Festverglasung: Wann sie sinnvoll ist – und wann nicht
Festverglasung erreicht Uw-Werte ab 0,70 W/(m²K) – und liegt damit thermisch besser als vergleichbare Dreh-Kipp-Fenster, bei gleichzeitig niedrigeren Anschaffungskosten. Das klingt nach der richtigen Wahl für jeden Raum. Tatsächlich verbieten die Landesbauordnungen aller 16 Bundesländer reine Festverglasung in Schlafzimmern und Kinderzimmern im Obergeschoss. Wo genau Festverglasung sinnvoll ist, was DIN 1946-6 vorschreibt und wie die Kombination mit Dreh-Kipp gelingt – das klärt dieser Artikel.
Was Sie in diesem Artikel erfahren
- Den Unterschied zwischen Blendrahmen-Festverglasung und Festflügel
- Welche Uw- und Rw-Werte Festverglasung im Vergleich zu Dreh-Kipp erreicht
- Wo Festverglasung bauordnungsrechtlich nicht zulässig ist
- Wie DIN 1946-6 die Lüftungsplanung beeinflusst
- Ob und wie Festverglasung über BAFA gefördert wird

Was ist eine Festverglasung – und was unterscheidet sie vom Festflügel?
Eine Festverglasung ist ein Fenster ohne Öffnungsfunktion: Die Glasscheibe sitzt entweder direkt im Blendrahmen oder in einem festen Flügel, der Teil eines kombinierten Fensterelements ist. Beide Varianten erzielen bessere Wärmeschutz- und Schallschutzwerte als vergleichbare Dreh-Kipp-Fenster – unterscheiden sich aber in Konstruktion, Kombinierbarkeit und Preis erheblich.
Blendrahmen-Festverglasung: Scheibe direkt im Rahmen
Bei der Blendrahmen-Festverglasung entfällt der Flügelrahmen vollständig – die Glasscheibe wird direkt in den Blendrahmen eingesetzt und versiegelt. Das reduziert den sichtbaren Rahmenanteil auf ein Minimum. Panoramafronten mit mehreren Quadratmetern Glasfläche ohne störende Zwischenpfosten sind so realisierbar.
Ohne Flügelprofil entfällt der schlechter dämmende Uf-Anteil des Flügelrahmens. Gleichzeitig gibt es keine Beschlagsnuten und keine Dichtungsebenen, über die Luft entweichen kann. Das Ergebnis: Uw-Werte bis zu 0,15 W/(m²K) besser als bei Dreh-Kipp-Fenstern gleicher Verglasung.
Der einzige Nachteil der Blendrahmen-Variante: Sie lässt sich nicht im selben Rahmen mit einem öffenbaren Flügel kombinieren. Für Kombinationen ist der Festflügel die richtige Wahl.
Festflügel im Verbund: dieselbe Optik, mehr Flexibilität
Ein Festflügel besitzt einen vollständigen Flügelrahmen – identisch zu einem Dreh-Kipp-Fenster -, ist aber ohne Beschlag verbaut und lässt sich nicht öffnen. Er lässt sich im selben Blendrahmen mit einem Dreh-Kipp-Flügel kombinieren. Das OKNOPLAST PAVA-System erlaubt diese Konfiguration mit durchgehendem Profil, identischer Folie und gleichem Glasfalz.
Der thermische Vorteil ist kleiner als bei der Blendrahmen-Variante, aber messbar: ca. 0,05 bis 0,10 W/(m²K) besser als Dreh-Kipp bei gleicher Verglasung. Dafür ist er dort planungsrechtlich unkomplizierter, wo Öffnungsflächen für Rettungswege oder Lüftung gefordert werden.
