Schulfenster erneuern – GEG-Anforderungen, Lärmschutz und Förderung für Schulträger
Neue Fenster in Schulen müssen drei Anforderungen gleichzeitig erfüllen: den Uw-Wert-Vorgaben des GEG 2024 genügen, den Klassenraumlärm nach VDI 2719 auf ein lernförderliches Niveau dämmen und die Absturzsicherungspflicht nach DIN 18008 einhalten. Für kommunale Schulträger trägt das Kommunalinvestitionsprogramm (KInvFG) bis zu 90 Prozent der Kosten.
Was Schulträger in diesem Artikel erfahren:
- Welche gesetzlichen Pflichtanforderungen GEG 2024, DIN 4109 und DIN 18008 für Schulfenster vorgeben – mit vollständiger Normenübersicht
- Welche Schallschutzklasse Klassenräume nach VDI 2719 benötigen – nach Lage und Straßenkategorie
- Was die Fenstererneuerung einer Grundschule, eines Gymnasiums oder einer Berufsschule kostet – mit Gesamtkostentabelle und Förderanteil
- Welche Förderprogramme für kommunale Schulträger gelten – KInvFG, KfW 220, KfW 261 – und warum BAFA für öffentliche Schulen meist nicht gilt
- Wie der Ablauf einer Schulfenstererneuerung im laufenden Betrieb aussieht – Ausschreibung nach VOB/A, Ferienplanung, Zeitplan
- Welche OKNOPLAST-Fenstersysteme für Schulen geeignet sind – mit TBT-Beschlag, RC-2-Zertifizierung und Schallschutzklasse 3

Welche gesetzlichen Anforderungen gelten für neue Schulfenster?
Neue Schulfenster müssen nach GEG 2024 einen Uw-Wert von maximal 1,3 W/(m²K) einhalten. Das ist die gesetzliche Mindestpflicht. Zusätzlich greifen DIN 4109-1 für Schallschutz, DIN 18008 für Absturzsicherung und die RAL-Montagepflicht für den Förderabruf. Für die BAFA-fähige oder KfW-fähige Variante gilt ein schärferer Zielwert von ≤ 0,95 W/(m²K).
GEG 2024 – gilt die Sanierungspflicht auch für Schulen?
Ja. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG 2024) gilt für alle Gebäude – also auch für öffentliche Schulen. § 48 GEG schreibt vor: Wer Fenster austauscht, muss den neuen Uw-Wert von maximal 1,3 W/(m²K) einhalten. Eine proaktive Austauschpflicht für noch funktionsfähige Altfenster besteht nicht. Sobald jedoch ein Austausch geplant ist, gelten die GEG-Anforderungen verpflichtend.
Schulträger, die im Rahmen energetischer Sanierungen förderfähige Fenster einbauen, müssen den schärferen Schwellenwert von ≤ 0,95 W/(m²K) erreichen – das ist Voraussetzung für KfW-Förderung und BAFA BEG EM (bei freien Trägern).
Welche DIN-Normen sind für Schulfenster verbindlich?
Schulen unterliegen als öffentliche Bildungsbauten einem erhöhten Normenrahmen. Die folgende Tabelle fasst alle relevanten Regelwerke zusammen – nach Verbindlichkeit geordnet.
| Regelwerk | Inhalt | Verbindlichkeit für Schulen |
| GEG 2024 § 48 | Uw-Wert max. 1,3 W/(m²K) beim Fenstertausch | Gesetzliche Pflicht – alle Gebäude |
| DIN 4109-1:2018 | Schallschutz-Mindestanforderungen Bildungsbauten, Klassenräume | Pflicht (Neubau + bauliche Veränderung) |
| DIN 18008-4 | Absturzsicherung: VSG-Verglasung bei Brüstungshöhe < 80 cm | Pflicht (Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen) |
| VDI 2719 | Schalldämmung von Fenstern – Klassifizierung SSK 1-6 | Empfehlung (de-facto Planungsstandard) |
| DIN EN 1627 | Einbruchhemmung, Widerstandsklassen RC 1-6 | Empfehlung (RC-2 für EG-Fenster öffentlicher Bauten) |
| RAL-Leitfaden Fenstermontage | Warmmontage, normgerechter Einbau | Pflicht für Förderabruf (KfW, KInvFG) |
| VOB/A | Vergaberecht: öffentliche Ausschreibungspflicht | Pflicht für kommunale Schulträger ab 20.000 € |
Tabelle 1: Normrahmen für Schulfenster in Deutschland – Verbindlichkeit und Anwendungsbereich (Stand: März 2025)
Welche Schallschutzklasse brauchen Fenster in Schulgebäuden?
