Festfenster – Vorteile, Kosten, Uw-Wert und GEG-Anforderungen 2024
Ein Festfenster ist das energetisch dichteste Fenster, das Sie kaufen können. Es hat keinen öffenbaren Flügel, keine Beschläge und keinen einzigen Spalt zwischen Rahmen und Scheibe – und erreicht deshalb Uw-Werte, die kein Dreh-Kipp-Fenster gleicher Bautiefe schlagen kann.
Wer ein Einfamilienhaus baut oder saniert, steht vor einer konkreten Frage: Wo können Festfenster die Planung verbessern – technisch, gestalterisch und wirtschaftlich? Dieser Leitfaden beantwortet sie mit Zahlen, Normen und praxisnahen Entscheidungshilfen.
Was Sie in diesem Artikel erfahren:
- Welchen Uw-Wert ein Festfenster wirklich erreicht – und warum das OKNOPLAST PAVA FIB mit 0,61 W/(m²K) jeden Dreh-Kipp-Standard schlägt
- Wo im Grundriss ein Festfenster sinnvoll ist – und wo Sie zwingend ein öffenbares Element brauchen (inkl. MBO-Anforderungen für Rettungswege)
- Wie viel Sie beim Fensterkauf sparen – mit konkreter Preistabelle nach Größenklassen und BAFA-Förderrechnung (15 %, max. 30.000 € je Wohneinheit)
- Warum äußere Kondensation kein Defekt ist, sondern beweist, dass Ihr Fenster einwandfrei dämmt – und wann Schimmelgefahr wirklich entsteht
- Welche GEG-2024-Grenzwerte für den Fenstertausch gelten und wo der entscheidende Unterschied zwischen gesetzlicher Pflicht (1,3 W/m²K) und BAFA-Fördergrenze (0,95 W/m²K) liegt
- Wie groß ein Festfenster maximal sein kann – und warum die STV-Trockenverglasungstechnologie Formate bis 10 m² in einer Rahmenkonstruktion ermöglicht

Was ist ein Festfenster – und welche Typen gibt es?
Ein Festfenster (auch: Festverglasung, Festelement, feststehendes Fenster) ist ein Fensterelement ohne Öffnungsfunktion. Das Glaspaket sitzt dauerhaft im Rahmen; es gibt weder Scharniere noch Beschläge noch einen Griff. Im deutschen Fachhandel hat sich für die einfachste Ausführung das Kürzel FIB (fest im Blendrahmen) durchgesetzt.
Technisch gibt es drei praxisrelevante Ausführungen:
| Typ | Aufbau | Glasflächenanteil | Typischer Einsatz |
| FIB – Fest im Blendrahmen | Glaspaket direkt in der Außenschale (Oss.) eingesetzt, kein Flügelrahmen | Maximal (+15 % ggü. öffenbar) | Panoramafenster, Südfassade, Wohnzimmer |
| FF – Fester Flügel | Flügelrahmen vorhanden, aber fest mit der Oss. verbunden, kein Griff | Wie öffenbares Fenster | Optische Angleichung an benachbarte Dreh-Kipp-Elemente |
| Festverglasung mit Oberlicht | Unteres Feld fest, oberes Feld kippbar (mind. 450 mm) oder fix (mind. 300 mm) | Mittel | Treppenhausbelichtung, Badezimmer, Kellerersatz |
FIB und STV-Technologie – was steckt dahinter?
Der Glasanteil am Gesamtelement bestimmt maßgeblich, wie gut ein Fenster dämmt. Beim FIB-Festfenster entfällt der Flügelrahmen vollständig, sodass bis zu 15 % mehr Glasfläche gegenüber einem vergleichbaren Dreh-Kipp-Element entsteht.
