Ostdeutsche Architektur: Vom Plattenbau zur modernen Loft-Gestaltung
In diesem Artikel lernen Sie Folgendes:
- Was WBS 70 konkret bedeutet und warum dieser Typ 42% aller DDR-Plattenbauten ausmacht
- Realistische Kosten: Fenster in Plattenbau erneuern mit echten Zahlen
- Warum echte Lofts NICHT aus Plattenbauten entstehen (und was stattdessen möglich ist)
- Konkrete Beispiele aus Marzahn, Hellersdorf, Leipzig-Grünau und Dresden-Prohlis
- Welche Förderung wirklich funktioniert und welche Bedingungen gelten
- Praktische Tipps: Von der Messung bis zur Montage
- Was nach 50 Jahren Plattenbau heute noch zu retten ist

Von 1973 bis 1990 entstanden in der DDR etwa 640.000 Wohnungen im System WBS 70 – Wohnungsbauserie 70. Das sind 42 Prozent aller Plattenbauten. Heute leben in diesen Häusern immer noch Hunderttausende Menschen, überwiegend in den großen Siedlungen rund um Berlin, Leipzig, Dresden und Rostock.
WBS 70 funktionierte nach einem einfachen Prinzip: Standardplatten im Raster 1,20 x 1,20 Meter, vorgefertigt im Werk, zusammengesetzt auf der Baustelle. Eine 61-Quadratmeter-Wohnung entstand in 18 Stunden. Das Ergebnis war funktional, schnell und günstig. Die Miete kostete 0,80 bis 1,20 Mark pro Quadratmeter – bezahlbar selbst für niedrige Einkommen.
Das Problem zeigt sich heute, fünfzig Jahre später. Die Original-Fenster waren Holz-Doppelkastenfenster mit Einfachverglasung: U-Wert 2,8 bis 3,2 W/(m²·K). Im Winter pfiff der Wind durch die Ritzen, im Sommer heizte sich die Wohnung auf 30 Grad. Schallschutz? Etwa 25 bis 28 dB – Sie hören jedes Auto auf der Straße.
Zwischen 1990 und 2010 wurden etwa 60 bis 70 Prozent der Plattenbau-Fenster in Ostdeutschland erneuert. Wer damals nicht sanierte, lebt heute noch mit DDR-Technik. Und selbst die ersten Sanierungen aus den 1990ern kommen langsam in die Jahre.
Was WBS 70 konkret bedeutet
Das Modul-System basiert auf 12 Zentimeter: Alle Bauteile sind Vielfache dieses Grundmaßes. Die Standardfenster im WBS 70 messen:
- 113 x 113 cm (am häufigsten)
- 176 x 113 cm (breitere Variante, seltener)
- 80 x 113 cm (Küche, Bad)
Diese Maße gelten für praktisch jeden WBS-70-Bau in der DDR. Ob Marzahn, Leipzig-Grünau oder Rostock-Lütten Klein – die Fenster sind identisch. Das macht die Sanierung heute theoretisch einfacher: Standardmaße bedeuten niedrigere Kosten.
Es gibt verschiedene Varianten: WBS 70/5 (fünf Geschosse), WBS 70/6 (sechs Geschosse) und WBS 70/11 (elf Geschosse). Die Elf-Geschosser dominieren in großen Siedlungen wie Marzahn oder Hellersdorf. Die Fünf- und Sechs-Geschosser stehen eher in kleineren Städten oder am Rand größerer Siedlungen.
Die Deckenhöhe beträgt 2,50 Meter in den Wohnungen, 2,60 Meter in Fluren. Das ist niedrig nach heutigen Standards, aber für die 1970er und 1980er normal. Zum Vergleich: Moderne Neubauten haben oft 2,60 bis 2,80 Meter.
Die Konstruktion ist massiv: tragende Betonwände, nicht veränderbar. Sie können in einer Plattenbau-Wohnung keine Wand herausreißen, um einen großen Raum zu schaffen. Die Zellen sind fix. Das macht „Loft-Umbauten“ praktisch unmöglich – dazu später mehr.