Klassenräume benötigen nach VDI 2719 in der Regel Schallschutzklasse 3 (Rw 35-39 dB). Das gilt für Schulen an Hauptverkehrsstraßen mit Außenlärm bis 65 dB. An ruhigen Wohnstraßen kann Klasse 2 ausreichen; in gewerblicher Lage oder bei Fluglärm ist Klasse 4 erforderlich.
VDI 2719 und DIN 4109 – was gilt für Klassenräume?
DIN 4109-1:2018 schreibt für Unterrichtsräume ein Schalldämmmaß von mindestens R’w = 35 dB vor – das entspricht Schallschutzklasse 3 nach VDI 2719. VDI 2719 ergänzt die Norm um eine praxisnahe Klassifizierung der Fenster selbst: Klasse 3 bedeutet ein bewertetes Schalldämmmaß des Fensters von Rw = 35-39 dB.
| SSK | Schalldämmmaß Rw | Einsatzbereich Schulen | Außenlärm (Richtwert) |
| 1 | 25-29 dB | Lager-, Technikräume | < 50 dB – ruhige Lage |
| 2 | 30-34 dB | Nebenräume, Flure, Turnhallen | 51-60 dB – Wohnstraße |
| 3 ★ | 35-39 dB | Klassenräume, Lehrerzimmer, Bibliotheken | 61-65 dB – Hauptstraße |
| 4 | 40-44 dB | Klassenräume an Hauptverkehrsstraßen | 66-70 dB – Stadtstraße |
| 5 | 45-49 dB | Schulen in gewerblicher Lage oder Fluglärmgebiet | 71-75 dB |
| 6 | ≥ 50 dB | Sonderfälle, Lärmschutzwand-Kombination | > 75 dB |
Tabelle 2: Schallschutzklassen nach VDI 2719 für Schulgebäude – ★ = Standardanforderung Klassenraum. Quelle: VDI 2719, DIN 4109-1:2018
Wie viel Lärm dringt durch alte Schulfenster?
Alte Einfachverglasungen erreichen ein Schalldämmmaß von nur 20-25 dB. Das entspricht keiner Schallschutzklasse nach VDI 2719. In einem Klassenraum an einer Hauptstraße bedeutet das: Der Außenlärm von 65 dB wird auf rund 40-45 dB im Raum gedämpft. WHO-Richtlinien für Unterrichtsräume (WHO Environmental Noise Guidelines, 2018) empfehlen maximal 35 dB Hintergrundgeräusch. Alte Fenster verfehlen diesen Wert um 10 dB – das entspricht einer doppelt so laut empfundenen Geräuschkulisse.
OKNOPLAST PAVA – Rw 34 dB und Schallschutzklasse 3
Das OKNOPLAST PAVA-System erreicht mit Dreifachverglasung (Verglasungspaket 4/18/3/16/3) ein bewertetes Schalldämmmaß von Rw = 34 dB – ift Rosenheim zertifiziert. Damit erfüllt es die Anforderungen der Schallschutzklasse 3 nach VDI 2719 für Klassenräume bis 65 dB Außenlärm. Das 7-Kammer-Rahmenprofil und das Mitteldichtungssystem mit drei Dichtungsebenen sorgen zusätzlich für die Werteübereinstimmung mit GEG 2024.
→ Produktseite: OKNOPLAST PAVA | oknoplast.de/kunststofffenster/pava/
Tageslicht und Lernleistung – warum die Rahmengröße entscheidet
Studien zeigen – u. a. die HEAD-Studie (Barrett et al., 2015) – dass natürliches Licht die Konzentration und das Wohlbefinden von Schülern messbar verbessert. Fenster mit schmaleren Rahmenprofilen und größerer Glasfläche erhöhen den Tageslichteinfall im Klassenraum spürbar. Das OKNOPLAST Grande Classic System ermöglicht durch schmale Rahmenansicht bis zu 22 Prozent mehr Tageslicht gegenüber Standardfenstern mit Stulppartie – ohne Abstriche bei Schall- oder Wärmedämmung.
