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Fenster ausmessen beim Austausch: Anleitung mit konkreten Maßen


Fenster selbst vermessen

OKNOPLAST

02.06.2026

9 Minuten

Was Sie in diesem Artikel erfahren:

  • Warum das Nachmessen des alten Fensterrahmens der häufigste – und teuerste – Fehler beim Fenstertausch ist
  • Was der Unterschied zwischen Rohbaumaß, Lichtmaß und Bestellmaß ist – mit konkretem Rechenbeispiel
  • Wie Sie Breite, Höhe und Diagonale eines Fensterausschnitts Schritt für Schritt korrekt messen
  • Welche Montagefuge die RAL-GZ 695 vorschreibt – und warum anthrazitfarbene Profile 10 mm mehr Spielraum brauchen als weiße
  • Wie Sie Laibungsfenster erkennen und welche drei Einbautypen im deutschen Altbau vorkommen
  • Was sich beim Aufmaß ändert, wenn das Haus gleichzeitig mit WDVS gedämmt werden soll
  • Welche Besonderheiten beim Ausmessen von Hebe-Schiebe-Türen (HST) gelten – insbesondere die Diagonaltoleranz von maximal 5 mm bei Breiten über 3.000 mm
  • Welche Maße und Angaben Sie beim Fensterkauf tatsächlich übergeben müssen
  • Wie das professionelle Aufmaß mit der BAFA-Förderung (15 %, max. 30.000 €) zusammenhängt und warum beides zusammen geplant werden sollte

Ein Fehler von 15 mm beim Fensteraufmaß kostet Sie im Schnitt 200-400 Euro – für Nachbearbeitung, Neubestellung oder Wärmebrücken, die erst im nächsten Winter auffallen. Wer sein Fenster zum Austausch selbst ausmisst, braucht kein Spezialwerkzeug, aber die richtige Methode. Dieser Leitfaden erklärt Schritt für Schritt, wie Sie das Rohbaumaß korrekt ermitteln, welche Montagefugen die RAL-GZ 695 vorschreibt und was sich ändert, wenn Ihr Haus bereits gedämmt ist oder eine Hebe-Schiebe-Tür eingebaut werden soll.

Wie man Fenstermaße richtig misst

Warum darf man den alten Fensterrahmen nicht einfach nachmessen?

Der alte Fensterrahmen hat fast nie dasselbe Maß wie der Mauerausschnitt – und genau dieser Unterschied verursacht die häufigsten Bestellfehler beim Fenstertausch. Holzrahmen aus den 1960er- und 1970er-Jahren haben Profilbreiten von 60-80 mm, moderne Kunststoffprofile 70 oder 82 mm Bautiefe. Ein Fenster, das genauso groß bestellt wird wie der alte Rahmen, sitzt entweder zu eng oder schließt nicht bündig ab.

Die Grundregel lautet: Immer das Rohbaumaß messen – also die lichte Öffnung im Mauerwerk, nicht das sichtbare Rahmenmaß des alten Fensters.

Was ist der Unterschied zwischen Rohbaumaß, Lichtmaß und Bestellmaß?

Das Rohbaumaß ist im Schnitt 20-30 mm größer als das spätere Bestellmaß des Fensters – weil Montagefugen und Putzschichten diesen Spielraum aufbrauchen. Drei Begriffe verwirren beim Fensteraufmaß am häufigsten – die folgende Tabelle zeigt, was jeweils gemeint ist und wie sich die Werte ineinandergreifen.

Tabelle 1: Begriffe beim Fensteraufmaß – Definition und Rechenbeispiel

BegriffDefinitionRechenbeispiel
RohbaumaßLichte Weite der Maueröffnung – gemessen von Wand zu Wand im Rohzustand (ohne Putz, ohne Verkleidung)Breite: 1.300 mm / Höhe: 1.400 mm
LichtmaßLichte Öffnung nach Verputz und Verkleidung – in der Regel 20-30 mm kleiner als das RohbaumaßBreite: 1.270 mm / Höhe: 1.375 mm
BestellmaßTatsächliche Außenmaße des Fensterrahmens – Lichtmaß minus Montagefuge (je 15-20 mm pro Seite)Weiß: 1.230 mm / Anthrazit: 1.210 mm

Das Bestellmaß eines weißen PVC-Fensters ist stets 30 mm schmaler als das Rohbaumaß – 15 mm Montagefuge pro Seite. Bei anthrazitfarbenen Profilen beträgt der Abzug 40 mm. Wie groß die Fuge im Detail sein muss und warum die Profilfarbe entscheidend ist, zeigt Tabelle 2.

