Montagefehler bei Fenstern: Warum die Statistiken zwischen 23 % und 80 % schwanken
Fenster-Montagefehler sind je nach Quelle für 23 bis 80 Prozent aller Baumängel verantwortlich – die große Spannbreite liegt nicht an schlechter Forschung, sondern an unterschiedlichen Definitionen dessen, was als Montagefehler zählt. Wer online nach einer verlässlichen Zahl sucht, findet innerhalb weniger Minuten drei völlig unterschiedliche Prozentwerte, teils sogar von derselben Quelle. Drei Werte, drei Quellen, drei unterschiedliche Nenner – wer sie kennt, erkennt auf einen Blick, welche Zahl für die eigene Situation überhaupt relevant ist.
Was Sie in diesem Artikel erfahren:
- Warum Montagefehler-Statistiken bei Fenstern zwischen 23 und 80 Prozent schwanken – und was hinter jeder einzelnen Zahl steckt
- Welchen Anteil ift Rosenheim für Anschluss-Beanstandungen (23 %) und für alle montagebedingten Baumängel insgesamt (>50 %) jeweils nennt
- Warum die häufig zitierte 80-Prozent-Zahl nur für Montage durch Laien gilt, nicht für zertifizierte Fachbetriebe
- Anhand welcher vier Kriterien Sie jede weitere Baumängel-Statistik selbst auf Seriosität prüfen können
- Ob das Rahmenmaterial – Kunststoff, Holz oder Aluminium – einen Einfluss auf das Montagefehler-Risiko hat
- Welche fünf Ursachen laut ift-Gutachten am häufigsten zu Montagemängeln führen
- Welche Gewährleistungsrechte Ihnen bei nachgewiesenen Montagefehlern zustehen und wie Sie im Streitfall vorgehen
- Wie Sie das Montagefehler-Risiko bereits vor Vertragsabschluss über das Leistungsverzeichnis senken können

Wie hoch ist der Anteil von Montagefehlern an allen Baumängeln bei Fenstern?
Je nach Studie liegt der Anteil von Montagefehlern an Fenster-Baumängeln zwischen 23 und 80 Prozent – drei unabhängige Quellen kommen mit drei unterschiedlichen Bezugsgrößen zu drei unterschiedlichen Zahlen. Alle drei Werte stammen aus seriösen, öffentlich zugänglichen Quellen. Die Differenz entsteht nicht durch fehlerhafte Erhebung, sondern durch die Frage, was genau als Einbaufehler oder Verarbeitungsfehler gezählt wird: alle Baumängel, nur Gutachten mit Anschluss-Beanstandung, oder nur Fälle mit nicht qualifizierten Ausführenden.
Die Bezugsgröße entscheidet über die Höhe der genannten Prozentzahl – von 23 Prozent bei einer engen Definition bis 80 Prozent bei einer sehr weiten:
| Quelle | Wert (%) | Bezugsgröße | Aktualität |
|---|---|---|---|
| ift Rosenheim – Schadensbilder | 23 | Gutachten mit Anschluss-Beanstandung | laufende Auswertung |
| ift Rosenheim – Montageleitfaden | >50 | Alle Baumängel mit Montageursache | laufende Auswertung |
| bau.de | ~80 | Montage durch Laien/nicht qualifizierte Firmen | 2026 |
Welcher Fehleranteil entfällt laut ift Rosenheim auf den Anschluss zwischen Fenster und Baukörper?
Bei 23 Prozent aller von ift Rosenheim erstellten Gutachten liegt die Hauptbeanstandung im Anschluss zwischen Fenster und Baukörper – unabhängig vom verwendeten Rahmenmaterial. Dieser Wert stammt aus der Auswertung tatsächlich erstellter Sachverständigengutachten, nicht aus einer Umfrage oder einem Erfahrungswert. Innerhalb dieser 23 Prozent reicht das Fehlerbild von Montagefehlern über Mängel in der Anschlussfugenausbildung bis zur mangelhaften Dichtheit der Fuge selbst.
