Fenster beim Hauskauf prüfen – Checkliste mit Uw-Wert, GEG und BAFA
Was Sie in diesem Artikel erfahren:
- Welche Uw-Werte alte Fenster nach Baujahr tatsächlich erreichen – von ca. 5,0 W/(m²K) vor 1975 bis 0,7–0,9 W/(m²K) ab 2020 – und ab wann ein Austausch energetisch unausweichlich ist
- Was GEG § 47 beim Eigentümerwechsel konkret fordert – und warum die Zwei-Jahres-Frist unmittelbar nach dem Notartermin beginnt
- Wie Sie Dichtung, Verglasung, Beschläge und Montagefuge in unter zehn Minuten vor Ort prüfen – mit sechs Methoden ohne Werkzeug
- Warum Fenster ohne RC-2-Zertifizierung nach DIN EN 1627 einem Einbruchversuch weniger als 60 Sekunden standhalten – und woran Sie Pilzkopfzapfen erkennen
- Wie der BAFA-Antrag BEG EM vor dem Handwerkerauftrag gestellt werden muss – und wann der iSFP-Bonus 20 % statt 15 % bringt
- Warum dichte neue Fenster ohne Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 Schimmelschäden verursachen können – und wer dafür zuständig ist
Fenster mit Uw-Werten über 1,3 W/(m²K) sind nach GEG 2024 nicht mehr normgerecht – und in vielen Altbauten bis Baujahr 2009 noch Standard. Wer beim Hauskauf Fenster richtig bewertet, vermeidet spätere Sanierungskosten zwischen 800 und 1.500 € pro Einheit und sichert sich rechtzeitig bis zu 20 % BAFA-Förderung. Diese Checkliste zeigt Ihnen, welche Uw-Werte alte Fenster tatsächlich liefern, was GEG § 47 bei Eigentümerwechsel fordert und wie Sie Einbruchschutz, Dichtigkeit und Montagequalität noch vor dem Notartermin beurteilen.

Welchen Uw-Wert haben alte Fenster – und ab wann ist ein Austausch Pflicht?
Fenster aus den 1980er-Jahren erreichen typisch Uw-Werte von 2,5-3,0 W/(m²K) – das ist mehr als doppelt so hoch wie der GEG-2024-Grenzwert von 1,3 W/(m²K). Die folgende Tabelle zeigt, welche Werte Sie nach Baujahr erwarten dürfen und wann ein Austausch energetisch wie rechtlich nötig wird.
| Baujahr | Verglasungstyp | Uw-Wert typ. (W/m²K) | GEG-2024-Konformität |
|---|---|---|---|
| Vor 1975 | Einfachverglasung | ca. 5,0 | Nicht konform (GEG > 1,3) |
| 1975-1994 | Zweifachverglasung (alt) | 2,5-3,0 | Nicht konform (GEG > 1,3) |
| 1995-2009 | Zweifachverglasung (Isolier) | 1,6-2,0 | Nicht konform (GEG > 1,3) |
| 2010-2019 | Zweifachverglasung (modern) | 1,1-1,4 | Grenzbereich (GEG ≤ 1,3) |
| Ab 2020 | Dreifachverglasung | 0,7-0,9 | Konform (GEG ≤ 1,3) |
Quellen zu den Uw-Richtwerten: ift Rosenheim, Merkblatt Wärmedämmung 2024; BMWK, GEG-Dokumentation 2024; Statistische Auswertungen VFF (Verband Fenster + Fassade).
Zum Einordnen: Der GEG-Grenzwert von 1,3 W/(m²K) gilt für Fenster bei Sanierung und Neubau (GEG 2024, § 48). Wer ein OKNOPLAST PAVA-System mit Uw ab 0,76 W/(m²K) einbaut, unterbietet diesen Grenzwert um 41 %. Schon Zweifachverglasung aus den Jahren 2010 bis 2019 liegt mit Uw 1,1-1,4 W/(m²K) im Grenzbereich – energetisch grenzwertig, aber noch nicht automatisch austauschpflichtig.
Wie lese ich das Produktionsjahr vom Abstandhalter ab?
