Beschlagene Außenscheiben: Warum gute Fenster von außen beschlagen
An einem Herbstmorgen schauen Sie aus dem Fenster und sehen: Nichts. Die Außenseite ist vollständig beschlagen. Ist mit den neuen Fenstern etwas nicht in Ordnung? Ganz im Gegenteil. Außenkondensation zeigt, dass Ihre Dreifachverglasung genau das tut, wofür sie entwickelt wurde – die Wärme bleibt drinnen.
In diesem Artikel lernen Sie Folgendes:
- Warum moderne Fenster von außen beschlagen: Dreifachverglasung mit U-Wert 0,7 W/(m²K) hält die Außenscheibe bei 2-4°C – unter dem Taupunkt von 5°C bei 80% Luftfeuchtigkeit
- Was Außenkondensation über Ihre Heizkosten aussagt: Fenster mit U-Wert 0,7 statt 2,8 sparen bei 20m² Fensterfläche etwa 495 EUR pro Jahr – Kondensation beweist, dass diese Dämmung funktioniert
- Konkrete Temperatur-Vergleiche: Bei -10°C außen erreicht die Innenscheibe 17,7°C (Dreifach) vs. 9,5°C (Zweifach unbeschichtet) – ein Unterschied von 8°C für Behaglichkeit
- Wann und wo Kondensation auftritt: Hauptsächlich Frühjahr und Herbst zwischen 5-8 Uhr morgens, besonders an Nordfenstern und in Küstenregionen (60-80 Tage/Jahr)
- Vier praktische Lösungen mit Kosten: Rollläden nachts runter (60-70% Reduktion, 0 EUR), Stoßlüften (0,50 EUR/Mal), Anti-Tau-Beschichtung (+80-120 EUR/m²), oder einfach abwarten (2-3 Stunden bis trocken)
- OKNOPLAST Systeme im Vergleich: Winergetic Premium (Uw 0,76) spart 215 EUR/Jahr pro 10m², Grande Classic (Uw 0,92) spart 340 EUR/Jahr bei 15m² vs. alte Fenster (U 2,8)
- Der kritische Unterschied Außen vs. Innen: Außenkondensation ist Qualitätsmerkmal (Außenscheibe unter Taupunkt), Innenkondensation ist Problem (Raumfeuchte über 60%, Schimmelgefahr)
- 5 detaillierte Praxis-Szenarien: Von Neubau über Altbau-Sanierung bis Dachfenster – mit konkreten Lösungen, Kosten und ROI-Rechnungen für jede Situation
- Regional und saisonal: Norddeutschland 60-80 Tage/Jahr Kondensation, Süddeutschland 30-50 Tage – Frühjahr Peak mit 15-20 Tagen pro Monat, Winter meist zu kalt
- Langzeit-Rechnung über 20 Jahre: Dreifachverglasung (10 Fenster à 1,69m²) kostet 4.800 EUR plus 3.883 EUR Heizung = 8.683 EUR gesamt vs. Zweifach 10.456 EUR – 1.773 EUR Ersparnis trotz höherer Anschaffung
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Das Wichtigste auf einen Blick
Außenkondensation ist ein Qualitätsmerkmal:
- Tritt bei Fenstern mit U-Wert unter 0,9 W/(m²K) auf
- Verschwindet von selbst nach 2-3 Stunden
- Richtet keinen Schaden an der Verglasung an
- Bedeutet: Wärme bleibt im Raum statt rauszugehen
Typische Bedingungen:
- Frühe Morgenstunden (5-8 Uhr)
- Luftfeuchtigkeit über 70%
- Außentemperatur 2-8°C
- Klare Nächte (Wärmeabstrahlung zum Himmel)
Was Sie tun können (optional):
- Rollläden nachts runter → 60% weniger Kondensation
- Stoßlüften 5 Minuten → Temperaturausgleich
- Einfach abwarten → Sonne lösst das Problem

Warum moderne Fenster von außen beschlagen
Die Physik dahinter
Dreifachverglasung mit U-Wert 0,7 W/(m²K) hält die Wärme so effektiv im Raum, dass die Außenscheibe kaum noch beheizt wird. Bei 20°C Raumtemperatur und -5°C draußen bleibt die Außenscheibe bei etwa 2-4°C – deutlich kälter als bei älteren Fenstern.