Was zur Anschlussfuge zählt
Drei technisch getrennte Bauteile bilden laut ift Rosenheim die Anschlussfuge: die Befestigung des Rahmens am Mauerwerk, die Abdichtung nach innen gegen Raumfeuchte sowie die Abdichtung nach außen gegen Schlagregen. Ein Fehler in nur einer dieser drei Ebenen kann bereits zur Reklamation führen, auch wenn das Fenster selbst technisch einwandfrei ist und alle Prüfwerte im Datenblatt erfüllt. Typische Verarbeitungsfehler betreffen Dichtbänder: Ein zu straff verlegtes Band löst sich durch Zug von der Klebefläche, während ein unsachgemäß aufgetragener Kleb-Dichtstoff die Putzhaftung am angrenzenden Mauerwerk beeinträchtigt. Auch eine falsch dimensionierte Befestigung zählt zu den häufigen Einbaufehlern, etwa wenn Dübelabstände nicht auf die Windlast am jeweiligen Standort abgestimmt sind. Für Verbraucher bedeutet das: Ein hochwertiges Fenstersystem mit gutem Uw-Wert schützt nicht automatisch vor Anschlussmängeln – die Montagequalität ist ein eigenständiger Faktor, unabhängig vom gewählten Fensterprofil. Erst das Zusammenspiel aus geprüftem Produkt und fachgerechter Ausführung aller drei Ebenen ergibt die im Datenblatt versprochene Leistung in der Praxis.

Warum nennt ift Rosenheim an anderer Stelle über 50 Prozent?
Die Zahl über 50 Prozent bezieht sich bei ift Rosenheim auf alle Baumängel mit Montageursache – ein deutlich breiterer Nenner als die 23-Prozent-Zahl aus der Gutachten-Auswertung. Während die 23-Prozent-Zahl ausschließlich Gutachten mit einer bestimmten Beanstandungskategorie erfasst, schließt die 50-Prozent-Zahl sämtliche Montagefehler ein, von der Befestigung über die Beschlageinstellung bis zur Abdichtung. Rechnerisch ist das kein Widerspruch: Die Anschlussfuge ist demnach die größte Einzelkategorie innerhalb einer insgesamt noch größeren Gruppe aller montagebedingten Mängel.
Warum zwei ift-Zahlen keinen Widerspruch darstellen
Beide ift-Werte – 23 Prozent und über 50 Prozent – beruhen auf derselben Art von Datenbasis, der systematischen Auswertung von Sachverständigengutachten, unterscheiden sich aber im Nenner. Wer nur die kleinere Teilmenge betrachtet, kommt zwangsläufig auf einen niedrigeren Prozentwert als bei der Betrachtung der gesamten Obermenge aller montagebedingten Mängel. Aus Sicht der Redaktion ist genau diese Verschachtelung der Grund, warum viele Online-Ratgeber die Zahlen falsch zitieren: Wer nur die größere, einprägsamere 50-Prozent-Zahl übernimmt, verliert die Information, dass die Anschlussfuge allein für einen erheblichen Teil dieser Fälle verantwortlich ist. Mathematisch handelt es sich um eine Teilmengen-Beziehung, keinen Gegensatz: Jede Anschluss-Beanstandung aus der 23-Prozent-Zahl zählt zugleich zur größeren 50-Prozent-Gruppe, aber nicht umgekehrt. Für die praktische Einordnung zählt daher weniger die absolute Zahl als die Frage, worauf sie sich genau bezieht und welche Fehlerarten sie einschließt.
Was bedeutet die häufig zitierte 80-Prozent-Zahl wirklich?