Tabelle 1: Blendrahmen-Festverglasung vs. Festflügel – Konstruktionsvergleich
| Merkmal | Blendrahmen-Festverglasung | Festflügel im Verbund | Dreh-Kipp (Referenz) |
| Flügelrahmen vorhanden | Nein | Ja (fest verbaut) | Ja |
| Öffnungsfunktion | Keine | Keine | Drehen + Kippen |
| Uw-Vorteil gegenüber DK | Bis -0,15 W/(m²K) | Ca. -0,05 bis -0,10 W/(m²K) | Referenz |
| Schallschutz Rw | Bis +4 dB gegenüber DK | Bis +2-3 dB gegenüber DK | Referenz |
| Kombinierbar im selben Rahmen | Nein (eigener Blendrahmen) | Ja, mit Dreh-Kipp-Flügel | – |
| Preis vs. Dreh-Kipp (gleiche Größe) | -15 bis -25 % | -10 bis -20 % | Referenz |
| Reinigung Innenseite | Nur von außen / mit Hilfsmittel | Nur von außen / mit Hilfsmittel | Von innen möglich |
| Typische Einsatzbereiche | Panoramafronten, Gewerbe, Wintergärten | Wohnzimmer, kombinierte Fassaden | Alle Wohnräume |
Welche Uw-Werte erreicht Festverglasung im Vergleich zu Dreh-Kipp?
Festverglasung mit Dreifachverglasung erreicht Uw-Werte ab 0,70 W/(m²K) – das sind typisch 0,05 bis 0,10 W/(m²K) weniger als ein baugleicher Dreh-Kipp-Flügel. Der Grund: Ohne Beschlagsnuten, Flügeldichtungsebenen und Flügelrahmenprofil gibt es weniger Wärmeübertragungspfade durch den Rahmen.
Warum Festverglasung thermisch besser abschneidet
Das OKNOPLAST PAVA erreicht als Festflügel mit Dreifachverglasung (Ug = 0,6 W/(m²K)) einen Uw-Wert von 0,74 W/(m²K) – als Dreh-Kipp-Flügel desselben Systems sind es 0,76 W/(m²K). Der Unterschied entsteht, weil beim Festflügel Beschlagsnuten und Flügeldichtungsebenen entfallen: Der Uw-Wert setzt sich aus Ug (Verglasung), Uf (Rahmen) und dem längenbezogenen Wärmedurchgangskoeffizienten ψ des Randverbunds zusammen – Festverglasung minimiert den Uf-Anteil erheblich.
Noch deutlichere Unterschiede ergeben sich mit Vierfachverglasung: Das Winergetic Premium Passiv-System erreicht als Festverglasung 0,67 W/(m²K) – dieser Wert erfüllt auch die strengsten Passivhausanforderungen.
GEG 2024 – welche Werte sind Pflicht, welche sind Bonus?
Das Gebäudeenergiegesetz 2024 schreibt beim Fenstertausch einen maximalen Uw-Wert von 1,30 W/(m²K) vor (GEG 2024, §§47 und 72). Festverglasung mit Dreifachverglasung unterschreitet diesen Grenzwert um bis zu 46 %. Für die BAFA-Förderung über das BEG EM gilt ein schärferer Schwellenwert von 0,95 W/(m²K). Auch dieser wird von OKNOPLAST-Systemen mit Dreifachverglasung zuverlässig erreicht.
Wer Festverglasung plant, sollte den Uw-Wert des Gesamtelements – nicht nur der Scheibe – als Grundlage für die Förderberechnung verwenden. Das Produktdatenblatt und das Prüfzeugnis (ift Rosenheim) liefern den maßgeblichen Wert.