Das OKNOPLAST PAVA FIB nutzt zusätzlich die STV-Trockenverglasungstechnologie: Die Scheibe wird trocken mit dem Rahmen verklebt statt nass eingebettet. Das erhöht die Steifigkeit des Elements erheblich – und ermöglicht Festfenster-Formate bis 10 m² in einer einzigen Rahmenkonstruktion. Kein anderes gängiges PVC-Verfahren erreicht diese Flächenleistung bei vergleichbaren Uw-Werten.
Abkürzungen im Überblick (für Bauplanung und Ausschreibung)
| Kürzel | Bedeutung |
| FIB | Fest im Blendrahmen – Standardausführung ohne Flügel |
| FF | Fester Flügel – mit Flügelrahmen, optisch wie öffenbares Fenster |
| FoB | Fest ohne Blendrahmen – rahmenloses Glasfeld (Sonderkonstruktion) |
| FMF | Fest mit Flügel – ältere Schreibweise für FF |
| F | Festverglasung allgemein (vereinfacht in Grundrissplänen) |
Welchen Uw-Wert erreicht ein Festfenster – und warum ist er besser als beim Dreh-Kipp?
Ein Festfenster desselben Systems erreicht einen Uw-Wert, der typischerweise 0,10 bis 0,15 W/(m²K) unter dem des vergleichbaren Dreh-Kipp-Elements liegt. Der Grund ist geometrisch: Mehr Glasfläche bedeutet höheren Glasanteil – und modernes Dreifachglas dämmt besser als das Rahmenprofil.
| Fenstersystem | Ausführung | Verglasung | Uw-Wert (W/m²K) | GEG-Klasse |
| PAVA 82 mm | Dreh-Kipp | 4/18/4/18/4, Ug 0,5 | ab 0,76 | ✓ GEG, ✓ BAFA |
| PAVA 82 mm | Festfenster FIB | 4/18/4/18/4, Ug 0,5 | ab 0,61 | ✓ GEG, ✓ BAFA, ✓ PHI |
| Winergetic Premium Passiv | Dreh-Kipp | 4-fach, Ug 0,5 | ab 0,67 | ✓ GEG, ✓ BAFA, ✓ PHI |
| Winergetic Premium Passiv | Festfenster FIB | 4-fach, Ug 0,5 | ab 0,52 | ✓✓ Überf. PHI |
| Standard-PVC 76 mm | Dreh-Kipp | 3-fach, Ug 0,6 | ca. 0,90 | ✓ GEG, ✗ BAFA |
| Standard-PVC 76 mm | Festfenster FIB | 3-fach, Ug 0,6 | ca. 0,75 | ✓ GEG, ✓ BAFA |
Referenzwerte nach DIN EN ISO 10077, geprüft durch ift Rosenheim. Ug-Wert Verglasung: 0,5 W/(m²K), warme Kante ψ = 0,03 W/(mK). Abweichungen je nach Fenstergröße möglich.
Warum ist der Uw-Wert des Festfensters systematisch niedriger?
Das Rahmenprofil eines PVC-Fensters hat trotz mehrfacher Kammern typischerweise einen Uf-Wert von 1,0 bis 1,3 W/(m²K). Das Dreifach-Glaspaket eines hochwertigen Systems kommt auf Ug = 0,5 W/(m²K) – also auf weniger als die Hälfte. Je größer der Glasanteil an der Gesamtfläche, desto näher rückt der Uw-Wert an den Ug-Wert heran. Beim FIB-Festfenster beträgt der Glasanteil bis zu 90 %, beim Dreh-Kipp-Fenster gleicher Außenmaße oft nur 70 bis 75 %.

Wie dicht ist ein Festfenster wirklich?
Ein Festfenster erreicht Luftdurchlässigkeitsklasse 4 nach DIN EN 12207 – die höchste verfügbare Klasse. Der Infiltrationskoeffizient liegt bei a < 0,1 m³/(h·m·daPa²⁄³), was in der Praxis nahezu null unkontrollierten Luftdurchtritt bedeutet.