Die 80-Prozent-Zahl bezieht sich ausschließlich auf Montagefehler, die von Laien oder nicht qualifizierten Firmen verursacht wurden – nicht auf Montagefehler durch Fachbetriebe im Allgemeinen. Diese Zahl stammt nicht aus einer Gutachten-Auswertung, sondern wird von der zitierten Quelle selbst als Erfahrungswert bezeichnet. Der Unterschied ist entscheidend. Sie beantwortet damit eine andere Frage als die beiden ift-Werte: nicht „Wie viele Baumängel sind Montagefehler?“, sondern „Wie viele Baumängel entstehen, wenn Laien statt Fachbetriebe montieren?“
Erfahrungswert versus Gutachten-Auswertung
Die 80-Prozent-Zahl beruht auf einem Erfahrungswert von Praktikern, nicht auf einer systematischen Zählung von Einzelfällen – das ist der zentrale methodische Unterschied zu den beiden ift-Werten. Ein Erfahrungswert ist dadurch nicht automatisch falsch, aber weniger belastbar als eine Gutachten-Auswertung mit klar definierter Stichprobe und nachvollziehbarem Erhebungszeitraum. Bei Verarbeitungsfehlern durch Fachbetriebe – also bei fachgerecht beauftragter, aber dennoch mangelhaft ausgeführter Montage – dürfte der reale Anteil näher an den ift-Werten liegen als an den 80 Prozent. Wer die 80-Prozent-Zahl unreflektiert auf jede Art von Montagefehler überträgt, vermischt zwei unterschiedliche Risikogruppen: Eigenleistung durch Laien einerseits, Ausführung durch zertifizierte, RAL-geschulte Betriebe andererseits. Für die Risikoeinschätzung im eigenen Bauvorhaben ist diese Unterscheidung relevanter als die reine Prozentzahl, da sie direkt die Wahl des Ausführenden betrifft.
Woran erkennt man als Bauherr, ob eine zitierte Montagefehler-Statistik seriös ist?
Eine seriöse Montagefehler-Statistik nennt die Datenbasis, den Bezugszeitraum und die genaue Definition von „Montagefehler“ – fehlt eine dieser drei Angaben, ist die Zahl ohne Kontext kaum interpretierbar.
| Kriterium | Prüffrage | Beispiel seriös | Beispiel fragwürdig |
|---|---|---|---|
| Datenbasis | Gutachten, Umfrage oder Erfahrungswert? | Auswertung von Sachverständigengutachten | „Man schätzt, dass … |
| Bezugsgröße | Alle Baumängel oder nur eine Teilkategorie? | 23 % aller Gutachten mit Anschluss-Beanstandung | 80 % aller Mängel ohne weitere Angabe |
| Aktualität | Ist ein Erhebungszeitraum genannt? | Auswertung mit Jahresangabe | Keine Jahresangabe |
| Quelle | Ist die Originalquelle verlinkt? | Direkter Verweis auf ift Rosenheim | Zahl ohne Quellenangabe |
Drei Fragen vor dem Weiterverbreiten einer Zahl
Drei kurze Prüffragen genügen, um eine Montagefehler-Statistik grob einzuordnen: Wer hat die Zahl erhoben, auf welcher Grundlage, und für welchen Zeitraum? Lässt sich mindestens eine dieser Fragen nicht beantworten, sollte die Zahl nur mit deutlicher Einschränkung zitiert oder weitergegeben werden. Bei den drei in diesem Beitrag verglichenen Werten lässt sich das gut zeigen: Die beiden ift-Werte erfüllen alle drei Kriterien vollständig, da ift Rosenheim seine Gutachten-Auswertungen nachvollziehbar dokumentiert. Die 80-Prozent-Zahl erfüllt die Kriterien nur teilweise, da sie explizit als Erfahrungswert und nicht als systematische Auswertung deklariert ist. Diese einfache Prüfung lässt sich auf jede weitere Statistik übertragen, die im Zusammenhang mit Fenstertausch, Sanierung oder Montage kursiert – unabhängig davon, ob sie von einem Verband, einem Prüfinstitut oder einem einzelnen Anbieter stammt.