Tabelle 2: Uw-Wert-Vergleich – OKNOPLAST-Systeme als Festverglasung und Dreh-Kipp
| OKNOPLAST-System | Verglasung | Uw Festflügel [W/(m²K)] | Uw Dreh-Kipp [W/(m²K)] |
| PAVA (82 mm, 7 Kammern) | Zweifach (Ug 1,0) | 0,95 | 1,0 |
| PAVA (82 mm, 7 Kammern) | Dreifach (Ug 0,6) | 0,74 | 0,76 |
| Winergetic Premium (82 mm) | Dreifach (Ug 0,5) | 0,70 | 0,74 |
| Winergetic Premium Passiv (82 mm) | Vierfach (Ug 0,5) | 0,67 | 0,72 |
| GEG 2024-Grenzwert (max.) | – | 1,30 (Pflicht) | 1,30 (Pflicht) |
| BAFA BEG EM-Schwelle (max.) | – | 0,95 (Förderung) | 0,95 (Förderung) |
Alle Werte für Referenzfenster 1,23 m × 1,48 m mit Warmatec-Abstandhalter (warme Kante, ψ = 0,03 W/(mK)). Abweichungen durch andere Formate möglich.

Wo macht Festverglasung Sinn – und wo nicht?
Festverglasung ist in drei Bereichen ohne bauordnungsrechtliche Einschränkung einsetzbar: großen Wohnräumen mit mehreren Fenstern, Treppenhausflächen und Gewerbefronten. In Schlafzimmern und Kinderzimmern im Obergeschoss gilt eine Rettungsöffnungspflicht, die reine Festverglasung ausschließt. In allen anderen Fällen entscheidet das Lüftungskonzept.
Wohnzimmer und Panoramafront: maximale Glasfläche
Im Wohnzimmer ermöglicht Festverglasung eine zusammenhängende Glasfläche ohne störende Mittelpfosten – und kostet bei gleicher Größe 15 bis 25 % weniger als Dreh-Kipp. OKNOPLAST-Systeme mit STV-Trockenverglasungstechnologie erlauben durch die verklebte Scheibe erhöhte Steifigkeit, die große Formate ohne zusätzliche Pfosten ermöglicht. Die Lüftung übernimmt ein daneben angeordneter Dreh-Kipp-Flügel, der optisch nahtlos an die Festflügel anschließt.
Treppenhaus, Galerie, hohe Wandbereiche: Licht ohne Lüftungspflicht
Da Treppenhäuser und Galerien nach §2 Musterbauordnung (MBO) keine Aufenthaltsäume sind, entfällt die Rettungsöffnungspflicht – Festverglasung ist hier ohne bauordnungsrechtliche Einschränkung zulässig. Zusätzlich bringt Festverglasung in zweigeschossigen Bereichen Tageslicht ohne Lüftungsfunktion, was dem Raumcharakter zugutekommt.
Die Reinigung hochliegender Festverglasung von innen ist nicht möglich. Planer sollten bei zweigeschossigen Elementen von vornherein Reinigungsszenarien berücksichtigen: Außenreinigungsservice, Teleskopwischer oder – bei Gebäuden mit Flachdach – Dachzugang von oben.
Gewerbe, Bürofront, Schaufenster: Einbruchschutz und Transparenz
Festverglasung im Gewerbebau verbindet RC-2-Einbruchschutz mit maximaler Transparenz: Ohne öffenbaren Flügel gibt es keinen Hebelpunkt für Aufbruchversuche am Rahmen. Mit Verbundsicherheitsglas (VSG) und einer nach DIN EN 1627 geprüften Rahmenkonstruktion erfüllt Festverglasung die Anforderungen der Widerstandsklasse RC 2 (ift Rosenheim).