Berlin-Marzahn: 100.000 Wohnungen, fast alle WBS 70
Marzahn ist Europas größte Plattenbau-Siedlung. Von 1976 bis 1990 entstanden hier etwa 60.000 Wohnungen, überwiegend WBS 70. Dazu kommen Hellersdorf (42.000 Wohnungen, gebaut 1985 bis 1995) und Hohenschönhausen (38.000 Wohnungen). Zusammen sind das über 100.000 Plattenbau-Wohnungen allein in Berlin-Ost.
In Marzahn stehen zwei Museumswohnungen, die den DDR-Zustand konservieren. Eine in der Hellersdorfer Straße 179 zeigt eine original eingerichtete WBS-70-Wohnung aus den 1980ern: Schrankwand, Couchgarnitur, Rafena-Fernseher, alles echt. Die Wohnung kostete 1989 etwa 9.700 Mark Erstausstattung – das Zehnfache eines Monatsgehalts.
Die meisten Marzahner Plattenbauten wurden zwischen 2000 und 2015 saniert: neue Fenster, neue Fassaden, teilweise neue Balkone. Heute sehen sie von außen ordentlich aus. Aber etwa 30 bis 40 Prozent der Wohnungen haben immer noch alte Fenster, weil die Eigentümer das Geld nicht hatten oder die Mieter sich gegen Modernisierungsumlage wehrten.
Leipzig-Grünau und Dresden-Prohlis: Ähnliche Situation
Leipzig-Grünau hat etwa 40.000 Wohnungen, gebaut zwischen 1976 und 1990. Auch hier dominiert WBS 70, gemischt mit P2 (älterer Typ aus den 1960ern). Grünau gilt als Vorzeige-Sanierungsgebiet: Der Leerstand, der um 2000 bei 20 Prozent lag, wurde durch Rückbau und Aufwertung auf unter 5 Prozent gesenkt.
Dresden-Prohlis (30.000 Wohnungen) und Gorbitz (38.000 Wohnungen) haben ähnliche Zahlen. Prohlis war ursprünglich als „sozialistische Wohnstadt“ geplant, mit breiten Alleen und viel Grün. Nach 1990 verfielen viele Häuser, bis Förderprogramme ab 2000 die Sanierung anstoßen.
Die Situation heute: In allen drei Städten leben überwiegend ältere Menschen und Familien mit niedrigem Einkommen in den Plattenbauten. Die Mieten sind günstig (5 bis 7 Euro pro Quadratmeter kalt), aber viele Wohnungen haben noch Original-Ausstattung aus DDR-Zeiten oder erste Sanierungen aus den 1990ern, die jetzt in die Jahre kommen.

Was kostet ein neues Fenster im Plattenbau?
Die Standard-Größe 113 x 113 cm mit PVC-Rahmen und Dreifachverglasung kostet 2025:
- Material: 280 bis 350 Euro
- Montage: 120 bis 180 Euro
- Demontage altes Fenster: 30 bis 50 Euro
- Entsorgung: 20 bis 30 Euro
- Gesamt: 450 bis 610 Euro pro Fenster
Eine typische Drei-Zimmer-Wohnung (61 Quadratmeter, der Standard in WBS 70) hat acht Fenster. Gesamtkosten: 3.600 bis 4.880 Euro für alle Fenster.
Holz-Aluminium-Fenster sind teurer:
- Material: 480 bis 650 Euro
- Montage: gleich wie PVC
- Gesamt: 650 bis 900 Euro pro Fenster
Für acht Fenster: 5.200 bis 7.200 Euro. Das übersteigt das Budget vieler Mieter und sogar mancher Eigentümer.
Die U-Werte ändern sich dramatisch:
- Alt (DDR-Original): 2,8 bis 3,2 W/(m²·K)
- Neu (PVC Dreifach): 0,9 bis 1,1 W/(m²·K)
- Neu (Holz-Alu Dreifach): 0,8 bis 0,95 W/(m²·K)
Der Schallschutz verbessert sich von 25 bis 28 dB (alt) auf 35 bis 40 dB (neu). Das macht einen spürbaren Unterschied, besonders an Hauptstraßen.