→ Produktseite: OKNOPLAST Grande Classic | oknoplast.de/kunststofffenster/grande-classic/

Was kostet die Fenstererneuerung in einer Schule?
Die Erneuerung von Schulfenstern kostet je nach Fenstertyp und Schallschutzanforderung zwischen 600 und 1.200 Euro pro Fenster – inklusive Einbau nach RAL-Leitfaden. Eine Grundschule mit 60 bis 80 Fenstern investiert damit 54.000 bis 72.000 Euro brutto; nach KInvFG-Förderung (bis 90 Prozent) verbleibt ein kommunaler Eigenanteil von rund 5.400 bis 7.200 Euro.
Kosten pro Fenster – Neukauf vs. Renovierung im Vergleich
Die im AI Overview genannten Renovierungskosten (200-900 Euro) beziehen sich auf das Schleifen und Streichen alter Holzfenster – keine Förderung möglich, Uw-Wert bleibt über 2,0 W/(m²K). Der Neukauf mit Dreifachverglasung ist teurer, aber förderfähig, langlebiger und erfüllt alle Normanforderungen.
| Maßnahme | Kosten / Fenster | Lebensdauer | Förderung | Uw-Wert |
| Renovierung Holzfenster (Schleifen, Kitt, Anstrich) | 200-900 € | +10-15 Jahre | ❌ Keine | > 2,0 W/(m²K) |
| Neues Kunststofffenster, Dreifachverglasung (SSK 2) | 600-900 € | 30-40 Jahre | ✅ KfW, KInvFG | ab 0,86 W/(m²K) |
| Neues Kunststofffenster, Dreifachverglasung (SSK 3) | 750-1.100 € | 30-40 Jahre | ✅ KfW, KInvFG | ab 0,76 W/(m²K) / Rw ≥ 34 dB |
| Neues Kunststofffenster, Dreifachverglasung (SSK 4) | 950-1.200 € | 30-40 Jahre | ✅ KfW, KInvFG | ab 0,67 W/(m²K) / Rw ≥ 40 dB |
Tabelle 3: Kosten Schulfenstererneuerung – Renovierung vs. Neukauf im Vergleich (Richtwerte inkl. Einbau nach RAL-Leitfaden, ohne Förderabzug, Stand: März 2025)
Gesamtkosten nach Schulgebäudegröße
Größere Schulen haben mehr Fenster – aber der Eigenanteil pro Wohneinheit bleibt durch die KInvFG-Förderung stabil. Die folgende Tabelle zeigt Richtwerte für Grundschule, Gymnasium und Berufsschule.
| Schultyp | Fenster (Schätzung) | Gesamtinvestition | Nach KInvFG (90 %) | Eigenanteil Träger |
| Grundschule (8 Klassen) | 60-80 Fenster | 54.000-72.000 € | 48.600-64.800 € | 5.400-7.200 € |
| Gymnasium (30 Klassen) | 200-280 Fenster | 180.000-252.000 € | 162.000-226.800 € | 18.000-25.200 € |
| Berufsschule / Gesamtschule | 300-450 Fenster | 270.000-405.000 € | 243.000-364.500 € | 27.000-40.500 € |
Tabelle 4: Gesamtkosten Schulfenstererneuerung nach Schulgröße mit KInvFG-Förderanteil 90 % (Basis: SSK 3, 850 € Mittelwert pro Fenster, Richtwerte)
Wann rechnet sich die Erneuerung gegenüber der Renovierung?
Die Renovierung alter Holzfenster kostet weniger – aber sie löst das eigentliche Problem nicht: Energieverlust, unzureichender Schallschutz und fehlende Förderfähigkeit bleiben bestehen. Dreifachverglaste Kunststofffenster senken die Heizkosten um 15-25 Prozent gegenüber alter Zweifachverglasung.
Beispielrechnung: Eine Grundschule mit jährlichen Heizkosten von 40.000 Euro spart durch neue Fenster (SSK 3, Uw = 0,76 W/(m²K)) rund 6.000-10.000 Euro jährlich. Nach KInvFG-Förderung (Eigenanteil ca. 6.300 Euro) amortisiert sich der kommunale Eigenanteil in unter einem Jahr.
Welche Förderung gibt es für die Erneuerung von Schulfenstern?