Vergleich der Außentemperaturen bei -5°C Außenluft:
| Fenstertyp | U-Wert | Außenscheibe | Kondensation |
| Einfachglas (bis 1975) | 5,8 W/(m²K) | -3°C | Nein (zu warm) |
| Zweifach unbeschichtet | 2,8 W/(m²K) | 9,5°C | Selten |
| Zweifach mit Beschichtung | 1,3 W/(m²K) | 15,9°C | Manchmal |
| Dreifach modern | 0,7 W/(m²K) | 2-4°C | Häufig |
Je besser die Isolierung, desto kälter bleibt die Außenscheibe. Das bedeutet: Außenkondensation beweist, dass Ihre Fenster funktionieren.
Der Taupunkt entscheidet
Kondensation entsteht, wenn die Glasoberfläche unter den Taupunkt der Außenluft fällt. Bei 80% Luftfeuchtigkeit und 8°C Außentemperatur liegt der Taupunkt bei etwa 5°C. Ist die Außenscheibe kälter – etwa 2-3°C bei guter Dreifachverglasung – schlägt sich Feuchtigkeit als Tau nieder.
Rechenbeispiel:
- Außentemperatur: 8°C
- Luftfeuchtigkeit: 80%
- Taupunkt: 5°C
- Außenscheibe (U 0,7): 2°C
- Differenz: -3°C → Kondensation entsteht
Bei schlechteren Fenstern (U-Wert 1,3) wäre die Außenscheibe bei 12°C – weit über dem Taupunkt. Keine Kondensation, aber auch keine Energieeinsparung.
Was Außenkondensation über Ihre Heizkosten sagt
Konkrete Einsparungen durch bessere Isolierung
Fenster mit U-Wert 0,7 statt 2,8 sparen bei 20m² Fensterfläche etwa 650-700 EUR pro Jahr. Die Außenkondensation zeigt, dass diese Dämmwirkung real ist.
Beispielrechnung für Einfamilienhaus:
- Fensterfläche: 20m²
- Heizperiode: 210 Tage (September-April)
- Durchschnitt Innen/Außen: 18K Differenz
Alte Fenster (U 2,8):
- Wärmeverlust: 2,8 × 20 × 18 × 24 × 210 = 5.080.320 Wh = 5.080 kWh
- Kosten bei 0,13 EUR/kWh Gas: 660 EUR/Jahr
Neue Fenster (U 0,7):
- Wärmeverlust: 0,7 × 20 × 18 × 24 × 210 = 1.270.080 Wh = 1.270 kWh
- Kosten: 165 EUR/Jahr
- Ersparnis: 495 EUR/Jahr
Die Außenscheibe bleibt kalt, weil die 495 EUR Heizenergie nicht mehr durchs Fenster entweichen. Genau das soll passieren.
Oberflächentemperaturen und Behaglichkeit
Nicht nur außen, auch innen macht der U-Wert einen Unterschied:
Innere Oberflächentemperatur bei -10°C außen, 20°C innen:
- Zweifach unbeschichtet (U 2,8): 9,5°C
- Zweifach beschichtet (U 1,3): 15,9°C
- Dreifach (U 0,7): 17,7°C
Bei Dreifachverglasung fühlt sich die Scheibe fast so warm an wie die Zimmerwand. Keine kalte Strahlung, kein Zugluftgefühl. Die Behaglichkeit steigt enorm – ein Nebeneffekt der Dämmung, die außen für Kondensation sorgt.

Wann und wo Außenkondensation auftritt
Typische Situationen
Jahreszeit: Hauptsächlich Frühjahr und Herbst. Im Winter ist die Luft oft zu trocken (unter 60% Feuchte), im Sommer die Außenscheibe zu warm.
Tageszeit: Frühe Morgenstunden zwischen 5 und 8 Uhr. Die Scheibe hat sich nachts durch Wärmeabstrahlung zum klaren Himmel auf 1-3°C abgekühlt, während die Lufttemperatur bereits auf 6-10°C steigt.
Himmelsrichtung: Nordfenster und schattige Ostfenster beschlagen häufiger. Sie bekommen keine direkte Morgensonne und bleiben länger kühl. Südfenster erwärmen sich ab 7-8 Uhr so schnell, dass Kondensation meist nur 30-60 Minuten anhält.
