstruktion geprüft sein: Rahmen, Türblatt, Beschlag, Verglasung und Schließzylinder werden gemeinsam bewertet. Ein hochwertiger Schließzylinder in einer schwachen Türkonstruktion ergibt keine RC-2-Tür.
Umgekehrt gilt: Wer einen neuen Schließzylinder einbaut, ohne die Tür selbst zu prüfen, erhöht die Sicherheit punktuell – kann aber keine RC-2-Zertifizierung des Gesamtbauteils erreichen. Die Zertifizierung gilt immer für das vollständige Produkt, nicht für einzelne Komponenten.
Sicherheitsklassen RC-1N bis RC-6: Was jede Klasse bedeutet
DIN EN 1627 definiert sieben Widerstandsklassen von RC 1N bis RC 6, die sich in Tätertyp, eingesetztem Werkzeug und Mindest-Widerstandszeit unterscheiden – für private Haustüren sind nur RC 2 und RC 3 praxisrelevant. Die Klassen RC 4 bis RC 6 kommen im privaten Wohnbereich so gut wie nicht vor.
Überblick: Sieben Klassen, sieben Schutzgrade
Die folgende Tabelle zeigt alle sieben RC-Klassen mit den Mindest-Widerstandszeiten, dem geprüften Tätertyp und dem typischen Einsatzgebiet.
| Klasse | Tätertyp | Werkzeug | Min.-Widerstandszeit | Typisches Einsatzgebiet |
| RC 1N | Vandalismus | Körperkraft (Schulterwurf, Tritt) | Keine Mindestzeit | Nur erhöhte Lagen ohne Bodenkontakt |
| RC 2N | Gelegenheitstäter | Einfache Werkzeuge (Schraubendreher, Zange) | Keine Mindestzeit | Erhöhte Fenster, Nebengebäude |
| RC 2 | Gelegenheitstäter | Einfache Hebelwerkzeuge (Schraubendreher, Keile) | 3 Minuten | Private Haustüren – Polizei-Mindeststandard |
| RC 3 | Erfahrener Täter | 2. Schraubendreher, Kuhfuß, einfaches Bohrwerkzeug | 5 Minuten | Erhöhtes Risiko, Erdgeschoss, Lärmbereich |
| RC 4 | Gut ausgerüsteter Täter | Leistungsstarkes Elektrowerkzeug | 10 Minuten | Gewerbe, Bankfilialen, Werttransporte |
| RC 5 | Profi-Täter | Hochleistungselektrowerkzeug | 15 Minuten | Hochsicherheit, öffentliche Einrichtungen |
| RC 6 | Profi mit Sonderwerkzeug | Winkelschleifer, Hochleistungsbohrer | 20 Minuten | Tresore, militärische Anlagen, Sonderanfertigungen |
Tabelle 1: RC-Klassen RC 1N bis RC 6 nach DIN EN 1627 – Tätertypen, Werkzeuge und Widerstandszeiten. Quelle: DIN EN 1627:2021, Polizeiliche Kriminalprävention. Stand: Mai 2026.
RC-2 für private Haustüren: Warum diese Klasse der Marktstandard ist
RC-2 ist der Polizei-Mindeststandard für private Haustüren, weil er genau auf den häufigsten Tätertyp ausgelegt ist: den Gelegenheitstäter mit einfachem Hebelwerkzeug. Die 3-Minuten-Widerstandszeit reicht statistisch aus, um den Einbruchsversuch abzubrechen. RC-2 setzt eine 3-fach-Hakenverriegelung mit Pilzkopfzapfen, einen geprüften Schließzylinder und ein Schließblech aus gehärtetem Stahl voraus.
Neu- und Umbauobjekte erhalten durch eine geprüfte RC-2-Tür nicht nur praktischen Schutz, sondern auch den Versicherungsnachweis, der im Schadensfall entscheidend ist. OKNOPLAST-Kunststoff-Haustüren sind serienmäßig RC-2-zertifiziert nach DIN EN 1627, geprüft und zertifiziert vom ift Rosenheim.
