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GEG 2024: Was das Gebäudeenergiegesetz für Ihre Fenster bedeutet


industrieller stil oknoplast

OKNOPLAST

25.09.2025

12.11.2025

8 Minuten

In diesem Artikel lernen Sie Folgendes:

  • Warum das GEG 2024 Ihre Fensterentscheidung beeinflusst – Sie erfahren, welche U-Werte das Gebäudeenergiegesetz für neue Fenster vorschreibt (1,3 W/(m²K) für Fenster, 1,4 W/(m²K) für Dachfenster) und warum diese Werte keine bürokratische Spielerei sind, sondern direkt Ihre Heizkosten senken.
  • Wie Sie bis zu 12.000 Euro Förderung bekommen – Der Artikel zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie die BAFA-Förderung funktioniert (15-20% Zuschuss), welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen (U-Wert unter 0,95 W/(m²K)) und warum der Förderantrag VOR Auftragserteilung gestellt werden muss – ein Fehler, der viele Bauherren Tausende Euro kostet.
  • Was ein Energieausweis wirklich bedeutet – Sie lernen den Unterschied zwischen Verbrauchsausweis (50-100 €) und Bedarfsausweis (250-500 €) kennen, wann Sie welchen brauchen und wie neue Fenster Ihre Energieklasse um ein bis zwei Stufen verbessern können – was beim Verkauf 5-10% Mehrerlös bedeutet.
  • Ob sich neue Fenster rechnen – Der Artikel rechnet konkret vor: Bei einem typischen Einfamilienhaus sparen moderne Fenster 400-600 Euro Heizkosten pro Jahr. Mit BAFA-Förderung amortisiert sich die Investition nach 15-20 Jahren. Sie erfahren, welche Faktoren die Amortisation beeinflussen und warum rein finanzielle Betrachtung zu kurz greift.
  • Welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten – Sie erhalten eine Checkliste der häufigsten Fehler: zu spät gestellter Förderantrag, Sparen am falschen Ende (Billigfenster), unprofessioneller Einbau und Verzicht auf Energieberater. Jeder dieser Fehler kann Sie mehrere Tausend Euro kosten.
  • Wie Sie den richtigen Energieberater finden – Der Artikel erklärt, warum ein Energieberater trotz Kosten von 800-1.500 Euro (50% gefördert) unverzichtbar ist: Er sichert Ihre Förderung, verhindert teure Planungsfehler und erstellt den notwendigen Wärmeschutznachweis.
  • Was moderne Fenster außer Energieeinsparung bieten – Sie lernen, warum U-Wert allein nicht reicht: Dreifachverglasung, Warm Edge, Edelgasfüllung und vor allem fachgerechter Einbau entscheiden über die tatsächliche Dämmleistung. Ein unsauberer Einbau verschlechtert den U-Wert um bis zu 10%.
  • Konkrete Handlungsempfehlungen für Ihre Situation – Je nachdem, ob Sie neu bauen, sanieren oder verkaufen wollen, bekommen Sie konkrete nächste Schritte: welche Förderungen Sie beantragen sollten, wann der richtige Zeitpunkt ist und wie Sie die Gesamtkosten realistisch kalkulieren.
  • Das Wichtigste kompakt: Dieser Artikel liefert Ihnen alle relevanten Zahlen, Fristen und Anforderungen des GEG 2024 – übersetzt in praktische Handlungsschritte statt trockene Paragraphen. Sie erfahren, wie Sie mit den richtigen Fenstern nicht nur gesetzliche Vorgaben erfüllen, sondern langfristig Geld sparen und den Wert Ihrer Immobilie steigern.

Sie planen einen Neubau oder eine Sanierung? Dann kommen Sie am Gebäudeenergiegesetz nicht vorbei. Seit Januar 2024 gelten verschärfte Regelungen, die besonders die Heizungstechnik betreffen. Aber auch Ihre Fenster spielen eine größere Rolle, als Sie vielleicht denken. Der Energieausweis, den Sie für Verkauf oder Vermietung brauchen, hängt direkt davon ab, wie gut Ihre Gebäudehülle dämmt – und da sind Fenster der entscheidende Schwachpunkt.

Schauen wir uns an, was das GEG in der Praxis für Sie bedeutet, welche Kosten auf Sie zukommen und wie Sie mit den richtigen Fenstern nicht nur die gesetzlichen Vorgaben erfüllen, sondern auch bares Geld sparen.