Zum Vergleich: Ein neues Dreh-Kipp-Fenster in gutem Zustand erfüllt Klasse 3 oder 4 – aber nach fünf bis zehn Jahren, wenn die EPDM-Dichtungen am Flügel nachlassen, kann er auf Klasse 2 zurückfallen. Beim Festfenster gibt es keine Dichtung zwischen Flügel und Rahmen, weil es keinen Flügel gibt. Die Dichtheit ist bauartbedingt dauerhaft.
| Bedeutung für den Blower-Door-Test Wer ein Passivhaus oder ein KfW-Effizienzhaus-40-Gebäude plant, muss den n50-Wert (Luftwechselzahl bei 50 Pa Druckdifferenz) nachweisen. Jedes Festfenster, das ein Öffenfenster ersetzt, verbessert rechnerisch den Blower-Door-Wert des gesamten Gebäudes. In Kombination mit einer Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung (WRG) eröffnet das signifikante Energieeinsparungen. |
| Luftdurchlässigkeit nach EN 12207 | Beschreibung | Erreichbar durch |
| Klasse 1 | Geringste Anforderung | Einfaches Kippfenster |
| Klasse 2 | Standard Dreh-Kipp (alt) | Dreh-Kipp nach einigen Jahren |
| Klasse 3 | Neues Dreh-Kipp-Fenster | Qualitäts-Dreh-Kipp neu |
| Klasse 4 | Höchste Klasse | Festfenster FIB (dauerhaft) |
Was kostet ein Festfenster – und wann spart es wirklich Geld?
Ein Festfenster desselben Systems und derselben Größe kostet im Schnitt 20 bis 45 % weniger als die öffenbare Version. Die Produktion benötigt keine Beschläge, keine Scharniere, keinen Griff und kein aufwendiges Flügelprofil. Diese Einsparung gibt OKNOPLAST direkt weiter.
| Fenstergröße | Festfenster FIB (netto) | Dreh-Kipp gleiche Größe (netto) | Einsparung |
| 80 × 100 cm | ca. 180 € | ca. 260 € | ca. 80 € (31 %) |
| 100 × 120 cm | ca. 230 € | ca. 340 € | ca. 110 € (32 %) |
| 120 × 140 cm | ca. 280 € | ca. 430 € | ca. 150 € (35 %) |
| 160 × 220 cm (Panorama) | ca. 480 € | ca. 780 € | ca. 300 € (38 %) |
Richtwerte für OKNOPLAST PAVA FIB mit Dreifachverglasung, Ug 0,5 W/(m²K), weiß, inkl. warmer Kante. Stand: Frühjahr 2025. Individuelle Angebote über OKNOPLAST-Fachhandelspartner.
Rechenbeispiel: Neubau mit 4 Festfenstern an der Südfassade
Angenommen, Sie ersetzen 4 geplante Dreh-Kipp-Fenster (je 120 × 140 cm) durch Festfenster:
- Einsparung Fensterkauf: 4 × 150 € = 600 €
- BAFA-Förderung (15 %): gilt für alle 4 Elemente zusätzlich
- Niedrigerer Heizwärmebedarf durch höhere Luftdichtheit: ca. 3-5 % weniger Heizkosten je Wohneinheit
In einem Einfamilienhaus mit 8 Fenstern und strategischem Einsatz von 4 Festfenstern sind Gesamteinsparungen von 1.200 bis 1.800 € beim Fensterkauf realistisch – vor BAFA-Abzug.
Wo ist ein Festfenster sinnvoll – und wo braucht man unbedingt ein öffenbares?