RC-3: Wann die höhere Klasse sinnvoll ist
RC-3 schützt 5 Minuten gegen erfahrene Täter mit Brecheisen und einfachem Bohrwerkzeug – der Aufwand ist sprunghaft höher, weil RC-3-Türen im Gegensatz zu RC-2-Türen auch Bohrwerkzeug standhalten müssen. RC-3 empfiehlt sich bei erhöhtem Einbruchrisiko: Erdgeschosslagen in Hochrisikolagen, Objekte in der Nähe von Autobahnen oder Bahnlinien (schnelle Flucht), bei sehr wertvollem Inventar oder bei bereits erlebten Einbruchsversuchen in der Nachbarschaft.
Der Aufpreis für RC-3 gegenüber RC-2 beträgt bei Haustüren typischerweise 15 bis 30 % des Gesamtpreises – ob er sich lohnt, hängt von der individuellen Risikolage ab. Eine kostenlose Sicherheitsberatung durch die lokale Kriminalpolizeidienststelle (Polizeiliche Kriminalprävention) bewertet die Situation des Objekts und empfiehlt die passende Klasse.

Was empfiehlt die Polizei – und was fordert die Versicherung?
Die Polizeiliche Kriminalprävention empfiehlt RC 2 als Mindeststandard für alle bodennah zugänglichen Haustüren – und Hausratversicherungen können im Schadensfall Leistungen kürzen, wenn keine RC-2-Zertifizierung nachgewiesen werden kann.
Polizeiliche Kriminalprävention: RC 2 als Mindeststandard
Die offizielle Empfehlung der deutschen Polizei lautet: geprüfte einbruchhemmende Bauteile nach DIN EN 1627, mindestens Widerstandsklasse RC 2 für Haustüren. Diese Empfehlung gilt für alle Eingangstüren mit Bodenkontakt – also auch für Keller- und Nebeneingänge. RC 2N genügt laut Polizei für erhöhte Lagen ohne Bodenzugang, also beispielsweise für Fenster im 2. Obergeschoss.
Bei erhöhtem Risiko empfiehlt die Polizeiliche Kriminalprävention RC 3. Die zuständige Kriminalpolizeidienststelle führt auf Wunsch eine kostenlose Sicherheitsberatung durch und bewertet die individuelle Lage des Objekts. Der Dienst ist bundesweit verfügbar und kann telefonisch über die jeweilige Landespolizei angefragt werden.
| Hinweis: Die Polizeiempfehlung bezieht sich auf die gesamte Tür als zertifiziertes Bauteil nach DIN EN 1627 – nicht auf einzelne Komponenten wie Schließzylinder oder Beschläge allein. |
Was Hausratversicherungen wirklich fordern – und was passiert ohne RC-2
Hausratversicherungen können Einbruchsschäden kürzen oder verweigern, wenn nachgewiesen wird, dass die Tür mit einfachem Werkzeug ohne Gewaltspuren geöffnet werden konnte – ein RC-2-Nachweis schließt dieses Risiko vollständig aus. Das Problem entsteht im Grenzfall ohne Prüfzeugnis: Der Gutachter bewertet die Tür, die Versicherung kann dann ‘grobe Fahrlässigkeit’ oder mangelnde Sicherung geltend machen.
| Situation | Versicherungsschutz | Empfehlung |
| Tür abgeschlossen, RC-2-zertifiziert | Voll versichert | Standard für alle Haustüren |
| Tür abgeschlossen, kein RC-Nachweis | Prüfung im Schadensfall – ggf. Kürzung | RC-2 nachrüsten oder Nachweis beschaffen |
| Tür nicht abgeschlossen (grobe Fahrlässigkeit) | Leistung kann vollständig verweigert werden | Immer abschließen – auch bei kurzer Abwesenheit |
| RC-2 + VdS-Zertifizierung | Oft 5-10 % Rabatt auf Jahresprämie | Bei Neuabschluss Versicherung anfragen |
Tabelle 2: Versicherungsschutz und Einbruchschutz – vier Szenarien und ihre Konsequenzen. Quelle: Allgemeine Versicherungsbedingungen Hausrat, GDV-Empfehlungen. Stand: Mai 2026.