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Was das GEG wirklich will

Das Gebäudeenergiegesetz bündelt seit November 2020 alle bisherigen Energievorschriften in einem Gesetz. Statt sich durch EnEV, EnEG und EEWärmeG zu kämpfen, haben Sie jetzt eine Anlaufstelle. Die große Änderung kam aber erst im Januar 2024: Neubauten müssen seitdem zu 65% mit erneuerbaren Energien geheizt werden. Für Bestandsgebäude gelten Übergangsfristen bis 2026 (Großstädte) bzw. 2028 (kleinere Gemeinden).

Warum erzähle ich Ihnen das in einem Artikel über Fenster? Weil die 65%-Regelung nur die halbe Wahrheit ist. Ein Haus mit schlechten Fenstern braucht mehr Heizleistung – egal wie klimafreundlich Ihre Wärmepumpe ist. Das GEG setzt deshalb auch bei der Gebäudehülle an. Und hier wird es konkret.

Die U-Wert-Anforderungen: Was Ihre Fenster leisten müssen

Der U-Wert gibt an, wie viel Wärme durch ein Bauteil entweicht. Je niedriger, desto besser. Das GEG schreibt für neue Fenster einen maximalen U-Wert von 1,3 W/(m²K) vor. Dachfenster dürfen 1,4 W/(m²K) erreichen.

Klingt abstrakt? Schauen wir uns an, was das praktisch bedeutet:

Alte Fenster mit Doppelverglasung aus den 1990ern erreichen U-Werte um 3,0 W/(m²K). Das bedeutet: Sie verlieren etwa dreimal so viel Wärme wie moderne Fenster. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 25 Quadratmetern Fensterfläche sprechen wir von jährlichen Mehrkosten zwischen 400 und 600 Euro – nur wegen der Fenster.

Moderne Wärmeschutzfenster mit Dreifachverglasung erreichen U-Werte zwischen 0,8 und 1,0 W/(m²K). Das erfüllt nicht nur locker die GEG-Anforderungen, sondern senkt Ihre Heizkosten spürbar.

Wenn Sie nur die Scheiben tauschen statt des ganzen Fensters, gilt ein maximaler U-Wert von 1,1 W/(m²K) für die Verglasung.

Für Baudenkmäler gelten Ausnahmen: Hier sind U-Werte bis 1,6 W/(m²K) zulässig, weil historische Fenster oft nicht vollständig durch moderne ersetzt werden können.

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Der Energieausweis: Ohne geht nichts

Sie wollen Ihr Haus verkaufen oder vermieten? Dann brauchen Sie einen Energieausweis. Ohne diesen bekommen Sie bei Neubauten keine Baugenehmigung, und bei Verkauf oder Vermietung droht ein Bußgeld bis zu 10.000 Euro.

Es gibt zwei Varianten:

Verbrauchsausweis: Basiert auf den tatsächlichen Energieverbräuchen der letzten drei Jahre. Kosten: 50 bis 100 Euro. Schnell erstellt, aber wenig aussagekräftig, wenn Vormieter sehr sparsam oder verschwenderisch geheizt haben.

Bedarfsausweis: Bewertet die bauliche Substanz des Gebäudes – unabhängig vom Nutzerverhalten. Kosten: 250 bis 500 Euro. Aufwendiger, aber ehrlicher. Hier fließt der U-Wert Ihrer Fenster direkt in die Bewertung ein.

Der Ausweis ist zehn Jahre gültig. Bei umfangreichen Sanierungen müssen Sie einen neuen erstellen lassen, weil sich die Energiebilanz ändert.

Wo Ihre Fenster im Energieausweis landen

Der Energieausweis zeigt eine Farbskala von A+ (grün, sehr effizient) bis H (rot, energetische Katastrophe). Ein Haus mit modernen Fenstern rutscht auf dieser Skala deutlich nach oben – was beim Verkauf bares Geld wert ist.

Konkret: Ein Einfamilienhaus mit alten Fenstern landet häufig in Klasse E oder F. Nach dem Fenstertausch verbessert es sich um ein bis zwei Klassen. Das kann beim Verkauf einen Mehrerlös von 5-10% bedeuten, weil Käufer die niedrigeren Betriebskosten einkalkulieren.