Für kommunale Schulträger ist das Kommunalinvestitionsprogramm (KInvFG) die wichtigste Förderquelle: bis zu 90 Prozent Bundesmittel für Bildungsinfrastruktur. Ergänzend stehen KfW-Kommunalkredite zur Verfügung. Der BAFA-Zuschuss gilt nur für Schulen in freier (privater) Trägerschaft – öffentliche Schulen sind ausgeschlossen.
Kommunalinvestitionsprogramm (KInvFG) – die wichtigste Förderung für Schulträger
Das Kommunalinvestitionsprogramm fördert Investitionen in die Bildungsinfrastruktur – also auch die energetische Sanierung von Schulfenstern. Der Bund übernimmt bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten; der kommunale Eigenanteil beträgt mindestens 10 Prozent. Antragsteller sind Kommunen und Landkreise über die zuständige Landesförderbank.
Wichtig: Das KInvFG-Programm läuft in Bewilligungsrunden. Schulträger müssen Anträge vor Baubeginn stellen. Die Fristen variieren je nach Bundesland. Eine frühzeitige Abstimmung mit dem zuständigen Landkreis oder der Stadtverwaltung ist entscheidend. Aktuelle Antragsfristen erfahren Schulträger bei der zuständigen Landesförderbank.
KfW-Kredit 220 und KfW 261 für Schulgebäude
Der KfW-Kommunalkredit 220 (Energetische Stadtsanierung) ermöglicht kommunalen Schulträgern eine Vollfinanzierung bis 100 Prozent der Investitionskosten. Der KfW-Kredit 261 fördert die umfassende Sanierung zum Effizienzhaus – Schulfenster als Einzelmaßnahme sind dann förderfähig, wenn das Gebäude mindestens Effizienzhaus 85 erreicht. Tilgungszuschüsse zwischen 5 und 45 Prozent reduzieren die Rückzahlungslast.
Sind öffentliche Schulen BAFA-förderfähig?
Kommunale Schulträger (Landkreise, Städte, Gemeinden) sind von der BAFA BEG EM ausgeschlossen. Der BAFA-Zuschuss gilt nur für Privatpersonen und Unternehmen – also für Schulen in freier (privater) Trägerschaft. Öffentliche Schulen nutzen stattdessen KInvFG und KfW-Kommunalprogramme.
| Programm | Förderart | Förderhöhe | Antragsteller | Schulfenster förderfähig |
| KInvFG / KInvFG II | Zuschuss (Bund/Land) | bis 90 % der Kosten | Kommunen, Landkreise | ✅ Ja (Bildungsinfrastruktur) |
| KfW 220 Kommunalkredit | Kredit (100 % Finanzierung) | Zinsgünstig, variabel | Kommunen, kommunale Unternehmen | ✅ Als Einzelmaßnahme |
| KfW 261 Effizienzgebäude | Kredit + Tilgungszuschuss | 5-45 % Tilgungszuschuss | Kommunen, freie Träger | ✅ Im EH-85-Kontext |
| BAFA BEG EM | Zuschuss | 15-20 % (mit iSFP) | Nur Privatpersonen & Unternehmen | ⚠️ Nur freie Schulträger (Privatschulen) |
| Länderprogramme | Zuschuss (variabel) | 20-60 % je Bundesland | Kommunen, freie Träger | ✅ Je nach Programm |
Tabelle 5: Förderprogramme für Schulfenstererneuerung – Überblick nach Trägerschaft (Stand: März 2025, ohne Gewähr – Konditionen können sich ändern)
KInvFG-Antrag für Schulträger: Schritt für Schritt
- Bedarfsanalyse durchführen: Fensterzustand erfassen, Schallschutzmessung, Energieberater beauftragen (dena-Expertenliste).
- Förderantrag stellen: Antrag über die zuständige Landesförderbank einreichen – vor Baubeginn und vor Auftragsvergabe.
- Ausschreibung nach VOB/A: öffentliche Ausschreibung ab 20.000 Euro (national) bzw. 215.000 Euro (EU-weit nach VgV). Mindestens drei Angebote einholen.
- Montage und Dokumentation: RAL-konforme Warmmontage durch zertifizierten Fachbetrieb. Alle Einbaumaße und Uw-Wert-Nachweise dokumentieren.
- Verwendungsnachweis einreichen: Rechnungen, Lieferscheine, Energieberaterbestätigung und ggf. Messprotokolle Schallschutz hochladen → Förderung wird ausgezahlt.

Wie läuft die Fenstererneuerung im laufenden Schulbetrieb ab?
