Fassadendämmung Kosten 2026
Eine Fassadendämmung (WDVS) kostet 2026 zwischen 120 und 200 Euro pro Quadratmeter – doch diese Zahl allein erklärt wenig. Denn rund 60 Prozent des Gesamtpreises entfallen auf Arbeitslohn und Gerüst: Kosten, die identisch anfallen, egal ob Sie 14 oder 20 Zentimeter Dämmung wählen. Wer das versteht, trifft bessere Entscheidungen – beim Material, bei der Dämmstärke und bei der Reihenfolge der Bauarbeiten.
In diesem Artikel erfahren Sie:
- Was eine Fassadendämmung (WDVS) 2026 wirklich kostet – mit aktuellen Preistabellen für Material, Arbeitslohn und Gerüst sowie einer vollständigen Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus mit 150 m² Fassadenfläche
- Warum 60 % der Kosten auf Lohn und Gerüst entfallen – und weshalb der Wechsel von 16 auf 20 cm Dämmstärke nur 5-8 €/m² mehr kostet, aber 25 % bessere Dämmwirkung bringt
- Welcher Dämmstoff zu Ihrem Gebäude passt – mit Vergleich von EPS weiß, EPS grau, Mineralwolle und Holzweichfaser inklusive Lambda-Werten, Preisen und baurechtlichen Einschränkungen
- Warum Fenster und Haustüren immer vor der Dämmung eingebaut sein müssen – und was es kostet, diese Reihenfolge zu ignorieren (6.000-12.000 € Nacharbeit)
- Welche staatliche Förderung Sie nutzen können – BAFA-Zuschuss (15 % bzw. 20 % mit iSFP), KfW-Ergänzungskredit 358/359 sowie den Steuerbonus nach § 35c EStG als Alternative ohne Energieberater
- Was in vielen Handwerkerangeboten fehlt – und welche 8 Kostenpositionen Sie vor Vertragsunterzeichnung schriftlich absichern sollten

Was kostet Fassadendämmung pro m² – und warum schwanken die Preise so stark?
Eine WDVS-Dämmung in Standardausführung kostet 2026 zwischen 120 und 200 Euro pro Quadratmeter, inklusive Material, Arbeitslohn und Gerüst. Die Preisspanne erklärt sich nicht durch Qualitätsunterschiede allein, sondern durch drei Kostentreiber, die unterschiedlich stark ins Gewicht fallen: das Dämmmaterial, die Gerüstkosten und – mit Abstand am bedeutsamsten – der Arbeitslohn.
Wie viel entfällt auf Material – und wie viel auf den Handwerker?
Der Arbeitslohn macht bei einer WDVS-Dämmung rund 55 bis 65 Prozent der Gesamtkosten aus. Das ist der entscheidende Grund, warum der Wechsel von 16 auf 20 Zentimeter Dämmstärke die Gesamtrechnung kaum verändert: Grundieren, Kleben, Armieren, Tünchen – diese Arbeitsschritte kosten gleich viel, unabhängig von der Plattendicke. Das zusätzliche Material schlägt mit nur 5 bis 8 Euro pro Quadratmeter zu Buche. Im Gegenzug steigt die Dämmwirkung um rund 25 Prozent.
| Kostenposition | Preis pro m² | Anteil an Gesamt | Anmerkung |
| Arbeitslohn (Montage, Armierung, Putz) | 85 – 110 € | 55 – 65 % | Identisch bei 14-22 cm |
| Gerüst (Auf-/Abbau, Miete) | 18 – 25 € | 10 – 15 % | Abhängig von Gebäudehöhe |
| Dämmmaterial (EPS grau, 20 cm) | 20 – 35 € | 12 – 18 % | Je nach Dämmstoff |
| Putz & Oberflächensystem | 18 – 30 € | 10 – 15 % | Silikonharz teurer als Akryl |
| GESAMT (WDVS inkl. Gerüst) | 120 – 200 €/m² | 100 % | Netto, zzgl. 19 % MwSt. |
Alle Preise gelten als Netto-Richtwerte auf Basis aktueller Marktdaten (Q1 2026). Für Wohngebäude wird in der Regel der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 Prozent auf Arbeitsleistungen angewendet; Materialien werden mit 19 Prozent versteuert. Lassen Sie sich beide Positionen im Angebot getrennt ausweisen.