Tabelle 3: Einsatzorte-Matrix Festverglasung – Eignung, Begründung und Kombination
| Raum / Bereich | Eignung | Begründung | Empfohlene Kombination |
| Wohnzimmer (EG) | ✓ Sehr gut | Panoramaeffekt, Lüftung über Balkon-/Nebenfenster | Festflügel + Dreh-Kipp seitlich |
| Treppenhaus | ✓ Sehr gut | Kein Aufenthaltsraum, keine Rettungsöffnungspflicht | Festverglasung pur oder mit Oberlicht DK |
| Schlafzimmer OG | ⚠ Bedingt | Rettungsöffnungspflicht! Mindestens ein Dreh-Kipp erforderlich | Festflügel nur in Verbund mit DK-Flügel (≥ 0,9 m²) |
| Kinderzimmer OG | ⚠ Bedingt | Rettungsöffnungspflicht nach LBO – kein Ausnahmeraum | Festflügel nur mit DK-Flügel als Pflichtöffnung |
| Galerie / Zwischengeschoss | ✓ Gut | Hohe Lage, Reinigung von außen ohnehin nötig | Festverglasung pur, Lüftung über unten liegende Fenster |
| Badezimmer (Fensterpflicht beachten) | ⚠ Bedingt | Feuchteschutz erfordert Lüftung – DIN 18017-3 empfiehlt mechanische Abluft, wenn kein öffenbares Fenster vorhanden | Dreh-Kipp als Pflichtlüftung oder wandseitige Abluftanlage |
| Bürofront / Schaufenster | ✓ Sehr gut | Kein Hebelpunkt für Einbruch, maximale Glasfläche | Festverglasung mit VSG-Sicherheitsglas, RC-2 |
| Wintergarten | ✓ Gut | Großformatige Verglasung möglich, Lüftung separat planbar | Festverglasung + Lüftungsöffner oder KWL |
Wo ist Festverglasung bauordnungsrechtlich verboten?
In Schlafzimmern, Kinderzimmern und allen Aufenthaltsräumen im Obergeschoss schreiben die Landesbauordnungen aller 16 Bundesländer eine Rettungsöffnung vor. Festverglasung allein erfüllt diese Anforderung nicht. Dieser Planungsfehler gehört zu den häufigsten Fehlern bei der energetischen Sanierung.
Was ist eine Rettungsöffnung – und was fordert die Bauordnung?
Eine Rettungsöffnung muss nach §43 der Musterbauordnung (MBO) folgende Maße einhalten: lichte Breite mindestens 0,60 m, lichte Höhe mindestens 0,60 m, nutzbare Öffnungsfläche mindestens 0,90 m². Nur ein öffenbares Fenster – also ein Dreh-Kipp-Fenster oder Klappfenster – erfüllt diese Anforderung.
Die MBO ist kein Bundesgesetz, sondern Muster für die Landesbauordnungen. Alle 16 Bundesländer haben äquivalente Regelungen übernommen. Die konkreten Maße können minimal abweichen – maßgeblich ist stets die LBO des jeweiligen Bundeslands.
Festverglasung in Schlaf- und Kinderzimmern – ein häufiger Planungsfehler
Reine Festverglasung ohne zweites öffenbares Fenster ist in Schlafzimmern und Kinderzimmern im Obergeschoss bauordnungsrechtlich nicht zulässig. Abnahmebehörden verweigern in solchen Fällen das Gebäudezertifikat. Die Lösung: Festverglasung im Verbund mit mindestens einem Dreh-Kipp-Flügel, der die Rettungsöffnungsmaße erfüllt.
Wichtig für die Planung: Die Rettungsöffnung muss leicht erreichbar sein. Ein Dreh-Kipp-Flügel in 2,20 m Höhe erfüllt zwar formell die bauordnungsrechtlichen Maße, ist im Notfall aber kaum nutzbar. Feuerwehrvorschriften einzelner Kommunen können zusätzliche Anforderungen an die Erreichbarkeit stellen.