Welche Rolle spielt die RAL-Montage bei der Vermeidung von Anschlussmängeln?
Die RAL-Montage nach dem Leitfaden der Gütegemeinschaft Fenster, Fassaden und Haustüren adressiert gezielt die Fehlerquelle, die laut ift Rosenheim mit 23 Prozent am häufigsten beanstandet wird: die Anschlussfuge. Der Montageleitfaden, gemeinsam von der RAL-Gütegemeinschaft und ift Rosenheim entwickelt, definiert die Abdichtung nach dem sogenannten Drei-Ebenen-Prinzip. Fachbetriebe, die nach diesem Standard montieren, lassen sich regelmäßig fremdüberwachen.
| Ebene | Funktion | Adressiertes Risiko |
|---|---|---|
| Innen | Luftdichte Abdichtung gegen Raumfeuchte | Tauwasser- und Schimmelbildung |
| Mitte | Wärme- und Schalldämmung der Fuge | Wärmebrücken, Schallschutzverlust |
| Außen | Schlagregendichte, diffusionsoffene Abdichtung | Feuchteeintrag von außen |
Was das für die Wahl des Fachhandelspartners bedeutet
Wer bei der Wahl des Montagebetriebs auf das RAL-Gütezeichen Montage achtet, adressiert gezielt jene 23 Prozent der ift-Gutachten, die eine Anschluss-Beanstandung aufweisen. Fachhandelspartner im OKNOPLAST-360-Partnerprogramm werden zur fachgerechten Montage nach RAL-Standard geschult; ob im Einzelfall das RAL-Gütezeichen Montage vorliegt, lässt sich direkt bei der Gütegemeinschaft Fenster, Fassaden und Haustüren prüfen, etwa über die dort geführte Herstellerliste. Zertifizierte Betriebe unterliegen zudem einer regelmäßigen Fremdüberwachung durch ift-Güteprüfer, die stichprobenartig Baustellenprotokolle und ausgeführte Anschlussdetails kontrollieren. Für Bauherren bedeutet das in der Praxis: Die Wahl eines RAL-zertifizierten Montagebetriebs adressiert gezielt jene Fehlerquelle, die laut ift Rosenheim am häufigsten zu Beanstandungen führt, ersetzt aber keine eigene Sichtprüfung bei Abnahme. Ein RAL-Gütezeichen ist zudem kein einmalig erworbener Status: Es kann bei wiederholten Verstößen gegen die Güte- und Prüfbestimmungen wieder entzogen werden, was für Bauherren eine zusätzliche, laufende Kontrollebene jenseits der eigenen Einschätzung darstellt.
Spielt das Rahmenmaterial eine Rolle bei Montagefehlern – Kunststoff, Holz oder Aluminium?
Laut ift Rosenheim zeigen sich zwischen Holz-, Kunststoff- und Aluminiumfenstern nur geringfügige Unterschiede in der Mängelhäufigkeit – signifikante Schwerpunkte bei einem bestimmten Rahmenmaterial lassen sich aus den vorliegenden Gutachten-Daten nicht ableiten. Das mag zunächst überraschen, ist aber technisch nachvollziehbar: Die Anschlussfuge zwischen Rahmen und Mauerwerk ist bei allen drei Materialien identisch aufgebaut und wird unabhängig vom Rahmenmaterial durch denselben Montagebetrieb ausgeführt.