Die Entscheidung zwischen Festfenster und Dreh-Kipp hängt nicht vom Geschmack ab, sondern von der Raumfunktion und dem Lüftungskonzept. Wer eine Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung einbaut – in Passivhäusern und KfW-40-Gebäuden ohnehin vorgeschrieben – kann deutlich mehr Festfenster einplanen als ohne mechanische Lüftung.
| Raum | Festfenster sinnvoll? | Bedingung / Hinweis |
| Wohnzimmer Süd/West | ✔✔ Sehr gut geeignet | Panoramablick, solare Gewinne; Lüftung über WRG oder Fensterfalzlüfter |
| Küche | ✔ Gut über Spüle | Komfort ohne Kollision mit Armatur; Dunstabzug übernimmt Lüftung |
| Schlafzimmer | ⚠ Nur kombiniert | Mind. 1 öffenbares Element erforderlich (Notausstieg, MBO § 37) |
| Badezimmer | ✔ Gut mit Falzlüfter | Mechanische Lüftung Pflicht nach DIN 18017; kein Öffenfenster nötig |
| Treppenhaus | ✔✔ Ideal | Keine Lüftungspflicht; Licht und Sicherheit im Vordergrund |
| Kellerraum | ✔ Standard | Häufigste Anwendung; Licht ohne Lüftungsbedarf |
| Kinderzimmer | ✗ Nicht allein | Mind. 1 öffenbares Element; Rettungsweg nach MBO § 37 |
| Arbeitszimmer | ✔ Teils | Bei WRG gut; sonst mind. 1 Öffner empfohlen |
Lüftungsalternativen bei Festfenstern
Wer auf Öffenfenster verzichten möchte, hat drei bewährte Alternativen:
- Fensterfalzlüfter (druckabhängige Nawiewniki): Montage in der Falznut der Außenschale (Oss.), Volumenstrom 8-16 m³/h, ohne Bohrung durch Rahmen oder Glas. Beim OKNOPLAST PAVA FIB systemkompatibel.
- Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung (WRG): Mechanische Zuluftzuführung macht Fensterkippen überflüssig. Wärmeübertragungsgrad bis 90 %. Pflichtbestandteil in Passivhäusern.
- Festverglasung mit kippbarem Oberlicht: Das untere Feld ist fix (maximale Dämmung, maximale Glasfläche), das Oberlicht (Mindeshöhe 450 mm) kann gezielt geöffnet werden. Kompromiss ohne Komfortverlust.
Schimmel durch Festfenster – ein häufiges Missverständnis
Festfenster verursachen keinen Schimmel. Das Gegenteil ist richtig: Die hohe Luftdichtheit eliminiert unkontrollierte Kaltlufteinträge, die Taupunktunterschreitungen an Kälteinseln – der häufigsten Schimmelursache – erst ermöglichen. Schimmel nach einem Fenstertausch entsteht durch fehlende aktive Lüftung, wenn der Dämmstandard des Hauses plötzlich gestiegen ist. Die Lösung ist ein angepasstes Lüftungskonzept, nicht ein schlechteres Fenster.

Festfenster und GEG 2024: Welche Anforderungen gelten – und wann ist BAFA-Förderung möglich?
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) in der Fassung 2024 regelt Mindestanforderungen für Fenster im Neu- und Bestandsbau. BAFA-Förderung nach BEG EM (Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen) setzt darüber hinaus einen schärferen Effizienz-Grenzwert voraus.
| Regelwerk | Anforderung Uw-Wert | Geltungsbereich | Erfüllbar durch PAVA FIB? |
| GEG § 48 (Sanierung Bestand) | ≤ 1,3 W/(m²K) | Austausch bestehender Fenster | ✔ Ja (0,61) |
| GEG § 10 (Neubau) | ≤ 1,3 W/(m²K) | Neue Fenster im Neubau | ✔ Ja (0,61) |
| BAFA BEG EM (Förderung) | ≤ 0,95 W/(m²K) | Voraussetzung 15 % Zuschuss | ✔ Ja (0,61) |
| Passivhaus PHI Darmstadt | ≤ 0,80 W/(m²K) | Passivhaus-Zertifizierung | ✔ Ja (0,61 mit PAVA FIB) |
| KfW Effizienzhaus 40 Plus | ≤ 0,80 W/(m²K) | KfW-Kreditprogramm 261 | ✔ Ja |
So funktioniert die BAFA-Förderung für Festfenster
Der BAFA-Zuschuss beträgt 15 % der förderfähigen Kosten (inkl. Montage), maximal 30.000 € je Wohneinheit. Voraussetzungen: Uw-Wert ≤ 0,95 W/(m²K) und Beauftragung eines zertifizierten Energieberaters (Dena-Expertenliste). OKNOPLAST bietet über seinen BAFA-Fördermittelservice direkten Zugang zu diesem Beratungsnetzwerk.