Welche Zusatzkosten kommen beim Gerüst hinzu?
Gerüst, Auf- und Abbau sowie Standzeit kosten bei 150 m² Fassadenfläche zwischen 2.700 und 3.750 Euro netto – eine Position, die viele Fachbetriebe nicht automatisch in den m²-Preis einrechnen. Das entspricht 18 bis 25 Euro pro Quadratmeter bei typisch 4 bis 6 Wochen Mietdauer. Wird das Gerüst ohnehin für andere Arbeiten benötigt – etwa für eine Dachreparatur oder den Fenstertausch – lassen sich die Kosten auf mehrere Gewerke verteilen. Das ist eines der stärksten Argumente für eine koordinierte Sanierungsreihenfolge.
Warum ist 20 cm Dämmstärke der Goldstandard 2026?
Mit 20 Zentimeter Dämmstärke (EPS grau, Lambda 0,031 W/(mK)) erfüllen Sie die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) in Altbauten sicher und erzielen einen U-Wert der Außenwand von unter 0,20 W/(m²K). Dünnere Schichten von 10 bis 14 Zentimetern liegen oft knapp unter den GEG-Grenzwerten – und verschenken Energieeinsparung, ohne nennenswert Geld zu sparen.
Der Lohnkosten-Rechenfehler, den viele Bauherren machen
Wer von 16 auf 20 Zentimeter Dämmstärke wechselt, zahlt für das zusätzliche Material circa 5 bis 8 Euro mehr pro Quadratmeter. Bei 150 m² Fassadenfläche sind das 750 bis 1.200 Euro Mehrkosten – einmalig. Der Mehrgewinn: Die Heizkosten sinken um weitere 4 bis 6 Prozent gegenüber der 16-Zentimeter-Variante. Bei einem Jahresgasverbrauch von 2.000 Euro sind das 80 bis 120 Euro jährliche Ersparnis. Die Amortisation des Aufpreises liegt damit bei 6 bis 10 Jahren.
Gerüst, Arbeitslohn, Vorbereitung des Untergrunds und Putzauftrag kosten bei beiden Varianten exakt gleich viel. Wer 16 statt 20 Zentimeter wählt, um Geld zu sparen, gibt dieselbe Summe aus – und bekommt dauerhaft höhere Heizkosten dazu.
Was zu dünne Dämmung mit der Fensterlaibung macht
Dämmschichten unter 16 cm erzeugen an der Fensterlaibung einen Wärmebrückenkoeffizienten (Ψ-Wert) von 0,05 bis 0,10 W/(mK) – das entspricht dauerhaften Wärmeverlusten von 3 bis 7 W pro Fenster und Kelvin Temperaturunterschied. Erstens reduziert eine zu geringe Laibungstiefe zusätzlich den natürlichen Lichteinfall ins Rauminnere. Zweitens – und das ist langfristig die teurere Folge – kühlt die Außenluft den Wandanschluss seitlich des Rahmens ab, was zu Kondenswasser und im schlimmsten Fall zu Schimmelbildung führt.

EPS, Mineralwolle oder Holzfaser – welcher Dämmstoff passt zu Ihrem Haus?