Tabelle 4: Rettungsöffnungspflicht nach Raumtyp – Übersicht
| Raumtyp | Rettungsöffnung Pflicht? | Festverglasung allein zulässig? | Rechtsgrundlage (Referenz) |
| Schlafzimmer OG | Ja | Nein | § 43 MBO: lichte Breite ≥ 0,60 m, lichte Höhe ≥ 0,60 m, Öffnungsfläche ≥ 0,90 m² |
| Kinderzimmer OG | Ja | Nein | § 43 MBO (alle Bundesländer sinngemäß übernommen) |
| Wohnzimmer OG | Ja (Aufenthaltsraum) | Nein | § 43 MBO; gilt für alle Aufenthaltsräume ohne zweiten Fluchtweg |
| Wohnzimmer EG (mit direktem Ausgang) | Nein (direkter Fluchtweg) | Ja | Türausstieg gilt als Rettungsweg – LBO jeweiligen Bundeslands prüfen |
| Treppenhaus (nicht bewohnter Bereich) | Nein | Ja | Kein Aufenthaltsraum nach § 2 MBO |
| Büro / Gewerbe (eigene Rettungswegplanung) | Abhängig von Rettungswegskonzept | Meist Ja bei Erdgeschoss | Arbeitsstättenverordnung §§ 4+6; Fluchtwegsplanung Bauamt |
Hinweis: Die Angaben basieren auf §43 MBO als bundesweitem Referenzrahmen. Maßgeblich ist stets die Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslands. Im Zweifelsfall Baugenehmigungsbehörde oder Architekten konsultieren.

Welche Schallschutzwerte erreicht Festverglasung?
Festverglasung ohne umlaufende Flügeldichtungen und Beschlagsnuten erreicht Schalldämmwerte (Rw) bis 48 dB – das sind 2 bis 4 dB mehr als ein vergleichbarer Dreh-Kipp-Flügel mit identischer Verglasung. Gerade an stark befahrenen Straßen oder in Bahnhofsnähe ist dieser Unterschied hörbar.
Warum Festverglasung akustisch besser abschneidet
Festverglasung ohne Flügel-Rahmen-Fuge erreicht Rw-Werte bis 48 dB – bis zu 4 dB mehr als Dreh-Kipp mit identischer Verglasung. Der Grund: Jede Fuge zwischen Flügel und Blendrahmen ist eine potenzielle Schallbrücke – selbst bei hochwertigen Mehrfachdichtungen. Bei Festverglasung entfällt dieser Schwachpunkt vollständig.
In der Praxis bedeutet ein Unterschied von 3 dB eine Halbierung des wahrgenommenen Schalldrucks. An Hauptverkehrsstraßen mit Außenpegeln über 65 dB(A) – etwa im Stadtbereich oder an Bundesstraßen – ist der Unterschied zwischen Dreh-Kipp und Festverglasung subjektiv deutlich spürbar.
Schallschutzklassen nach DIN 4109 – was bedeutet das?
DIN 4109 teilt Fenster in vier Schallschutzklassen ein: Festverglasung mit asymmetrischer Dreifachverglasung erreicht SSK 4 (Rw ≥ 45 dB) – empfohlen ab einem Außenpegel von 65 dB(A). Die Norm definiert die Anforderungen in Abhängigkeit des Verkehrsgeräuschpegels: An Hauptverkehrsstraßen mit mehr als 70 dB(A) ist SSK 4 Mindestanforderung.
Tabelle 5: Rw-Wert-Vergleich Festverglasung vs. Dreh-Kipp nach Verglasungstyp
| Verglasung | Rw Festverglasung [dB] | Rw Dreh-Kipp [dB] | Schallschutzklasse (DIN 4109) |
| Zweifach 4/16/4, Ug 1,0 W/(m²K) | 32 | 30 | SSK 1 (Rw ≥ 27 dB) |
| Dreifach 4/14/4/14/4, Ug 0,6 W/(m²K) | 36 | 33 | SSK 2 (Rw ≥ 35 dB) |
| Dreifach asymmetrisch 6/16/4/16/6, Ug 0,6 W/(m²K) | 45 | 42 | SSK 3 (Rw ≥ 40 dB) |
| Dreifach VSG-Sonderverglasung (z. B. Stadtkern) | 48 | 44 | SSK 4 (Rw ≥ 45 dB) |
| Empfehlung ab Außenpegel 60-65 dB(A)* | Festverglasung bevorzugt | DK mit Zusatzmaßnahmen | SSK 3 Mindestanforderung |
* Rw-Werte sind Richtwerte nach DIN EN ISO 10140 für Standardprofile. Abweichungen je nach Einbausituation und Rahmendämmung möglich. Maßgeblich ist das Prüfzeugnis des jeweiligen Produkts.