Warum die Materialfrage beim Montagerisiko zweitrangig ist
Die Wahl zwischen Kunststoff, Holz oder Aluminium betrifft in erster Linie die Eigenschaften des Fensters selbst: Wärmedämmung, Optik, Pflegeaufwand und Preis. Die Anschlussfuge dagegen ist ein eigenständiges Gewerk, das nach demselben Montageleitfaden ausgeführt wird – unabhängig davon, welches Rahmenmaterial eingebaut wird. Ein Kunststofffenster mit STV-Trockenverglasungstechnologie und ein Aluminiumfenster sind bei fehlerhafter Anschlussausbildung gleichermaßen von Zugluft, Wärmebrücken oder Feuchteschäden betroffen, da die Ursache nicht im Rahmenmaterial, sondern in der Ausführung der Fuge selbst liegt. Auch bei Holzfenstern, die konstruktionsbedingt anders auf Feuchtigkeit reagieren als Kunststoff oder Aluminium, zeigt sich laut ift Rosenheim keine erhöhte Mängelquote im Bereich des Baukörperanschlusses. Für die Kaufentscheidung bedeutet das: Wer primär auf Basis der Mängelstatistik zwischen Rahmenmaterialien wählen möchte, findet in den ift-Daten keine Grundlage dafür – die Montagequalität hängt am ausführenden Betrieb, nicht am gewählten Profil. Die eigentliche Materialentscheidung sollte sich daher an anderen Kriterien orientieren, etwa dem gewünschten Uw-Wert, der Optik oder dem Budget.

Welche Ursachen führen laut Gutachten am häufigsten zu Montagemängeln?
Fünf wiederkehrende Ursachen stehen laut Auswertungen von ift-Gutachten hinter den meisten Montagemängeln. Dazu zählen Zeitdruck bei Bestellung und Ausführung, fehlende oder fehlerhafte Ausführungsdetails, der Einsatz ungeeigneter Materialien ohne ausreichenden Nachweis, fehlendes Fach- und Detailwissen der Handwerker sowie unkontrollierte Vergabe an Subunternehmer.
Von der Zeitplanung bis zur Subunternehmer-Vergabe
Zeitdruck entsteht häufig, wenn zwischen Bestellung und gewünschtem Einbautermin zu wenig Spielraum für eine objektspezifische Detailplanung bleibt – Monteure greifen dann auf wenige Standarddetails zurück, statt die Anschlusssituation vor Ort individuell zu bewerten. Fehlende Ausführungsdetails zwingen die Handwerker auf der Baustelle zu improvisierten Lösungen, die nicht immer den bauphysikalischen Anforderungen entsprechen. Auch die Auswahl von Dichtungssystemen ohne ausreichende Nachweise oder Langzeiterfahrung zählt zu den dokumentierten Ursachen, ebenso wie unzureichende Schulung im Umgang mit neuen Materialien und Techniken. Ein weiterer, oft unterschätzter Faktor betrifft die Vergabe an Subunternehmer: Wird die Montage weitergegeben, ohne dass der beauftragende Betrieb die Ausführung kontrolliert, verantwortet zwar formal weiterhin der Hauptauftragnehmer das Ergebnis. Die tatsächliche Qualitätskontrolle vor Ort findet in solchen Fällen aber häufig gar nicht statt.
Welche Gewährleistungsrechte haben Bauherren bei nachgewiesenen Montagefehlern?
Bei Montagefehlern im Rahmen eines Werkvertrags gilt in Deutschland eine Gewährleistungsfrist von fünf Jahren für Mängel an Bauwerken – deutlich länger als die zweijährige Frist, die für viele andere handwerkliche Leistungen gilt. Diese fünfjährige Frist beginnt mit der Bauabnahme und umfasst auch nachträglich auftretende Mängel wie Feuchteschäden, die erst Monate oder Jahre nach dem Einbau sichtbar werden.