Der Dämmstoff beeinflusst den Gesamtpreis einer Fassadendämmung um 10 bis 20 Prozent. Entscheidend sind nicht allein die Materialkosten, sondern auch die bauphysikalischen Anforderungen: Brandschutzklasse, Schallschutz und Diffusionsoffenheit können die Materialwahl zwingend vorschreiben.
| Dämmstoff | Lambda (W/mK) | Materialkosten/m² | Eignung | Besonderheit |
| EPS weiß (Styropor) | 0,035 – 0,040 | 12 – 20 € | Standard-WDVS | Günstig, brennbar (Brandriegel nötig) |
| EPS grau (Graphit) | 0,030 – 0,032 | 18 – 28 € | Standard-WDVS | Gleiche Dicke, +25 % Dämmwirkung |
| Mineralwolle (MW) | 0,035 – 0,040 | 28 – 45 € | WDVS + Brandwände | Nicht brennbar, guter Schallschutz |
| Holzweichfaser (HWF) | 0,038 – 0,045 | 35 – 60 € | Ökologisch / Altbau | Nicht an Brandwänden zulässig |
Wann lohnt sich Mineralwolle statt EPS?
Mineralwolle ist in drei Fällen zwingend oder sinnvoll: erstens bei Brandwänden (Grenzwand zum Nachbargrundstück), wo Polystyrol aus Brandschutzgründen nicht zulässig ist; zweitens bei erhöhten Schallschutzanforderungen, etwa bei lärmbelasteten Lagen in der Nähe von Verkehrsstraßen – Mineralwolle reduziert den Schall um 3 bis 5 dB mehr als EPS; drittens wenn diffusionsoffenes Mauerwerk eine dampfdurchlässige Dämmung erfordert. Der Preisaufschlag gegenüber grauem EPS beträgt 10 bis 20 Euro pro Quadratmeter.
Systemintegrität – warum Mischsysteme die Garantie kosten
Wer beim WDVS Kleber, Dämmplatten und Oberputz von verschiedenen Herstellern kombiniert, verliert die bauaufsichtliche Systemzulassung (AbZ) – und damit alle Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Verarbeiter. Denn Kleber, Dämmplatten, Armierungsmörtel und Oberputz eines Herstellers sind aufeinander abgestimmt und gemeinsam geprüft. Verlangen Sie vom Fachbetrieb schriftlich den Nachweis, dass ein vollständiges System eines Herstellers verbaut wird.
Was kostet die Fassadendämmung für ein Einfamilienhaus? – Beispielrechnung 150 m²
Für ein freistehendes Einfamilienhaus mit 150 m² Fassadenfläche (ohne Fenster- und Türflächen) ergeben sich 2026 folgende Gesamtkosten – jeweils netto, ohne Mehrwertsteuer:
| Dämmstoff (20 cm) | Preis/m² | Material gesamt | Arbeitslohn & Gerüst | GESAMT netto |
| EPS weiß | 120 – 145 € | 4.500 – 6.000 € | 13.500 – 15.750 € | 18.000 – 21.750 € |
| EPS grau (Graphit) | 135 – 165 € | 5.250 – 6.750 € | 14.250 – 16.500 € | 20.250 – 24.750 € |
| Mineralwolle | 155 – 200 € | 6.750 – 9.000 € | 16.500 – 21.000 € | 23.250 – 30.000 € |
Hinweis: Zusatzkosten wie die Anpassung von Dachüberständen (300 – 800 €), die Erneuerung von Fensterbänken (40 – 80 €/Stück) und die Entsorgung von Bauabfällen (400 – 800 €) sind in diesen Zahlen nicht enthalten. Planen Sie pauschal 2.000 bis 3.000 Euro für diese Positionen ein.
Welchen Einfluss hat der Putz auf den Gesamtpreis?
Der Oberputz ist der sichtbare Abschluss des WDVS und macht 10 bis 15 Prozent der Gesamtkosten aus. Silikonharzputze kosten 5 bis 8 Euro mehr pro Quadratmeter als einfache Akrylputze, bieten aber entscheidende Vorteile: Sie sind hydrophob (wasserabweisend) und gleichzeitig diffusionsoffen, was die Fassade dauerhaft sauber hält und Algenbildung hemmt. Bei Neubauten und hochwertigen Sanierungen ist Silikonharzputz die erste Wahl.