Wie kombiniert man Festverglasung mit Dreh-Kipp richtig?
Festverglasung und Dreh-Kipp lassen sich im OKNOPLAST PAVA-System im selben Blendrahmen kombinieren – die öffenbare Fläche muss dabei mindestens 8 bis 10 % der Raumgrundfläche betragen (DIN 1946-6). Erst wenn dieser Wert feststeht, folgen Fenstereinteilung und Produktwahl.
Schritt 1 und 2: Lüftungsbedarf und Raumgröße bestimmen
DIN 1946-6 schreibt für Wohnräume einen Außenluft-Volumenstrom von mindestens 25 m³/h pro Person vor. Bei einem Schlafzimmer mit zwei Personen sind das 50 m³/h. Eine Dreh-Kipp-Kippstellung erzeugt bei einer öffenbaren Fläche von 0,15 m² und 2 m/s Wind ausreichend Luftwechsel für diese Last. Als Faustregel gilt: Mindestens 8 bis 10 % der Raumgrundfläche sollten öffenbar sein.
Wichtig: Bei der Sanierung mit mehr als einem neuen Fenster pro Wohneinheit ist ein schriftliches Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 Pflicht. Das Konzept klärt, ob freie Lüftung über Dreh-Kipp-Fenster ausreicht oder eine mechanische Anlage nötig ist.
Schritt 3 und 4: Fensteraufteilung und Produktwahl festlegen
Das OKNOPLAST PAVA-System erlaubt die Kombination von Festflügel und Dreh-Kipp-Flügel im selben Blendrahmen – mit identischem Profil, identischer ColorFull-Folie und gleichem Glasfalz. So entsteht eine optisch homogene Fensterfassade: Der Festflügel dominiert die Ansicht und liefert die Glasfläche, der Dreh-Kipp-Flügel übernimmt Lüftung und Rettungsweg.
Für Panoramafronten empfiehlt sich das Verhältnis 70 bis 80 % Festflügel zu 20 bis 30 % Dreh-Kipp. In Schlafzimmern gilt: Der Dreh-Kipp-Flügel muss die Rettungsöffnungsmaße erfüllen – das sind mindestens 0,60 m × 0,60 m lichte Maße.
Tabelle 6: Planungsmatrix Festverglasung + Dreh-Kipp nach Raumgröße
| Raumgröße (m²) | Empfohlene öffenbare Fläche (m²)* | Verhältnis Fest : Dreh-Kipp | Lüftungskonzept DIN 1946-6? |
| Bis 15 m² (kleines Zimmer) | ≥ 0,15 m² | 70 : 30 | Ja, bei Sanierung |
| 15-25 m² (Wohnzimmer mittel) | ≥ 0,20 m² | 75 : 25 | Ja, bei Sanierung |
| 25-40 m² (großes Wohnzimmer) | ≥ 0,30 m² | 80 : 20 | Ja, bei Sanierung |
| Treppenhaus / Galerie (kein Aufenthaltsraum) | Nicht zwingend | 90-100 : 0-10 | Nein (kein Aufenthaltsraum) |
| Schlafzimmer OG (2 Personen) | ≥ 0,90 m² (Rettungsöffnung) | Max. 60 : 40 | Ja, zwingend bei Sanierung |
* Richtwert nach DIN 1946-6 §5 (25 m³/h pro Person, ca. 0,15 m² bei Kippstellung). Lokale Anforderungen können abweichen – Lüftungskonzept durch Fachplaner erstellen lassen.

Was schreibt DIN 1946-6 bei Festverglasung vor?