Das Produktionsjahr jedes Fensters steht auf dem Abstandhalter zwischen den Glasscheiben – dem schmalen Metallprofil am Rand des Scheibenpaketes. Bei Zweifachverglasung ist er oft silberfarben, bei neueren Systemen goldfarben oder schwarz (Warme Kante). Halten Sie eine Taschenlampe seitlich an das Glas und lesen Sie den aufgedruckten Zahlencode ab: Die ersten vier Ziffern geben das Herstellungsjahr an. Ein Ablesewert vor 1995 bedeutet: Weder Zweikammer-Isolierglas noch moderne Beschläge. Planen Sie den Austausch von Anfang an ein. Immobilien aus den 1970ern bis Mitte der 1990er-Jahre – davon gibt es in Deutschland laut Statistischem Bundesamt (2024) rund 8,5 Millionen Wohngebäude – haben häufig noch diese Generation Fenster.
Was verlangt GEG § 47 beim Eigentümerwechsel?
GEG § 47 legt fest, dass bei einem Eigentümerwechsel bestimmte energetische Nachrüstpflichten auf den neuen Eigentümer übergehen – innerhalb von zwei Jahren nach Übernahme. Fenster sind davon direkt betroffen, wenn sie die GEG-Anforderungen nicht erfüllen und gleichzeitig andere Mindestanforderungen des Gebäudes verletzt sind. Fenster mit Uw-Werten über 1,3 W/(m²K) und einem Einbaujahrgang älter als 20 Jahre können eine Sanierungspflicht auslösen. Die genaue Pflicht hängt von weiteren Gebäudemerkmalen ab – ein Energieberater klärt den spezifischen Handlungsbedarf innerhalb der Zwei-Jahres-Frist. Ein Energieausweis zeigt die energetische Gesamtbewertung, ersetzt aber keine fachliche Fensterprüfung. Lassen Sie sich vor dem Kaufabschluss die Leistungserklärung (DoP) und die CE-Kennzeichnung der Fenster vorlegen.
Wie prüfe ich Dichtung, Verglasung und Beschläge vor Ort?
Sechs einfache Prüfmethoden liefern bei der Fensterbesichtigung belastbare Befunde in unter zehn Minuten – ohne Werkzeug und ohne Fachkenntnisse. Die nachfolgende Tabelle listet Vorgehensweise, möglichen Befund und die direkte Handlungsempfehlung auf.
| Prüfmethode | Vorgehensweise | Befund | Handlungsempfehlung |
|---|---|---|---|
| Papiertest | Papier zwischen Flügel + Rahmen klemmen | Leicht herausziehbar | Dichtung defekt → Austausch/Nachjustierung |
| Produktionsjahr | Abstandhalter zwischen Scheiben ablesen | Vor 1995 | Sofortiger Austausch kalkulieren |
| Scheibenzwischenraum | Sichtprüfung auf Beschlag/Trope | Feuchtigkeit sichtbar | Versiegelung defekt → Scheibe undicht |
| Beschlagsprüfung | Pilzkopfzapfen zählen, Klappe betätigen | Keine Pilzkopfzapfen | Kein RC-Schutz → Einbruchschutz prüfen |
| Laibungscheck | Ecken + Falzflächen auf Schimmel prüfen | Dunkle Verfärbung | Wärmebrücke oder undichte Füge |
| Montagefugenprüfung | RAL-Leitfaden: Fuge 10-20 mm prüfen | Zu enge/gequetschte Fuge | Nichtnormgerechter Einbau → Nachbesserung |
Aus der Beratungspraxis mit über 720 Fachhandelspartnern in der DACH-Region sehen wir, dass der Montagefugencheck am häufigsten übersehen wird. Fenster, die zu eng eingebaut sind – Fuge unter 10 mm statt des normgerechten Wertes von 10 bis 20 mm nach RAL-Leitfaden – entwickeln spätestens nach fünf bis sieben Jahren Frost- und Schimmelschäden in der Laibung. Ein Hauskäufer aus dem Ruhrgebiet entdeckte beim Rückschnitt der Tapete genau diesen Schaden: Die gesamte Laibung musste saniert werden, bevor neue Fenster eingebaut werden konnten – Mehrkosten von rund 4.200 €, die kein Gutachter vorher identifiziert hatte.