| Wichtig: Die Versicherungspolice genau prüfen – manche Tarife enthalten explizite Klauseln, die RC-2-Schutz als Bedingung für volle Erstattung festschreiben. Im Zweifelsfall schriftliche Bestätigung beim Versicherer einholen. |
DIN EN 1627 und DIN EN 1303: Zwei Normen, ein häufiger Irrtum
DIN EN 1627 prüft das gesamte Bauteil – DIN EN 1303 prüft ausschließlich den Schließzylinder: Diese Unterscheidung ist entscheidend, weil ein nach DIN EN 1303 zertifizierter Zylinder allein noch keine RC-2-Tür ergibt. Beide Normen ergänzen sich, ersetzen sich aber nicht.
DIN EN 1627: Die Norm für das gesamte Bauteil
DIN EN 1627 ist die europäische Prüfnorm für Türen, Fenster, Vorhangfassaden, Gitterelemente und Abschlüsse. Sie definiert die Widerstandsklassen RC 1N bis RC 6 und legt fest, welche Kombination aus Rahmen, Türblatt, Beschlag, Verglasung und Schließzylinder welche Klasse erreicht. Das Prüfzeugnis wird vom ift Rosenheim, vom VdS oder einer anderen akkreditierten Prüfstelle ausgestellt und gilt für das gesamte Produkt in der geprüften Konfiguration.
Ein RC-2-Prüfzeugnis verliert seine Gültigkeit, wenn wesentliche Bauteile ausgetauscht werden – etwa der Schließzylinder gegen ein nicht geprüftes Modell. Wer nachrüstet, sollte vom Hersteller bestätigen lassen, dass der Austauschzylinder die RC-Klasse nicht beeinträchtigt.
DIN EN 1303: Die Norm nur für den Schließzylinder
DIN EN 1303 klassifiziert Schließzylinder in Sicherheitsstufen 1 bis 6 und prüft Aufbohr-, Zieh- und Pickingschutz sowie die Schlüsselkopierresistenz. Stufe 5 und 6 nach DIN EN 1303 entsprechen dem Niveau, das für RC-2- und RC-3-Haustüren benötigt wird. Ein Zylinder dieser Stufen ist aber nur dann RC-2-relevant, wenn er in einer vollständig RC-2-zertifizierten Türkonstruktion verbaut ist.
| Merkmal | DIN EN 1627 | DIN EN 1303 |
| Prüfgegenstand | Gesamtes Bauteil (Tür, Fenster, Abschluss) | Nur Schließzylinder |
| Klassifizierung | RC 1N bis RC 6 (7 Klassen) | Sicherheitsstufen 1-6 |
| Geprüfte Komponenten | Rahmen, Blatt, Beschlag, Verglasung, Zylinder | Nur Schließzylinder |
| Relevanz für Kauf | Zertifikat für die gesamte Haustür | Zertifikat für Nachrüstung / Austausch |
| Polizei-Empfehlung | Haustür mindestens RC 2 | Schließzylinder Stufe 5-6 |
| Typischer Nachweis | Prüfzeugnis ift Rosenheim oder VdS | Herstellerzertifikat + VdS-Klasse |
Tabelle 3: DIN EN 1627 vs. DIN EN 1303 im Vergleich – Prüfgegenstand, Klassifizierung und Relevanz. Stand: Mai 2026.

Was ist eine Mehrfachverriegelung – und wann brauche ich sie?
Eine Mehrfachverriegelung greift beim Abschließen gleichzeitig an 3 oder mehr Punkten in den Türrahmen ein – ein Einfachschloss verriegelt nur an einem Punkt und kann durch Hebelwirkung aus der Zarge gelöst werden, ohne den Riegel direkt anzugreifen. Ab RC 2 ist die Mehrfachverriegelung durch DIN EN 1627 vorgeschrieben.
Einfachschloss vs. Mehrfachverriegelung: Was der Unterschied macht
Ein Einfachschloss erzeugt einen einzigen Verriegelungspunkt im oberen Drittel der Tür. Hebelkraft an der Unterkante überträgt sich als Drehmoment auf den gesamten Türflügel – bei ausreichend Kraft biegt sich das Türblatt, bis der Riegel freikommt oder das Schließblech aus dem Rahmen reisst. Dieser Angriff dauert bei einem Einfachschloss oft weniger als eine Minute.