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Förderungen: So finanzieren Sie neue Fenster clever

Der Staat unterstützt den Fenstertausch über zwei Programme – und die sind deutlich attraktiver, als viele denken.

BAFA-Zuschuss für Einzelmaßnahmen

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert den Austausch von Fenstern mit 15% der förderfähigen Kosten. Die Obergrenze liegt bei 30.000 Euro pro Wohneinheit – Sie bekommen also maximal 4.500 Euro.

Ist der Fenstertausch Teil eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP), gibt es einen Bonus von 5%. Dann steigt die Fördergrenze auf 60.000 Euro, und Sie können bis zu 12.000 Euro Zuschuss erhalten (20% von 60.000 Euro).

Voraussetzungen:

– Ihre neuen Fenster müssen einen U-Wert unter 0,95 W/(m²K) erreichen

– Sie brauchen einen Energieberater (dessen Kosten werden zu 50% gefördert)

– Der Antrag muss VOR Baubeginn gestellt werden

KfW-Ergänzungskredit

Zusätzlich zum BAFA-Zuschuss können Sie seit 2024 den KfW-Ergänzungskredit beantragen: bis zu 120.000 Euro pro Wohneinheit. Nutzen Sie die Immobilie selbst und liegt Ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen unter 90.000 Euro, bekommen Sie eine Zinsvergünstigung von bis zu 2,5 Prozentpunkten.

KfW-Förderung für Komplettsanierung

Sanieren Sie Ihr Haus umfassend zum Effizienzhaus, greift das KfW-Programm 261: bis zu 150.000 Euro Kredit pro Wohneinheit mit einem Tilgungszuschuss zwischen 5% (Effizienzhaus 85) und 45% (Effizienzhaus 40).

Steuerbonus als Alternative

Wenn Sie keine Förderung beantragen wollen, gibt es den Steuerbonus: 20% der Sanierungskosten – bis zu 40.000 Euro insgesamt – können Sie über drei Jahre verteilt von der Steuer absetzen. Voraussetzung: Ihr Haus ist mindestens zehn Jahre alt, und die Arbeiten werden bis Ende 2029 von einem Fachbetrieb durchgeführt.

Achtung: BAFA-Förderung und Steuerbonus schließen sich gegenseitig aus. Rechnen Sie vorher durch, was sich mehr lohnt.

Was moderne Fenster wirklich bringen

Ein Rechenbeispiel: Sie ersetzen 20 Quadratmeter alte Fenster (U-Wert 3,0) durch moderne Wärmeschutzfenster (U-Wert 0,9). Bei Gaspreisen von 12 Cent/kWh und 2.500 Heizstunden im Jahr sparen Sie rund 500 Euro jährlich. Die Investition von 12.000 Euro (neue Fenster inklusive Einbau) amortisiert sich ohne Förderung nach etwa 24 Jahren. Mit BAFA-Förderung (20% = 2.400 Euro) nach 19 Jahren.

Das klingt nach langer Zeit – aber Sie wohnen vermutlich länger in Ihrem Haus. Und: Moderne Fenster bieten mehr als nur Energieeinsparung. Sie verbessern den Schallschutz, erhöhen die Einbruchsicherheit und steigern den Wohnkomfort erheblich.

Der Wärmeschutznachweis: Pflicht bei jeder Sanierung

Wenn Sie mehr als 10% eines Bauteils erneuern – zum Beispiel bei einem umfassenden Fenstertausch –, brauchen Sie einen Wärmeschutznachweis. Der dokumentiert, dass Ihre Maßnahmen die GEG-Anforderungen erfüllen. Erstellt wird er von einem Energieberater oder Sachverständigen und kostet zwischen 500 und 1.500 Euro, je nach Umfang.

Ohne diesen Nachweis bekommen Sie keine Baugenehmigung und auch keine Förderung. Er ist außerdem die Grundlage für spätere Förderanträge bei KfW oder BAFA.

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Worauf Sie beim Fensterkauf achten sollten

Der U-Wert allein macht noch kein gutes Fenster. Achten Sie auf:

Rahmen: Kunststoffrahmen mit mehreren Kammern und spezieller Dämmfüllung erreichen hervorragende Werte bei überschaubaren Kosten. Holz-Alu-Fenster sind teurer, aber langlebiger.