Papiertest und Dichtungsprüfung – so geht es richtig
EPDM-Fensterdichtungen versagen typischerweise nach 15 bis 20 Jahren – bei Fenstern ab Baujahr 2005 sind defekte Dichtungen damit bereits ein realistisches Risiko. Der Papiertest prüft das zuverlässig: Ein DIN-A4-Blatt zwischen Flügel und Blendrahmen klemmen, Fenster schließen. Lässt es sich ohne Widerstand herausziehen, ist die Dichtung porös oder zu stark komprimiert. Der Papiertest funktioniert an allen vier Seiten des Flügels unabhängig voneinander; prüfen Sie mindestens drei Seiten. Eine neue Dichtung kostet pro Fenster rund 30 bis 80 € (Montage inklusive), ist aber kein Ersatz für ein schlechtes Profil.
Kondenswasser im Scheibenzwischenraum – was steckt dahinter?
Kondenswasser oder Trübung im Scheibenzwischenraum zeigt eine defekte Randversiegelung des Isolierglases an. Das Scheibenzwischenraumgas (bei neueren Fenstern: Argon oder Krypton) ist entwichen und durch Feuchtigkeit ersetzt worden. Die Folge: Der Ug-Wert der Scheibe steigt, die Dämmleistung sinkt. Eine Rückrüstung ist nicht möglich – die Scheibe muss getauscht werden. Kosten: 200 bis 400 € pro Flügel für eine Zweifachverglasung, 350 bis 600 € für Dreifachverglasung (laut Markterhebung regionaler Glasereien DACH, 2024). Beachten Sie: Kondenswasser außen auf dem Glas bei kalten Morgen ist kein Mangel – im Gegenteil, es zeigt gute Wärmedämmung der Scheibe an.

Zweifach- oder Dreifachverglasung – was ist beim Hauskauf noch zeitgemäß?
Zweifachverglasung erreicht heute Ug-Werte von 1,1 W/(m²K), Dreifachverglasung 0,5 W/(m²K) – der Unterschied beträgt 55 %. Bei einem Standardfenster 1,23 × 1,48 m bedeutet das bei einem Gaspreis von 0,12 €/kWh rund 95 € weniger Heizkosten pro Jahr und Einheit (Berechnungsgrundlage: Bundesnetzagentur, Gaspreis 2024). Bei einem Haus mit 15 Fenstern ergibt sich damit eine jährliche Heizkosten-Differenz von rund 1.400 € zwischen altem Zweifachglas aus den 1980ern (Ug 2,8 W/(m²K)) und modernem Dreifachglas.
Moderne Zweifachverglasung ab Baujahr 2015 mit Ug 1,1 W/(m²K) erfüllt noch den GEG-Grenzwert. Dreifachverglasung mit Ug 0,5 W/(m²K) unterbietet ihn um 62 %. Für Passivhaus-taugliche Anforderungen ist Dreifachverglasung zwingend – das OKNOPLAST Winergetic Premium Passiv erreicht Uw ab 0,67 W/(m²K) und erfüllt die PHIUS-Anforderungen.
Woran erkenne ich die Verglasungsart ohne Fachmann?
Zweifachverglasung zeigt bei der Reflexionsprüfung zwei Spiegelbilder, Dreifachverglasung drei – die Methode ist zuverlässiger als der reine Sichtcheck und funktioniert auch bei getöntem Glas. Für die Prüfung halten Sie eine Flamme oder Stablampe im Abstand von 30 cm vor das Fenster und zählen die Lichtreflexionen. Einfachglas zeigt nur ein einziges Reflexionsbild. Zweite Prüfmethode: der Abstandhalter. Silberfarbene Aluminium-Abstandhalter (kalte Kante) verschlechtern den psi-Wert (ψ-Wert) der Verglasung auf bis zu 0,10 W/(mK). Schwarze oder dunkel eingefärbte Kunststoff-Abstandhalter (Warme Kante, wie Warmatec bei OKNOPLAST) erreichen ψ-Werte ab 0,03 W/(mK) – ein Faktor von 3. Bei einem Haus mit 15 Fenstern summiert sich der Wärmebrückeneffekt am Glasrand rechnerisch auf bis zu 15 W zusätzlichem Wärmeverlust pro Grad Temperaturunterschied. Das ist kein Designdetail – es ist ein messbarer Kostenfaktor.