Welche Werkzeuge brauche ich für ein präzises Fensteraufmaß?

Für ein zuverlässiges Fensteraufmaß genügen vier Werkzeuge – vorausgesetzt, sie entsprechen Genauigkeitsklasse I oder II nach DIN EN ISO 13225. Ein starres Stahlmaßband von mindestens 3 m Länge ist zwingend, weil Kunststoff-Gliedermaßstäbe bei Temperaturschwankungen bis zu 1,5 mm auf 1.500 mm abweichen können.

  • Starres Stahlmaßband (mind. 3 m, Klasse I oder II)
  • Wasserwaage (mind. 100 cm Länge) – zum Prüfen von Sturz und Laibung
  • Laser-Entfernungsmesser – unverzichtbar für Diagonalmessungen und große Öffnungen
  • Notizbuch oder Aufmaßblatt – alle Werte sofort notieren, niemals auswendig merken

Die Wasserwaage ist kein optionales Zubehör: Ein Mauerausschnitt, der 5 mm aus dem Lot ist, erfordert größere Montagefugen, damit der neue Rahmen senkrecht eingebaut werden kann – obwohl das Mauerwerk selbst nicht lotrecht ist.

Wie man die Fenster für den Sommer einstellt

Wie messe ich ein Fenster zum Austausch Schritt für Schritt aus?

Das korrekte Fensteraufmaß erfordert vier Messschritte – in dieser Reihenfolge, mit dem Mauerwerk als einzigem Bezugspunkt. Beginnen Sie immer im Innenraum: Die innere Laibung gibt die verlässlichste Referenz für das tatsächliche Mauermaß.

Schritt 1 und 2: Breite und Höhe in drei Punkten messen

Breite und Höhe werden jeweils an drei Punkten gemessen – und stets der kleinste der drei Werte als Basis für das Bestellmaß gewählt. Weicht der größte vom kleinsten Wert um mehr als 10 mm ab, ist der Mauerausschnitt verformt und muss vor dem Einbau saniert oder mit größeren Fugen kompensiert werden.

  1. Breite messen: Maßband an drei Punkten ansetzen – am Sturz (oben), auf halber Höhe (Mitte) und am Boden (unten). Notieren Sie alle drei Werte. Kleinsten Wert als Ausgangsgröße verwenden.
  2. Höhe messen: Maßband an drei Punkten ansetzen – links, mittig und rechts der Öffnung. Von Sturz (Oberkante Mauerwerk) bis Rohboden oder bis Oberkante Parapet messen. Kleinsten Wert als Ausgangsgröße verwenden.

Wichtig beim Altbau vor 1980: Tünche, Ölfarbe und Putzschichten können die tatsächliche lichte Weite um 5-15 mm verdecken. Führen Sie an mindestens einer Stelle eine kleine Freilegung durch – stemmen Sie den Verputz nahe am alten Rahmen ab, bis Sie das Rohmaterial (Ziegel, Beton) erreichen.

Schritt 3: Diagonale prüfen – wann ist der Mauerausschnitt verzogen?

Ein Mauerausschnitt, dessen Diagonalen um mehr als 10 mm voneinander abweichen, ist aus dem Rechteck – und kein rechteckiger Fensterrahmen wird darin ohne Nacharbeit sauber sitzen. Die Diagonalmessung ist daher kein optionaler Schritt, sondern Pflicht.

Messen Sie beide Diagonalen mit dem Laser-Entfernungsmesser: von der oberen linken Innenecke zur unteren rechten und umgekehrt. Liegt die Abweichung über 10 mm, sind zwei Maßnahmen notwendig: erstens größere Montagefugen einplanen, damit der Rahmen senkrecht ausgerichtet werden kann, zweitens die entstehenden Spalte mit systemischem Dämmschaum und Anputzleisten schließen.

Wie groß muss die Montagefuge sein – und warum hängt das von der Profilfarbe ab?

Die Montagefuge nach RAL-GZ 695 beträgt mindestens 15 mm pro Seite für weiße PVC-Profile und mindestens 20 mm pro Seite für dunkle oder anthrazitfarbene Profile – weil dunkle Kunststoffoberflächen im Sommer Temperaturen von bis zu 70 °C erreichen und sich dadurch stärker ausdehnen als helle Flächen.