Verglasung: Dreifachverglasung ist Standard. Achten Sie auf Edelgasfüllung (meist Argon) zwischen den Scheiben und beschichtete Gläser, die Wärme im Raum halten.

Warme Kante: Der Randverbund zwischen Scheibe und Rahmen (Warm Edge) verhindert Wärmebrücken und Kondensation.

Einbau: Selbst das beste Fenster bringt nichts, wenn es schlecht eingebaut wird. Eine unsaubere Abdichtung kann den U-Wert um bis zu 10% verschlechtern. Beauftragen Sie deshalb immer einen Fachbetrieb.

Zertifizierungen: Achten Sie auf CE-Kennzeichnung und RAL-Gütezeichen. Diese garantieren, dass die angegebenen U-Werte stimmen.

Die häufigsten Fehler vermeiden

Zu spät an die Förderung denken: Der BAFA-Antrag muss VOR Baubeginn gestellt werden. „Baubeginn“ bedeutet: vor der Auftragserteilung an den Handwerker. Viele vergessen das und verlieren dadurch Tausende Euro Förderung.

Am falschen Ende sparen: Billige Fenster aus dem Baumarkt erfüllen zwar oft die Mindestanforderungen, erreichen aber selten optimale U-Werte. Die Differenz in der Energieeinsparung holt die höhere Anfangsinvestition über die Jahre locker wieder rein.

Den Einbau unterschätzen: Ein Fenster ist nur so gut wie sein Einbau. Sparen Sie nicht am Fachbetrieb. Die 15-20% Mehrkosten für professionelle Montage zahlen sich durch bessere Dämmung und längere Haltbarkeit aus.

Ohne Energieberater: Ja, der kostet Geld (800-1.500 Euro). Aber er sichert Ihnen die Förderung, hilft bei der Antragstellung und verhindert teure Fehler. Die Beratung wird zu 50% gefördert – Sie zahlen also real nur 400-750 Euro.

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Was Sie jetzt tun sollten

Wenn Sie neu bauen, sind moderne Fenster mit U-Werten um 0,9 W/(m²K) Pflicht. Diskutieren Sie nicht darüber – investieren Sie das Geld lieber in hochwertige Rahmen und professionellen Einbau.

Wenn Sie sanieren und alte Fenster haben, lohnt sich der Tausch fast immer – besonders mit Förderung. Lassen Sie sich von einem Energieberater durchrechnen, welche Einsparungen in Ihrem konkreten Fall möglich sind.

Wenn Sie verkaufen oder vermieten wollen, besorgen Sie rechtzeitig einen Energieausweis. Neue Fenster können die Energieklasse verbessern und beim Verkauf einen deutlichen Mehrerlös bringen.

Das GEG ist kein bürokratisches Monster, sondern zwingt Sie zu Investitionen, die sich langfristig auszahlen. Moderne Fenster senken nicht nur Ihre Heizkosten, sondern erhöhen auch Wohnkomfort und Immobilienwert. Mit den richtigen Förderungen wird aus der Pflicht eine Chance.

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

  • Maximaler U-Wert neue Fenster: 1,3 W/(m²K)
  • Maximaler U-Wert Dachfenster: 1,4 W/(m²K)
  • Maximaler U-Wert nur Verglasung: 1,1 W/(m²K)
  • BAFA-Förderung: 15% (bis 4.500 €) bzw. 20% mit iSFP (bis 12.000 €)
  • KfW-Ergänzungskredit: bis 120.000 € pro Wohneinheit
  • Energieausweis Verbrauchsausweis: 50-100 €
  • Energieausweis Bedarfsausweis: 250-500 €
  • Gültigkeit Energieausweis: 10 Jahre
  • Bußgeld ohne Energieausweis: bis 10.000 €
  • Typische Einsparung durch neue Fenster: 400-600 €/Jahr (Einfamilienhaus)

FAQ

Welchen U-Wert müssen neue Fenster nach GEG haben?

Das GEG schreibt für neue Fenster einen maximalen U-Wert von 1,3 W/(m²K) vor, für Dachfenster gilt 1,4 W/(m²K). Diese Werte erfüllen moderne Wärmeschutzfenster mit Dreifachverglasung problemlos. Wenn Sie nur die Scheiben tauschen, gilt für die Verglasung ein maximaler U-Wert von 1,1 W/(m²K). Für Baudenkmäler gelten Ausnahmen mit höheren zulässigen Werten bis 1,6 W/(m²K).