Eine Mehrfachverriegelung mit drei oder mehr Riegeln verteilt die Hebelkraft auf das gesamte Türblatt. Jeder zusätzliche Verriegelungspunkt verdoppelt den Widerstand gegen Hebeleinwirkung näherungsweise – das Prinzip des Hebelarms wird durch die verteilte Einspannung gebrochen.
Pilzkopfverriegelung: Warum die Form entscheidend ist
Pilzkopfzapfen sind das entscheidende Sicherheitselement bei RC-2-Haustüren: Ihr asymmetrischer Kopf greift so in das Schließblech, dass Hebelkraft die Verbindung nicht öffnet, sondern verstärkt. Dieser geometrische Effekt ist der zentrale Unterschied zu einfachen Bolzenriegeln, die bei ausreichend Hebelkraft aus dem Schließblech herausgezogen werden können.
Profilfüllungen bei OKNOPLAST-Haustüren nehmen die Pilzkopfzapfen in einer Stahlverstärkung auf, die zusätzlich das Aufbiegen des Rahmens verhindert. Das Zusammenspiel aus Pilzkopf, Stahlrahmen und mehrfacher Einspannung ist das Fundament des RC-2-Schutzes.
Ab welcher RC-Klasse ist Mehrfachverriegelung Pflicht?
Ab RC 2 fordert DIN EN 1627 mindestens drei Verriegelungspunkte mit Schwenkriegeln oder Pilzkopfzapfen. Ein Einfachschloss – selbst mit hochwertigem Schließzylinder – erfüllt RC 2 nicht, weil die Norm die Kombination aus Schließzylinder und Verriegelungssystem prüft. RC 3 erfordert zusätzlich Verstärkungen gegen Bohrwerkzeug am Zylinder und am Schließblech.
Schließzylinder: Welche Schutzmerkmale zählen wirklich?
Fünf Schutzmerkmale definieren einen hochwertigen Schließzylinder für Haustüren: Aufbohrschutz, Ziehschutz, Pickingschutz, Sicherungskarte und VdS-Zertifizierung. Nicht jeder hochpreisige Zylinder bietet alle fünf – die Prüfung des Zertifikats ist unumgänglich.
Fünf Schutzmerkmale im Check
Aufbohrschutz und Ziehschutz sind ab RC 2 Pflicht – Pickingschutz erst ab RC 3: Die fünf entscheidenden Merkmale eines hochwertigen Schließzylinders zeigt die folgende Tabelle mit dem jeweiligen Angriffstyp, dem erkennbaren Merkmal und der Pflicht-RC-Klasse.
| Merkmal | Schutz gegen | Erkennungsmerkmal | Ab RC-Klasse |
| Aufbohrschutz | Aufbohren mit Bohrmaschine | Gehärtete Stahlstifte im Zylinder | RC 2 |
| Ziehschutz | Herausreißen des Zylinders mit Zange | Zylinder versenkt oder Schutzbeschlag | RC 2 |
| Pickingschutz | Nachschließen mit Spezialwerkzeug | Spezialstifte, asymmetrische Stiftkanäle | RC 3 |
| Sicherungskarte | Illegale Schlüsselkopie | Nur Ersatzschlüssel gegen Vorlage der Karte | RC 2+ |
| VdS-Zertifizierung | Gesamtheitliche Prüfung Sicherheitsniveau | VdS-Logo auf Verpackung oder Zertifikat | RC 2 |
Tabelle 4: Schließzylinder-Schutzmerkmale nach DIN EN 1303 und DIN EN 1627. Quelle: Polizeiliche Kriminalprävention, VdS-Richtlinien. Stand: Mai 2026.
Profilzylinder vs. Rundzylinder: Was passt zu welcher Tür?
Profilzylinder sind der Standard für alle modernen Haustüren aus Kunststoff, Holz und Aluminium – Rundzylinder kommen ausschließlich bei Zimmertüren und Möbelschlössern vor und passen nicht in Haustür-Einsteckschlösser. Profilzylinder sind erkennbar am ovalen, profilierten Querschnitt und werden in Normgrößen nach DIN EN 1303 gefertigt.