- Antrag vor Auftragsvergabe stellen (Bewilligungsvorbehalt)
- Förderfähige Kosten: Fensterkauf + Montage + Energieberaterhonorar
- Kombination mit KfW-Kredit (Programm 261) möglich, aber nicht doppelt für dieselbe Maßnahme
| Wichtiger Unterschied: GEG-Pflicht vs. BAFA-Fördergrenze GEG § 48 fordert Uw ≤ 1,3 W/(m²K) – das ist die gesetzliche Mindestanforderung. Die BAFA-Fördergrenze liegt bei Uw ≤ 0,95 W/(m²K) – das ist deutlich schärfer. Das PAVA FIB (Uw 0,61) erfüllt beide Grenzwerte und lässt bis zu 0,34 W/(m²K) Puffer für wärmebrückenkritische Einbausituationen. |
Ist ein Festfenster Passivhaus-tauglich?
Festfenster sind nicht nur Passivhaus-tauglich – sie sind die bevorzugte Wahl für Passivhaus-Planer. Das Passivhaus Institut Darmstadt (PHI) fordert für Fensterkonstruktionen Uw ≤ 0,80 W/(m²K). Das OKNOPLAST PAVA FIB mit Dreifachverglasung erreicht ab 0,61 W/(m²K) und liegt damit 24 % unter dem PHI-Grenzwert.
Ein gut positioniertes Festfenster an der Südfassade hat zudem einen messbaren solaren Energiegewinn. Standard-Dreifachglas erreicht einen g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) von typischerweise 0,48 bis 0,58. Ein 2 m²-Festfenster an Südfassade kann an einem durchschnittlichen Wintertag in Deutschland (Einstrahlungswert ca. 500 Wh/m² nach DIN 4108) damit mehr als 0,5 kWh solaren Gewinn einbringen – mehr, als durch Transmission verloren geht. Bei Solarschutzglas (g-Wert 0,20-0,35) reduziert sich dieser Gewinn entsprechend.
| Eigenschaft | Festfenster PAVA FIB | Dreh-Kipp PAVA | Passivhaus-Anforderung PHI |
| Uw-Wert (W/m²K) | ab 0,61 | ab 0,76 | ≤ 0,80 |
| Luftdichtheit | Klasse 4 (dauerhaft) | Klasse 3-4 (alterungsabh.) | n50 ≤ 0,6 h⁻¹ (Gebäude) |
| g-Wert Standard-3-fach | 0,48-0,58 | 0,48-0,58 | ≥ 0,35 (empfohlen) |
| g-Wert Solarschutzglas | 0,20-0,35 | 0,20-0,35 | Projektabhängig |
| Linearer Wärmebrückenanteil | Minimal (kein Flügelrahmen) | Flügel-Rahmen-Ψ-Wert relevant | Möglichst gering |
| Solare Gewinne | Höher (größere Glasfläche) | Etwas geringer | Ja (Ausrichtung Süd) |
Kombination Festfenster + Sonnenschutz – die bessere Lösung?
Große Festfenster an Süd- und Westfassaden können im Sommer überhitzen. Die Lösung ist ein außenliegender Sonnenschutz – entweder ein Vorbau-Raffstore oder, wie beim OKNOPLAST HST MOTION 82 Vista, ein integrierter Vorbaukasten. Der sommerliche Wärmeschutz nach DIN 4108-2 muss beim Gebäudeentwurf nachgewiesen werden; Sonnenschutzglas mit g-Wert 0,35 kann die Anforderungen zusätzlich erfüllen.