Fenster vor oder nach der Fassadendämmung einbauen?
Die Antwort ist eindeutig: Fenster und Haustüren müssen immer vor der Fassadendämmung eingebaut sein. Nur so kann die Dämmplatte 2 bis 3 Zentimeter über den Fensterrahmen gezogen werden – und genau diese Überdeckung ist der einzige Weg, die lineare Wärmebrücke an der Fensterlaibung fachgerecht zu unterbrechen. Wer die Reihenfolge umkehrt, zahlt doppelt: einmal für falsch ausgeführte Dämmung, einmal für die Korrektur.
Was passiert mit der Wärmebrücke, wenn Fenster zu spät kommen?
An der Laibung – also am seitlichen, oberen und unteren Anschluss des Fensterrahmens an die Außenwand – entsteht ohne Überdämmung ein linearer Wärmebrückenkoeffizient (Ψ-Wert) von typisch 0,07 bis 0,12 W/(mK). Bei einem Einfamilienhaus mit zwölf Fenstern und einem durchschnittlichen Leibungsumfang von 5,6 Laufmetern ergibt das eine zusätzliche Wärmeverlustleistung von 4,7 bis 8,1 W pro Kelvin Temperaturunterschied – dauerhaft und jede Heizperiode aufs Neue.
Wird das Fenster dagegen vor der Dämmung eingebaut, schiebt der Fachbetrieb die Dämmplatte 2 bis 3 Zentimeter über die Blendrahmenfront. Dieser Überstand schließt die Wärmebrücke mechanisch. Der verbleibende Ψ-Wert sinkt auf unter 0,01 W/(mK) – der Leibungsanschluss verhält sich thermisch fast wie ein ungestörtes Wandstück.
Was kostet es, Fehler bei der Reihenfolge zu korrigieren?
Wer Fenster nach der fertigen Fassadendämmung einbaut, zahlt 90 bis 180 Euro pro Laufmeter für die Nachbearbeitung der Leibungen – bei zwölf Fenstern mit je 5,6 lfm sind das 6.000 bis 12.000 Euro. Dabei bedeutet der Eingriff kein Routinehandwerk: Fräsen, Neu-Armieren und Neu-Verputzen rund um jeden Rahmen hinterlassen zudem eine sichtbare Fuge, die RAL-konform abgedichtet werden muss.
| Reihenfolge | Kosten Laibungsbearbeitung | Wärmebrücke | Ergebnis |
| Fenster → dann dämmen (korrekt) | Im m²-Preis enthalten (ca. 30 – 50 €/lfm) | Unterbrochen (Ψ < 0,01) | Energetisch optimal, dauerhaft dicht |
| Dämmen → dann Fenster tauschen | 90 – 180 €/lfm (Nacharbeit + Neupuitz) | Risiko: punktuelle Brücken | Mehrkosten + potenzielle Schimmelgefahr |
Konkret bedeutet das: Wer bei einem Haus mit zwölf Fenstern und je 5,6 Laufmetern Leibung die falsche Reihenfolge wählt, zahlt nachträglich zwischen 6.000 und 12.000 Euro für Reparaturarbeiten – die energetisch trotzdem kein optimales Ergebnis liefern.
OKNOPLAST empfiehlt daher, Fenster und Haustüren im Rahmen einer energetischen Sanierung immer als ersten Schritt einzuplanen – noch bevor der Gerüstbauer die ersten Bohlen setzt.
Welche Förderung gibt es für die Fassadendämmung 2026?