PVC hat einen Wärmeausdehnungskoeffizienten von ca. 0,07 mm/(m·K). Bei einem anthrazitfarbenen Profil, das sich von 10 °C auf 70 °C aufheizt, dehnt sich ein 1.500 mm breiter Rahmen um rund 6,3 mm aus. Diese Ausdehnung muss die Montagefuge aufnehmen – sonst drückt der Rahmen gegen das Mauerwerk, verformt sich und die Beschläge klemmen.

Tabelle 2: Montagefuge nach Profilfarbe gemäß RAL-GZ 695 (Stand 2024)

Profilfarbe / EinbausituationFuge je Seite (mm)Fuge gesamt Breite (mm)Normgrundlage
Weiß (RAL 9016)15 mm30 mmRAL-GZ 695
Anthrazit / dunkel (RAL 7016 u.ä.)20 mm40 mmRAL-GZ 695
Oben (Sturz)15 mmRAL-GZ 695
Unten (inkl. Unterleiste / Parapet)30-35 mmRAL-GZ 695

Der untere Fugenmaß von 30-35 mm ergibt sich aus der notwendigen Unterleiste (Montage-Parapettprofil), die für die Anschlussabdichtung und den Außenparapet zwingend benötigt wird. Diese Leiste ist im Bestellmaß nicht enthalten und muss separat berücksichtigt werden.

Was ist ein Laibungsfenster – und wie ändert sich das Aufmaß?

In rund 70 Prozent aller deutschen Altbauten aus den 1950er- bis 1980er-Jahren sitzt das Fenster mit Innenlaibung: Der Mauervorsprung auf der Außenseite verdeckt den Blendrahmen teilweise. Wer das nicht berücksichtigt und den Rahmen zu groß bestellt, erhält ein Fenster, das nicht in den Ausschnitt passt. Wer zu klein bestellt, verliert die Dichtungsebene zur Außenseite.

Die Formel für das Bestellmaß bei Innenlaibung lautet: Lichtmaß innen minus Montagefuge (je nach Farbe 30-40 mm gesamt in der Breite). Das so ermittelte Außenmaß des Rahmens muss kleiner sein als die lichte Weite außen zwischen den Mauervorsprüngen – plus mindestens 20 mm Überstand des Rahmens hinter den Vorsprung auf jeder Seite.

Innenlaibung, Außenlaibung oder Blockrahmen: Welcher Typ steckt in meinem Altbau?

Im deutschen Altbau überwiegt die Innenlaibung – sie kommt in rund 70 Prozent aller Gebäude aus den Jahren 1950 bis 1985 vor und erfordert eine andere Berechnungsformel als der Blockrahmen im Neubau. Der folgende Überblick hilft bei der Identifikation vor Ort.

Tabelle 3: Laibungstypen im Überblick – Erkennungsmerkmale und Maßregel

LaibungstypErkennungsmerkmaleMaßregel
Innenlaibung (häufigster Typ im DE-Altbau)Maueröffnung außen enger als innen – Rahmen liegt innen am Mauervorsprung anBestellmaß = Lichtmaß innen minus Montagefuge. Außenmaß des Rahmens muss hinter den Vorsprung passen.
Außenlaibung (Klinker / Norddeutschland)Maueröffnung innen enger als außen – Rahmen wird von außen montiertBestellmaß nach Außenlichtmaß ermitteln. Immer Fachbetrieb hinzuziehen.
Blockrahmen / kein Anschlag (Neubau, WDVS)Gleichbreite Laibung innen und außen – Rahmen sitzt flächenbündig im MauerwerkBestellmaß = Lichtmaß minus Montagefuge (standard). Einbautiefe nach WDVS-Plan festlegen.

Im Zweifel gilt: Wenn der Laibungstyp nicht eindeutig erkennbar ist, immer einen OKNOPLAST-Fachhandelspartner vor Ort hinzuziehen. Das professionelle Aufmaß ist bei allen Fachhandelspartnern im Rahmen des OKNOPLAST 360-Partnerprogramms verfügbar.

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Fenster vor WDVS einbauen: Was ändert sich beim Aufmaß?