Lohnt sich die Nachrüstung auf Dreifachverglasung nach dem Kauf?
Dreifachverglasung kostet im Einbau pro Einheit marktüblich 1.200 bis 2.800 €, Zweifachverglasung 800 bis 1.800 €. Der Aufpreis für Dreifach beträgt damit rund 400 bis 1.000 € pro Fenster. Bei 95 € Heizkosten-Ersparnis pro Jahr und Fenster – und unter Berücksichtigung der BAFA-Förderung von 15 % – amortisiert sich der Mehraufwand in 7 bis 12 Jahren. Aus Sicht des Fachhandels ist Dreifachverglasung bei Bestandsimmobilien vor Baujahr 1990 in der Regel die wirtschaftlichere Gesamtentscheidung: Der einmalige Aufpreis wird durch höheren Wohnkomfort, längere Lebensdauer des Einbaus und BAFA-Bonus mehr als kompensiert.
Welchen Einbruchschutz bieten alte Fenster – und was fordert RC-2?
Fenster ohne RC-2-Zertifizierung nach DIN EN 1627 bieten bei einem Einbruchversuch mit Körperkraft keinen normierten Widerstand. Alte Fenster bis Baujahr 2000 haben in der Regel keine Pilzkopfverriegelungen, keine Stahlverstärkung im Flügel und keine verstärkten Eckwinkel – ein Einbrecher mit Hebel braucht laut Polizeilicher Kriminalprävention weniger als 60 Sekunden.
| RC-Klasse (DIN EN 1627) | Schutzlevel | Merkmale | Relevanz für Hauskäufer |
|---|---|---|---|
| RC 1 | Grundschutz | Keine | Altbau ohne Nachrüstung, keine Verzögerung bei Körperkraft |
| RC 2 | Wohnhaussicherheit | Pilzkopfzapfen + Stahl | OKNOPLAST-Standard: PAVA, ift Rosenheim zertifiziert |
| RC 3 | Erhöhter Schutz | Mehrf.-Verriegelung | Erd- + EG bei erhöhtem Einbruchrisiko empfohlen |
| RC 4 | Objekt-/Bankschutz | Stahlrahmen + Sonderglas | Nicht relevant für Wohnimmobilien |
Polizeilich gehärtete Fenster nach RC 2 widerstehen einem Angriff mit Brechstange mindestens drei Minuten – das ist die kritische Zeitspanne, nach der 80 % der Einbrecher aufgeben (Quelle: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes, 2023). Das OKNOPLAST PAVA-System mit SafetyPlus-Pilzkopfverriegelungen und Stahlverstärkung ist RC-2-zertifiziert durch ift Rosenheim – das ist der Standard, den Sie beim Austausch zugrunde legen sollten.
Pilzkopfverriegelungen und Stahlverstärkung – wie prüfe ich das vor Ort?
RC-2-Fenster haben vier bis sechs Pilzkopfzapfen über den Flügelumfang verteilt – erkennbar an der pilzartigen Aufweitung des metallischen Verriegelungsstifts am Flügelrahmen. Zählen Sie beim Besichtigungstermin die Zapfen und prüfen Sie, ob der Flachstahl-Beschlag über die gesamte Flügelhöhe reicht. Fehlen Pilzkopfzapfen oder besteht der Beschlag nur aus einem einfachen Hakenriegel (zu erkennen an der flachen, nicht pilzförmigen Kontur): Das Fenster bietet keinen RC-2-Schutz. Eine Nachrüstung mit RC-2-Beschlagsatz kostet rund 120 bis 250 € pro Flügel – ist aber nur sinnvoll, wenn der Rahmen noch keine Verformungen zeigt.
OKNOPLAST PAVA mit RC-2: Was bedeutet das für den Austausch?