Der Antrag auf BAFA-Förderung muss zwingend vor dem ersten Liefer- oder Leistungsvertrag gestellt werden. Wer zuerst unterschreibt und dann Förderung beantragt, verliert den Anspruch. Das ist der häufigste und teuerste Fehler bei der Fördermittelbeantragung für energetische Sanierungsmaßnahmen.
| Förderprogramm | Förderhöhe | Maximale Kostenbasis | Max. Zuschuss/WE | Besonderheit |
| BAFA BEG EM (Grundförderung) | 15 % Zuschuss | 30.000 €/WE | 4.500 € | Energieberater Pflicht |
| BAFA BEG EM + iSFP-Bonus | 20 % Zuschuss | 60.000 €/WE | 12.000 € | iSFP vor Antrag nötig |
| KfW 358/359 Ergänzungskredit | Kredit bis 120.000 €/WE | – | Zinsverbilligung | Kombinierbar mit BAFA |
| KfW 261 (Effizienzhaus) | Kredit + Tilgungszuschuss | – | Bis 45 % Tilgungszuschuss | Nur bei Komplettsanierung |
| §35c EStG Steuerbonus | 20 % Steuerabzug | 200.000 €/Objekt | 40.000 € über 3 Jahre | Kein Energieberater nötig |
BAFA BEG EM – 15 % oder 20 %: Was macht den Unterschied?
Mit iSFP-Bonus steigt der maximale BAFA-Zuschuss von 4.500 auf bis zu 12.000 Euro – weil gleichzeitig der Fördersatz (15 auf 20 Prozent) und die förderfähige Kostenbasis (30.000 auf 60.000 Euro pro Wohneinheit) steigen. Voraussetzung für den Bonus ist ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP), den ein zugelassener Energieeffizienz-Experte (Dena-Expertenliste) erstellt. Der iSFP kostet je nach Gebäudegröße zwischen 800 und 1.800 Euro, ist aber ebenfalls mit 80 Prozent über die BAFA förderfähig.
§ 35c EStG – die Steueralternative für Selbstnutzer ohne Energieberater
Über § 35c EStG können Eigentümer selbst genutzter Wohngebäude 20 Prozent der Sanierungskosten – maximal 40.000 Euro – direkt von ihrer Steuerschuld abziehen, ohne Energieberater. Die Abzüge verteilen sich auf drei Jahre: 7 Prozent im Jahr der Fertigstellung, 7 Prozent im Folgejahr, 6 Prozent im übernächsten Jahr. Die Maßnahme muss von einem anerkannten Fachbetrieb ausgeführt werden; BAFA-Förderung und Steuerbonus können für dieselbe Maßnahme nicht kombiniert werden.
KfW 358/359 – der Ergänzungskredit zur BAFA-Förderung
Der KfW-Ergänzungskredit (Programm 358/359) stellt zusätzlich zur BAFA-Förderung bis zu 120.000 Euro pro Wohneinheit als zinsvergünstigten Kredit bereit. Der Antrag läuft über die Hausbank und dient der Vorfinanzierung der Maßnahme, bis der BAFA-Zuschuss ausgezahlt wird. Den KfW 261 für Effizienzhäuser gibt es nur bei Komplettsanierungen auf einen definierten Effizienzhaus-Standard (z.B. KfW 55 oder 40) – und der KfW 455-E ist seit 2024 nicht mehr aktiv.

Was kostet Fassadendämmung in meiner Region?
Handwerkerpreise für WDVS-Arbeiten schwanken in Deutschland regional um bis zu 30 bis 40 Prozent. Der Hauptgrund: In Ballungsräumen sind Lohnkosten, Anfahrtswege und Gerüstlogistik deutlich teurer als im ländlichen Raum. Auch die regionale Auslastung der Fachbetriebe spielt eine Rolle – in Regionen mit hoher Bautätigkeit sind Kapazitäten knapper, was die Preise zusätzlich treibt.