Die Fenstererneuerung einer Schule läuft in vier Phasen ab: Bedarfsanalyse und Förderantrag, Ausschreibung nach VOB/A, Montage in den Schulferien und Abnahme mit Förderabruf. Pro Klassenraum rechnen erfahrene Fachbetriebe mit einem Werktag Montagezeit. Der gesamte Projektzeitraum beträgt je nach Schulgröße 8 bis 24 Monate.
Phase 1 – Bedarfsanalyse und Förderantrag (3-6 Monate)
Der Schulträger beauftragt einen Energieberater (dena-Expertenliste) mit der Bestandsaufnahme: Uw-Werte bestehender Fenster, Schallpegelmessung in repräsentativen Klassenräumen, Dokumentation von Schäden und Kondensatstellen. Auf Basis dieser Analyse wird der Förderantrag bei der Landesförderbank oder der KfW gestellt – vor jeder Auftragsvergabe.
Phase 2 – Ausschreibung nach VOB/A (2-4 Monate)
Kommunale Schulträger unterliegen dem öffentlichen Vergaberecht. Ab einem Auftragswert von 20.000 Euro gilt nationale Ausschreibungspflicht nach VOB/A; ab 215.000 Euro EU-weite Ausschreibung nach VgV. Die Ausschreibungsunterlagen müssen technische Mindestanforderungen (Uw-Wert, Schallschutzklasse, RAL-Montage, RC-Klasse) als verbindliche Leistungsbeschreibung enthalten.
Phase 3 – Montage in den Schulferien (1-6 Wochen)
Die Montage erfolgt ausschließlich in den Schulferien, um den Unterrichtsbetrieb nicht zu unterbrechen. Pro Klassenraum mit 4-6 Fenstern rechnet ein erfahrener Fachbetrieb mit einem Werktag. Der Schulhausmeister oder der zuständige Sachbearbeiter des Schulträgers koordiniert die Zugangsberechtigung. Bei großen Schulen wird die Montage über mehrere Ferienzeiträume gestreckt.
Phase 4 – Abnahme, Dokumentation und Förderabruf
Nach Abschluss der Montage prüft der Energieberater die korrekte Ausführung und erstellt das Abnahmeprotokoll mit Uw-Wert-Nachweisen und RAL-Montagebestätigung. Schulträger reichen anschließend den Verwendungsnachweis bei der Förderstelle ein. Die Auszahlung erfolgt in der Regel innerhalb von 4 bis 8 Wochen.
| Schultyp | Planungs- & Ausschreibungsphase | Montagezeit | Montagezeitraum | Gesamtdauer |
| Grundschule (60-80 Fenster) | 5-8 Monate | 2-3 Wochen | Sommerferien | ca. 8-12 Monate |
| Gymnasium (200-280 Fenster) | 6-10 Monate | 4-6 Wochen | Sommer- + Herbstferien | ca. 12-18 Monate |
| Großschule (300+ Fenster) | 8-12 Monate | 6-10 Wochen | Mehrere Ferienzeiträume | ca. 18-24 Monate |
Tabelle 6: Zeitplan Schulfenstererneuerung nach Schulgebäudegröße – inkl. Ausschreibung nach VOB/A und Ferienplanung
Welche Sicherheitsanforderungen gelten für Schulfenster?
Schulfenster unterliegen schärferen Sicherheitsanforderungen als Wohnbaufenster. DIN 18008-4 schreibt Absturzsicherung durch VSG-Verglasung vor, wenn die Brüstungshöhe unter 80 cm liegt. Zusätzlich empfehlen Landesbauordnungen bei Schulen eine Öffnungsbegrenzung (max. 12 cm) zur Sicherung gegen unbeabsichtigtes Öffnen durch Schüler.
Absturzsicherung – DIN 18008 und die Brüstungshöhe in Klassenräumen
In Klassenräumen mit Fenstern, deren untere Glaskante weniger als 80 cm über dem Fertigfußbodenniveau liegt, ist nach DIN 18008-4 durchwurfsichertes Glas (VSG oder ESG) Pflicht. Bei Fenstern, die als Absturzsicherung dienen (ohne zusätzliches Geländer), gilt VSG-Verbundsicherheitsglas mit Mindestdicke nach DIN 18008-4, Anhang A.