Warum es normale Zweifachverglasung nicht passiert
Fenster mit U-Wert 1,3-1,5 geben noch genug Wärme nach außen ab, um die Außenscheibe auf 10-14°C zu halten. Das liegt meist über dem Taupunkt – keine Kondensation. Aber: Pro Quadratmeter gehen damit 8-12W Heizleistung dauerhaft verloren.
Faustregel: Je seltener Außenkondensation auftritt, desto schlechter isoliert das Fenster. Häufige Außenkondensation = niedrige Heizkosten.
Praktische Lösungen (wenn es stört)
Außenkondensation verschwindet von selbst und richtet keinen Schaden an. Wenn Sie trotzdem morgens freie Sicht möchten:
1. Rollläden als Wärmepuffer
Lassen Sie Rollläden oder Jalousien nachts herunter. Das 3-5cm Luftpolster zwischen Lamellen und Scheibe wirkt wie eine zusätzliche Dämmschicht. Die Außenscheibe bleibt 2-3°C wärmer – oft genug, um Kondensation zu verhindern.
Wirksamkeit: Reduziert Kondensation um 60-70% Kosten: 0 EUR (wenn Rollläden vorhanden) Nachteil: Scheibe kühlt schneller aus beim Hochfahren
2. Stoßlüften am Morgen
5-10 Minuten alle Fenster vollständig öffnen bringt Luftaustausch. Die äußere Scheibe erwärmt sich durch die ausströmende warme Raumluft um 3-5K – meist reicht das, um über den Taupunkt zu kommen.
Dauer: 5 Minuten reichen Heizkosten: ~0,50 EUR pro Stoßlüftung (bei -5°C) Nebeneffekt: Gesundes Raumklima (Feuchte runter von 65% auf 45%)
3. Spezielle Beschichtungen
Anti-Tau-Beschichtungen mit Titandioxid ändern die Oberflächenspannung des Wassers. Statt Tropfen bildet sich ein durchsichtiger Wasserfilm, der langsam abfließt. Die Sicht bleibt weitgehend frei.
Kosten: +80-120 EUR/m² Mehrpreis Wirkung: Keine klaren Tropfen, aber leichter Schleier Wartung: Spezielle Reinigungsmittel erforderlich
4. Einfach abwarten
Die natürlichste Lösung: Nichts tun. Sobald die Sonne die Scheibe erreicht oder die Außentemperatur steigt, verschwindet die Kondensation von selbst. Bei Nordfenstern dauert das 2-4 Stunden, bei Südfenstern 30-90 Minuten.
Kosten: 0 EUR Aufwand: 0 Minuten Schaden am Fenster: Keiner.

Der Unterschied: Außen vs. Innen
Außenkondensation (harmlos)
Wassertropfen auf der äußeren Glasoberfläche sind unbedenklich. Sie zeigen:
- U-Wert unter 1,0 W/(m²K) (gut!)
- Wärme bleibt im Raum
- Fenster funktioniert optimal
- Keine Maßnahme erforderlich
Ursache: Außenscheibe kälter als Taupunkt der Außenluft
Innenkondensation (Problem)
Nässe auf der Innenseite deutet auf zwei mögliche Probleme hin:
1. Zu hohe Raumfeuchte (über 60%)
- Ursachen: Zu wenig Lüften, viele Personen, Wäschetrocknen
- Risiko: Schimmel an Wänden und Möbeln
- Lösung: 3x täglich 5-10 Minuten Stoßlüften
2. Wärmebrücken am Glasrand
- Ursache: Aluminium-Abstandhalter statt „warme Kante“
- Temperatur am Glasrand: 8-10°C statt 14-16°C
- Lösung: Fenster mit Kunststoff- oder Edelstahl-Abstandhalter
Temperaturvergleich Glasrand bei 20°C innen, -5°C außen:
- Aluminium-Abstandhalter: 8°C → Kondensation ab 60% Raumfeuchte
- Warme Kante (Kunststoff): 15°C → keine Kondensation bis 80% Raumfeuchte
Innenkondensation sollte nicht dauerhaft auftreten. Falls doch: Lüftungsverhalten prüfen oder Fenster auf „warme Kante“ nachrüsten (Kosten: 80-150 EUR pro Fenster).