Energieersparnis: Die ehrliche Rechnung
Eine 61-Quadratmeter-Wohnung mit acht alten Fenstern (je 1,3 Quadratmeter, U-Wert 2,8) verliert über die Fenster etwa 900 bis 1.000 kWh pro Jahr. Bei 0,10 Euro pro kWh Gas sind das 90 bis 100 Euro jährlich.
Nach dem Austausch (U-Wert 0,95) sinkt der Verlust auf 300 bis 350 kWh, also 30 bis 35 Euro. Die Ersparnis beträgt 60 bis 65 Euro pro Jahr.
Die Investition: 4.200 Euro (Durchschnitt für acht PVC-Fenster) Amortisation: 65 bis 70 Jahre
Seien wir ehrlich: Sie machen das nicht wegen der Energieersparnis. Sie machen es, weil:
- Die alten Fenster durchziehen wie ein Sieb
- Im Winter bildet sich Kondenswasser, dann Schimmel
- Der Straßenlärm nervt
- Die Fenster klemmen oder lassen sich nicht mehr richtig schließen
- Bei starkem Wind hört man die Scheiben klappern
Die Energiebilanz ist ein Nebeneffekt, aber nicht der Hauptgrund.

Förderung: BAFA und KfW im Detail
Die BAFA-Förderung (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) zahlt 15 Prozent Zuschuss auf Fenster mit U-Wert ≤ 0,95 W/(m²·K). Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) steigt die Förderung auf 20 Prozent.
Rechenbeispiel ohne iSFP:
- Investition: 4.200 Euro (acht PVC-Fenster)
- BAFA-Zuschuss 15%: 630 Euro
- Eigenanteil: 3.570 Euro
Rechenbeispiel mit iSFP:
- Investition: 4.200 Euro
- BAFA-Zuschuss 20%: 840 Euro
- Minus Kosten iSFP: ca. 500 Euro (Energieberater)
- Eigenanteil: 3.860 Euro
Der iSFP lohnt sich erst ab größeren Sanierungen (über 8.000 Euro), weil der Energieberater 400 bis 600 Euro kostet. Für acht Fenster allein bringt er kaum Vorteil.
Bedingungen:
- Nur für Bestandsgebäude (vor 2002 genehmigt)
- Antrag vor Beauftragung stellen
- Fachunternehmen muss montieren (keine Eigenleistung)
- Rechnung muss U-Wert dokumentieren
Die KfW bietet seit 2024 einen Ergänzungskredit (KfW 358/359): bis 120.000 Euro für Sanierungen, zinsgünstig für Haushalte mit unter 90.000 Euro Jahreseinkommen. Der Tilgungszuschuss entfällt bei Einzelmaßnahmen wie Fenstern – Sie zahlen alles zurück, nur eben zu günstigen Zinsen.
Stadtumbau Ost: Spezielles Programm für Plattenbauten
Das Programm „Stadtumbau Ost“ läuft seit 2002 und ist speziell für ostdeutsche Plattenbau-Siedlungen gedacht. Es finanziert:
- Rückbau von leerstehenden Gebäuden
- Aufwertung verbliebener Gebäude
- Infrastrukturverbesserungen
Die Förderung läuft über die Kommunen, nicht direkt an Eigentümer. Aber: Wenn Ihre Stadt am Programm teilnimmt (fast alle großen Plattenbau-Siedlungen tun das), können auch private Eigentümer profitieren – etwa durch günstigere Kredite über die lokale Wohnungsbaugesellschaft oder durch Zuschüsse für Gemeinschaftsmaßnahmen (Fassade, Dach).
In Marzahn, Grünau und Prohlis wurden durch Stadtumbau Ost Milliarden investiert. Viele der heute sanierten Plattenbauten wären ohne dieses Programm abgerissen worden.