Die Rahmenvorderkante darf beim Einbau vor einer WDVS-Fassade maximal ein Drittel der geplanten Dämmschichtdicke in die spätere Dämmebene einrücken – bei 120 mm Dämmung sind das maximal 40 mm. Wer diesen Wert beim Aufmaß nicht berücksichtigt, muss nach dem Dämmen entweder das Fenster neu einbauen oder mit Wärmebrücken entlang des Rahmens leben. Eine nachträgliche Korrektur zerstört die gesamte Dämmung und Verkleidung. Alles, was tiefer sitzt, schafft einen Wärmebrücken-Korridor entlang des Rahmens.

Die Praxis bei OKNOPLAST-Fachhandelspartnern zeigt: Wer die Fenster zuerst einbaut und danach dämmt, spart im Schnitt 15-20 % der Gesamtmontagezeit, weil keine Gerüstumbauten für nachträglichen Fenstereinbau nötig sind. Der OKNOPLAST PAVA mit 82 mm Bautiefe und STV-Trockenverglasungstechnologie ist für diesen Einbauweg optimiert, da sein schmales Flügelprofil maximale Laibungstiefe bei minimalem Außenüberstand ermöglicht.

Tabelle 4: WDVS-Einbautiefe – empfohlene Laibungsposition nach Dämmschichtdicke

WDVS-DämmschichtMax. Einrückung RahmenMindestüberstand DämmungEmpfehlung
80 mmmax. 27 mm53 mmFenster vor WDVS einbauen
120 mmmax. 40 mm80 mmFenster vor WDVS einbauen
160 mmmax. 53 mm107 mmFenster vor WDVS einbauen
200 mmmax. 67 mm133 mmFenster vor WDVS einbauen

Wichtig: Die in Tabelle 4 genannten Werte gelten für Standard-WDVS ohne Sonderkonstruktionen. Bei Kerndämmung (zweischaliges Mauerwerk) oder vorgehängten Fassaden gelten abweichende Regeln – in diesen Fällen ist eine Fachplanung notwendig.

Terrassentür und Hebe-Schiebe-Tür ausmessen: Was ist anders als beim Fenster?

Das Aufmaß für eine Terrassentür oder Hebe-Schiebe-Tür (HST) folgt denselben Grundregeln wie beim Fenster – aber mit drei zusätzlichen Anforderungen, die bei Standardfenstern keine Rolle spielen. Eine verpasste Diagonalabweichung oder ein falsch berechnetes Bodenniveau kann dazu führen, dass der Flügel nicht mehr plan auf der Laufschiene aufliegt.

Warum ist die Diagonalprüfung bei Hebe-Schiebe-Türen ab 3 Meter Breite kritisch?

Bei Hebe-Schiebe-Türen mit einer lichten Breite über 3.000 mm darf die Diagonalabweichung des Mauerausschnitts maximal 5 mm betragen – sonst liegt die Laufschiene schief im Blendrahmen und der Schiebflügel läuft mit ungleichmäßigem Anpressdruck auf der Dichtungsebene. Erfahrungen aus der Montagepraxis mit dem OKNOPLAST HST MOTION 82 Vista zeigen, dass bereits 8 mm Diagonalabweichung zu sichtbaren Laufproblemen führen, die sich erst nach der ersten Wintersaison zeigen – wenn thermische Ausdehnung und Setzung des Gebäudes hinzukommen.

Die Nullschwelle ist der zweite kritische Maßpunkt: Messen Sie die lichte Höhe des Mauerausschnitts immer bis zum Fertigfußboden – also nach Estrich, Dämmschicht und Bodenbelag. Der OKNOPLAST HST MOTION 82 Vista hat ein Bodenprofil von 20 mm Höhe; wird dieser Wert nicht im Aufmaß berücksichtigt, schließt der Flügel nicht mehr bündig.

Tabelle 5: Aufmaß-Unterschiede – Standardfenster vs. HST-Terrassentür

KriteriumStandardfensterHST / PSK-Tür (z.B. OKNOPLAST HST MOTION 82 Vista)
Diagonaltoleranz Mauerausschnittmax. 10 mm Abweichungmax. 5 mm bei Breiten > 3.000 mm
Höhenmessung BesonderheitAb Sturz bis RohbodenAb Sturz bis Fertigfußboden (Nullschwelle beachten)
Mindest-Montagefuge seitlich15-20 mm (nach Farbe)20 mm (erhöhter Spielraum für Laufschiene)
Unterleiste / ParapetStandard 30-35 mmBodenprofil separat bestellen – lichte Höhe prüfen
Fachmann-PflichtEmpfohlenObligatorisch bei Breiten > 2.500 mm
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Welche Maße muss ich beim Fensterkauf angeben – und wann brauche ich einen Fachmann?