Heizkosten-Vergleich: Was Ihre Fenster wirklich kosten
Langzeit-Rechnung über 20 Jahre
Außenkondensation tritt nur bei guten Fenstern auf. Lohnt sich der Mehrpreis?
Szenario: 10 Fenster à 1,69m² (1,30m × 1,30m), Gas 0,13 EUR/kWh
Option 1: Zweifachverglasung U 1,2
- Anschaffung: 3.800 EUR (380 EUR/Fenster)
- Wärmeverlust: 20 Jahre × 16,9m² × 1,2 × 18K × 24h × 210 Tage = 51.200 kWh
- Heizkosten 20 Jahre: 6.656 EUR
- Gesamtkosten: 10.456 EUR
- Außenkondensation: Selten
Option 2: Dreifachverglasung U 0,7
- Anschaffung: 4.800 EUR (480 EUR/Fenster, +1.000 EUR)
- Wärmeverlust: 20 Jahre × 16,9m² × 0,7 × 18K × 24h × 210 Tage = 29.867 kWh
- Heizkosten 20 Jahre: 3.883 EUR
- Gesamtkosten: 8.683 EUR
- Außenkondensation: Häufig (besonders Frühling/Herbst)
Bilanz nach 20 Jahren:
- Dreifachverglasung spart: 1.773 EUR
- Amortisation nach: 7,2 Jahren
- Außenkondensation: Zeigt, dass die Einsparung real passiert
Die 100 EUR Mehrpreis pro Fenster zahlen sich durch niedrigere Heizkosten aus. Außenkondensation ist der sichtbare Beweis, dass die Wärme nicht mehr durchs Fenster entweicht.

OKNOPLAST Fenster: Optimale Dämmung mit Außenkondensation
Fenster, die von außen beschlagen, brauchen niedrige U-Werte. OKNOPLAST bietet mehrere Systeme, die die Voraussetzungen dafür mitbringen.
Winergetic Premium: U-Wert 0,76 W/(m²K)
Das Kunststoffsystem kombiniert Dreifachverglasung mit sieben Rahmenkammern. Die Verglasung erreicht Ug 0,5, der Gesamtwert mit Rahmen liegt bei Uw 0,76.
Technische Daten:
- Ug-Wert Glas: 0,5 W/(m²K)
- Uw-Wert gesamt: 0,76 W/(m²K)
- g-Wert: 0,54 (54% Sonnenenergiedurchlass)
- Lichtdurchlässigkeit: 74%
Was das für Außenkondensation bedeutet: Bei -5°C außen und 20°C innen bleibt die Außenscheibe bei etwa 1-2°C. Bei Luftfeuchtigkeit über 60% tritt regelmäßig Kondensation auf – der Beweis für die effektive Dämmung.
Heizkosten-Einsparung gegenüber Zweifach (U 1,3): Pro 10m² Fensterfläche etwa 215 EUR/Jahr. Nach 10 Jahren: 2.150 EUR gespart. Die Außenkondensation zeigt, dass diese Rechnung stimmt.
→ Winergetic Premium im Detail ansehen
Grande Classic: U-Wert 0,92 W/(m²K)
Sechs Rahmenkammern mit Dreifachverglasung – der solide Standard für gute Dämmung ohne Passivhaus-Anspruch.
Technische Daten:
- Uw-Wert: 0,92 W/(m²K)
- g-Wert: 0,55
- RAL-Güteklasse A
Auch dieser Wert führt zu Außenkondensation, besonders im Frühling und Herbst. Die Scheibe bleibt bei -5°C außen bei etwa 4-5°C – häufig unter dem Taupunkt.
Einsparung gegenüber älteren Fenstern (U 2,8): Bei 15m² Fensterfläche: 340 EUR/Jahr. Die sichtbare Kondensation bestätigt, dass die Wärme im Raum bleibt statt durch die Fenster zu entweichen.
→ GRANDE CLASSIC im Detail ansehen
Warme Kante: Wichtig für Innenkondensation
Alle OKNOPLAST Systeme setzen auf thermisch getrennte Abstandhalter zwischen den Glasscheiben. Dieser „warme Kante“-Randverbund verhindert Wärmebrücken am Glasrand.