Wie viel Förderung bekomme ich für neue Fenster?

Das BAFA fördert den Fenstertausch mit 15% der förderfähigen Kosten, maximal 4.500 Euro pro Wohneinheit. Ist der Austausch Teil eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP), erhöht sich die Förderung auf 20% und die Fördergrenze steigt auf 60.000 Euro – Sie können dann bis zu 12.000 Euro Zuschuss erhalten. Zusätzlich ist seit 2024 ein KfW-Ergänzungskredit von bis zu 120.000 Euro möglich.

Wann muss der Förderantrag gestellt werden?

Der BAFA-Antrag muss zwingend VOR Baubeginn gestellt werden. „Baubeginn“ bedeutet konkret: vor der Auftragserteilung an den Handwerksbetrieb. Planungsleistungen und das Einholen von Angeboten dürfen vorher erfolgen. Viele Bauherren verlieren Tausende Euro Förderung, weil sie den Antrag zu spät stellen – das ist einer der häufigsten Fehler.

Brauche ich einen Energieberater für die Fenster-Förderung?

Ja, für die BAFA-Förderung ist ein Energieeffizienz-Experte (eingetragen in der dena-Liste) Pflicht. Er stellt den Förderantrag, prüft die technischen Voraussetzungen und erstellt den Wärmeschutznachweis. Seine Kosten liegen zwischen 800 und 1.500 Euro, werden aber zu 50% gefördert. Real zahlen Sie also nur 400-750 Euro – eine Investition, die sich durch die gesicherte Förderung mehrfach auszahlt.

Was kostet ein Energieausweis und wie lange ist er gültig?

Ein Verbrauchsausweis kostet 50 bis 100 Euro und basiert auf den tatsächlichen Energieverbräuchen der letzten drei Jahre. Ein Bedarfsausweis ist mit 250 bis 500 Euro teurer, bewertet aber die bauliche Substanz objektiv – hier fließt auch der U-Wert Ihrer Fenster direkt ein. Beide Ausweise sind zehn Jahre gültig. Nach umfassenden Sanierungen muss ein neuer Ausweis erstellt werden.

Wann brauche ich einen Energieausweis?

Einen Energieausweis brauchen Sie bei Neubauten (für die Baugenehmigung), beim Verkauf oder bei der Neuvermietung Ihrer Immobilie. Sie müssen ihn potenziellen Käufern oder Mietern bereits bei der Besichtigung unaufgefordert vorlegen. Fehlt der Ausweis, droht ein Bußgeld bis zu 10.000 Euro. Selbstgenutzte Immobilien, die weder verkauft noch vermietet werden, benötigen keinen Energieausweis.

Lohnt sich ein Fenstertausch finanziell?

Bei einem typischen Einfamilienhaus mit 20 Quadratmetern alter Fenster (U-Wert 3,0) sparen moderne Wärmeschutzfenster (U-Wert 0,9) etwa 400-600 Euro pro Jahr an Heizkosten. Die Investition von rund 12.000 Euro amortisiert sich ohne Förderung nach etwa 24 Jahren, mit BAFA-Förderung (20%) nach 19 Jahren. Hinzu kommen besserer Schallschutz, höhere Einbruchsicherheit und gesteigerter Immobilienwert.

Kann ich die Förderung mit dem Steuerbonus kombinieren?

Nein, das geht nicht. Sie müssen sich entscheiden: entweder BAFA-Förderung (15-20% direkt) oder Steuerbonus (20% über drei Jahre verteilt, maximal 40.000 Euro insgesamt). Der Steuerbonus gilt für Häuser, die mindestens zehn Jahre alt sind, und die Arbeiten müssen von einem Fachbetrieb bis Ende 2029 durchgeführt werden. Rechnen Sie vorher durch, was sich in Ihrer Situation mehr lohnt.

Was ist ein Wärmeschutznachweis und wann brauche ich ihn?