Beim Fensterkauf werden immer die Außenmaße des Rahmens in Millimetern angegeben – im Format Breite x Höhe. Das Bestellmaß ist das Ergebnis Ihrer eigenen Messung nach Abzug der Montagefugen. Zusätzlich benötigt der Hersteller fünf weitere Angaben, ohne die keine präzise Fertigung möglich ist.

  • Breite x Höhe in mm (Außenmaß Blendrahmen, nicht Rohbaumaß)
  • Profilfarbe (bestimmt die erforderliche Montagefuge und Herstellungstoleranz)
  • Bautiefe des gewünschten Profils: 70 mm (Standardsanierung) oder 82 mm (Energetische Sanierung, Passivhaus-nahe Werte) – der OKNOPLAST PAVA kommt auf 82 mm
  • Öffnungsart: Dreh-Kipp, Festverglasung, Parallel-Schiebe-Kipp (PSK) oder Hebe-Schiebe (HST)
  • Geplante Verglasung: Dreifach-Wärmeschutzglas (Ug 0,5-0,7 W/(m²K)) für GEG-konforme Fenster mit Uw-Wert unter 1,3 W/(m²K)

Ein Fachbetrieb ist dann zwingend notwendig, wenn der Mauerausschnitt mehr als 10 mm aus dem Lot ist, wenn Außenlaibung vorliegt, wenn es sich um ein mehrflügeliges HST-Element über 3 m Breite handelt oder wenn das Haus unter Denkmalschutz steht. Das professionelle Aufmaß durch einen OKNOPLAST-Fachhandelspartner ist Voraussetzung für die Produktionsfreigabe und gleichzeitig die technische Dokumentationsgrundlage für eine eventuelle BAFA-Förderung.

Professionelles Aufmaß und BAFA-Förderung: Was hängt zusammen?

Die BAFA-Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) erstattet beim Fenstertausch 15 % der förderfähigen Kosten – maximal 30.000 Euro pro Wohneinheit (Stand: Januar 2024). Das professionelle Fensteraufmaß durch einen OKNOPLAST-Fachhandelspartner ist dafür nicht nur technisch notwendig, sondern die Pflichtgrundlage für den Förderantrag: Voraussetzung ist ein Uw-Wert der neuen Fenster von maximal 0,95 W/(m²K) sowie die Einbindung eines zugelassenen Energieberaters (Dena-Expertenliste).

Der Zusammenhang zwischen Aufmaß und Förderung ist direkt: Der Energieberater benötigt die technischen Daten der einzubauenden Fenster – einschließlich Uw-Wert, Ug-Wert und Bautiefen – um den Förderantrag bei der BAFA zu stellen. Diese Daten entstehen im professionellen Aufmaßprozess. Ein selbst aufgenommenes Maß reicht für die Bestellung aus, nicht aber für den Förderantrag.

Konkrete Förderwerte (Stand: Januar 2024, Förderrichtlinie BEG EM): Grundförderung 15 % der förderfähigen Kosten; mit iSFP-Bonus (individueller Sanierungsfahrplan) 20 %; förderfähige Kosten maximal 30.000 Euro pro Wohneinheit (60.000 Euro bei Vorlage eines iSFP). Der OKNOPLAST BAFA-Fördermittelservice übernimmt die komplette Abwicklung – von der Energieberatung über den Antrag bis zur Auszahlung.

Hinweis: Die GEG 2024-Anforderung für neu eingebaute Fenster im Bestand lautet Uw-Wert maximal 1,3 W/(m²K) (§ 47 GEG). Der BAFA-Fördersatz setzt mit 0,95 W/(m²K) einen deutlich strengeren Grenzwert – wer förderfähige Kunststofffenster bestellt, erfüllt automatisch die GEG-Pflicht mit einem erheblichen Puffer. Aus Sicht des Fachhandels ist die Kombination aus professionellem Aufmaß und BAFA-Antrag der einzige Weg, bei dem der Käufer am Ende wirklich günstiger wegkommt als beim Discount-Fenster ohne Förderung – der Preisunterschied nivelliert sich bei einem Förderbetrag von 1.200 bis 2.500 Euro pro Auftrag vollständig.