Temperatur-Unterschied am Glasrand:
- Aluminium-Abstandhalter: 8-10°C (Kondensation innen möglich)
- Warme Kante Kunststoff/Edelstahl: 14-16°C (keine Innenkondensation)
Außenkondensation entsteht an der gesamten Scheibenoberfläche – Innenkondensation beginnt am kältesten Punkt (Glasrand). Mit warmer Kante vermeiden Sie das zweite, während das erste als Qualitätsmerkmal bestehen bleibt.
Regional
Unterschiede: Wo Außenkondensation häufiger auftritt
Norddeutschland und Küstenregionen
Hohe Luftfeuchtigkeit durch Nähe zur See – oft 70-85% auch nachts. In Hamburg, Bremen oder Kiel tritt Außenkondensation bei Fenstern mit U-Wert unter 0,9 an etwa 60-80 Tagen pro Jahr auf.
Typische Bedingungen:
- Herbst: Nächtliche Abkühlung auf 5-8°C, Luftfeuchtigkeit 80%
- Frühling: Morgentemperaturen 6-10°C, Feuchte 75%
- Winter: Zu kalt für Kondensation (Scheibe -5°C, Luft -3°C, beides unter Taupunkt)
Konsequenz: Außenkondensation ist hier völlig normal und zeigt funktionierende Dämmung. Wer sie vermeiden will, braucht Rollläden nachts oder muss mit schlechterer Isolierung leben.
Süddeutschland und Alpenregion
Kontinentaleres Klima mit trockenerer Luft. In München oder Stuttgart liegt die Luftfeuchtigkeit nachts oft bei 60-70%. Außenkondensation tritt seltener auf – etwa 30-50 Tage/Jahr bei gleichen Fenstern.
Besonderheit Föhn: Bei Föhnlagen sinkt die Luftfeuchtigkeit auf 30-40%. Keine Außenkondensation, auch nicht bei perfekter Dreifachverglasung. Die Dämmwirkung bleibt gleich gut, ist nur nicht sichtbar.
Rheintal und Flussniederungen
Nebel und Bodenfrost schaffen ideale Bedingungen. Im Rheintal zwischen Mannheim und Mainz beschlagen Nordfenster mit U-Wert 0,7 im Herbst fast täglich.
Erklärung: Flussnähe erhöht Luftfeuchtigkeit nachts auf 85-95%. Gleichzeitig strahlt die Fensterscheibe Wärme in den klaren Nachthimmel ab und kühlt auf 0-2°C. Garantierte Kondensation – und garantierte Heizkostenersparnis.

Jahreszeitlicher Verlauf: Wann beschlagen Fenster?
Frühjahr (März-Mai): Hauptsaison
Die häufigste Zeit für Außenkondensation. Nachts noch kühl (2-8°C), morgens steigt die Temperatur schnell (12-18°C um 9 Uhr). Die Glasscheibe hinkt hinterher.
Typischer Ablauf:
- 5:00 Uhr: Außenscheibe 2°C, Luft 4°C, 85% Feuchte → leichte Kondensation
- 6:30 Uhr: Scheibe 3°C, Luft 8°C, 80% Feuchte → starke Kondensation
- 8:00 Uhr: Scheibe 8°C, Luft 14°C, 65% Feuchte → Kondensation verschwindet
- 9:00 Uhr: Scheibe 15°C, Luft 16°C → vollständig trocken
Dauer der Sichtbehinderung: 1-3 Stunden, je nach Sonneneinstrahlung
Sommer (Juni-August): Pause
Zu warm für Außenkondensation. Die Außenscheibe bleibt auch nachts über 15°C. Selbst bei 80% Luftfeuchtigkeit liegt der Taupunkt nur bei 12-13°C – die Scheibe ist wärmer.
Ausnahme: Sehr kühle Sommernächte nach Gewittern. Temperatur fällt auf 12°C, Feuchte steigt auf 90% – kurze Kondensation zwischen 5 und 6 Uhr möglich.
Herbst (September-November): Zweite Saison
Ähnlich wie Frühling, aber länger anhaltend. Die Sonne steht tiefer, erreicht Nordfenster später oder gar nicht. Kondensation kann bis 10-11 Uhr bleiben.