So gehen Sie bei einem vermuteten Montagefehler vor
Ein vermuteter Montagefehler sollte dem ausführenden Betrieb unverzüglich schriftlich angezeigt werden, verbunden mit einer angemessenen Frist zur Nachbesserung. Fotos und eine genaue Beschreibung der Auffälligkeiten – etwa Zugluft, sichtbare Fugenspalten oder Feuchteflecken – erleichtern die spätere Beweisführung erheblich, besonders wenn zwischen Auftreten und Reklamation mehrere Wochen liegen. Reagiert der Betrieb nicht oder verweigert er die Nachbesserung, kann ein selbstständiges Beweisverfahren die Mängel gerichtsfest dokumentieren, bevor Spuren durch Witterung oder Folgearbeiten verloren gehen. Bei Unsicherheit über die Ursache – Montagefehler oder Produktfehler – empfiehlt sich ein unabhängiges Sachverständigengutachten, etwa durch das ift Rosenheim selbst oder einen vereidigten Bausachverständigen in der eigenen Region. Wichtig für die Praxis: Die Beweislast liegt nach erfolgter Abnahme grundsätzlich beim Auftraggeber, weshalb eine sorgfältige Dokumentation direkt bei der Abnahme spätere Auseinandersetzungen erheblich vereinfacht und im Streitfall oft den Unterschied zwischen berechtigter und abgewiesener Reklamation ausmacht.

Wie lässt sich das Montagefehler-Risiko schon vor Vertragsabschluss senken?
Ein detailliertes Leistungsverzeichnis mit präzisen Angaben zu Materialien, Ausführungsnormen und Toleranzen senkt das Montagefehler-Risiko bereits vor Baubeginn – noch bevor der erste Handwerker auf der Baustelle erscheint. Wer die Ausführung nach dem RAL-Montageleitfaden vertraglich festschreibt, schafft zudem eine klare Grundlage für spätere Mängelansprüche.
| Prüfpunkt | Worauf zu achten ist |
|---|---|
| Leistungsverzeichnis | Material, Ausführungsnorm und Toleranzen sind konkret benannt, nicht nur pauschal beschrieben |
| Montagestandard | RAL-Montageleitfaden ist vertraglich als Ausführungsgrundlage festgelegt |
| Qualifikation | Ausführender Betrieb verfügt über das RAL-Gütezeichen Montage oder vergleichbaren Nachweis |
| Dokumentation | Baustellenprotokolle und Ausführungsfotos werden während der Montage erstellt |
| Abnahme | Sichtprüfung von Fugenverläufen und Flügelfunktion erfolgt vor Unterschrift des Abnahmeprotokolls |
Warum sich diese Vorbereitung finanziell auszahlt
Eine sorgfältige Vorbereitung verursacht zunächst zusätzlichen Planungsaufwand, reduziert aber das Risiko kostspieliger Nachbesserungen erheblich. Nachträgliche Korrekturen an der Anschlussfuge erfordern häufig einen teilweisen Rückbau von Laibung und Innenputz – ein Aufwand, der sich durch eine klare vertragliche Grundlage und eine sorgfältige Abnahme in vielen Fällen vermeiden lässt. Auch für die spätere Beweisführung im Streitfall zahlt sich die Dokumentation aus: Ein Leistungsverzeichnis mit konkreten Vorgaben lässt sich im Gegensatz zu mündlichen Absprachen eindeutig mit der tatsächlichen Ausführung abgleichen. Ein oft übersehener Aspekt betrifft die Energiebilanz: Eine mangelhafte Anschlussfuge kann selbst bei einem Fenster mit hervorragendem Uw-Wert zu spürbaren Wärmeverlusten führen, da die Fuge rechnerisch nicht Teil des Fenster-Datenblatts ist, energetisch aber genauso wirkt wie das Fenster selbst. Wer diese Vorbereitung ernst nimmt, senkt damit nicht nur das rechtliche, sondern auch das energetische Risiko einer mangelhaften Montage.
Häufige Fragen zu Montagefehler-Statistiken bei Fenstern
Je nach Quelle und Definition zwischen 23 und 80 Prozent. ift Rosenheim nennt 23 Prozent für Gutachten mit Anschluss-Beanstandung und über 50 Prozent für alle montagebedingten Baumängel insgesamt; eine dritte, unabhängige Quelle nennt rund 80 Prozent speziell für Montage durch Laien oder nicht qualifizierte Firmen. Welcher Wert relevant ist, hängt von der eigenen Fragestellung ab.