Festfenster reinigen und warten – was muss ich wissen?
Wie reinigt man die Außenseite eines Festfensters im Obergeschoss?
Das ist der meistgenannte Nachteil – und er ist real. Wer ein Festfenster im Obergeschoss einbaut, sollte die Reinigung bei der Planung mitdenken. Vier bewährte Lösungen:
- Selbstreinigende Verglasung mit Pilkington Activ™- oder Saint-Gobain Bioclean-Beschichtung: Titandioxid baut UV-Licht nutzend organischen Schmutz ab, Regen spült ihn ab. Aufpreis ca. 15-20 % auf den Glaspreis.
- Erreichbarkeit per Teleskopstiel (bis ca. 4 m Reichweite): Ausreichend für EFH-Obergeschoss ohne Balkon.
- Balkon oder Wartungslaufsteg: Bei großen Panoramaelementen über 3 m² empfohlen; bei der Planung mit dem Architekten besprechen.
- Gebäudedienstleister: Ab 3 Fenstern wirtschaftlich; Jahresvertrag typisch 80-150 € pro Reinigung.
Kondensation außen – Mangel oder Qualitätsbeweis?
Äußere Kondensation an Festfenstern ist kein Defekt, sondern ein Qualitätssignal. Wenn die Außenscheibe morgens beschlägt, bedeutet das: Die Innenwärme kann das Glas nicht mehr aufheizen, weil das Fenster so gut dämmt, dass die Außenscheibe auf Umgebungstemperatur abfällt. Das ist exakt das, wofür Sie einen niedrigen Uw-Wert bezahlen. Das Phänomen verschwindet mit steigender Außentemperatur am Vormittag.
Kann man ein Festfenster nachträglich in ein öffenbares umbauen?
Technisch möglich, wirtschaftlich kaum sinnvoll. Der Umbau erfordert vollständigen Ausbau des Elements, Neufertigung eines Flügelrahmens auf Maß, Einbau von Scharnieren und Beschlägen sowie Neuverglasung. Die Gesamtkosten liegen typischerweise 30-60 % über dem Preis eines komplett neuen Dreh-Kipp-Fensters. Die praktische Empfehlung: Vor dem Einbau entscheiden, ob die Position tatsächlich festverglast bleiben kann.
Welchen Schallschutz und Einbruchschutz bietet ein Festfenster?
Festfenster haben gegenüber öffenbaren Fenstern zwei physikalische Vorteile: keine Flügel-Rahmen-Fuge als Schallbrücke und keinen Griffbeschlag als Hebelpunkt. Beide Eigenschaften verbessern Schall- und Einbruchschutz dauerhaft.
Schallschutz: Rw-Wert und Schallschutzklasse
Ohne Spalt zwischen Flügel und Rahmen fehlt dem Festfenster die Hauptschallbrücke des Dreh-Kipp-Fensters. Das bewirkt in der Praxis eine Verbesserung des bewerteten Schalldämmaßes Rw um typischerweise 1 bis 3 dB gegenüber dem vergleichbaren öffenbaren Modell. Bei einem PAVA Dreh-Kipp mit Rw = 36 dB erreicht das Festfenster desselben Systems ca. 38-39 dB. Das entspricht Schallschutzklasse 3 (SSK 3) nach VDI 2719, ausreichend für Wohnanlagen an mäßig befahrenen Straßen.
Einbruchschutz: Was leisten Festfenster ohne Griff?
Festfenster ohne Griff und öffenbaren Flügel sind natürlich einbruchhemmend, weil die gängigste Hebelangrifftechnik – Aufhebeln am Griffbeschlag – ausscheidet. Für erhöhten Schutz lassen sich Verbundsicherheitsgläser (VSG) einsetzen: VSG P4A entspricht der Widerstandsklasse RC-2 (nach DIN EN 356), die auch für öffenbare OKNOPLAST-Elemente mit SafetyPlus-Beschlägen zertifiziert ist. Ein Festfenster mit VSG P4A ist schwerer zu überwinden als die meisten konventionellen Dreh-Kipp-Fenster ohne Sicherheitspaket.