DIN 1946-6 verpflichtet bei jeder Modernisierung, bei der mehr als ein Fenster pro Wohneinheit erneuert wird, zu einem schriftlichen Lüftungskonzept – unabhängig davon, ob Festverglasung oder Dreh-Kipp verbaut wird. Wer diesen Schritt überspringt, handelt normwidrig.
Wann ist ein Lüftungskonzept Pflicht?
Ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 ist zwingend, sobald bei einer Sanierung mehr als ein Fenster pro Wohneinheit erneuert wird – unabhängig davon, ob Festverglasung oder Dreh-Kipp verbaut wird. Der Einbau dichter Kunststofffenster löst diese Pflicht regelmäßig aus: Ältere Gebäude lüften über undichte Fugen – nach dem Fenstertausch kann dieser natürliche Luftwechsel ausbleiben. Die Folge ohne Konzept: Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung.
Das Konzept muss durch einen qualifizierten Fachplaner (z. B. Energieberater auf der Dena-Expertenliste) erstellt werden. Es legt fest, welcher Luftwechsel erreicht werden muss und mit welchen Maßnahmen – freie Lüftung, Querstromlüftung oder mechanische Anlage.
Welche Lüftungslösungen ergänzen Festverglasung sinnvoll?
Drei Lösungen erfüllen die Anforderungen von DIN 1946-6 in Kombination mit Festverglasung:
- Fensterfalzlüfter im angrenzenden Dreh-Kipp-Flügel: Lüften auch bei geschlossenem Flügel, wartungsarm
- Dezentrale Lüftungsgeräte in der Außenwand: Nachrüsten ohne zusätzliche Fensteröffnung möglich
- Kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) mit Wärmerückgewinnung: Energieeffizienteste Lösung, besonders für Neubau und umfangreiche Sanierungen
OKNOPLAST-Fachhandelspartner können im Rahmen der Beratung das passende Lüftungskonzept identifizieren oder an qualifizierte Energieberater verweisen.
Ist Festverglasung BAFA-förderfähig – und was muss der Uw-Wert sein?
Festverglasung ist als Einzelmaßnahme im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) über das BAFA förderfähig, wenn der Uw-Wert des Gesamtelements 0,95 W/(m²K) nicht überschreitet. Die Grundförderung beträgt 15 %, mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) 20 %.
Die förderfähigen Kosten sind auf 30.000 Euro pro Wohneinheit gedeckelt. Mit einem iSFP verdoppelt sich dieser Betrag auf 60.000 Euro. Wichtig: Der Antrag muss vor Auftragserteilung beim BAFA gestellt werden – eine rückwirkende Förderung ist nicht möglich. OKNOPLAST stellt Kunden über zertifizierte Energieberater (Dena-Expertenliste) Unterstützung bei der Antragstellung bereit.
Tabelle 7: BAFA BEG EM – Förderparameter Festverglasung im Überblick
| Förderparameter | Wert / Bedingung |
| Förderprogramm | BAFA BEG EM – Bundesförderung Einzelmaßnahmen |
| Grundförderung | 15 % der förderfähigen Kosten |
| Bonus mit iSFP (individueller Sanierungsfahrplan) | + 5 % → insgesamt 20 % |
| Max. förderfähige Kosten ohne iSFP | 30.000 € pro Wohneinheit |
| Max. förderfähige Kosten mit iSFP | 60.000 € pro Wohneinheit |
| Uw-Anforderung Festverglasung | ≤ 0,95 W/(m²K) des Gesamtelements |
| Antragstellung | BAFA online – vor Auftragserteilung (Bewilligungsbescheid abwarten) |
Hinweis: Förderkonditionen können sich jährlich ändern. Aktuelle Informationen unter bafa.de und beim zuständigen Energieberater.