Das OKNOPLAST PAVA vereint alle RC-2-Merkmale in einem System: Bautiefe 82 mm, 7-Kammer-Rahmen, STV-Trockenverglasungstechnologie, SafetyPlus-Pilzkopfverriegelungen, Stahlverstärkung im Flügelprofil und ift-Rosenheim-Zertifikat. Der Uw-Wert ab 0,76 W/(m²K) unterschreitet den GEG-2024-Grenzwert um 41 %. Wer nach dem Hauskauf auf PAVA wechselt, erhält gleichzeitig: GEG-Konformität, RC-2-Einbruchschutz und BAFA-Förderberechtigung. Das OKNOPLAST PAVA-System bietet damit die wirtschaftlich günstigste Kombination für Bestandssanierungen nach Eigentümerwechsel.

BAFA-Förderung nach dem Hauskauf: So finanzieren Sie den Fensteraustausch
Der BAFA-Zuschuss BEG EM beträgt 15 % der förderfähigen Kosten, maximal 30.000 € pro Wohneinheit (Stand: BAFA 2025, bestätigt durch BMWK und dena). Voraussetzung: Der Uw-Wert der neuen Fenster beträgt maximal 0,95 W/(m²K). Das OKNOPLAST PAVA mit Uw ab 0,76 W/(m²K) und das Winergetic Premium Passiv mit Uw ab 0,67 W/(m²K) erfüllen diese Bedingung. Wichtig: Der Förderantrag muss vor Beauftragung des Handwerkers gestellt werden – nach Vertragsabschluss ist keine rückwirkende Förderung möglich.
Für einen Hauskäufer, der 15 Fenster austauschen möchte und ein Sanierungsbudget von 30.000 € plant, bedeutet das: 4.500 € Zuschuss durch BAFA-Grundförderung, zusätzlich bis zu 1.500 € durch den iSFP-Bonus bei vorhandenem individuellem Sanierungsfahrplan.
Wann muss der BAFA-Antrag gestellt werden – vor oder nach dem Einbau?
Der BAFA-Antrag für Fenster muss vor der Auftragserteilung an den ausführenden Betrieb gestellt sein – eine rückwirkende Förderung nach Vertragsabschluss ist ausgeschlossen. Erst nach Bewilligung oder nach Ablauf von drei Wochen ohne Zurückweisung darf der Auftrag vergeben werden. Die Antragstellung läuft digital über das BAFA-Kundenportal (bafa.de) und erfordert einen Energieberater, der auf der Dena-Expertenliste geführt ist. OKNOPLAST unterstützt den BAFA-Fördermittelservice direkt: Über das 360-Partnerprogramm vermitteln OKNOPLAST-Fachhandelspartner zertifizierte Energieberater und übernehmen die Antragsunterlagen. Hauskäufer, die direkt nach dem Notartermin handeln, können die Antragstellung innerhalb von zwei bis drei Wochen abschließen.
iSFP-Bonus: 20 % statt 15 % – lohnt sich das beim neuen Eigentümer?
Wer beim Hauskauf gleichzeitig einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) durch einen Dena-Energieberater erstellen lässt, erhält beim Fenstertausch 20 % statt 15 % Förderung – den iSFP-Bonus von 5 %. Ein iSFP kostet rund 1.000 bis 2.500 €, ist aber seinerseits förderfähig. Bei einem Sanierungsvolumen ab 20.000 € amortisiert sich der iSFP allein über die höhere Fensterförderung. Zusätzlich: Der iSFP sichert bei späteren Sanierungsschritten (Dämmung, Heizung) jeweils den Bonus, was die wirtschaftliche Gesamtbilanz deutlich verbessert. Für Hauskäufer, die das Haus schrittweise sanieren wollen, ist der iSFP die sinnvollere Entscheidung gegenüber Einzelmaßnahmen ohne Plan.
Was passiert nach dem Fenstertausch mit der Lüftung – DIN 1946-6 beachten?