FAQ
Beide Begriffe bezeichnen dasselbe: ein Fensterelement ohne Öffnungsfunktion. Im Fachhandel unterscheidet man zusätzlich: „Festverglasung“ meint meist die FIB-Variante (Scheibe direkt in der Außenschale), während „Festfenster“ auch die FF-Ausführung (fester Flügel) einschließt.
Mit der STV-Trockenverglasungstechnologie des OKNOPLAST PAVA FIB sind Festfenster bis 10 m² in einer Rahmenkonstruktion möglich. Standard-PVC-76-mm-Systeme sind auf ca. 2,5 m² begrenzt. Ab einer bestimmten Fläche kommen Verbundsicherheitsglas (ESG oder VSG) und Stahl-Armiereinsatz zum Einsatz.
Eine Pflicht besteht nicht, aber die DIN 1946-6 (Wohnraumlüftung) empfiehlt ein Mindest-Lüftungskonzept. Wer Festfenster ohne mechanische Lüftung plant, sollte druckabhängige Fensterfalzlüfter einplanen. In Passivhäusern und KfW-40-Gebäuden ist eine Wohnraumlüftung mit WRG ohnehin vorgeschrieben.
Kein reines Festfenster erfüllt die Anforderungen nach MBO (Musterbauordnung) § 37: Rettungswegfenster müssen eine lichte Öffnung von mind. 0,90 m Höhe, 0,60 m Breite und 0,35 m² Fläche (Anstieghöhe max. 1,20 m) bieten. In Aufenthalts- und Schlafräumen ist deshalb immer ein zusätzliches öffenbares Element erforderlich.
Als Sonderkonstruktion ja. Festfenster können als F30- oder F60-Brandschutzfenster (Feuerwiderstandsklasse) gefertigt werden – typischerweise in Stahlrahmen mit entsprechendem Brandschutzglas. Diese Anwendung ist im Gewerbe- und öffentlichen Bau relevant.
Große unverschattete Süd- und Westfenster können überhitzen – ob fest oder öffenbar, das ist eine Frage der Fensterfläche und Verschattung, nicht der Öffnungsart. Die korrekte Bauteilkonfiguration nach DIN 4108-2 (Sommerlicher Wärmeschutz) und außenliegender Sonnenschutz lösen das Problem zuverlässig.
Positiv: Der niedrigere Uw-Wert verbessert den H‘-Wert (spezifischer Transmissionswärmeverlust) und damit den Primärenergiebedarf Ep des Gebäudes. Festfenster an Südfassaden erhöhen zusätzlich die solaren Wärmegewinne, was den Heizwärmebedarf QH weiter senkt.
OKNOPLAST bietet über die Marke ALUHAUS Aluminiumfenster, die ebenfalls als Festelement ausführbar sind. Aluminium-Festfenster eignen sich besonders für großformatige Panoramakonstruktionen: Aluminium trägt höhere statische Lasten und ermöglicht dünnere Rahmenprofile bei gleichzeitig hoher Steifigkeit.
Festfenster sind langlebiger als öffenbare Fenster, weil alle verschleißanfälligen Teile entfallen: keine Beschläge, keine Scharniere, keine Dichtungsleisten am Flügel. Die PVC-Außenschale (Oss.) ist auf 40 bis 50 Jahre ausgelegt (Erfahrungswerte gemäß Umweltbundesamt Lebenszyklusanalyse PVC); OKNOPLAST gewährt 10 Jahre Garantie auf Rahmen und Verglasung.
Direkt nicht – ein Öffnungsmotor entfällt. Allerdings lassen sich außenliegende Sonnenschutzelemente (Raffstores, Rolllläden) über SMART OKNOPLAST in fünf Paketen (Basic bis Voice) steuern und so den solaren Eintrag durch das Festfenster automatisch regulieren.
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