TBT-Beschlag – Kindersicherheit in Schulen
Der OKNOPLAST TBT-Beschlag (Tilt Before Turn) ist ein speziell für Schulen und Kindergärten entwickelter Beschlag. Das Fenster öffnet ausschließlich in dieser Reihenfolge: geschlossen → Kippstellung → Drehstellung. Ein unbeabsichtigtes weites Öffnen durch Schüler ist damit konstruktiv ausgeschlossen. Der TBT-Beschlag ist für alle OKNOPLAST Fenstersysteme verfügbar.
Einbruchschutz RC-2 für öffentliche Schulgebäude
Für erdgeschossige Fenster und Fenster mit einfachem Zugang empfehlen Versicherungen und öffentliche Sicherheitsbehörden Widerstandsklasse RC-2 nach DIN EN 1627. OKNOPLAST PAVA und Grande Classic sind jeweils in der RC-2-Zertifizierung durch das ift Rosenheim (DIN EN 1627) verfügbar.
| Anforderung | Norm | Schwellenwert | OKNOPLAST-Lösung |
| Absturzsicherung Verglasung | DIN 18008-4 | Brüstungshöhe < 80 cm → VSG-Glas Pflicht | Sicherheitsverglasungspakete optional |
| Kindersicherheit Öffnungsbegrenzung | LBO (je Bundesland) | Öffnungsweite max. 12 cm ohne Sicherung | TBT-Beschlag: Kipp-vor-Dreh-Mechanismus |
| Einbruchschutz öffentliche Gebäude | DIN EN 1627 | RC-2 empfohlen für EG-Fenster | PAVA & Grande Classic RC-2 (ift Rosenheim) |
| Sicherheitsverglasung Fluchtweg | MBO § 35 / LBO | Panikfunktion bei Fluchtwegtüren | Projektabhängige Konfiguration |
Tabelle 7: Sicherheitsanforderungen für Schulfenster in Deutschland – Normen, Schwellenwerte und OKNOPLAST-Lösungen

Welche Fenster eignen sich für die Erneuerung von Schulgebäuden?
Für Schulgebäude eignen sich Kunststofffenster mit Dreifachverglasung und einem Uw-Wert von ≤ 0,95 W/(m²K) – das ist Voraussetzung für alle genannten Förderprogramme. Zusätzlich sollten Klassenraumfenster Schallschutzklasse 3 (Rw ≥ 35 dB) erfüllen und mit TBT-Beschlag sowie RC-2-Option ausgerüstet sein.
Sanieren oder ersetzen – was ist langfristig wirtschaftlicher?
Alte Holzfenster zu renovieren kostet weniger, löst aber keines der strukturellen Probleme: Der Uw-Wert bleibt über 2,0 W/(m²K), der Schallschutz unter SSK 2, die Förderfähigkeit entfällt, und in 10 bis 15 Jahren steht die nächste Renovierung an. Neue Kunststofffenster mit Dreifachverglasung halten 30 bis 40 Jahre, erfüllen alle Normanforderungen und sind förderfähig. Die Gesamtkosten über 30 Jahre sind bei Neukauf – besonders nach Förderabzug – deutlich niedriger.
→ Weiterführender Artikel: Fenster austauschen – Kosten im Überblick | oknoplast.de/blog/fenster-austauschen-kosten-2026/
OKNOPLAST-Fenstersysteme für Schulgebäude
OKNOPLAST bietet vier Fenstersysteme für Schulgebäude. Alle Systeme sind mit TBT-Beschlag, RC-2-Zertifizierung und fördertauglicher Dreifachverglasung konfigurierbar. Das PAVA-System erreicht mit Rw = 34 dB die Schallschutzklasse 3 nach VDI 2719 – die Standardanforderung für Klassenräume.
| System | Uw-Wert | Rw (Schall) | SSK | TBT | RC-2 | Eignung Schulgebäude |
| Konzept | ab 0,95 W/(m²K) | 30-32 dB | 2 | ✅ | ✅ optional | Nebenräume, Flure, Turnhallen |
| Grande Classic | ab 0,86 W/(m²K) | 32-34 dB | 2-3 | ✅ | ✅ (ift) | Klassenräume, +22 % Tageslicht |
| PAVA | ab 0,76 W/(m²K) | 34 dB ★ | 3 | ✅ | ✅ (ift Rosenheim) | Klassenräume Hauptstraße, SSK 3 Pflicht |
| Winergetic Premium Passiv | ab 0,67 W/(m²K) | 36-38 dB | 3-4 | ✅ | ✅ optional | Passivhausschulen, KfW EH 40 |
Tabelle 8: OKNOPLAST-Fenstersysteme für Schulgebäude – ★ = erfüllt SSK 3 nach VDI 2719 (alle Angaben: Dreifachverglasung Ug = 0,5 W/(m²K) mit Warmatec, ift Rosenheim zertifiziert).