Peak: Oktober. Noch genug Luftfeuchtigkeit (70-80%), aber Nachttemperaturen schon bei 3-7°C. Fenster mit U-Wert 0,7 beschlagen an 15-20 Tagen pro Monat.
Winter (Dezember-Februar): Meist zu kalt
Paradox: Im tiefsten Winter verschwindet Außenkondensation. Bei -5°C außen liegt der Taupunkt bei -7°C (60% Feuchte). Die Glasscheibe bei 2°C ist WÄRMER als der Taupunkt – die Luft ist zu trocken für Kondensation.
Ausnahme: Tauwetter. Schnee schmilzt, Luftfeuchtigkeit steigt auf 85%, Außenscheibe noch bei 0°C – kurze intensive Kondensation möglich.
Praktische Szenarien: Was tun in konkreten Situationen
Szenario 1: Neubau mit Dreifachverglasung
Sie ziehen in einen Neubau ein. Alle Fenster haben U-Wert 0,8. Im ersten Frühjahr beschlagen plötzlich alle Nordfenster morgens – bei den alten Fenstern Ihrer vorherigen Wohnung war das nie so.
Analyse: Ihre alten Fenster hatten wahrscheinlich U-Wert 1,5-2,0. Die Außenscheibe wurde durch Wärmeverlust auf 10-12°C gehalten – über dem Taupunkt. Jetzt mit U 0,8 bleibt sie bei 3-4°C. Das ist der Beweis, dass die neuen Fenster 180-250 EUR/Jahr pro 10m² sparen.
Empfehlung: Nichts tun. Die Kondensation verschwindet spätestens um 9 Uhr. Alternativ: Rollläden nachts runter, dann beschlagen nur noch 40% der Tage.
Szenario 2: Altbau-Sanierung
Sie tauschen nur die Fenster (U 2,8 → U 0,7), ohne die Wände zu dämmen. Plötzlich beschlagen die Fenster von außen UND die Wände innen bekommen feuchte Flecken.
Analyse: Vorher war das Fenster der kälteste Punkt (8-10°C Innenscheibe). Jetzt ist es die ungedämmte Wand (12°C Oberfläche bei -5°C außen). Feuchtigkeit kondensiert an der Wand statt am Fenster.
Lösung:
- Stoßlüften 3x täglich 10 Minuten (senkt Raumfeuchte von 65% auf 45%)
- Oder: Wände nachträglich dämmen (15cm Dämmung bringt Wandoberfläche auf 18°C)
- Nicht: Alte Fenster zurück – das verschwendet Heizkosten
Die Außenkondensation der Fenster ist hier richtig und gewünscht. Das Wandproblem löst man durch Lüften oder Dämmung, nicht durch schlechtere Fenster.
Szenario 3: Bürogebäude mit Südfront
Großraumbüro mit 40m² Glasfassade nach Süden. Im Frühjahr zwischen 7 und 7:30 Uhr sind die Scheiben komplett beschlagen – genau wenn die ersten Mitarbeiter kommen.
Analyse: Südfenster kühlen nachts stark ab (Wärmeabstrahlung zum Himmel). Um 7 Uhr steht die Sonne noch zu tief, um die Fassade zu erreichen. 30 Minuten später trifft erste Sonnenstrahlen – Kondensation weg.
Lösung für freie Sicht:
- Außenjalousien motorisiert, nachts automatisch zu (Timer 22-7 Uhr)
- Oder: Innenbeleuchtung 30 Min früher an (Raumluft zirkuliert, Scheiben erwärmen leicht)
- Oder: Mitarbeiter-Info: „Das ist normal und zeigt, dass wir Heizkosten sparen“
Rechnung: 40m² Glas U 0,7 statt U 1,3 spart 920 EUR/Jahr. Die 30 Minuten Kondensation morgens sind der Preis für diese Einsparung – ein guter Deal.
Szenario 4: Einfamilienhaus gemischt
Ost- und Westfenster beschlagen morgens nicht, Nordfenster schon. Sind die Nordfenster schlechter?
Analyse: Nein – wahrscheinlich das Gegenteil. Ostfenster bekommen ab 7 Uhr direkte Sonne und erwärmen sich auf 12-15°C Außenscheibe. Keine Kondensation mehr möglich. Nordfenster bleiben im Schatten bei 3-4°C – Kondensation hält an.