Häufige Fragen zum Fenster ausmessen – FAQ

Kann ich Fenster selbst ausmessen oder brauche ich einen Fachmann?

Für eine Erstbestellung und Kostenschätzung genügt ein selbst aufgenommenes Aufmaß mit einem Fehler von bis zu 5 mm. Vor der Fertigung muss ein Fachbetrieb die Maße abnehmen – das ist bei OKNOPLAST Standard und Voraussetzung für die Produktionsfreigabe.

Welchen Wert nehme ich, wenn meine drei Breitenmessungen unterschiedlich sind?

Immer den kleinsten der drei Messwerte. Das ist der Engpass der Öffnung. Ein Fenster, das am engsten Punkt nicht passt, lässt sich nicht einbauen. Den entstehenden Spielraum an den weiteren Stellen füllt der Montageschaum.

Wie viel Montagefuge muss ich beim Fenstereinbau lassen?

Für weiße PVC-Profile mindestens 15 mm pro Seite in der Breite (gesamt 30 mm), für anthrazitfarbene Profile mindestens 20 mm pro Seite (gesamt 40 mm). Unten sind 30-35 mm für die Unterleiste einzuplanen. Grundlage: RAL-GZ 695.

Was ist der Unterschied zwischen Rohbaumaß und Bestellmaß?

Das Rohbaumaß ist die lichte Öffnung im Mauerwerk. Das Bestellmaß ist das Außenmaß des bestellten Fensterrahmens – immer kleiner als das Rohbaumaß, um den Betrag der Montagefugen beider Seiten. Bei weißen Profilen: Rohbaumaß minus 30 mm in der Breite.

Wie messe ich ein Fenster mit Laibung aus?

Bei Innenlaibung (häufigster Typ im deutschen Altbau) messen Sie das Lichtmaß innen, ziehen die Montagefuge ab und prüfen, ob das so ermittelte Bestellmaß kleiner ist als die lichte Außenweite zwischen den Mauervorsprüngen. Der Rahmen muss mindestens 20 mm hinter dem Vorsprung sitzen.

Was kostet ein professionelles Fensteraufmaß?

Bei OKNOPLAST-Fachhandelspartnern ist das Aufmaß in der Regel kostenlos, wenn ein anschließender Kauf erfolgt. Separate Aufmaßkosten liegen branchenüblich bei 80-150 Euro pro Objekt, werden aber im Auftragsfall verrechnet.

Bekomme ich BAFA-Förderung, wenn ich Fenster austausche?

Ja, wenn die neuen Fenster einen Uw-Wert von maximal 0,95 W/(m²K) erreichen und ein zugelassener Energieberater (Dena-Expertenliste) den Antrag stellt. Die Grundförderung beträgt 15 % der förderfähigen Kosten, maximal 30.000 Euro pro Wohneinheit.

Muss ich bei einer Hebe-Schiebe-Tür anders messen als beim Fenster?

Ja. Bei HST-Türen ab 3.000 mm Breite darf die Diagonalabweichung des Mauerausschnitts maximal 5 mm betragen (bei Fenstern: 10 mm). Außerdem wird die Höhe bis zum Fertigfußboden gemessen, und die Nullschwelle des HST-Bodenprofils (ca. 20 mm) muss im Bestellmaß abgezogen werden.

Was passiert, wenn ich falsch gemessen habe?

Ein Fenster, das zu groß bestellt wurde, passt nicht in den Ausschnitt. Ein zu klein bestelltes Fenster lässt sich zwar einbauen, aber die überschüssige Fuge schließt nicht luftdicht. In beiden Fällen entstehen Nachbearbeitungskosten von 150-400 Euro pro Fenster – zuzüglich Neufertigung bei falschen Maßen.

Wie messe ich Fenster aus, wenn das Haus schon gedämmt ist (WDVS)?

Im gedämmten Haus ist die äußere Laibung durch die Dämmschicht verkleinert. Messen Sie immer innen. Wenn Sie den Mauertyp nicht sicher bestimmen können, führen Sie eine kleine Freilegung am alten Rahmen durch oder beauftragen einen Fachbetrieb. Das Bestellmaß orientiert sich am inneren Lichtmaß minus Montagefuge – die WDVS-Schicht wird nicht in die Berechnung einbezogen.

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