Neue dichte Kunststofffenster ersetzen nach DIN 1946-6:2019-12 die Fugendurchlässigkeit alter Fenster als passiven Lüftungspfad. Wer alte undichte Fenster (0,3 m³/(h·m) Fugendurchlässigkeit und mehr) durch moderne dichte Systeme (n50-Wert < 1,0) tauscht, muss ein Lüftungskonzept erstellen lassen. Ohne mechanische oder kontrollierte Lüftung droht: Feuchtigkeitsstau, Schimmelbildung an Kalt-Warm-Übergängen und eine Verschlechterung der Raumluftqualität. Die DIN 1946-6 ist keine optionale Norm – bei Sanierung ist sie für Fachbetriebe verbindlich.
Warum dichte neue Fenster Schimmel verursachen können
Alte undichte Fenster mit Fugendurchlässigkeiten von 0,3 m³/(h·m) und mehr führen Feuchtigkeit unkontrolliert aus Wohnräumen ab – und sorgten so in älteren Gebäuden mit feuchtigkeitsspeichernden Baustoffen (Lehmmörtel, offene Dampfdiffusion) für einen rudimentären Luftaustausch. Wer die Fugendurchlässigkeit durch dichte PAVA-Fenster beseitigt, ohne gleichzeitig mechanische Lüftungseinheiten zu installieren, kann im ersten Winter Kondensation an Kältebrücken beobachten. Die Lösung: Fensterlufter (DIN 1946-6-konforme Ventilationsschlitze im Blendrahmen) oder eine dezentrale Wohnraumlüftungsanlage. Beides ist nachrüstbar und beeinflusst die BAFA-Förderberechtigung der Fenster nicht.
Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 – wer ist zuständig?
Das Lüftungskonzept ist Pflicht des ausführenden Fachbetriebs bei der Fenstersanierung – nicht des Eigentümers. OKNOPLAST-Fachhandelspartner sind im Rahmen des 360-Partnerprogramms geschult, DIN 1946-6-konforme Lüftungsnachweise zu erstellen und mit dem Einbauauftrag zu dokumentieren. Für den Hauskäufer bedeutet das: Fordern Sie beim Einholungsangebot immer auch das Lüftungskonzept an. Wer dieses Dokument nicht liefert, erfüllt seine Sorgfaltspflicht nicht. Unter der FOUR-Seasons-Kippstellung von OKNOPLAST lässt sich außerdem eine dauerhafte Komfortlüftungsposition einrichten, die den Luftwechsel ergänzt, ohne Sicherheitsrisiken zu erzeugen.
Fenster beim Hauskauf prüfen – FAQ
Der Fenstertausch kostet marktüblich 800 bis 1.500 € pro Einheit (Fenster inkl. Einbau, ohne Laibungssanierung). Bei einem Haus mit 15 Fenstern ergibt das ein Gesamtvolumen von 12.000 bis 22.500 €. Mit BAFA-Förderung (15 %) reduziert sich das auf 10.200 bis 19.125 €. Dreifachverglasung liegt am oberen Ende der Preisspanne, amortisiert sich aber durch 95 €/Jahr Heizkostenersparnis pro Fenster schneller als oft angenommen.
Nach GEG 2024 (§ 48) dürfen Fenster bei Sanierung und Neubau einen Uw-Wert von maximal 1,3 W/(m²K) nicht überschreiten. Für die BAFA-Förderung gilt ein schärferer Grenzwert: Uw ≤ 0,95 W/(m²K). Das OKNOPLAST PAVA erreicht Uw ab 0,76 W/(m²K), das Winergetic Premium Passiv ab 0,67 W/(m²K) – beide erfüllen damit sowohl GEG als auch BAFA-Anforderungen.
Ja, der Zeitpunkt des Hauskaufs ist für die BAFA-Förderung unerheblich. Entscheidend ist, dass der Antrag vor Beauftragung des Handwerkers gestellt wird. BAFA BEG EM gewährt 15 % Grundförderung (+ 5 % iSFP-Bonus) auf förderfähige Kosten bis 30.000 € pro Wohneinheit. Voraussetzung: zertifizierter Energieberater (Dena-Expertenliste) und Uw-Nachweis ≤ 0,95 W/(m²K).