| Region / Bundesland | WDVS-Preis/m² (EPS grau, 20 cm) | EFH 150 m² (Netto) | Marktbesonderheit |
| München & Oberbayern | 160 – 200 € | 24.000 – 30.000 € | Höchste Lohnkosten DE, lange Wartezeiten |
| Hamburg, Frankfurt, Stuttgart | 150 – 185 € | 22.500 – 27.750 € | Hohe Nachfrage, wenig freie Kapazitäten |
| Berlin & Umland | 140 – 175 € | 21.000 – 26.250 € | Wachsende Bautätigkeit treibt Preise |
| NRW (Köln, Düsseldorf, Ruhr) | 135 – 170 € | 20.250 – 25.500 € | Hoher Wettbewerb unter Fachbetrieben |
| Ländliche Regionen (Sachsen, Thüringen, Mecklenburg) | 115 – 150 € | 17.250 – 22.500 € | Günstigste Arbeitsstunden DE |
Warum ist die Fassadendämmung in München teurer als in Sachsen?
Der Preisunterschied zwischen München und ländlichen Regionen im Osten Deutschlands beläuft sich auf 30 bis 40 Prozent und liegt primär an vier Faktoren: höhere Tariflöhne im Bauhandwerk, teurere Gerüstlogistik in dicht bebauten Stadtgebieten, gestiegene Kosten für die Unterbringung auswärtiger Montageteams sowie eine strukturell höhere Bautätigkeit, die Kapazitäten verknappt. Für Hauseigentümer im Münchner Umland bedeutet das: Planen Sie früh und holen Sie mindestens drei Vergleichsangebote ein, idealerweise im Herbst oder Winter – in der Nebensaison sind Kapazitäten freier und Preise verhandelbarer.
Was vergessen Bauherren beim Kostenvoranschlag?
Bauherren unterschätzen die Nebenkosten beim WDVS regelmäßig um 2.000 bis 4.500 Euro – Positionen wie Gerüst, Dachüberstand, Fensterbänke und Entsorgung tauchen in vielen Angeboten nicht auf und kommen dann als Nachtragsrechnung:
- Gerüst (falls nicht enthalten): 18 – 25 €/m² Fassadenfläche, bei 150 m² = 2.700 – 3.750 € netto
- Anpassung der Dachüberstände: Bei zu geringem Überstand muss dieser verlängert werden – Kosten: 300 – 1.500 € je nach Konstruktion
- Erneuerung der Fensterbänke: Steinzeug oder Aluminium, 40 – 100 € pro Fensterbank, plus Montage
- Entsorgung von Bauschutt und Verpackungen: Pauschal 400 – 800 € für Container und Transport
- Sockelabdichtung und Perimeterdämmung: Übergang Fassade – Erdreich, besonders bei feuchten Kellerwänden relevant
Checkliste – versteckte Kostenposten beim WDVS
Acht Leistungspositionen fehlen in Handwerkerangeboten für WDVS-Arbeiten regelmäßig – fordern Sie schriftliche Bestätigung für jede Position, bevor Sie den Vertrag unterzeichnen:
- Gerüst (inkl. Auf-/Abbau und gesamte Mietdauer)
- Untergrundprüfung und -vorbereitung (Haftprüfung, Grundierung)
- Sockelabschlussschiene und Sockeldämmung (min. 30 cm unter Gelände)
- Leibungsbearbeitung an allen Fenster- und Türöffnungen
- Anpassung Dachüberstand
- Fensterbänke (inkl. Lieferung und Montage)
- Entsorgung aller Dämmstoffreste und Verpackungen
- Herstellerzertifikat des verwendeten WDVS-Systems (für Gewährleistung und Förderfähigkeit)
Häufige Fragen zur Fassadendämmung 2026 – FAQ
Eine WDVS-Dämmung in Standardausführung (EPS grau, 20 cm) kostet 2026 zwischen 135 und 165 Euro pro Quadratmeter, inklusive Material, Arbeitslohn und Gerüst. Mit Mineralwolle steigt der Preis auf 155 bis 200 Euro pro Quadratmeter. Alle Preise gelten netto, zuzüglich Mehrwertsteuer.