Bei OKNOPLAST-Haustüren werden ausschließlich Profilzylinder der DIN EN 1303-Sicherheitsstufe 5 oder höher eingesetzt. Diese erfüllen die Anforderungen der RC-2-Zertifizierung und sind bei Verlust gegen Vorlage der Sicherungskarte beim autorisierten Partner austauschbar.
Wie messe ich meinen Schließzylinder richtig?
Drei Maße bestimmen den passenden Ersatzzylinder: Erstens die Außenlänge (von der Mitte der Stellschraube bis zur Außenkante der Tür), zweitens die Innenlänge (von der Mitte der Stellschraube bis zur Innenkante) und drittens das Dornmaß – der Abstand von der Mitte des Schlüssellochs zur Außenkante des Schlosskastens, Standard bei Haustüren 65 bis 72 mm. Die Angabe erfolgt als Formel, z. B. 30/40, wobei 30 mm die Außenlänge und 40 mm die Innenlänge ist.
Ein zu kurzer Zylinder ragt nicht weit genug über die Türoberfläche hinaus und kann dann mit einer Zange gegriffen und herausgezogen werden – das ist einer der häufigsten Ziehschutz-Fehler. Ideal ist ein Zylinder, der maximal 3 mm über die Türoberfläche herausragt und zusätzlich durch einen Schutzbeschlag (Rosette mit Ziehschutz) geschützt ist.

Wie ist das SafetyPlus-System bei OKNOPLAST-Haustüren aufgebaut?
Alle OKNOPLAST-Kunststoff-Haustüren sind serienmäßig mit RC-2-Einbruchschutz nach DIN EN 1627 ausgestattet – zertifiziert vom ift Rosenheim, ohne Aufpreis, in jeder Farb- und Dekorvariante.
RC-2-Einbruchschutz serienmäßig: Was OKNOPLAST-Haustüren ab Werk enthalten
Das SafetyPlus-System besteht aus vier Komponenten, die gemeinsam das RC-2-Niveau sichern: Erstens eine umlaufende Mehrfachverriegelung mit Pilzkopfzapfen in Stahl, die an mindestens drei Seiten des Türrahmens eingreift. Zweitens eine Stahlverstärkung innerhalb des Türflügelprofils, die das Aufbiegen des Blattes verhindert. Drittens ein Schließzylinder der Sicherheitsstufe 5 nach DIN EN 1303 mit Aufbohr- und Ziehschutz. Viertens gehärtete Schließbleche, die ein Ausreißen des Rahmens beim Hebeleingriff verhindern.
SafetyPlus: Die vier Komponenten des OKNOPLAST-Schutzsystems
Das SafetyPlus-System macht eine OKNOPLAST-Haustür beim Hebeleingriff stabiler, nicht schwächer – weil alle vier Komponenten beim Angriff zusammenwirken statt unabhängig voneinander zu versagen. Pilzkopfzapfen greifen beim Abschließen aus dem Türflügel in die Zargenaufnahmen ein – durch ihre asymmetrische Form verstärkt Hebelkraft die Verbindung statt sie zu lösen. Die Stahlverstärkung im Flügelprofil überträgt die Schließkräfte auf die Gesamtstruktur und verhindert das Verformen des Türblatts. Der versenkbar montierte Schließzylinder überragt die Türoberfläche um maximal 3 mm – ein Ansetzen der Zange ist damit praktisch ausgeschlossen. Die gehärteten Schließbleche sind verankert, nicht nur aufgeschraubt, und reißen bei Einbruchsversuchen nicht aus dem Rahmen.
Warum ein guter Schließzylinder allein nicht reicht
Ein Schließzylinder der Sicherheitsstufe 6 nach DIN EN 1303 in einer Tür ohne RC-Zertifizierung erhöht die Sicherheit messbar, macht das Gesamtbauteil aber nicht zu RC 2. Für einen vollständigen RC-2-Nachweis genüber Versicherung und Polizei muss das gesamte Türprodukt nach DIN EN 1627 geprüft und zertifiziert sein – das Prüfzeugnis des ift Rosenheim oder des VdS belegt das.