Ja, bei Gebäuden vor Baujahr 1990. Dreifachverglasung (Ug = 0,5 W/(m²K)) liefert 55 % bessere Dämmleistung gegenüber moderner Zweifachverglasung (Ug = 1,1 W/(m²K)). Der Aufpreis von 400 bis 1.000 € pro Fenster amortisiert sich bei 95 € jährlicher Heizkosten-Ersparnis und BAFA-Zuschuss in 7 bis 12 Jahren.
RC-2 (Resistance Class 2, DIN EN 1627) bezeichnet den Widerstand gegen manuellen Einbruchversuch für mindestens drei Minuten. Alte Fenster ohne Pilzkopfverriegelung und Stahlverstärkung genügen RC-1 oder gar keiner Klasse – ein Einbruch mit Hebel dauert weniger als 60 Sekunden. OKNOPLAST PAVA ist RC-2-zertifiziert durch ift Rosenheim.
Der Energieausweis gibt Auskunft über die energetische Gesamtbewertung des Gebäudes, enthält aber keine individuellen Uw-Werte einzelner Fenster. Fordern Sie zusätzlich die CE-Kennzeichnung und das Produktdatenblatt der Fenster an. Fehlen diese Dokumente, ist eine Vor-Ort-Sichtkontrolle nach Papiertest und Reflexionsprüfung der einzige verlässliche Ansatz.
Profilklasse A bezeichnet die höchste Qualitätsstufe bei PVC-Fensterprofilen nach DIN EN 12608. Sie garantiert den Einsatz von Primärmaterial (kein Recycling-PVC), höhere Wandstärke und längere Lebensdauer. OKNOPLAST verwendet ausschließlich Profile der Klasse A vom Premium-Profilhersteller. Profile der Klasse B sind im Projektgeschäft üblich, aber bei Wohnimmobilien nicht empfehlenswert.
Fenster älter als 20 Jahre sollten beim Hauskauf generell als potenzielle Austauschkandidaten eingeplant werden. Bei Einbau vor 1995 ist der Austausch in den meisten Fällen wirtschaftlich unausweichlich – unabhängig vom optischen Zustand. Die Lebensdauer moderner PVC-Fenster der Klasse A beträgt 30 bis 40 Jahre.
Der normgerechte Fenstereinbau richtet sich nach dem RAL-Leitfaden (RAL-GZ 695): Montagefugenbreite 10 bis 20 mm, dreiseitige Abdichtung (innen luftdicht, mittig schlagregendicht, außen dampfdurchlässig). Zusätzlich fordert DIN 1946-6:2019-12 ein Lüftungskonzept, wenn dichte Fenster alte undichte ersetzen.
Wärmebrücken am Fensterrahmen zeigen sich im Winter als kalte Stellen an Laibung und Fensterstock, oft begleitet von Kondensation oder Schimmelflecken in der Ecke. Prüfbar mit einem IR-Thermometer: Temperaturunterschied über 2 K zwischen Rahmenoberfläche und Raumluft deutet auf Problemstelle hin. Warmatec-Abstandhalter (ψ = 0,03 W/(mK)) reduzieren Wärmebrücken am Glasrandverbund signifikant gegenüber Alu-Abstandhaltern (ψ bis 0,10 W/(mK)).
GEG § 47 verpflichtet neue Eigentümer, energetische Nachrüstpflichten innerhalb von zwei Jahren nach Übernahme umzusetzen. Dazu gehören unter bestimmten Bedingungen die Dämmung der obersten Geschossdecke, die Dämmung von Heizleitungen sowie – sofern im Zusammenhang mit anderen Sanierungsmaßnahmen stehend – der Fensteraustausch. Eine Pflichtberatung durch einen Energieberater klärt den spezifischen Handlungsbedarf.
Preise für OKNOPLAST-Fenster mit PAVA-System liegen marktüblich bei 3.000 bis 9.000 € für ein typisches Einfamilienhaus mit 10 bis 15 Fenstern (inkl. Einbau, ohne Laibung). Der genaue Preis hängt von Abmessungen, Verglasung, Beschlag und Folienwahl ab. OKNOPLAST-Fachhandelspartner erstellen ein verbindliches Aufmaß und Angebot kostenlos.
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