Die „Loft-Lüge“: Warum Plattenbauten keine Lofts werden
Artikel und Immobilien-Anzeigen sprechen gern von „Plattenbau-Lofts“ oder „Industrial Living im Plattenbau“. Das ist Marketing-Unsinn. Hier die Fakten:
Echter Loft bedeutet:
- Deckenhöhe: 4 bis 6 Meter (mindestens 3,5 Meter)
- Offene Grundrisse: keine tragenden Innenwände
- Industriecharakter: Sichtbeton, Stahlträger, große Fenster
- Entstanden aus: Fabriken, Lagerhallen, Werkstätten
Plattenbau hat:
- Deckenhöhe: 2,50 Meter
- Geschlossene Zellen: tragende Betonwände zwischen Räumen
- Kleinräumig: 10 bis 16 Quadratmeter pro Zimmer
- Keine Sichtbeton-Ästhetik möglich
Sie können in einem Plattenbau die Wände nicht herausreißen, weil sie tragend sind. Sie können die Decke nicht höher machen. Sie können keine „Loft-Atmosphäre“ schaffen, weil die Konstruktion es nicht zulässt.
Wo entstehen echte Lofts in Ostdeutschland?
Leipzig-Plagwitz: Die alte Baumwollspinnerei wurde ab 2000 zu Künstlerateliers und Wohnungen umgebaut. Deckenhöhe: 4,50 Meter. Das sind echte Lofts.
Berlin-Wedding: Die AEG-Turbinenhalle und andere Fabrikgebäude wurden zu Wohnungen. Deckenhöhe: 5 bis 6 Meter. Sichtbare Stahlträger, Backsteinwände. Das ist Industrial Design.
Dresden-Friedrichstadt: Alte Tabakfabrik, umgebaut zu Wohnungen und Büros. Deckenhöhe: 4 Meter. Große Fenster, offene Grundrisse.
Was in Plattenbauten möglich ist:
Renovierung: Neue Fenster, neue Böden, moderne Küche, Bad. Die Wohnung wird frischer, aber bleibt eine 61-Quadratmeter-Drei-Zimmer-Wohnung.
Erdgeschoss-Umbau: Manche Plattenbauten haben im Erdgeschoss ehemalige Läden mit 3,20 Meter Deckenhöhe. Diese können zu Wohnungen umgebaut werden und fühlen sich etwas großzügiger an. Aber das sind Ausnahmen.
Zusammenlegung: Zwei Wohnungen nebeneinander zu einer großen verbinden (aus 61 Quadratmeter zweimal werden 122 Quadratmeter). Das funktioniert manchmal, ist aber teuer und braucht statische Gutachten.
Praktische Tipps: Fenster im Plattenbau erneuern
Schritt 1: Messen Sie richtig
WBS 70 hat Standardmaße, aber prüfen Sie trotzdem nach. Manche Gebäude wurden zwischen 1976 und 1990 mit leichten Variationen gebaut. Messen Sie jedes Fenster an drei Stellen: oben, mittig, unten. Notieren Sie das kleinste Maß.
Typische Abweichungen: 1 bis 2 Zentimeter. Das klingt wenig, aber bei der Bestellung müssen Sie es berücksichtigen. Bestellen Sie Fenster 1 Zentimeter kleiner als das kleinste Maß – die Differenz wird bei der Montage ausgefugt.
Schritt 2: Entscheiden Sie: PVC oder Holz-Alu
PVC ist günstiger und wartungsfrei. Holz-Alu sieht edler aus und hat minimal bessere U-Werte (0,8 statt 0,95), kostet aber 40 bis 50 Prozent mehr.
Für Plattenbau-Wohnungen ist PVC die realistische Wahl. Die meisten Eigentümer und Mieter haben nicht 7.000 Euro für Fenster, aber 4.000 Euro sind machbar – besonders mit Förderung.
Schritt 3: Prüfen Sie Zweifach vs. Dreifach
Für BAFA-Förderung brauchen Sie U-Wert ≤ 0,95 W/(m²·K). Das erreichen Sie nur mit Dreifachverglasung. Zweifachverglasung schafft 1,1 bis 1,3 W/(m²·K) – zu hoch für Förderung.