Häufig gestellte Fragen zur Festverglasung
Festverglasung bezeichnet zwei verschiedene Konstruktionen: Bei der Blendrahmen-Festverglasung sitzt die Scheibe direkt im Rahmen ohne Flügelrahmen. Beim Festflügel ist ein vollständiger Flügelrahmen vorhanden, der aber ohne Beschlag fest verbaut ist. Der Festflügel lässt sich im selben Blendrahmen mit einem Dreh-Kipp-Flügel kombinieren.
Festverglasung mit Dreifachverglasung erreicht Uw-Werte ab 0,70 W/(m²K) – das OKNOPLAST PAVA-System erzielt als Festflügel 0,74 W/(m²K). Damit liegt Festverglasung typisch 0,05 bis 0,10 W/(m²K) besser als ein baugleicher Dreh-Kipp-Flügel. Mit Vierfachverglasung sind Werte bis 0,67 W/(m²K) möglich.
Nur in Kombination mit mindestens einem öffenbaren Fenster. Die Landesbauordnungen aller 16 Bundesländer schreiben für Schlafzimmer im Obergeschoss eine Rettungsöffnung vor: lichte Breite und Höhe jeweils mindestens 0,60 m, Öffnungsfläche mindestens 0,90 m². Reine Festverglasung erfüllt diese Anforderung nicht.
Ja. Festverglasung kostet bei gleicher Größe und Verglasung typisch 15 bis 25 % weniger als ein vergleichbarer Dreh-Kipp-Flügel, weil Beschläge, Griffgarnitur und Drehkipp-Mechanik entfallen. Dieser Kostenvorteil wächst mit der Fenstergröße.
Festverglasung ohne umlaufende Flügeldichtungen erreicht Schalldämmwerte (Rw) bis 48 dB – das sind 2 bis 4 dB mehr als ein Dreh-Kipp-Fenster mit identischer Verglasung. Bei asymmetrischer Dreifachverglasung entspricht das Schallschutzklasse SSK 3 oder SSK 4 nach DIN 4109.
Ja, bei Sanierungen. DIN 1946-6 verpflichtet zum schriftlichen Lüftungskonzept, sobald im Zuge einer Modernisierung mehr als ein Fenster pro Wohneinheit erneuert wird. Neue dichte Kunststofffenster – gleich ob Festverglasung oder Dreh-Kipp – reduzieren die natürliche Lüftung über Undichtigkeiten erheblich.
Ja. Festverglasung als Einzelmaßnahme ist über das BAFA im Rahmen der BEG EM förderfähig, wenn der Uw-Wert des Gesamtelements maximal 0,95 W/(m²K) beträgt. Die Grundförderung beträgt 15 %, mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) 20 %. Der Antrag muss vor Auftragserteilung gestellt werden.
Festverglasung lässt sich von innen nicht wie Dreh-Kipp reinigen. Im Erdgeschoss oder bei Terrassenlage ist die Reinigung von außen problemlos möglich. Bei höherliegenden Elementen empfehlen sich teleskopierbare Fensterwischer oder ein professioneller Reinigungsservice. Bei der Planung sollte der Reinigungsaufwand berücksichtigt werden.
Das PAVA-Fenstersystem mit STV-Trockenverglasungstechnologie ist für Festverglasung und Festflügel verfügbar – mit identischen Profilen, Folien und Glasfalztiefen wie die Dreh-Kipp-Variante. Auch GRANDE CLASSIC und GRANDE ART sind als Festverglasung konfigurierbar und ermöglichen durch schlanke Profilansichten besonders großzügige Glasflächen.
Festverglasung ohne Öffnungsmechanismus bietet keinen Hebelpunkt für Aufbruchversuche am Flügel. Mit Verbundsicherheitsglas (VSG) und RC-2-Zertifizierung (ift Rosenheim) in der Rahmenkonstruktion erfüllt Festverglasung die Einbruchhemmungsanforderungen der Widerstandsklasse RC 2 – geeignet für Gewerbefronten und Erdgeschossbereiche.
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