Bei EPS grau und 20 cm Dämmstärke liegen die Gesamtkosten für 150 m² Fassadenfläche zwischen 20.250 und 24.750 Euro netto. Mit Mineralwolle sind es 23.250 bis 30.000 Euro netto. Zusatzkosten für Dachüberstand, Fensterbänke und Entsorgung (ca. 2.000 – 3.000 Euro) kommen hinzu.
Die BAFA fördert Fassadendämmung im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) mit 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) steigt die Förderung auf 20 Prozent. Die maximale Kostenbasis beträgt 30.000 Euro (ohne iSFP) bzw. 60.000 Euro (mit iSFP) pro Wohneinheit.
Ja – der BAFA-Antrag muss zwingend gestellt werden, bevor der erste Liefer- oder Leistungsvertrag mit dem ausführenden Betrieb unterzeichnet wird. Ein bereits abgeschlossener Handwerkervertrag ohne aufschiebende Bedingung schließt die Förderung aus. Planen Sie die Antragstellung mindestens 4 bis 6 Wochen vor geplantem Baubeginn ein.
Fenster müssen immer vor der Fassadendämmung eingebaut sein. Nur so kann die Dämmplatte 2 bis 3 Zentimeter über den Fensterrahmen gezogen werden, was die Wärmebrücke an der Leibung fachgerecht unterbricht. Wer Fenster nach der Dämmung tauscht, zahlt 90 bis 180 Euro pro Laufmeter für Nacharbeiten – und erzielt trotzdem ein schlechteres Ergebnis.
Gerüst und Arbeitslohn sind bei 16 und 20 Zentimetern Dämmstärke identisch – sie machen rund 65 Prozent der Gesamtkosten aus. Der Mehrpreis für 4 cm mehr Material beträgt nur 5 bis 8 Euro pro Quadratmeter, der energetische Mehrgewinn liegt bei rund 25 Prozent besserer Dämmwirkung. 20 cm sind der wirtschaftlich optimale Standard.
Gerüstbau und -miete (Auf-/Abbau plus 4 bis 6 Wochen Standzeit) kosten für ein Einfamilienhaus mit 150 m² Fassadenfläche zwischen 2.700 und 3.750 Euro netto. Das entspricht 18 bis 25 Euro pro Quadratmeter. Viele Fachbetriebe schließen das Gerüst im Einheitspreis ein – lassen Sie sich das ausdrücklich bestätigen.
Mineralwolle bietet zwei Vorteile: Sie ist nicht brennbar (Baustoffklasse A1) und damit an Brandwänden und in Gebäuden der Gebäudeklasse 4 und 5 vorgeschrieben; außerdem dämpft sie Außenlärm 3 bis 5 dB besser als EPS. Der Preis liegt 10 bis 20 Euro pro Quadratmeter höher. Für normale Wohngebäude in ruhigen Lagen ist graues EPS die wirtschaftlichere Wahl.
Eigentümer selbst genutzter Wohngebäude können 20 Prozent der Sanierungskosten über drei Jahre direkt von der Steuerschuld abziehen (max. 40.000 Euro über die gesamte Laufzeit). Ein Energieberater ist nicht erforderlich, jedoch muss ein anerkannter Fachbetrieb die Arbeiten ausführen. Der Steuerbonus und die BAFA-Förderung können nicht für dieselbe Maßnahme kombiniert werden.
Beim WDVS sind echte Eigenleistungen kaum möglich, da die fachgerechte Verarbeitung des Klebers, der Armierungsschicht und des Putzes Systemkenntnisse erfordert und von der bauaufsichtlichen Zulassung vorgeschrieben ist. Die BAFA setzt ohnehin einen Fachbetrieb voraus. Einzige sinnvolle Eigenleistung: die Vorbereitung der Fassade (Reinigung, ältere Anstriche entfernen) – sofern der Handwerker das akzeptiert.
Kontaktieren Sie uns
Schreiben Sie uns:
"*" indicates required fields