Ohne Förderung ist Zweifach billiger (etwa 80 Euro weniger pro Fenster), aber: Die Energieersparnis ist geringer, und die Förderung ist verloren. Rechnen Sie durch, ob sich das lohnt.
Schritt 4: BAFA-Antrag stellen
Stellen Sie den Antrag BEVOR Sie einen Vertrag unterschreiben. Das ist Pflicht. Der Antrag geht online über das BAFA-Portal. Sie brauchen:
- Kostenvoranschlag vom Fensterbauer (mit U-Wert-Angabe)
- Nachweis, dass das Gebäude vor 2002 genehmigt wurde (meist aus Grundbuch)
- Ihre Kontodaten für die Auszahlung
Die Bearbeitung dauert vier bis acht Wochen. Erst nach Bewilligung dürfen Sie den Auftrag erteilen.
Schritt 5: Montage beauftragen
Suchen Sie einen Fachbetrieb, der Erfahrung mit Plattenbauten hat. Nicht jeder Fensterbauer kennt die Besonderheiten: Die Anschlussfugen müssen diffusionsoffen sein (Mineralwolle oder Hanf), weil Plattenbau-Wände „atmen“. Bauschaum voll durchzuziehen ist falsch – das führt zu Feuchtigkeitsproblemen.
Die Montage dauert pro Fenster zwei bis drei Stunden. Für acht Fenster rechnen Sie mit zwei bis drei Tagen Arbeit (zwei Monteure). Planen Sie die Montage zwischen April und Oktober – im Winter ist es unangenehm, weil die Wohnung währenddessen offen steht.
Schritt 6: Rechnung einreichen
Nach der Montage schicken Sie die Rechnung (mit Zahlungsnachweis) an die BAFA. Der Zuschuss wird innerhalb von vier bis sechs Wochen überwiesen.
Achtung: Die Rechnung muss den U-Wert dokumentieren. Der Fensterbauer sollte das automatisch tun, aber prüfen Sie es. Ohne U-Wert-Nachweis gibt es keine Förderung.

Typische Probleme und wie Sie sie lösen
Problem 1: Alte Fenster klemmen, lassen sich nicht öffnen
Ursache: Die Dichtungen sind verhärtet, die Beschläge verrostet. Nach 40 bis 50 Jahren normal.
Lösung: Neue Fenster. Eine Reparatur kostet 80 bis 150 Euro pro Fenster und hält vielleicht noch fünf Jahre. Bei acht Fenstern sind das 640 bis 1.200 Euro – fast ein Drittel der Kosten für neue Fenster, aber ohne Verbesserung bei Dämmung oder Schallschutz.
Problem 2: Schimmel am Fensterrahmen
Ursache: Kondenswasser schlägt sich an den kalten Rahmen nieder, weil die Dämmung fehlt. Feuchtigkeit führt zu Schimmel.
Lösung: Neue Fenster mit besserer Dämmung. Der U-Wert sinkt von 2,8 auf 0,95, die Rahmenaußentemperatur steigt von 8 Grad auf 16 Grad (bei 20 Grad Raumtemperatur). Kein Kondenswasser mehr, kein Schimmel.
Wichtig: Lüften Sie regelmäßig, auch mit neuen Fenstern. Moderne dichte Fenster lassen weniger Luft durch – Sie müssen aktiv lüften (dreimal täglich 5 bis 10 Minuten Stoßlüften).
Problem 3: Zugluft trotz geschlossener Fenster
Ursache: Die Dichtungen sind porös, die Scheiben sitzen nicht mehr fest im Rahmen.
Lösung: Kurzfristig können Sie neue Dichtungen einziehen lassen (20 bis 40 Euro pro Fenster). Das hilft für zwei bis drei Jahre. Langfristig brauchen Sie neue Fenster.
Problem 4: Vermieter will Kosten auf Mieter umlegen
Nach Modernisierung darf der Vermieter die Miete um bis zu 8 Prozent der Investitionskosten pro Jahr erhöhen (seit 2019 gesetzlich gedeckelt auf 3 Euro pro Quadratmeter innerhalb von sechs Jahren).