Wenn Sie mehr als 10% eines Bauteils erneuern – zum Beispiel beim umfassenden Fenstertausch –, benötigen Sie einen Wärmeschutznachweis. Dieser dokumentiert, dass Ihre Maßnahmen die GEG-Anforderungen erfüllen, und wird von einem Energieberater oder Sachverständigen erstellt. Die Kosten liegen zwischen 500 und 1.500 Euro. Ohne diesen Nachweis bekommen Sie weder Baugenehmigung noch Förderung.

Welche technischen Anforderungen gelten für geförderte Fenster?

Für die BAFA-Förderung müssen Ihre neuen Fenster einen U-Wert unter 0,95 W/(m²K) erreichen. Das schaffen moderne Dreifachverglasungen mit gedämmten Rahmen problemlos. Zusätzlich sollten Sie auf Warm Edge (warme Kante beim Randverbund), Edelgasfüllung zwischen den Scheiben und beschichtete Gläser achten. Der fachgerechte Einbau durch einen Fachbetrieb ist ebenfalls Fördervoraussetzung.

Verbessern neue Fenster meinen Energieausweis wirklich spürbar?

Ja, deutlich. Ein Einfamilienhaus mit alten Fenstern landet häufig in Energieklasse E oder F. Nach dem Fenstertausch verbessert es sich um ein bis zwei Klassen. Das ist beim Verkauf bares Geld wert: Käufer kalkulieren die niedrigeren Betriebskosten ein, was einen Mehrerlös von 5-10% bedeuten kann. Der Energieausweis zeigt die Verbesserung transparent auf der Farbskala von A+ (sehr effizient) bis H (energetische Katastrophe).

Was sind die häufigsten Fehler beim Fenstertausch?

Der häufigste Fehler: Den Förderantrag zu spät stellen (muss vor Auftragserteilung erfolgen). Weitere typische Fehler sind: am falschen Ende sparen (Billigfenster erfüllen zwar Mindestanforderungen, erreichen aber keine optimalen U-Werte), den Einbau unterschätzen (unprofessionelle Montage verschlechtert den U-Wert um bis zu 10%), und ohne Energieberater vorgehen (der Berater kostet zwar Geld, wird aber zur Hälfte gefördert und sichert die Gesamtförderung).

Gilt das GEG auch für Altbauten?

Ja, sobald Sie sanieren. Wenn Sie mehr als 10% eines Bauteils (z.B. Fenster) erneuern, müssen Sie die GEG-Anforderungen einhalten. Bei selbstgenutzten Altbauten ohne Sanierung greifen die Regelungen nicht. Aber: Beim Eigentümerwechsel können Nachrüstpflichten entstehen, etwa wenn der Vorbesitzer vor dem 1. Februar 2002 eingezogen war und bestimmte Sanierungen unterlassen hat.

Wie lange dauert es, bis neue Fenster sich amortisieren?

Das hängt von mehreren Faktoren ab: Zustand der alten Fenster, U-Wert der neuen Fenster, Heizkosten und Förderung. Ohne Förderung liegt die Amortisationszeit bei 20-25 Jahren, mit voller BAFA-Förderung (20%) bei 15-20 Jahren. Bedenken Sie aber: Moderne Fenster bieten nicht nur Energieeinsparung, sondern auch besseren Schallschutz, höhere Sicherheit und gesteigerten Wohnkomfort – Faktoren, die sich nicht rein finanziell beziffern lassen.

Was passiert, wenn ich ohne gültigen Energieausweis verkaufe oder vermiete?

Das ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld bis zu 10.000 Euro geahndet werden. Das Gleiche gilt für unvollständige oder falsche Angaben im Energieausweis. Sie müssen den Ausweis bei der Besichtigung unaufgefordert vorlegen und nach Vertragsabschluss dem Käufer oder Mieter übergeben. Nehmen Sie diese Pflicht ernst – die Kontrollen werden zunehmend strenger.

Kann ich die Fenster selbst einbauen und trotzdem Förderung bekommen?

Nein. Eigenleistung ist nicht förderfähig. Alle Arbeiten müssen von einem Fachunternehmen ausgeführt werden. Das hat gute Gründe: Selbst das beste Fenster bringt nichts, wenn der Einbau nicht fachgerecht erfolgt. Eine unsaubere Abdichtung oder Montage kann den U-Wert erheblich verschlechtern und zu Wärmebrücken, Zugluft oder Feuchteschäden führen. Die 15-20% Mehrkosten für professionelle Montage sind gut investiertes Geld.

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