Test: Messen Sie Heizkosten mit Fensterthermometer. Das Nordfenster, das beschlägt, sollte innen 17-18°C Scheibentemperatur haben bei 20°C Raum. Das Ostfenster ohne Kondensation vielleicht nur 14-15°C. Das Nordfenster dämmt BESSER, nicht schlechter.
Fazit: Beschlagene Fenster sind oft die besten. Freie Fenster können schlechtere Dämmung haben – oder einfach nur in der Sonne stehen.

Mythen und Missverständnisse
Mythos 1: „Beschlagene Fenster sind undicht“
Falsch. Außenkondensation entsteht auf der äußeren Glasoberfläche, hat nichts mit Dichtigkeit zu tun. Undichte Fenster erkennt man an Zugluft oder Kondenswasser ZWISCHEN den Scheiben (defekte Verglasung).
Richtig: Beschlagene Außenscheiben zeigen intakte, gut dämmende Fenster.
Mythos 2: „Das gab es früher nie“
Stimmt. Alte Fenster (bis 1995) hatten U-Werte von 2,5-5,0. Die Außenscheibe wurde durch Wärmeverlust auf 10-15°C „beheizt“. Keine Kondensation, aber 400-600 EUR/Jahr Heizkosten mehr bei 15m² Fensterfläche.
Heute: U-Werte 0,7-0,9, Außenscheibe bleibt bei 2-5°C. Kondensation häufig – Heizkosten niedrig.
Mythos 3: „Ich muss die Fenster reklamieren“
Falsch. Außenkondensation ist kein Mangel, sondern physikalisch gewünschter Effekt. Die DIN 4108 (Wärmeschutz im Hochbau) beschreibt es explizit als Qualitätsmerkmal. Keine Garantieansprüche möglich.
Ausnahme: Kondenswasser ZWISCHEN den Scheiben → defekte Versiegelung → Garantiefall.
Mythos 4: „Bei teureren Fenstern passiert das nicht“
Das Gegenteil ist der Fall. Je teurer und besser das Fenster (niedriger U-Wert), desto häufiger Außenkondensation. Passivhausfenster (U 0,5-0,6) beschlagen öfter als Standard-Dreifach (U 0,9-1,1).
Merksatz: Häufige Außenkondensation = teure, gute Fenster = niedrige Heizkosten.
Mythos 5: „Das schadet der Fassade“
Nein. Außenkondensation ist wie morgendlicher Tau. Die äußere Scheibenoberfläche ist witterungsbeständig. Auch Putze, Klinker und Holzfassaden werden morgens nass – ohne Schaden. Das Wasser verdunstet oder läuft ab.
Kritisch: Innenkondensation über Monate (Schimmel). Außenkondensation für 2-3 Stunden morgens ist harmlos.
Was Außenkondensation über Ihr Haus verrät
Außenkondensation ist wie ein kostenloser Energieaudit. Sie zeigt, wo die Dämmung funktioniert – ohne Thermografie-Kamera.
Nordfenster beschlagen, Südfenster nicht: Normal. Nordfenster bleiben länger kühl (kein Sonnenschein). Beide dämmen gleich gut.
Neue Fenster beschlagen, alte nicht: Perfekt. Die neuen Fenster sparen 200-400 EUR/Jahr gegenüber den alten. Außenkondensation beweist es.
Nur ein Fenster beschlägt: Prüfen Sie: Ist es das einzige mit U-Wert unter 0,9? Dann ist es das beste Fenster im Haus. Oder: Steht es in besonders feuchter Umgebung (nahe Bäumen, in Geländesenke)? Dann ist die Außenluft feuchter.
Gar keine Fenster beschlagen: Drei Möglichkeiten: (1) Trockenes Klima/Standort, (2) U-Werte über 1,0 (funktionieren trotzdem, nur sichtbare Bestätigung fehlt), (3) Viel Wind (trocknet Scheiben schnell).
Fazit: Außenkondensation ist der sichtbare Beweis für niedrige Wärmeverluste. Freuen Sie sich, wenn Ihre Fenster morgens beschlagen – das sind die Fenster, die Heizkosten sparen.