Rechenbeispiel: 4.200 Euro Investition, 8 Prozent = 336 Euro pro Jahr = 28 Euro pro Monat für 61 Quadratmeter.
Als Mieter können Sie widersprechen, wenn:
- Die Miete um mehr als 3 Euro pro Quadratmeter steigt
- Die Maßnahme eine unzumutbare Härte darstellt (etwa bei geringem Einkommen)
- Der Vermieter Förderung erhalten hat (dann muss er diese von der Umlage abziehen)
Holen Sie sich rechtlichen Rat beim Mieterbund.
Plattenbauten aus WBS 70 werden nicht verschwinden. Sie stehen seit 50 Jahren, und mit ordentlicher Sanierung halten sie weitere 30 bis 40 Jahre. Für Hunderttausende Menschen in Ostdeutschland sind sie Heimat – günstig, zentral gelegen, mit guter Infrastruktur.
Neue Fenster sind der wichtigste Schritt zur Aufwertung. Sie machen die Wohnung warm im Winter, ruhig im Sommer, schützen vor Lärm und Schimmel. Die Investition ist hoch, aber machbar – besonders mit Förderung.
Vergessen Sie den Unsinn über „Plattenbau-Lofts“. Das funktioniert nicht. Aber eine sanierte Plattenbau-Wohnung mit modernen Fenstern, frischem Bad und ordentlicher Küche ist ein guter Ort zum Leben. Nicht glamourös, aber praktisch, bezahlbar und ehrlich.
FAQ
Seit der Wiedervereinigung hat sich die ostdeutsche Architektur erheblich verändert. Der Fokus hat sich von der reinen Funktionalität der Plattenbauten hin zu einer ästhetisch ansprechenden und energieeffizienten Bauweise verschoben. Moderne Technologien und Materialien spielen dabei eine entscheidende Rolle, insbesondere bei der Renovierung und Umgestaltung bestehender Gebäude.
Die Renovierung von Plattenbauten bringt mehrere Herausforderungen mit sich, darunter die Erhaltung der strukturellen Integrität, die Verbesserung der Energieeffizienz und die Anpassung an moderne Wohnstandards. Die Verwendung moderner Fenster- und Türsysteme kann helfen, diese Herausforderungen zu bewältigen, indem sie den Wärmeverlust reduzieren und den Schallschutz verbessern.
PVC-Fenster sind besonders geeignet für die Modernisierung von Gebäuden, da sie hervorragende Isolationswerte bieten, langlebig und wartungsarm sind. Sie tragen zur Reduzierung des Energieverbrauchs bei und bieten zusätzlichen Schallschutz sowie Einbruchschutz.
Loft-Gestaltung ist attraktiv, weil sie offene Grundrisse bietet, die Flexibilität und Kreativität in der Nutzung des Raumes ermöglichen. Elemente wie großflächige Verglasungen sorgen für viel natürliches Licht und schaffen eine Verbindung zwischen Innen- und Außenwelt. Diese Gestaltung bewahrt oft den industriellen Charme alter Gebäude, während sie gleichzeitig modernen Wohnkomfort bietet.
Moderne Fenster- und Türsysteme tragen zur Sicherheit bei, indem sie verstärkte Rahmen und spezielle Verriegelungsmechanismen bieten. Diese Merkmale erhöhen den Einbruchschutz erheblich und geben den Bewohnern ein höheres Sicherheitsgefühl.
Energieeffizienz spielt eine zentrale Rolle in der heutigen Architektur, da sie nicht nur zur Senkung der Heizkosten beiträgt, sondern auch den CO2-Ausstoß reduziert. Durch den Einsatz moderner Fenster- und Türsysteme kann die Energieeffizienz eines Gebäudes erheblich verbessert werden.
Ja, historische Elemente können bei der Modernisierung erhalten bleiben. Durch geschickte Integration moderner Designlösungen können alte Strukturen ihren Charme behalten, während sie gleichzeitig an moderne Standards angepasst werden. Dies schafft ein einzigartiges Wohnambiente, das sowohl funktional als auch ästhetisch ansprechend ist.
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