Es gibt keine schlechten Nachbarn, nur schlechte Fenster. Wie schützen uns Fenster vor Lärm?

Eine der wichtigsten, doch häufig unterschätzten Funktionen von Fenstern ist der Schallschutz. Während Menschen, die an lauten Straßen oder in der Nähe eines Flughafens wohnen, selten vergessen, auf entsprechende Schallschutzeigenschaften ihrer Fenster zu achten, wird dies oft in ruhigeren Wohngegenden vernachlässigt. Unsere Ohren werden aber nicht nur durch Flug- oder Verkehrslärm angegriffen. Auch der Rasenmäher eines Nachbarn oder der süße Hund der älteren Frau von gegenüber können manchmal störend sein. Was sollten Sie also über Schallschutz wissen, um von lästigen Geräuschen nicht genervt sein zu müssen?

SCHALLDÄMMENDE SCHEIBEN

 

LAMINIERTES GLAS MIT AKUSTIKFOLIE

 

DREIFACHVERGLASUNG

 

Was bedeutet Schallschutz?

Fangen wir mit den Grundlagen an. „Schallschutz“ nennen wir die Wirksamkeit, mit der eine Wand oder ein Fenster die Lautstärke eines Geräusches reduziert, dessen Quelle sich außerhalb der Wand bzw. des Fensters befindet. Die Wirksamkeit des Schallschutzes — sowie auch der Lärm selbst — werden in Dezibel (dB) gemessen. Das Schalldämmmaß kennzeichnet man mit der Einheit Rw. Das Schalldämmmaß von gewöhnlichen Fenstern beträgt ungefähr 30 dB, spezielle Schallschutzfenster können den Lärm sogar um bis zu 36 dB reduzieren. Für das menschliche Ohr hört sich eine Reduzierung des Geräuschpegels um 10 db an, als hätten wir ihn um 50 Prozent reduziert.

Woher kommt der Lärm?

In bebauten Wohngebieten sollte der Geräuschpegel am Tag 60 dB und in der Nacht 50 dB nicht überschreiten. In Wohnräumen betragen diese Werte entsprechend 40 bzw. 30 dB. Menschliches Flüstern hat einen Geräuschpegel von 20 dB, die Richtlinien sind also ziemlich anspruchsvoll. Dieses Niveau ist recht schwierig zu erreichen, wenn in der Nähe ein Hund lebt, dessen Bellen eine Lautstärke von ganzen 80 dB erreicht. Zum Glück wird die Lautstärke nicht einfach addiert, zwei Hunde erzeugen also keine 160 dB, sondern „nur“ 83 dB. Ein weiteres Beispiel sind Straßenarbeiten, bei denen ein Presslufthammer eingesetzt wird — der dabei entstehende Lärm hat einen Geräuschpegel von 130 dB. Dies ist für uns Menschen die sogenannte Schmerzschwelle, deswegen tragen Bauarbeiter auch stets einen Gehörschutz bei der Arbeit mit einem Presslufthammer.

Wie können wir uns vor Lärm schützen?

Wenn wir die wichtigsten Lärmquellen in der Umgebung unseres Hauses kennen, können wir einfach ermitteln, welche Fenster uns den nötigen akustischen Komfort geben. Ausgehend von der Lärmquelle, z. B. 80 dB, ziehen wir das Schalldämmmaß des Schallschutzfensters ab, z. B. 33 dB. Auf diese Weise erhalten wird 47 dB und entsprechen den allgemeinen Empfehlungen zum Thema Schallschutz. Neben dem Fenster selbst, hat auch die fachgerechte Montage eine enorme Auswirkung auf das Schalldämmmaß. Ist das Fenster unsachgemäß montiert worden, kann das Fenster seine eigentliche Wirkung nicht erzielen. Für Menschen, die in besonders lauten Umgebungen wohnen, gibt es zudem Fenster mit einem deutlich höheren Schalldämmmaß.

Wie kann man den akustischen Komfort erhöhen?

Betrachten wir ein Schallschutzfenster von Oknoplast. Das 4X-Scheibenpaket besteht aus drei Glasscheiben, von denen zwei 3 mm und eine 4 mm dick sind. Das Schalldämmmaß beträgt 36 dB, also ganze 3 dB mehr im Vergleich zu gewöhnlichen Fenstern. Bereits ein Unterschied von einigen dB ist für das menschliche Gehör ein signifikanter Unterschied. Wir empfinden eine Lärmreduzierung um 3 dB wie eine Reduktion eines lästigen Geräusches um ganze 50 Prozent. Wir können das mit einer Situation vergleichen, in der wir Musik aus zwei Lautsprechern hören und dann einen der Lautsprecher plötzlich ausschalten. Diese Lösung hat zudem den Vorteil, dass der Wärmedurchgangskoeffizient (der sogenannte U-Wert), der ein Maß für die Wärmedämmeigenschaften darstellt, positiv beeinflusst wird. Mit einem Schallschutzfenster können wir Stille, Wärme, Licht und niedrigere Heizkosten genießen.