Das RC-2-Prüfzeugnis für OKNOPLAST-Haustüren steht auf Anfrage zur Verfügung. Fachhandelspartner von OKNOPLAST – über 720 in Deutschland – können das Dokument bei Bedarf im Rahmen der Angebotserstellung zur Verfügung stellen.
Häufige Fragen zum Haustürschloss
Die Polizeiliche Kriminalprävention empfiehlt RC 2 als Mindeststandard für alle bodennah zugänglichen Haustüren. Bei erhöhtem Einbruchrisiko – Erdgeschosslage, Hochrisikogebiet, wertvolles Inventar – wird RC 3 empfohlen.
Ein RC-2-Schließzylinder kostet 80 bis 200 Euro, der Einbau durch einen Fachbetrieb 60 bis 120 Euro. Ein vollständiges RC-2-Einsteckschloss inkl. Montage kostet 200 bis 500 Euro – der Preis für eine vollständig neue RC-2-Haustür beginnt bei etwa 1.500 Euro (Kunststoff mit Standarddekor, inkl. Montage).
Ja – der Schließzylinder lässt sich nach Lösen der Stellschraube an der Türkante meist selbst wechseln; das Einsteckschloss erfordert handwerkliches Grundgeschick und dauert ca. 30 bis 60 Minuten. Wichtig: Beim Austausch darauf achten, dass der neue Zylinder zur geprüften Türkonfiguration passt – sonst wird das RC-2-Zeugnis möglicherweise ungültig.
RC 2N stellt keine Anforderungen an die Verglasung des Türflügels – RC 2 schreibt zusätzlich einbruchhemmendes Sicherheitsglas P4A nach DIN EN 356 vor. RC 2 ist damit der vollwertigere Standard; RC 2N eignet sich nur dort, wo keine oder sehr geringe Glasflächen vorhanden sind.
Ein Prüfzeugnis vom ift Rosenheim oder VdS mit der Bezeichnung „RC 2 nach DIN EN 1627“ bestätigt die Zertifizierung. Fehlt dieses Dokument – was bei vielen älteren Türen der Fall ist – ist die Zertifizierung nicht nachgewiesen. Herstelleraussagen ohne Prüfzeugnis sind kein ausreichender Nachweis gegenüber Versicherungen.
Eine fehlende RC-2-Zertifizierung führt im Schadensfall nicht automatisch zur Ablehnung, kann aber als Argument für eine Leistungskürzung herangezogen werden, wenn die Begutachtung zeigt, dass die Tür mit einfachem Werkzeug geöffnet werden konnte. Die Beweislast liegt beim Versicherungsnehmer – ein Prüfzeugnis schließt dieses Risiko aus.
Eine Sicherungskarte ist ein individualisiertes Dokument, gegen dessen Vorlage beim Hersteller oder einem autorisierten Partner Ersatzschlüssel angefertigt werden können. Ohne Sicherungskarte dürfen autorisierte Händler keine Kopien anfertigen – das verhindert illegale Schlüsselkopien durch Unbefugte.
Nach einem Einbruch sollten Schließzylinder und Einsteckschloss vollständig getauscht werden – selbst wenn keine sichtbaren Schäden vorliegen. Einbrecher manipulieren Zylinder häufig so, dass ein Nachschlüssel erstellt werden kann, ohne dass das von außen erkennbar ist. Die Versicherung übernimmt in der Regel die Kosten für den Austausch.
Ja – OKNOPLAST-Haustüren mit SafetyPlus sind serienmäßig RC-2-zertifiziert nach DIN EN 1627, geprüft und zertifiziert vom ift Rosenheim. Das Prüfzeugnis liegt auf Anfrage beim zuständigen OKNOPLAST-Fachhandelspartner vor.
Ja – DIN EN 1627 gilt für alle Bauelemente einschließlich Hebe-Schiebe-Türen und Balkontüren. Das OKNOPLAST HST MOTION 82 Vista ist als RC-2-Bauteil nach DIN EN 1627 verfügbar; die Pilzkopfverriegelung greift hier in einer umlaufenden Stahlschiene in den Blendrahmen ein.
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