Welche Fragen stellen Schulträger bei der Fenstererneuerung am häufigsten?
Nach GEG 2024 § 48 gilt beim Fenstertausch ein maximaler Uw-Wert von 1,3 W/(m²K) als gesetzliche Mindestpflicht. Für Förderprogramme (KfW, KInvFG) ist ein schärferer Zielwert von ≤ 0,95 W/(m²K) erforderlich. Das OKNOPLAST PAVA-System erreicht mit Dreifachverglasung einen Uw-Wert von 0,76 W/(m²K).
DIN 4109-1 und VDI 2719 verlangen für Klassenräume Schallschutzklasse 3 (Rw 35-39 dB) an Hauptstraßen bis 65 dB Außenlärm. An ruhigen Lagen (unter 60 dB) kann Klasse 2 ausreichen. Das OKNOPLAST PAVA-System erfüllt SSK 3 mit Rw = 34 dB (ift Rosenheim zertifiziert).
Nein. Die BAFA BEG EM ist auf Privatpersonen und Unternehmen beschränkt. Kommunale Schulträger (Städte, Landkreise, Gemeinden) können stattdessen das Kommunalinvestitionsprogramm (KInvFG) und KfW-Kommunalkredite nutzen. Nur Schulen in freier (privater) Trägerschaft können BAFA beantragen.
Das KInvFG fördert Investitionen in die Bildungsinfrastruktur mit bis zu 90 Prozent Bundesmittelanteil. Die energetische Erneuerung von Schulfenstern ist explizit förderfähig. Antragsteller sind Kommunen und Landkreise über die zuständige Landesförderbank. Anträge müssen vor Baubeginn gestellt werden.
Der Neukauf eines BAFA- und KfW-fähigen Kunststofffensters mit Dreifachverglasung und SSK 3 kostet inklusive Einbau 750 bis 1.100 Euro pro Fenster. Nach KInvFG-Förderung (90 Prozent) verbleibt ein Eigenanteil von 75 bis 110 Euro pro Fenster für den Schulträger.
Die Montage sollte ausschließlich in den Schulferien erfolgen, um den Unterrichtsbetrieb nicht zu unterbrechen. Pro Klassenraum (4-6 Fenster) rechnen erfahrene Fachbetriebe mit einem Werktag. Große Schulen mit 200+ Fenstern können die Montage über mehrere Ferienzeiträume strecken.
Der TBT-Beschlag (Tilt Before Turn) von OKNOPLAST öffnet das Fenster nur in dieser Reihenfolge: geschlossen → Kippstellung → Drehstellung. Ein unbeabsichtigtes weites Öffnen durch Schüler ist damit technisch verhindert. Der Beschlag erfüllt die Kindersicherheitsanforderungen der Landesbauordnungen und ist für alle OKNOPLAST Fenstersysteme verfügbar.
Ab einem Auftragswert von 215.000 Euro gilt EU-weite Ausschreibungspflicht nach VgV. Zwischen 20.000 und 215.000 Euro ist nationale öffentliche Ausschreibung nach VOB/A vorgeschrieben. Unter 20.000 Euro genügen Direktvergabe oder beschränkte Ausschreibung mit mindestens drei Angeboten.
Ja. Neue Dreifachverglasung senkt die Heizkosten um 15-25 Prozent. Eine Grundschule mit 40.000 Euro jährlichen Heizkosten spart ca. 6.000-10.000 Euro pro Jahr. Nach KInvFG-Förderung beträgt der kommunale Eigenanteil nur rund 10 Prozent – die Amortisation erfolgt meist in unter zwei Jahren.
Verbindlich sind GEG 2024 § 48 (Uw-Wert), DIN 4109-1 (Schallschutz Bildungsbauten), DIN 18008-4 (Absturzsicherung) und der RAL-Leitfaden für Fenstermontage (Pflicht für Förderabruf). VDI 2719 (Schallschutzklassen) und DIN EN 1627 (Einbruchschutz) sind empfehlend, aber de-facto Planungsstandard.
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