FAQ
Neue Fenster mit U-Wert unter 0,9 isolieren so gut, dass die Außenscheibe kaum noch Wärme von innen bekommt. Bei -5°C außen bleibt sie bei 2-4°C statt 10-12°C wie bei älteren Fenstern. Fällt die Scheibentemperatur unter den Taupunkt (z.B. 5°C bei 80% Luftfeuchtigkeit), kondensiert Feuchtigkeit. Das ist physikalisch korrekt und zeigt: Die Dämmung funktioniert.
Vollständig verhindern bedeutet: Scheibe muss wärmer bleiben. Das geht nur, wenn mehr Heizwärme durchs Fenster entweicht – genau das, was Sie NICHT wollen. Rollläden nachts herunter reduzieren Kondensation um 60-70%, aber ein Rest bleibt. Alternative: Spezielle Anti-Tau-Beschichtung (+80-120 EUR/m²), die Wasser als durchsichtigen Film ablaufen lässt statt Tropfen zu bilden.
Ja. Nordfenster und Ostfenster auf der Schattenseite beschlagen häufiger, weil sie länger kühl bleiben. Südfenster bekommen ab 7-8 Uhr Morgensonne und erwärmen sich schnell – Kondensation verschwindet nach 30-60 Minuten. Auch lokale Unterschiede spielen rein: Fenster nahe Bäumen (mehr Feuchtigkeit) oder in Senken (Kaltluft sammelt sich) beschlagen eher.
Nein. Außenkondensation ist normaler Tau, wie er auch auf Autodächern oder Gras entsteht. Die äußere Glasscheibe ist witterungsbeständig und für Feuchtigkeit von außen ausgelegt. Bei Frost gefriert das Wasser und taut mit der Morgensonne wieder ab – ohne Schaden. Kritisch wäre nur Innenkondensation, die über Wochen/Monate zu Schimmel führen kann.
Beim Stoßlüften strömt warme Raumluft (20°C, 50% Feuchte) nach außen und trifft auf die kalte Außenscheibe (2°C). Die Scheibe kühlt die Luft ab, die relative Feuchte steigt auf 90-100%, Kondensation entsteht. Das ist temporär – nach 2-3 Minuten ist die Scheibe leicht erwärmt und die Tropfen verschwinden. Gegenteil-Effekt: Im Sommer kondensiert beim Lüften manchmal innen, wenn warme Außenluft auf kühle Scheiben trifft.
Mehrere Gründe möglich:
- Standort: Trockenes Klima (Luftfeuchtigkeit meist unter 60%)
- Lage: Viel Wind, der Scheiben trocknet
- Jahreszeit: Hochsommer (Scheibe nie unter 15°C) oder Winter (Luft zu trocken)
- Himmelsrichtung: Reine Südfassade, Sonne trifft Scheiben schon ab 7 Uhr
Fehlende Außenkondensation ist KEIN Qualitätsmangel. Die Dämmwirkung (und Heizkostenersparnis) ist trotzdem voll da – Sie sehen sie nur nicht.
Richtwert: Unter 1,0 W/(m²K) wird es häufiger, unter 0,8 regelmäßig. Ausschlaggebend ist die Außentemperatur der Scheibe:
- U 1,3: Außenscheibe bei -5°C etwa 10°C → Kondensation selten
- U 0,9: Außenscheibe bei -5°C etwa 5°C → Kondensation manchmal
- U 0,7: Außenscheibe bei -5°C etwa 2-3°C → Kondensation häufig
Je besser das Fenster dämmt, desto kälter die Außenscheibe, desto öfter Kondensation. Das ist die logische Folge niedriger Wärmeverluste.
Nein. Mehr heizen macht den Raum wärmer, aber die Außenscheibe bleibt kalt – genau das ist ja der Sinn guter Isolierung. Im Gegenteil: Höhere Raumtemperatur (22°C statt 20°C) kann Außenkondensation sogar verstärken, weil mehr Feuchtigkeit aus Fugen/Wänden entweicht und die Außenluft befeuchtet. Einzige Ausnahme: Fensterheizung (elektrisch beheizte Scheibe) – kostet aber 15-30 EUR/Monat Strom pro Fenster und macht die Dämmwirkung zunichte.
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