Die Werte widersprechen sich inhaltlich nicht, sondern unterscheiden sich in der Bezugsgröße: enge Definition (nur die Anschlussfuge, 23 Prozent), breite Definition (alle Montagefehler, über 50 Prozent) oder eingeschränkte Zielgruppe (nur Laienmontage, rund 80 Prozent). Ohne diese Einordnung wirken die Zahlen widersprüchlich, obwohl sie unterschiedliche Fragen beantworten.
Als Erfahrungswert für Montage durch Laien oder nicht qualifizierte Firmen ist die Zahl plausibel und wird von der Quelle selbst so eingeordnet. Sie lässt sich aber nicht unverändert auf Montagefehler durch zertifizierte Fachbetriebe übertragen, da sie von vornherein eine andere, engere Zielgruppe beschreibt als die beiden ift-Werte.
Fehlen Angaben zu Datenbasis, Bezugsgröße und Erhebungszeitraum, sollte die Zahl nur mit Vorsicht zitiert oder weitergegeben werden. Seriöse Quellen wie ift Rosenheim nennen alle drei Angaben nachvollziehbar und verlinken auf die zugrunde liegende Gutachten-Auswertung statt auf einen reinen Erfahrungswert ohne Beleg.
Die RAL-Montage folgt dem gemeinsamen Leitfaden von RAL-Gütegemeinschaft und ift Rosenheim mit dem Drei-Ebenen-Prinzip für Abdichtung innen, Dämmung in der Mitte und Schlagregenschutz außen. Zertifizierte Betriebe führen mindestens eine qualifizierte Montagefachkraft und werden regelmäßig durch ift-Güteprüfer fremdüberwacht, inklusive Kontrolle von Baustellenprotokollen.
Die Kosten hängen stark vom Einzelfall ab und reichen von einer einfachen Nachdichtung der Anschlussfuge bis zum teilweisen Rückbau von Laibung und Putz bei tiefergehenden Feuchteschäden. Eine seriöse Kostenschätzung setzt in jedem Fall eine Vor-Ort-Begutachtung durch einen Fachbetrieb oder Sachverständigen voraus.
Die BAFA-Förderung setzt einen bestimmten Uw-Wert voraus, der auch tatsächlich nach dem Einbau erreicht werden muss – nicht nur rechnerisch auf dem Datenblatt des Fensters. Eine mangelhafte Montage kann diesen Wert in der Praxis unterlaufen, etwa durch Wärmebrücken in der Anschlussfuge, auch wenn das Fenster selbst die Anforderung eigentlich erfüllt.
Prüfen Sie sichtbare Fugenverläufe auf Gleichmäßigkeit, die Funktion aller Flügel beim Öffnen und Schließen sowie – falls möglich – die Ausführung der Anschlussfuge nach dem Drei-Ebenen-Prinzip. Genau hier entstehen laut ift Rosenheim die meisten Beanstandungen, weshalb sich eine genaue Prüfung besonders lohnt.
Bei Mängeln an Bauwerken gilt in Deutschland eine fünfjährige Gewährleistungsfrist ab Bauabnahme – deutlich länger als die zweijährige Frist, die für viele andere handwerkliche Leistungen gilt. Auch Feuchteschäden, die erst Jahre nach dem Einbau sichtbar werden, fallen unter diese fünfjährige Frist und können noch geltend gemacht werden.
Ein detailliertes Leistungsverzeichnis sollte Material, Ausführungsnorm und Toleranzen konkret benennen sowie den RAL-Montageleitfaden ausdrücklich als vertragliche Ausführungsgrundlage festschreiben. Pauschale Formulierungen ohne technische Details erschweren spätere Mängelansprüche erheblich, da sich die tatsächliche Ausführung dann kaum mit einer vertraglichen Vorgabe abgleichen lässt.
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